Mittwoch, 31. Dezember 2008

Leo Apotheker: SAPs neuer Boss in harter Zeit

»Wenn SAP eine Vorkriegsgeschichte gehabt hätte, wäre ich wohl niemals zu diesem Unternehmen gekommen«, zitiert das britische Wirtschaftsmagazin The Economist den neuen Chef des drittgrößten Softwarehauses der Welt, Léo Apotheker. Geboren 1953 in Aachen als Sohn einer jüdischen Familie, die vor den Nazis bis an die russisch-chinesische Grenze floh und sich nach dem Krieg in Aachen und später in Antwerpen niederließ, erlebte er seine Jugend als Revoluzzer, der sich ´bei Krawallen mit Polizisten ein paar Zähne verlor, studierte anschließend ernsthaft Wirtschaft in Israel. Nach einigen Stationen kam er 1988 zu SAP. Er erlebte den Aufstieg dieses Softwarehauses, das heute mit 52.000 Mitarbeitern rund zehn Milliarden Euro umsetzt. Zum Jahreswechsel übernimmt Apotheker die Alleinführung bei SAP, wo er seit April 2008 gemeinsam mit Henning Kagermann an der Spitze stand.
Siehe auch: http://www.sap.com/germany/about/company/executives/apotheker/index.epx
Journalyse-Quelle: The Economist, 3.1.2009

Zehn Jahre Euro: Beim Lebensstandard tat sich nichts

Auch wenn der Kurs des Dollars zum Euro in 2008 zeitweilig bei 1,60 stand, so hat sich in den zehn Jahren seit der Einführung der neuen Einheitswährung in einem Punkt nichts getan: Der Lebensstandard in der Alten Welt erreicht nach wie vor nur 70 Prozent der Vereinigten Staaten. Und noch in einem anderen Punkt enttäuschte der Euro in seiner Wirkung. Stieg die Produktivität vor der Euro-Einführung um 1,6 Prozent, so beträgt die Rate jetzt nur noch 0,8 Prozent. Dies ist aber auch das Ergebnis des Jobwachstums in den letzten Jahren. Neue Kollegen sind in der Regel weniger produktiv wie ältere. Das britische Wirtschaftsmagazin The Economist meint: Dass erst jetzt, in der Rezession, sich beweisen muss, wie gut der Euro tatsächlich ist.
Journalyse-Quelle: The Economist, 3.1.2009

Infineon: Der erste Penny-Wert im Dax

Nchdem die Aktie des Chipherstellers Infineon in 2008 rund 90 Prozent ihres Wertes verloren hat, wird sie nun als das Papier in die Geschichte der deutschen Börse eingenen, das als erster DAX-Wert zu einem Penny-Stock depravierte.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2008

Ölpreis bleibt unter 40 Dollar je Barrel

Um mehr als 100 auf unter 40 Dollar fiel bis zum Jahresende in New York der Preis prp Barrel Öl. Von seinem Höhepunkt, der im Juli 2008 bei 147 Dollar notiert wurde, ist damit das schwarze Gold weit entfernt. In der Woche vor Weihnachten hatte der Ölpreis sogar sein zyklisches Tief erreicht - mit 34 Dollar.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2008

Twitter: Zahl der User stieg 2008 um 500 Prozent

Zwischen vier bis fünf Millionen Twitteres gibt es momentan weltweit. Das ist ein Ansteig um 500 Prozent. Bis Ende 2009 kann die Zahl der Leute, die Kurznachrichten verbreiten und empfangen, auf 40 bis 50 Millionen steigen. Dies berichtet die in San Francisco beheimatete Twitter-Plattform. Diese Wachstumsraten sind zwar sensationell, aber jeder fragt sich: Was ist das Geschäftsmodell dahinter?
Wir werden es sehen: In 2009.
Zwischendurch: http://twitter.com/
Journaliyse-Quelle: Financial Times (UK), 31.12.2008

Deutschland: 380 Milliarden Verlust an Marktkapitalisierung

Etwa 40 Prozent ihres Wertes verloren in 2008 allein die DAX-Werte. 8067 Punkte - mit diesem Wert startete der DAX, am Jahresende liegt er bei 4810 Punkte. An Marktkapitalisierung verloren die börsennotierten Firmen.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2008

Montag, 29. Dezember 2008

Auf 200 Ideen kommt ein Erfolg

»Laut der Fraunhofer-Gesellschaft Mönchen braucht es 1919 Erstideen, um 52 vom Markt akzeptierte Produkte zu generieren, von denen dann wiederum nur elf tatsächlich auch am Markt erfolreich sind. Im Klartext: Für ein am Markt erfolgreiches Produkt benötigen Forscher ein Hundertfaches an Erstideen.«
Martin Stark, Jörg Böcking, Fa. Freudenberg, zum Thema: "Innovationen brauchen Zeit"
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2008

Sonntag, 28. Dezember 2008

Erinnerungen an die Zukunft


1967/68: „Die Nutzung der Computer ist viel schwieriger als ihre Fa­bri­ka­tion. Es kommt dabei auf Intelligenz und Teamwork an, und da­rin liegt Europas Aufgabe, wenn es das Problem begreift. Eu­ro­pa muss im Aufbau seiner Strukturen intelligenter sein, da es mit seiner industriellen Ausrüstung im Rückstand ist. Auf diese Wei­se könn­te es, wenn es wirklich den politischen Willen dazu hätte, al­le Ak­ti­vitäten der Zukunft auf seine Weise prägen, von den Gei­stes­wis­sen­schaften bis zur Leitung der Wirtschaftsunternehmen.“
„Die amerikanische Herausforderung“, Jean-Jacques Servan-Schrei­ber, 1968[1]
[1] Jean-Jacques Servan-Schreiber, 1967, „Le défi americaine“ zitiert nach der deutschen Fassung, 1968: „Die amerikanische Herausforderung“, erschienen bei Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, Seite 151

Freitag, 26. Dezember 2008

Click zurück nach 1993: Softwareleute in Deutschland

"70 bis 80 Prozent der Software-Entwicklung in einem Unternehmen sind mit der Pflege und Wartung der bestehenden Software beschäftigt. Diese wurde zum Teil vor zehn, 15 Jahren entwicklt. Manchmal ist sie fast schon ein Hindernis, wenn es darum geht, Organisationen und Abläufe neu zu gestalten."
Edmund Hug, Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH
Journalyse-Quelle: IBM-Nachrichten, Dezember 1993

Click zurück nach 1983: Softwarehäuser in Deutschland

"Die Software-Branche umfasste 1978 ca. 3200 Unternehmen mit einem Software-Umsatz von ca. 2,5 Milliarden DM. 50 v.H. des Umsatzes entfilen auf 4 v.H. der Unternehmungen. Zum überwiegenden Teil handelt es sich bei den Unternehmen der Branche um mittelständische Betriebe. Die wachsende Bedeutung der Software im DV-Bereich lässt die Unternehmer auf weit überdurchschnittliche Wachstumsraten hoffen. Die Aufwendungen für Software werden bis Ende des Jahrzehnts auf 80 v.H aller EDV-Ausgaben geschätzt. Durch die weitere Entwicklung wird eine Rationalisierung der Software-Herstellung durch die IuK-Techniken ermöglicht."
Journalyse-Quelle: Deutscher Bundestag, 9. Wahlperiode, Zwischenbericht der Enquete-Kommission "Neue Informations- und Kommunikationstechniken", 29.03.1983

Dienstag, 23. Dezember 2008

Silicon Valley: Vom Tal der Talente zum Tal der Tränen

Während der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück in einem Beitrag des renommierten Wall Street Journals darüber lamentiert, dass die Lehre der Chicago School of Business mit ihrem Anspruch auf die Freiheit der Märkte kaum geeignet sei, etwas wie eine Finanzkrise zu verhindern oder zu managen, äußert sich der Medientycoon Michael S. Malone darüber, dass die Regulierungssucht der staatlichen Organisationen nun dabei wären, das Silicon Valley - das weltberühmte Tal der Talente - zu zerstören.

Institut für Weltwirtschaft: Deutsches BIP schrumpft 2009 um 2,7 Prozent

Jetzt hat das Institut für Weltwirtschaft in Kiel alle anderen professionellen Apokalyptiker übertroffen: Die schlimmste Nachkriegsrezession erwartet das Institut in 2009 für Deutschland, dessen Wirtschaftsvolumen um 2,7 Prozent senken werde.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 23.12.2008

Merger & Acquisitions: Volumen sinkt um 29 Prozent gegenüber 2007

Mit einem Volumen von 3.280 Milliarden Dollar lagen 2008 die Umsätze bei Firmenübernahmen und Firmenkäufen um 29 Prozent unter dem Ergebnis von 2007. 1309 Transaktionen im Wert von 911 Milliarden Dollar kamen nicht zustande, berichtet die auf M&A spezialisierte Marktforschun Dealogic. 2007 hatte das Volumen der 870 abgebrochenen Deals 1.160 Milliarden Dollar betragen. Die Investmentbanken haben mit Mergers und Acquisitions weniger als 20 Milliarden Dollar an Gebühren eingenommen, 2007 waren es mit 28,1 Milliarden Dollar noch 30 Prozent mehr gewesen.
Die größten Deals, die 2008 nicht zustande kamen: BHP Billiton und Rio Tinto (147,8 Milliarden Dollar), Private Wuity und kanadische Telekom BCE (48,5 Milliarden Dollar), Microsoft und Yahoo (47,5 Milliarden Dollar)

Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 23.12.2008

Montag, 22. Dezember 2008

Alan Greenspan: Allein die Börsen (und damit die Wirtschaft) können die Banken retten

In einem Kommentar zur Finanzkrise äußert Alan Greenspan, von 1987 bis 2006 Chef der amerikanischen Federal Reserve Bank (1987 bis 2006) im britischen Wirtschaftsmagazin The Economist: "Aus Gründen, die zu nennen den Rahmen dieses Artikels sprengen würden, glaube ich ganz fest daran, dass der Einsatz von Regierungskrediten nur temporär sein darf. Was aber ist dann die Quelle von neuem Privatkapital, dass eine Rückbesinnung auf souveräne Kreditvergabe erlaubt? Schlussendlich ist es die teilweise Wiederherstellung jener 30 Billionen Dollar, die weltweit an den Börsen durch Kursverluste vernichtet wurden, die es Banken ermöglichen würde, wieder das benötigte Eigenkapital zu heben. Die Märkte sind in einem Maße Ängsten unterworfen, wie wir es zuletzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1907 und 1932 fallen einem dazu ein) erlebt haben. So wie der menschliche Geist gebaut ist, können wir hoffnungsvoll darauf setzen, dass es eine Umkehr an den Märkten innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate geben wird."
Journalyse-Quelle: The Economist, 20.12.2008

Freitag, 19. Dezember 2008

2001 versus 2008: "Längste US-Rezession seit den 1930ern"

2001: Während alle Welt auf das neue Jahr schaut und erwartet, dass es die längste und heftigste Rezession (vielleicht sogar Depression) seit den dreißiger Jahren bringt, braucht man eigentlich nur sieben Jahre zurückzublicken, um eine Headline der Financial Times zu finden, die schon damals berichtete, dass sich die USA seit 13 Monaten (also lange vor 9/11) in einer Rezession befand. "Während der Fall nicht so steil ist wie zwischen 1929 und 1932, als der Ausstoß um 50 Prozent sank, so ist doch diesmal der industrielle Output in 13 aufeinander folgenden Monaten um insgesamt 6,5 Prozent gesunken." Mit einer Auslastung, die 25 Prozent unterhalb dessen lag, was möglich war, hatte die Wirtschaft im Oktober 2001 ihr schlechtestes Ergebnis seit 1983 vorgelegt.
2008: "Es ist eine Rezession, wenn dein Nachbar seinen Job verliert, es ist eine Depression, wenn es dich erwischt", zitiert das Nachrichtenmagazin Time derweil US-Präsident Harry Truman (Roosevelts Nachfolger 1945) und weist zugleich darauf hin, dass vielleicht von der Länge, nicht aber der Intensität diese Rezession zu vergleichen ist mit der Depression der frühen dreißiger Jahre: Damals schrumpfte die Wirtschaft innerhalb von vier Jahren um 25 Prozent und die Arbeitslosenrate stieg von zwei auf 25 Prozent. Was den Autor Justin Fox indes beunruhigt, ist eine ganz andere Parallelität: der Zusammenbruch des Finanzsystems. Eine CNN-Umfrage im Oktober ergab, dass 60 Prozent der Amerikaner glauben, dass es so schlimm werden können wie während der Great Depression. Aber da ja viele Amerikaner deutsche Blut in ihren Adern hätten, so meinte schon vor 50 Jahren die Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann, würden sie auch wie wie zu manisch-depressivem Handeln neigen. Gerade noch zu Tode betrübt, würden sie irgendwann in 2009 entedecken, dass die Wirtschaft wieder erstarkt sein, und dann würden sie wieder kaufen, was das Zeug hält, meint jedenfalls Time.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 17.11.2001, Time, 22.12.2008

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Supercomputer: Alle zehn Jahre 1000 mal schneller

Nachdem 2008 sowohl IBMs Roadrunner als auch Crays Jaguar erstmals die Leistungsgrenze von einem Petaflop überschritten haben, könnte man sich fragen, wozu brauchen wir eigentlich diese kontinuierliche Steigerung um den Faktor 1000 alle zehn Jahre. IBM Vizepräsident für Deep Computing, Dave Turek, gibt datauf eine Antwort: "Wir sind jetzt an dem Punkt, wo es nicht mehr darum geht, das Verhalten einzelner Teile einer Flugzeugturbine zu modellieren, sondern das komplette Zusammenspiel der Komponenten in einem integrierten System zu simulieren."
Das erfordert immer mehr Computerleistung, die nur durch Parallelverarbeitung erreicht werden kannn. Rund 3,2 Milliarden Dollar schwer ist nach Berechnungen der Marktforschung IDC inzwischen dieser Markt, der mit Systemen ab 500.000 Dollar beginnt.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK). 3.12.2008

Futter von der FED: Die Null muss stehen

Brennpunkt USA: Der Dollar fiel, die Aktien stiegen - die Zinsen sind auf Null. All das, weil im November in den USA die Preise - bereinigt um Öl - um 1,7 Prozent gefallen waren. Die Angst vor einer Deflation geht um. Dagegen hat nun die FED ihr letztes Mittel ausgespielt: Der Nullprozenter. Weniger als Null geht nicht.
Journalyse-Quelle: 17.12.2008

Dienstag, 16. Dezember 2008

Internet: 137 Milliarden Dollar braucht das Netz...

... an Aufrüstung, um seinen Service aufrecht erhalten zu können. Dies meint jedenfalls die Marktforschung Nemertes. Wachstumsraten beim Datenvolumen von 200 bis 300 Prozent, vielleicht sogar von 300 bis 500 Prozent sieht John Chambers, Chief Executive von Cisco. Der Computerwissenschaftler Andrew Odlyzko vermutet hingegen in seinen Minnesota Internet Traffic Studies, dass sich die Wachstumsraten deutlich abschwächen. "Bis vor fünf Jahren hatten wir tatsächlich Wachstumsschübe von 100 Prozent pro Jahr - aber heute liegt die Rate eher bei 50 bis 60 Prozent."Dies wird auch bestätigt von den Fernmeldegeselschaften wie AT&T in den USA oder Virgin Media in Großbritannien. "Wir schätzen, dass 50 bis 60 Prozent des gesamten Datenverkehrs Videos sind, aber das geht schon so seit drei bis vier Jahren", meint Grant van Rooyen, Mitarbeiter bei Level 3, einem Betreiber von Internet-Backbones.
Von der Exaflut zur Zettaflut. Nichtsdestotrotz: Pro Monat fließen weltweit fünf bis acht Exabites durch das Netz der Netze. Das sind sechs Milliarden Gigabytes. Insgesamt werden pro Jahr 60 bis 100 Exabytes transportiert. Doch 2015 - so meinte jüngst Brett Swanson, Direktor bei der Denkfabrik Discovery Institute - werde das Transfervolumen 1.000 Exabytes erreichen. Das wäre dann ein Zettabyte. Aus der Exaflood, der Exaflut, wie der bekannte Publizist und frühere Swanson-Kollege am Discovery Institute es 2007 noch nannte, würde die Zettaflut.
Journalyse-Quelle: The Economist, 6.12.2008

Deutsche Telekom: Glasfaser für alle

Rund 30 Milliarden Euro wird in Deutschland die Verlegung von Glasfaseranschlüsse zu jedem Haushalt kosten. Zwischen 2010 und 2015 soll dieses Projekt unter dem Slogan "Glasfaser für alle" durchgezogen werden. Mit Investitionen in Höhe von zwei Milliarden Euro will die Deutsche Telekom bis 2011 auskommen, um das andere Projekt "DSL für alle" zu vollenden. Dabei denkt sie an zwei Megabit schnelle Leitungen. Durch die Verlegung von Glasfaserleitungen in die letzte Meile (also in die einzelne Wohnung) erhofft sich die Telekom eine Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde. Um dies zu finanzieren, kann die Telekom nach eigenen Angaben die Gebühren für die letzte Meile nicht weiter senken, wie es ihre Mitbewerber wünschen. Nun muss sich die Regulierungskommission damit auseinander setzen. Übrigens: 250.000 neue Arbeitsplätze würden durch die neuen Datenautobahnen entstehen. So heißt es. Wir berichteten.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2008

Kasper Rorsted: »Die Finanzkrise...

... ist auf den ersten Blick gar ein guter Beleg dafür, dass die Globalisierung außer Kontrolle zu geraten scheint. An den Börsen werden heutzutage in Sekundenschnelle Geldmengen umgeschlagen, die nur noch zum kleinen Bruchteil Spiegelbild realwirtschaftlicher Entwicklungen sind."
Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender von Henkel
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2008

Charly Fiorina: »Das 21. Jahrhundert...

...ist eins, in dem buchstäblich nahezu jeder Job an jedem Ort ausgeführt werden kann. Es ist eine Welt, in der wir scheinbar über Nacht einen globalen Marlt für komplexe Finanzinstrumente wie Credit Default Swaps im Wert von Billionen Dollars schaffen können und dann eines Morgens aufwachen, um zu realisieren, dass diese Markt völlig undurchsichtig ist für die Regulierer und völlig schleierhaft ist für Aktionäre und Steuerzahler. Mit anderen Worten: das 21. Jahrhundert -definiert durch Globalisierung und Technologie - ist eine Welt, die dem einzelnen unbeschreiblich viel Macht und nahezu unbegrenzte Möglichkeiten gibt.«
Charly Fiorina, ehedem Chefin von Hewlett-Packard
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 15.12.2008

Montag, 15. Dezember 2008

50 Milliarden Dollar durch den Wind

Eine Milliarde Dollar verlor allein das britische Bankhaus HSBC, Frankreichs BNP Paribas erwartet den Verlust von 350 Millionen Euro. Banco Santander berichtet, das sie selbst nur 17 Millionen Euro wird abschreiben müssen, aber über ihren Hedge-Fonds würden deren Klienten wohlmöglich 2,33 Milliarden Euro verlieren. Insgesamt ist ein Schaden in Höhe von 50 Milliarden Dollar durch den mutmaßlichen Betrug der Bernard Madoff Investment Securities aus New York entstanden, bei dem offensichtlich mit einem Schnellballsystem gearbeitet wurde. (Neue Investoren bezahlten die Verluste der alten). Wie konnte dies unbemerkt geschehen? Darüber wird jetzt gerätselt. Einer der Gründe: Anstatt seinen Kunden Einblick in die Geschäfte über eine elektronische Plattform zu geben, habe Madoff ihnen Papierkopien zugesandt.
Journalyse-Quelle: Financial Times, 15.12.2008, Wall Street Journal, 15.12.2008

Zitat des Tages

"Das Geschäft einer Bank sollte einfach sein. Ist es schwer, dann ist es falsch."
Walter Bagehot (1826-1877), britischer Banker und Herausgeber der Zeitschrift "The Economist", gefunden in der Financial Times, 15.12.2008

Computerkriminalität: 27 Prozent der Fälle durch Insider

Nach einer Untersuchung dea Software Engineering Institute der Carnegie Mellon University (CERT) konzentrieren sich die IT-Sicherheitsstrategien sehr stark auf Attacken von außen wie etwa denen von Hackern und vernachlässigen die internen Angriffe, die immerhin 27 Prozent der Computerdelikte ausmachen. Welche Auswirkungen dies haben kann wird seit Februar 2008 immer wieder am Beispiel des Finanzskandals bei der französischen Bank Société Général klargemacht, bei dem der computerbewandte Juniorhändler Jérôme Kervel allein "fünf Firewalls" (Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde in Business Week) durchbrach und fünf Milliarden Euro in den Sand setzte. Gegenüber der Polizei äußerte sich der Händler: "Die Technologie, die ich benutzte, war alles andere als ausgefuchst, jede korrekt ausgeführte Kontrolle hätte eigentlich in der Lage sein müssen, diese Operationen zu entdecken." (Financial Times) Wahrscheinlich hätte auch sein Chef etwas gemerkt, aber nichts gesagt, weil der Bretone Kervel bis Ende 2007 mit seinen nichtautorisierten Geschäften einen Profit von 1,4 Milliarden Euro (Economist)hereingefahren hätte.
Journalyse-Quelle: Business Week, 11.2.2008, Financial Times (UK), 11.2.2008, The Economist, 9.2.2008

Sonntag, 14. Dezember 2008

Cash as cash you can: Bargeld kostet 50 Milliarden Euro

Nach Einschätzung des European Payment Council ist die alte Welt noch weit entfernt von einer bargeldlosen Gesellschaft. Jährlich 350 Milliarden Bargeldtransaktionen kosten die Wirtschaft rund 50 Milliarden Euro. Andere behaupten, dass der Umgang mit Münzen und Scheinen pro Kopf und Jahr 200 Euro vergeudet. Insgesamt werden weltweit Bargeldkleingeschäfte im Wert von 1,3 Billionen Dollar vollzogen. (Aus dem Journalyse-Archiv: The Economist, 17.2.2007)

Das Wettrennen der Medien: Internet versus Print, Radio und TV

Mit 1,4 Milliarden Teilnehmern hat etwa 20 Prozent der Weltbevölkerung Zugriff auf das Internet. 330 Millionen Haushalte genießen dabei Breitband-Verbindungen. 2,2 Milliarden Radioempfänger sind weltweit im Einsatz, dazu kommen 1,4 Milliarden Fernsehgeräte. Die Zahl der Zeitungen, die täglich verkauft werden, beträgt 515 Millionen. Sie alle kämpfen um einen Werbekuchen, der nicht größer wird, sondern sich neu verteilt. 41,6 Milliarden Dollar schwer ist das Internet-Anzeigengeschäft in 2008 (Prognose vom Jahresanfang). Dies sagt ZenithOptimedia. Die Mediawatcher glauben, dass 2010 etwa zehn Prozent des Werbegeschäftes über das Worldwideweb ausgesendet wird.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 11.2.2008

Freitag, 12. Dezember 2008

75 Millionen Spielkonsolen sollen ans Netz

Rund 75 Millionen Spielkonsolen haben bislang die Big Three der virtuellen Welten, Sony, Nintendo und Microsoft, verkauft. Nun sollen die Maschinen alle ans Netz - einmal, um das "Gamen" (Jargon) nun in den Cyberspace auszudehnen, zum anderen, um sich mit den Social Networks zu vereinen. Vorreiter ist hier Sony, das seinen Playstation-Kunden erlaubt, Avatars aus dem Netz runterzuladen, um dann mit ihnen in virtuellen Rollenspielen ein Second Life zu führen. Branchenkenner Michael Cai, Analyst bei Parks Association, meint: "Was den Verkauf von virtuellen Produkten angeht, wird Sony Microsoft schlagen." Er beziffert das Marktvolumen auf 500 Millionen Dollar in 2013. Sony werde davon einen Marktanteil von 80 Prozent haben.
Siehe auch: http://www.onlinekosten.de/news/artikel/32415/0/Sony-startet-offene-Beta-von-Playstation-Home
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 12.12.2008

1983: »Verschrottet die Mainframes«

Vor 25 Jahren titelte die einst sehr renommierte Fachzeitschrift "Datamation": Junking the mainframe". Was verschrottet wurde, ist inzwischen Datamation, die es nicht schaffte, ihr dereinst sehr hohes journalistisches Niveau zu halten und zu einer Produktbroschüre depravierte. 1983 war übrigens das Jahr, in dem IBM ihren PC endlich in Europa ankündigte, 16 Monate nach der Erstvorstellung in den USA. Der PC, vernetzt mit sich selbst bis zum Gehtnicht mehr, sollte den Mainframe auf Dauer ersetzen. "Ich erwarte, das vollständige Verschwinden des Mainframes in den nächsten zehn Jahren", behauptete 1983 Martin Healey, Informatik-Professor am University Collge in Cardiff (Wales)
Journalyse-Quelle: Datamation, August 1983

Die veralteten Systeme der Banker

2008. "Bei einer der großen Clearingbanken in Vereinigten Königreich gibt es immer noch ein Buchungssystem, das in Pfund, Shilling und Pence rechnet."
Nigel Woodward, Direktor für Finanzdienstleistungen bei der Intel Corp. in London. Bereits 1971 hatte Großbritannien auf das Dezimalsystem umgestellt. Zwar seien veraltete Systeme, die Schätzungen zufolge rund sieben Prozent des Weltwirtschaftsvolumens softwaremaßig begleiten, nicht verantwortlich für die derzeitige Finanzkrise, aber sie hätten dazu beigetragen, meint Woodward. "Einige große Banken waren nicht in der Lage, bei steigendem Volumen ihre Risiken zu verfolgen." Trotz Volumina bei Credit Default Swaps, die in ihrer Größenordnung das Weltwirtschaftsvolumen überstiegen, wären diese Derivate vielfach mit vorsintflutlichen Methoden abgeschlossen worden: Per Telefon abgeschlossen, in Excel-Tabellen festgehalten und per Fax Verträge übermittelt - das war eine durchaus übliche Vorgehensweise, berichtete bereits im Frühjahr 2008 die Financial Times. Bevor das Jahr zu Ende geht, sollte auch dies festgehalten worden sein
Journalyse-Quelle: Financial Times, 28.5.2008

BITKOM: Stagnation trotz Wachstum in der IT

Um 3000 auf inzwischen 829.000 Arbeitsplätze wuchs in 2008 die Branche der Telekom- und IT-Anbieter in Deutschland. Dies gab jetzt deren Verband Bitkom bekannt. Allerdings muss im kommenden Jahr nicht nur bei den Arbeitsplätzen, sondern auch beim Umsatz mit einem sogenannten Nullwachstum gerechnet werden. Zwar werde die IT-Branche auch im nächsten Jahr neue Jobs schaffen, doch dies wird kompensiert durch den Aderlass in der Telekomszene.
In der IT habe sich ein Investitionsstau von acht Milliarden Euro aufgebaut - vor allem im öffentlichen Sektor. 66 Milliarden Euro werden nach Angaben des Bitkom-Verbandes in 2009 mit IT in Deutschland umgesetzt. Das ist ein Plus von 1,5 Prozent. Im Telekom-Segment, der 65,4 Milliarden Euro umsetzen wird, geht die Erlöse um 1,2 Prozent zurück.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Druck auf Yahoo: Aktionäre wollen Verkauf an Microsoft

In einem Brief an Yahoo fordert der Hedge-Fond Ivory Management die Suchmaschine auf, einer Übernahme durch Microsoft zuzustimmen. Zwar hatte Microsoft im Sommer ihr Angebot zurückgenommen, doch CEO Steve Ballmer hatte kürzlich sein Interesse an Yahoo erneut bekundet. Bei einem Preis von 24 bis 29 Dollar je Aktie solle Yahoo zuschlagen, heißt es in dem Brief. Momentan dümpelt der Kurs bei 12 Dollar herum. Yahoo befindet sich inmitten einer Entlassungsphase von 1500 Angestellten. Das sind zehn Prozent der gesamten Belegschaft.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 11.12.2008

Streit der Suchmaschinen: Die Suche nach der richtigen Zeit

Wie lange sollen Suchmaschinen Benutzerdaten abspeichern, bevor sie diese anonymisieren? Sechs Monate sind genug, meint Microsoft (Marktanteil 2 Prozent bei Suchmaschinen in Europa). Momentan bewahrt der Softwareriese die Kundendaten 18 Monate auf, Google neun Monate und Yahoo 13 Monate. Die beiden Mitbewerber wollen sich indes auf die Sechs-Monats-Frist nicht einlassen - vor allem nicht auf den Vorschlag, die komplette IP-Adresse zu löschen. Google meint, sie brauche dies, um ihre Suchfunktionen entsprechend effizient zu halten. Außerdem könne die Verkürzung zu Sicherheitsproblemen führen. Um das Netz vor Hackern und Viren geschützt zu halten, wären neun Monate mindestens obligatorisch.
Journalyse-Quelle: Financial Times UK, 11.12.2008

HP: Touchscreen gab's schon vor 25 Jahren


Maus oder Finger - das war 1983 noch die Frage. Hewlett-Packard warb damals kräftig für den Touchscreen und verlor gegen die Microsoft-Maus. Heute erlebt der Touchscreen wieder eine Renaissance.



Mittwoch, 10. Dezember 2008

Henry Kaufman: Modelle taugen nichts in der Panik...

... und in Zeiten irrationalen Überschwangs. Finanzmodelle, die Risiken in Optionen und Derivaten berechnen, seien ausgelegt auf Phasen, in denen normales rationales Handeln die Entscheidungen der Marktteilnehmer dominiert. Sie versagen aber in Augenblicken wie jetzt. Dies meint Henry Kaufmann (Dr.Doom), der Mann, der 1982 den Börsenboom auslöste, als er seine pessimistische Sicht aufgab. Finanzmodelle werden auch nach dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr ihren alten Status zurückgewinnen können, behauptet Kaufman im Wall Street Journal.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 8.12.2008

SAP gibt nach: Wartungsgebühren wie bisher

Nach monatelangem Streit über die Erhöhung der Wartungspreise von bislang 17 Prozent der Lizenzgebühren auf 18,36 Prozent mit Perspektive auf 22 Prozent bis 2013 hat nun die SAP nachgegeben. In Deutschland und Österreich, wo die bestehenden Verträge gekündigt worden waren, können die 28.000 überweigend mittelständischen Kunden nun wählen: Zwischen einer Standard-Wartung, wie bisher, und der neuen, teureren Enterprise-Lösung. Insgesamt hat SAP 48.000 Kunden weltweit.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2008

Seit 1919: Die ewigen zwei Prozent der Werbung

Seitdem zum ersten Mal die Werbeaufwendungen in der Welt gezählt wurden, seitdem ist über all die Jahrzehnte hinweg eins immer konstant geblieben: Zwei Prozent des Weltwirtschaftsvolumens wird für Reklame ausgegeben. Doch Meary Meeker, Internet-Legende der Analysten-Szene, meint, dass es künftig erheblich mehr Schwankungen geben werde. Wenn die Wirtschaft stagniert, werden die Werbebudgets um vier Prozent gekürzt. Geht die Wirtschaft um zwei Prozent nach unten, müssen die Werbeetats um zehn Prozent schrumpfen. Während der Dotcom-Depression sanken zwischen 2000 und 2002 die Werbeaufwendungen allein in den USA um 27 Prozent.
Journalyse-Quelle: The Economist, 29.11.2008

Intel: Schnelle Chips für lange Leitungen

Germanium war der Rohstoff, aus dem Weihnachten 1947 der erste Transistor entstand. Germanium war die Zukunft - bis das Silizium kam und die Welt der Chips eroberte. Eine Firma, deren Gründer die Suche nach dem richtigen Stoff für schnelle Rechner von Anfang an begleitet haben, ist Intel. Nun meldet das Unternehmen, 40 Jahre nach seiner Gründung, dass es ihm gelungen sei, eine Mischung aus Silizium und Germanium herzustellen, die es erlaubt ultraschnelle Photodetektoren zu bauen, wie man sie in der Kommunikation über Lichtleiter benötigt. Bislang waren solche Geräte nur auf der teuren Basis von Indium-Phospide möglich.
Die Chips sollen dazu dienen, die Kommunikation zwischen den Rechnern in Serverfarmen zu beschleunigen. Sie sollen aber auch helfen, die Fernmeldeverbindungen über Glasfaser zu beschleunigen. Und auf Dauer werden sie selbst Teil unserer Computerchips. 340 Gigahertz Taktraten - das würde uns doch für ein paar Jahre genügen.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 8.12.2008

Dienstag, 9. Dezember 2008

2012: Das Ende der Glühbirne nach 130 Jahren

Rund fünf Milliarden Euro werden jährlich weltweit für Glühbirnen ausgegeben. In drei Jahren hat die Birne in der EU ausgedient. Damit zieht die EU gleich mit Ländern wie Australien, Neuseeland und Kanada. Wie meinte einst Botho Strauß, Schriftsteller, angesichts der weltweiten Stromnetze: "Jetzt sind alle Glühbirnen der Welt miteinander vereint." Zumindest hier geht die Globalisierung zu Ende.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 9.12.2008

Virtuelle Spiele: 2,5 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland

Zweistellig wächst über alle Krisen hinweg die Branche der elektronischen Spiele. Rund 2,5 Milliarden werden es in diesem Jahr allein in Deutschland sein. Jeder dritte Deutsche ist inzwischen von der Spielleidenschaft erfasst. Elf Millionen Menschen weltweit machen mit im virtuellen Abenteuerland "World of Warcraft".
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.12.2008

Montag, 8. Dezember 2008

2013: Mehr als 1.000.000.000.000 Videos online

Nach Einschätzung der Marktforschung ABI Research wird bis 2013 die Zahl der Videos, die im Netz gespeichert sind und abgerufen werden können, von 32 Milliarden in 2006 auf mehr als eine Billion steigen. Eine Untersuchung der IBM ergab zudem: Wer im Internet Videos guckt, schaut weniger fern.
Journalyse-Quelle: Fortune, 08.12.2008

Cybercrime: Mindestens 100 Milliarden Dollar Schaden jährlich

Die Organization for Security and Cooperation in Europe beziffert den Schaden, der alljährloich durch Internet-Kriminalität entsteht, auf inzwischen 100 Milliarden Dollar. Online-Gangs würden setzen ganze Netzwerke von Zombie-Computer ein, die ferngesteuert das Internet nach Kreditkarten- und Kontozugangsdaten durchstöbern und abspeichern. Waren 2007 erst zehn Prozent aller am Netz angeschlossenen Rechner von solchen Untergrund-Attacken betroffen, so seien es jetzt 15 Prozent, berichtet das RSA Fraud Action Research Lab, ein Beratungsunternehmen in Sicherheitsfragen. Demnach hätten diese Gangs und andere Übeltäten rund zehn Millionen solcher Robot-Computer im Einsatz, die täglich Spams und andere, üblere Online-Angriffe (sogenannte Malware) auf die 1,4 Milliarden Internet-Benutzer fahren, behauptet die Beratungsfirma Panda Labs gegenüber der Herald Tribune.Sicherheitsforscher von SRI International haben herausgefunden, dass täglich 10.000 neue Formen von Malware in die Netze eindringen. Wer sich gegen räuberische Roboter wehren will, kann sich kostenlos Software im Netz herunterladen unter dem Namen: http://www.bothunter.net/
Journalyse-Quelle: Herald Tribune, 6.12.2008

Freitag, 5. Dezember 2008

RFID-Tag für jedes Finanzprodukt und andere Prognosen für 2013 und danach

In fünf Jahren werden alle Finanzprodukte - wie in der Warenwelt auch - eine Art von RFID-Tag besitzen, um ihre Herkunft und ihren Weg verfolgen zu können. Dies behauptet Alex Fuss, Autor des CSC-Reports "Digital disruptions".
Mit Hilfe dreidimensionaler Drucker werden wir jenseits des Jahres 2013 in der Lage sein, bestimmte Alltagsdinge vom Netz aus herunterzuladen und herstellen zu lassen. Heutige 3D-Drucker kosten rund 20.000 Dollar und können lediglich Prototypen fabrizieren. Zwischen 2025 und 2050 werden wir mit Hilfe der Nanotechnologie in der Lage sein, nahezu alles Atom für Atom, Molekül für Molekül zu reproduzieren.
Die Privatsphäre wird ab 2013 nur noch ein Luxusgut sein für Leute, die es sich leisten können.
Wenn Sie mehr wissen wollen, auch über die Finanzkrise, wie sie Alex Fuss sieht, dann clicken Sie hier: http://www.csc.com/ee/lef

Weltweite Entlassungswelle: Jeder fünfte Deutsche bangt

Wer heute und gestern die Tageszeitung aufschlug, dem prasselten eine Fülle von Nachrichten über Entlassungen entgegen:
AT&T - das ehemalige Fernmeldemonopol der USA - meldet den Abbau von 12.000 Stellen. (FAZ)
Telecom Italia - der italienische Fernmelderiese muss nach einer Entlassungswelle im Juni von 5000 Arbeitsplätzen weitere 4000 Jobs einsparen. (Wall Street Journal)
U.S. Steel - der amerikanische Stahlkocher will seine Belegschaft um 13 Prozent oder 3500 Arbeitsplätze verringern. (Wall Street Journal)
DuPont - der amerikanische Chemieriese verkündet, dass er 2500 Jobs streichen will. (FAZ)
Nomura - die japanische Investmentbank will 1000 Arbeitsplätze wegfallen lassen. (FAZ)
Deutsche Bank - das größte Finanzhaus hierzulande begann damit, in seinem internationalem Investmentbankinggeschäft 900 Stellen abzubauen. (Wall Street Journal)
CreditSuisse - das Schweizer Bankhaus erklärt, dass 5300 Arbeitsplätze (umgerechnet elf Prozent) der Finanzkrise geopfert werden müssen. (FAZ)
Insgesamt habe die Finanzkrise bislang 200.000 Bankmitarbeitern weltweit den Job gekostet.
Der ARD DeutschlandTrend ermittelt, dass inzwischen jeder fünfte Deutsche um seinen Arbeitsplatz bangt.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5.12.2008, Wall Street Journal, 4.12.2008, Financial Times (UK), 4.12.2008

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Überraschung - CIOs next Topmodel: Ein neuer Job

Alan Cane, Edelfeder der britischen Financial Times im Bereich HighTech, staunte nicht schlecht, als er erfuhr, was CIOs tatsächlich bewegt. Nicht Budgetkürzungen, nicht Zauberworte wie Cloud Computing oder Virtualisierung, sondern die Suche nach einem Job treibt die IT-Chefs um. Dies ergab jedenfalls eine Umfrage des Headhunters Harvey Nash im Auftrag der Managementberatung PA Consulting. Zwar war nur im Vereinigten Königreich recherchiert worden, doch für den Journalisten Cane ist klar, dass diese Zahlen auch die Einstellung der IT-Manager auf dem Kontinent und in den USA reflektieren.
- 72 Prozent der CIOs haben an, dass sie auf der Suche nach einer neuen Herausforderung seien und sich über den Anruf eines Headhunters freuen würden.
- 21 Prozent erklärten, dass sie neuerdings einen scharfen Blick auf den Stellenmarkt werfen würden.
- 7 Prozent der Bosse über die IT-Strukturen eines Unternehmens sind tatsächlich zufrieden mit ihrem Job.
Offensichtlich werden die Chefs derart eingezwängt von den massiven Sparmaßnahmen, mit denen sie von ihren Chefs, den Chief Financial Officers, konfrontiert werden, dass sie jede Lust am Job verloren haben. Daran ändert auch nichts die prinzipiell sehr gute Bezahlung. Was IT-Chefs wollen: nicht nur den Betrieb am Laufen halten, sondern auch etwas Neues wagen.
Da braut sich offensichtlich ein Innovationsstau zusammen, der wiederum hoffen lässt: Die Erfahrung zeigt: Neuerungen lassen sich ganz einfach nicht dauerhaft unterdrücken. Am Ende tauchen sie auf - möglicherweise in einem ganz anderen Unternehmen. Wie die CIOs.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 3.12.2008

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Werbung übers Handy: 4,5 Milliarden Anzeigen

Je besser unsere Mobilgeräte werden, desto leichter werden sie Opfer der Werbung. Auch wenn niemand weiß, wieviele Botschaften weltweit durch die Luft in Richtung Handy gesendet werden, die Mobil-Agentur AdMob behauptet, in den letzten zwölf Monaten rund 4,5 Milliarden Anzeigen gesendet zu haben.
Journalyse-Quelle: The Economist, 29.11.2008

Wer trägt das Wissen der Welt?

Alsam 21. November 2008 die neue elektronische Bibliothek der Europäischen Union, Europeana, mit zwei Millionen digitalisierten Werken ans Netz ging, brach die Website unter der Last der Zugriffe zusammen. Ausgelegt auf fünf Millionen Zugriffe pro Stunde, waren es am Eröffnungstag das Doppelt- und Dreifache. Die Site musste schließen. Botho Strauß, der Schriftssteller hat recht: "Die Vergangenheit ist die Zukunft." Nichts scheint im Internet so attraktiv zu sein wie der Zugriff auf das ewige Wissen der Welt. Schion seit der Jahrhundertwende machen sich Auguren darüber Gedanken, wer denn all das Wissen und all die Gedanken festhält, die im sich ständig ändernden Internet selbst stecken.
Die Welt der Bücher ins Netz zu stellen - natürlich im Einklang mit Google und den Urheberrechten - ist demgegenüber relativ einfach und übersehbar. Die Library of Congress, Monument des Wissens, enthält 32 Millionen Bücher. Bei ihren Versuchen, den Inhalt der Websites zu speichern, hat sie bereits soviel digitalen aufgesaugt, dass man damit 55 Millioen Bücher füllen könnte. Und wir befinden uns nicht 2008 des Wissens, sondern im Jahr 20 nach der Erfindung des WorldWideWebs durch Tim Berners-Lee. British Library berichtet, dass sie gar nicht weiß, nach welchen Kriterien sie all die Daten, Medien ordnen und katalogisieren soll, die im Web entstehen.
Da tut sich uns allen ein riesiges Feld auf. Das Gefühl, dass wir mit dem Internet einen neuen digitalen Kontinent schaffen und zugleich erobern, dieses Gefühl, das wir nach dem Zusammenbruch der New Economy verloren zu haben schienen, ist plötzlich wieder da. Das gilt besonders dann, wenn man heute auf diesen Link
http://www.europeana.eu/
clickt und auf eine Site stößt, die sich wie ein Eiserner Vorhang vor diesen digitalen Kontinent schiebt. Mitte Dezember - also nicht mehr lang - dann wird sich dieser Vorhang heben. Aber hat ihn dann auch jemand festgehalten? Für zukünftige Auskundschafter unserer digitalen Vergangenheit?

Dienstag, 2. Dezember 2008

Breitband für alle: Das erste Fünftel ist geschafft

Exakt 21,7 Prozent der EU-Bevölkerung ist über Breitband an das Internet angeschlossen. 107 Millionen derartige Anschlüsse wurden Mitte 2008 gezählt. 2007 hatten erst 18,2 Prozent der Bürger in der Europäischen Union das Breitband-Vergnügen. Umgerechnet auf die Haushalte haben jetzt 40 Prozent einen schnellen Zugang zum Internet. Das Ziel der EU ist die 50 Prozent-Marke. "Marktführer"sind gerechnet an der Bevölkerungszahl die Dänen, von denen inzwischen 35 Prozent oder 66 Prozent der Haushalte mit der großen weiten Welt des WWW eine Express-Leitung besitzen.
in Deutschland liegt der Anteil bei 26,6 Prozent der Bevölkerung, einem Anstieg um 5,1 Prozenten. Die Amerikaner mit ihren Bevölkerungsanteil von 25 Prozent werden damit nicht nur von den Deutschen übetroffen, sondern von insgesamt neuen Ländern in Europa. Deutschland hat unter den 27 Ländern der EU den Platz 8 erreicht, noch vor Frankreich.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.12.2008

Montag, 1. Dezember 2008

Click zurück nach vorn: Wissen und Gehirn

1996: »Die Menschheit hat bis jetzt 1015 Bits an Informationen gespeichert. Bis zum Jahr 2000 wird sich die Menge etwa verdoppeln. Dabei gilt für die Info-Sintflut folgendes: Etwa drei Fünftel sind Unsinn und „vermischter Unsinn“, den ich „Trübkunde“ nenne, ein Fünftel ist zwar sinnvoll, aber vergängliche Info, und kaum ein Fünftel besteht aus ernsten Denkfrüchten. Dieses vorhandene Gemisch wird das Internet noch verwässern, Wichtiges weiter mit Unwichtigem vermischen. Dabei ist zu vermerken, daß der Homo sapiens von heute über dasselbe „Durchlass“- und Infoverkraftungsvermögen verfügt wie der Homo primi genii und/oder der Homo neanderthalensis vor 70.000 Jahren.« Stanislaw Lem, polnischer Schriftsteller

Freitag, 28. November 2008

Die Rettung der US-Wirtschaft: 8.500.000.000.000 Dollar

Mit einem Volumen von 8,5 Billionen Dollar brutto versucht die US-Regierung den Niedergang der amerikanischen Wirtschaft zu stoppen und wieder nach oben zu bringen. Diese Summe, die Finanzhilfen für Banken und Unternehmen umfasst, entspricht mehr als der Hälfte des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes (BIP). So berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg, die diese Zahlen zusammenstellte.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2008

Donnerstag, 27. November 2008

Internet schlägt Fernsehen: 17 Millionen Konsumenten informieren sich im Netz

Der digitale Entscheidungsindex, den die Marktforschung Harris Interactive ermittelt, bestätigt, was die meisten Internetbenutzer schon lange vermuten: Das Internet hat dem Fernsehen bei der Kaufentscheidungsfindung der Rang abgelaufen. Mit einem Anzedil von 40 Prozent lässt das Web das Fernsehen (22 Prozent), die Zeitungen (14 Prozent), Radio (13 Prozent) und Magazine (11 Prozent) deutlich hinter sich. Das Allensbacher Meinungsforschungsinstitut hat herausgefunden, dass in Deutschland 17 Millionen Konsumenten Kommentare und Tipps aus dem Internet und seinen Foren bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen. Mehr als die Hälfte gibt dabei an, dass negative Einschätzungen anderer Internet-Nutzer sie davon abgehalten hat, ein bestimmtes Produkt zu erwerben.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2008

Mittwoch, 26. November 2008

Günter Sandscheper ist tot

Günter Sandscheper war bis in die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts einer der renommiertesten Computerjournalisten in Deutschland. Ein kluger, hochgebildeter Mensch, voller Temperament, dessen Interessen und Blick weit über Bits und Bytes hinausgingen. Er leitete als Chefredakteur und Herausgeber die Fachzeitschrift "Online" des Rudolf-Müller-Verlages in Köln. 1987 wurde er Mitgesellschafter dieses Verlages. Die Zeitschrift "Online" wurde ausgerechnet in dem Augenblick eingestellt, als dieser Begriff durch das Internet zu neuer Bedeutung heranwuchs.

Drittes Quartal 2008: 309 Millionen Handys verkauft

Nur noch im einstelligen Prozent-Bereich wächst im kommenden Jahr der Markt für Handys, meinen die Marktforscher der Gartner Group. Von den 309 Millionen Handys, die im dritten Quartal 2008 verkauft wurden und die einem Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entsprechen, wurden 43,5 Millionen in Europa abgesetzt. Das war ein Minus von 7,8 Prozent. Die USA, die 47 Millionen Handys vornehmlich der neuesten Generation abnahmen, hingegen erlebten ein Wachstum um 4,5 Prozent.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 26.11.2008

Dienstag, 25. November 2008

Download: Was eine DVD an Bandbreite verbraucht

Wer den Inhalt einer DVD über das Internet herunterladen will, verlangt eine Leistung, die der von 16 Millionen Clicks auf Webseiten entspricht oder der Größenordnung von 400.000 durchschnittlichen Emails oder dem Umfang von 2000 iTunes-Songs. Und will man gar das Fassungsvermögen einer Blue-Ray-Disk downloaden, so ist man bei 100 Millionen Web-Clicks, 2,5 Millionen Emails und mehr als 12.000 iTunes-Songs.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 18.6.2008

IT als Stromfresser: Second Life ist billiger als die Wirklichkeit

Philipe Rosedale ist der erste Mann hinter Second Life, gegründet vor fünf Jahren, 2003. Jeden Tag verdienen 55.000 Menschen rund eine Million Dollar in dieser virtuellen Parallelwelt. Was aber kostet es, eine solche Welt, in der es alles gibt, was wir auch in unserer wirklichen Wirklichkeit kennen, zu betreiben? Zum Beispiel Energielosten. Rosedale antwortet darauf: "Mit meinem Physikwissen als Hintergrund kann ich Ihnen sagen, dass im voll aufgedrehtem Zustand SecondLife nicht mehr Energie brauch als ein Megawatt je 60.000 Einwohner. Das ist recht wnig im Vergleich zu dem permanenten Stromverbrauch einer Stadt mit 60.000 Einwohnern." Und rechnet man hinein, wieviele Flugreisen durch die Wirklichkeit virtuelle Voyager sich ersparen könnten, dann müssten Second Life und andere Social Networks den Nobelpreis für Umweltschutz bekommen, wenn es diesen denn gäbe...
Journalyse-Quelle: Financial Times, 18.6.2008

Montag, 24. November 2008

Die Realwirtschaft ist eine Sofortwirtschaft

Kaum war Barack Obama als Präsident der Vereinigten Staaten gewählt, da schnellte innerhalb der ersten Stunde nach Bekanntgabe des Ergebnisses die Zahl der Textbotschaften im Netz von AT&T um 44 Prozent nach oben - ein Rekord.
Kaum hatte die Kaffeehauskette Starbucks verkündet, dass sie 600 Läden schließen und 1.000 Mitarbeiter entlassen werde, sank der Nettogewinn um 97 Prozent.
Um 49 Prozent stiegen innerhalb einer Woche in den USA die privaten Waffenkäufe. Der Grund: Mit der Wahl Obamas werde der private Erwerb von Schusswaffen verboten.
Drei Beispiele - entnommen der jüngsten Ausgabe des amerikanischen Nachrichtenmagazins Time. Sie zeigen, wie auch die vielen in Windeseile geschnürten Rettungspakete, dass heute die gesamte Wirtschaft auf Neuigkeiten sofort reagiert, sofort Konsequenzen zieht, sofort vollstreckt. Ein Jahr lang schwelte die Finanzkrise vor sich hin, dann brach sie mit dem staatlich nicht verhinderten Untergang des Hauses Lehman am 15. September durch in die Realwirtschaft, wo sie nun ihre eigene Dynamik entfaltet. Kurzarbeit hier, lange Weihnachten dort, Rohstoffpreise im Absturz, Zinsen im freien Fall - willkommen in der Instant-Economy, in der Wirtschaft, die direkt vollstreckt - mit Ausnahme der Banken, die immer noch zögern. sich selbst und anderen das Geld zu niedrigeren Konditionen zu leihen. (Ein Beispiel dafür, dass die Finanzwirtschaft bei weitem nicht so dynamisch ist, wie sie sich gerne gibt. Muss denn noch jemand Konkurs anmelden, bevor sie endlich begreift?)
Zurück in die Realwirtschaft: Hoffentlich geht sie auch so schnell aus der Krise, wie sie hineingestürzt ist. In den USA schaffte einst Präsident Franklin D. Roosevelt den Turnaround in kurzer Zeit. Keiner profitierte übrigens damals so sehr davon wie IBM, für die der Staat der größte Kunde wurde. Denn die Sozialgesetze waren nur duchführbar mit Hilfe von Tabelliermaschinen.
Am heutigen Montag will ihn, zwei Generationen später, der President-Elect, erneut anstoßen. Auch das wäre eine Herausforderung an die Informationssysteme. Denn so schnell, wie die Wirtschaft die Rezession vollstreckte, so sicher ist auch, dass dies ohne den Einsatz der modernen Inbformnationstechnologien nie möglich gewesen wäre. Das gilt auch jetzt, wenn die Wende kommt. Und sie wird kommen. Beim Crash von 1987 und 2001 konnten die Unternehmen noch von ihrer Lagerhaltung zehren, jetzt sind die Lager ruckzuck leer, man muss kaufen. Es sei denn, man stürzt in die Pleite - wie dies bei den Großen Drei der US-Automobilbranche der Fall sein könnte. Dann allerdings wird sich eine ganz neue Systemfrage stellen: Ist diese Krise der endgültige Abschied von den großen Institutionen des 20. Jahrhunderts, die uns ganz einfach zu gigantisch geraten sind und vielleicht sogar deswegen so lange am Leben blieben, weil Computer ihnen das Leben künstlich verlängerten? Eine Frage nicht nur an die Privatwirtschaft, sondern auch an den Staat. Der Mittelstand und junge Unternehmen, die von Menschen gegründet werden, die ihre Ideen unter den Bedingungen der Giganten nicht verwirklichen konnten, werden den Turnaround bringen. Wie schnell, das ist sicherlich auch stark abhängig von unserer Finanzwirtschaft, von den Banken. "Was ist das erste Bedürfnis eines Unternehmers?" So fragte einst Joseph Schumpeter. Seine Antwort: "Der Kredit." Wenn er ihn allerdings nicht von den Banken bekommt, dann müssen sich diese fragen lassen: "Warum gibt es euch eigentlich?" Dann müsste der Staat das Geld bereitstellen. Der Staat wäre die Bank.
Ist es das, was wir wollen?
Alle Augen richten sich nun auf Obama. Wird er die Kräfte des Marktes wieder entfesseln können? Zum Markt gibt es keine Alternative. Vielleicht ist die Krise schon vorbei, bevor er überhaupt im Januar das Weiße Haus bezogen hat. Man möchte es weniger ihm, sondern uns allen wünschen.
Journalyse-Quelle: Time, 24.11.2008

Freitag, 21. November 2008

5000 neue Kunden durch Migrations-Factory der IBM

Seit 2004 gibt es die IBM Migrations Factory. Und sie ist erfolgreich. Über 5000 Firmen weltweit haben ihre Produkte von HP, Sun und EMC gegen IBM Systeme und Speicherlösungen getauscht haben.
Bei System z/Mainframes: In weniger als einem Jahr hievte IBM weltweit mehr als 150 Kunden von Fremdsystemen auf Mainframes.
Bei Power Systems (UNIX-Server und integrierte Mittelstandssysteme):Über 1.300 Kunden weltweit verließen ihren bisherigen Hersteller und migrierten zu den Unix-Server von Big Blue.
Bei Speicherlösungen: Etwa 2.900 Kunden weltweit haben sich IBM Speicherlösungen zugewandt.
Leider sagt die IBM nicht, wie viele Kunden sie an ihre Mitbewerber verloren hat. Auch Aussagen über die Fluktuationsrate zwischen den Herstellern gibt es nicht. Dabei wäre das Thema Kundentreue doch sehr relevant in diesen Tagen.
Weitere Informationen unter http://www-03.ibm.com/systems/migratetoibm/factory/

Der 100. Journalyse-Post und die nächsten 250.000 Arbeitsplätze

Durch die bundesweite Ausdehnung des Glasfasernetzes mit Anschluss an jeden Haushalt könnten 250.000 neue Arbeitsplätze entstehen, meint der Bundesverband der Deutschen Industrie. Dazu wäre eine Investition von 40 bis 50 Milliarden Euro notwendig, erklärte gestern bei sogenannten IT-Gipfel in Darmstadt René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. Das sei etwa soviel Geld wie die Bundesrepublik von acht Jahren, also 2000, bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen eingenommen habe. Insgesamt müssten für die Verglaskabelung von ganz Europa 300 Milliarden Euro ausgegeben werden.
Schon jetzt - so meinte Bundeskanzlerin Angela Merkel - beschäftigt die IKT-Industrie (Informations- und Kommunikationtechnik) hierzulande "rund 800.000 Menschen (...) direkt und 650.000 weitere Mitarbeiter arbeiten in anderen Unternehmen mit IKT-Techznik." Dieser Sektor sein damit größer als die Autombilindustrie und der Maschinenbau. (Siehe auch: Unsere Meldung vonm 20.11.2008)
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2008
Für die Journalyse ist dies übrigens die 100. Notiz, die wir in unser Tagebuch hineingestellt haben. Damit haben auch wir unseren ersten Gipfel genommen. Ziel der Journalyse ist es nicht, durch irgendwelche Aphorismen zu brillieren, sondern aus den Zeitschriften und Zeitungen die Informationen herauszudestillieren und an einem Ort zu sammeln, damit sie anderen als Fundgrube dienen - für die Entscheidungsfindung, für die Argumentation, für eine Präsentation. Im Mittelpunkt steht dabei der CIO, der seinen Bereich nicht nur in Perspektive mit seinem Unternehmen, sondern auch in die des Marktes setzen muss.

Der 100. Post und die nächsten 250.000 Arbeitsplätze

Durch den Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland

Donnerstag, 20. November 2008

Jobmotor IT - Höhere Wertschöpfung als Maschinenbau oder Autoindustrie

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem Dritten Nationalen IT-Gipfel in Darmstadt herausgestellt, dass eine prosperierende IT-Branche für die deutsche Wirtschaft von großer Bedeutung ist - sie biete derzeit 800.000 Menschen direkt Beschäftigung, dazu kämen 650.000 weitere in den Anwenderbereichen. Mit einer Wertschöpfung von 150 Milliarden Euro pro Jahr trage die IT-Branche in Deutschland laut Merkel mehr zur Wertschöpfung bei als die Autoindustrie oder der Maschinenbau.
Journalyse-Quelle: Focus Online, 20.11.2008
IT-Branche trotzt der Rezession
Während Branchen wie Banken, Versicherungen oder Automobile mit zunehmenden Problemen kämpfen müssen, stemmen sich die deutschen IT-Unternehmen gegen den wirtschaftlichen Abschwung und schauen statt dessen optimistisch in die Zukunft. In dem kürzlich veröffentlichten 24. BITKOM-Branchenbarometer (Q3/2008) rechneten über 70% der IT-Services- und Software-Unternehmen mit steigenden Umsatzerlösen. Dieser Wert lag deutlich über dem des Vorquartals von 60%.
Entsprechend rechnet BITKOM für 2009 mit einer Zuwachsrate der IT-Umsätze in Deutschland von 3,7%. Nach jüngsten Prognosen des European Information Technology Observatory (EITO) wird der europäische IT-Markt einen Anstieg des Marktvolumens von 4,1% in 2009 verzeichnen. Weltweit sollen die Umsätze mit IT nach EITO-Aussagen um 5,6% zulegen.

Ärger durch Merger? Welle der Aufkäufe in der IT-Branche vorerst gestoppt

Bis November 2007 stieg im IT-Markt das Volumen an Deals im Bereich Mergers & Acquisitions 449 Milliarden Dollar, einer Summe, die auch im Jahr zuvor erreicht worden war. So zitiert die Financial Times (UK) jetzt die 451 Group, einer Vereinigung von Marktforschern. In den Jahren 2005, 2006 und 2007 wurden jeweils 70 Deals mit Werten oberhalb von einer Milliarde Dollar gezählt. Auch wenn es in 2008 noch einige beachtliche Unternehmensaufkäufe gegeben hat, das Akquisitions-Geschäft wurde doch merklich heruntergefahren. Bezahlt wird in der Regel bar und nicht mit Aktien. Für die Anwenderwelt sind solche Aufkäufe zumeist keine so gute Nachrichten, weil die IT-Chefs dann nicht wissen, ob die Softwareprodukte der aufgekauften Firmen, in die sie als Anwender zumeist sehr viele Geld in Anpassung und Schulung investiert haben, weitergeführt wird.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 19.11.2008

Mittwoch, 19. November 2008

Supercomputer: Hohes Wachstum, schnelles Tempo

Der Markt für Supercomputer in der Preisklasse oberhalb einer halben Million Dollar wuchs 2007 um 16 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Kleinere Maschinen, die sich rund um den Bereich von 250.000 Dollar bewegen, legten sogar um 26 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar zu. Dies behauptet jedenfalls die Marktforschung IDC.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 19.11.2008

Personal Supercomputer für unter 10.000 Dollar

Der vor allem durch seine Grafikkarten berühmte Hersteller Nvidia aus Santa Clara in Kalifornien hat eine gute Nachricht für alle, die aufwendige Computerspiele entwickeln und gar nicht soviel Kaffeepause machen können, wie das Rendern dauert. Ausgestattet mit vier Grafikchips, die jeweils von 240 Spezialchips betrieben werden, zielt das Gerät auf einen Markt, in dem Geräte normalerweise erst ab 30.000 Dollar zu haben sind.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 19.11.2008

Dienstag, 18. November 2008

40 Prozent der Großunternehmen in USA und Westeuropa haben IT-Budget gekürzt

Rund 830 000 Menschen gibt die IT- und Kommunikationsbranche (ITK) in Deutschland Brot, 145 Milliarden Euro werden hier umgesetzt. Das sind - gemessen in den Zahlen der Marktforschung Forrrester Research - knapp zehn Prozent des Weltmarktes von 1,5 Billionen Euro. Doch nun schlägt die weltweite Wachstumskrise auch auf die IT-Budgets um. Es wird gespart. 40 Prozent der Großunternehmen in USA und Westeuropa haben bereits für 2008 ihre IT-Budgets gekürzt. Allerdings berichteten 72 Prozent der im Verband Bitkom zusammengeschlossenen ITK-Anbieter, dass sie bislang keine Auswirkungen spüren.
Journalyse-Quelle: FAZ, 18.11.2008

PC-Verkäufe weltweit: 263 Milliarden Dollar in 2008

Nachdem in den wersten drei Quartalen des Jahres 2008 die PC-Ausliefrungen weltweit um jeweils zwölf Prozent stiegen, wird nun trotz Weihnachtsgeschäftes und enormer Preisnachlässe zumindest eine Stagnation erwartet. 263 Milliarden Dollar setzt der PC-Markt nach Angaben der Marktforschung IDC 2008 um. In den USA werden auf Laptops inzwischen Preisnachlässe zwischen 20 und 30 Prozent gewährt.
Quelle: Wall Street Journal, 17.11.2008

YouTube: 200 Millionen Dollar 2008, Hulu auf den Fersen

Analysten schätzen, dass YouTube, 2006 für 1,65 Milliarden Dollar von Google erworben, in diesem Jahr rund 200 Millionen Dollar weltweit umsetzen wird. Allein in den USA hatte YouTube, wo es 100 Millionen mit Werbung umsetzt, etwa 83 Millionen Zuschauer. Allerdings melden sich zunehmend Kritiker, die sagen, dass gemessen an ihrer Reichweite die Video-Website viel zu wenig an Werbung umsetzt. Ein Newcomer namens Hulu, der sich auf rein professionelle Videoinhalte konzentriert, hat bei rund sechs Millionen Zuschauern immerhin 70 Millionen Dollar umgesetzt. Hulu ist momentan rein amerikanisch und ein von News International und NBC Universal unterstützter Webkanal. Europäer, die gerne inbformiert werden möchten, wann Hulu auch in der Alten Welt empfangen werden kann, wenden sich an:
http://www.hulu.com/
Quelle; Financial Times (UK), 17.11.2008

Montag, 17. November 2008

Click zurück nach 1988: Prognosemodelle

»Wetterforscher stellen fest, dass die Prognosen immer treffsicherer werden, je komplexer die Computermodelle sind, die sie dafür verwenden. Das ist sicherlich nicht wahr für die Wirtschaftswissenschaften. Obwohl die Modelle größer und komplexer wurden, ist der Anstieg an Genauigkeit eher gering«
F. Gerard Adams, University of Pannsylvania
Quelle: Gigasteps, Juni 1996 und http://web.cba.neu.edu/~fgadams/background.html

Click zurück nach 1942: Die Schumpeter-Frage

»Kann der Kapitalismus überleben? Nein, meines Erachtens kann er es nicht.«
Joseph A. Schumpeter, Unternehmerforscher

DSL: Deutscher Markt wächst 2008 nur noch um 3,2 Millionen

Nach Aussagen des Branchenverbandes VATM sind in Deutschland die goldenen Zeiten der über das Telefonnetz verbundenen Breitband-Anschlüsse vorbei. Statt vier Millionen neuer DSL-Anschlüsse wie in den vergangenen beiden Jahren werden es 2008 nur noch 3,2 Millionen sein. Derweil holen die Kabelnetzbetreiber holen auf. Sie werden 2008 eine Million an neuen Anschlüssen verbuchen können. So berichtet die FAZ.
Quelle: Frankfurter Allgemeinde Zeitung, 17.11.2008

Freitag, 14. November 2008

Internet: Auf dem Weg in jedes Heim



Allmählich flacht sich die Kurve ab: Die Zeit des stürmischen Wachstums bei der Zahl der Haushalte, die Anschluss an das Internet haben, geht allmählich vorbei. Bis 2012 sollte der Markt dann diesbezüglich ausgereizt und ausgereift sein. Zugleich aber ist dieser Wirkungsgrad der Grund dafür, dass immer mehr Geschäfts- und Lebensmodelle mit dem Netz der Netze verknüpft sein werden.

Donnerstag, 13. November 2008

FT titelt: »Verluste der Finanzgruppen nähert sich den 1.000 Milliarden Dollars«

Die englischsprachige Ausgabe der Financial Times berichtet, dass sich die Verluste der Finanzwirtschaft zwischen Anfang 2007 und heute auf 918 Milliarden Dollar angehäuft haben. Diese Zahlen errechnete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass sich die Verluste noch auf 1.400 Milliraden Dollar aufsummieren werden. Die New Yorker Anwaltsfirma Sullivan & Cromwell erklärte jetzt, dass die Finanzwirtschaft insgesamt eine Billion Dollar an Kapital aufnehmen muss, um einigermaßen flott zu bkleiben. Billionen und Aberbillionen an Zertifikaten müssten noch von der Finanzwirtschaft abgebaut, bestätigt das Investmenthaus Lazard.
Quelle: Financial Times, 13.11.2008

FAZ titelt: »Banker weg, wir brauchen eine Revolution!«

In einem Interview mit Nassim Nicholas Taleb geht der Autor des Buches "Der Schwarze Schwan" hart mit der Finanzwelt ins Gericht. Da heißt es: "Überdies weiß immer noch niemand, was die Banken eigentlich in ihren Portefolios haben. Sie haben so viel komplexe Wertpapiere, die sie einfach nicht verstehen. Schauen Sie sich nur die Deutsche Bank an, die, da bin ich sicher, Wertpapiere besitzt, die nicht einmal die Leute von der Deutschen Bank verstehen."
In dem Interview fordert Taleb den Rauswurf aller Beteiligten inklusive des FED-Chefs Bernanke. Schon 2002 hatte der Philosoph, der selbst durch Finanzgeschäfte Millionen verdiente, die Krise vorher gesehen, nachdem ihn ein Banker in die Geheimbilanzen seines Instituts hatte blicken lassen und Taleb die ungeheuren Risiken entdeckte, die sich hinter den Zahlen verbargen. In dem Interview verlangt er nicht nur den Rauswurf der Manager, sondern eine komplette Auswechselung des Systems.
Er hat aber auch eine Lektion an die IT-Branche mitgebracht. Er warnt davor, dass die Computerbrache viel zu sehr abhängig ist von den IT-Services aus dem indischen Bengaluru. Dies sei nicht sehr intelligent. "Ein winziges Problem, das wir nicht verstehen, könnte das Internet lahmlegen", warnt er weiterhin.
Dass das Interview im Feuilleton erscheint und nicht im Wirtschafts- oder Finanzteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist ein Hinweis darauf, dass man nur außerhalb der betroffenen Ressorts (Systeme) fundamentale Systemkritik betreiben kann. Wie sagte bereits der Philosph Hegel: "Die Angst zu irren ist bereits der Irrtum."

Mittwoch, 12. November 2008

Cisco: 6,4 Terabyte pro Sekunde...

... schafft der neue Router, den die kalifornische Netzschmiede für rund 200 Millionen Dollar entwickelt hat. Die Hardware wird dringend gebraucht - nicht nur weil es 250.000 Songs in der Sekunde vermitteln kann, sondern vor allem für den Wachstumsmarkt Video. Bis 2012 werde sich der Internet-Verkehr versechsfachen, meint das Unternehmen.
Quelle: Wall Street Journal, 12.11.2008

Dienstag, 11. November 2008

Einzelhandel: Verkäufer unter Software-Kontrolle

Human-Resource-Management: Der nächste Wachstumsmarkt
Rund 7,2 Milliarden Dollar werden mit Software-Systemen umgesetzt, die unter dem Namen Human-Resource-Management laufen und ein Wachstum von zwölf Prozent in den nächsten fünf Jahren ausweisen werden. So die Prognose der Marktforschung AMR Research in Boston.
Diese Software misst nicht nur die Produktivität des Verkaufspersonals im Einzelhandel, sondern reguliert sie auch. Anbieter dieser Anwendungen, zu denen in den USA auch Oracle und SAP gehören, berichten, dass mit dem Einsatz ihrer Software im margenarmen Einzelhandel die Produktivität um 15 Prozent steigt und die Personalkosten um fünf Prozent sinken.
Der Preis für das Software-Diktat, unter das sich nach und nach alle 15 Millionen Angestellte im amerikanischen Eiunzelhandel stellen sollen: Die Kollegialität schwindet, da das System rigoros die bevorzugt, die am meisten Umsatz bringen. Man versucht nicht nur, Umsätze von Kollegen zu klauen, sondern auch sie gar nicht erst an Kunden ranzulassen.
Quelle: Wall Street Journal, 11.9.2008

Alphabetisierung 2.0 - zu viele Informationen, zu wenig Produktivität

Führungskräfte und Wissensarbeiter kämpfen mit den Auswüchsen der Informationsflut. 27.000 Seiten produziert allein die Nachrichtenagentur Reuters in jeder Sekunde. Dazu kommen 31 Milliarden Emails oder 1,5 Milliarden Briefe täglich. Vorsicht Data-Smog! Untersuchungen gehen von immensen wirtschaftlichen Schäden aus. Der britische Psychologe David Lewis nennt dieses Phänomen „Produktivitäts-Paradox“. Denn die negativen Auswirkungen wie Anspannung, Erschöpfung und das Zögern, Entscheidungen zu treffen, sind deutlich spürbar.

Die Fähigkeit, relevante Informationen auszuwählen und zu bewerten, bezeichnete der im Sommer 2007 verstorbene Analyst Peter Lymann als „die nächste Stufe der Alphabetisierung“. Lymann war einer der beiden Autoren der zentralen Studie „How much Information?, welche von der University of California in Berkely in 2000 erstellt wurde und derzeit in einer dritten Auflage aktualisiert wird. Beeindruckende Zahlen dokumentieren das rasche Anwachsen insbesondere von unstrukturierten Informationen.

Montag, 10. November 2008

Mainframes: Täglich 30 Milliarden Transaktionen

Nach wie vor steigt die Installatoonsbasis der wegen ihrer Robustheit berühmten Mainframes um jährlich fünf Prozent, auch wenn 2008 in dieser Beziehung eine Enttäuschung werden könnte. Täglich verarbeiten Mainframes 30 Milliarden Transaktionen. So eine Analyse aus 2007.
Nach wie vor scheint auch die Zahl der COBOL-Programme zu steigen. Drei Fünftel der IT-Manager, so ergab eine Umfrage, würden neue Anwendungen auf der Basis dieser 2009 dann 50 Jahre alten Programmiersprache entwickeln lassen. Älter als COBOL sind in der Regel allerdings die Programmierer, die diese Sprache beherrschen. Was geschieht, wenn die einstigen Babyboomers nun in Rente gehen? Darüber muss sich eine Firma ganz besonders viele Gedanken machen - eine Firma, die 2010 übrigens in Deutschland 100 Jahre alt wird: IBM.
Quelle: Financial Times, 21.11.2007

Sonntag, 9. November 2008

BILDER EINER AUSSTELLUNG






Die USU, mit der Journalyse-Autor Raimund Vollmer seit mehr als zwei Jahrzehnten eng verbunden ist, zeigte 2007 anlässlich ihres 30 jährigen Bestehens eine Ausstellung über die Geschichte der Computerei. Grundlage dieser Ausstellung waren Materiallien aus dem Archiv von Raimund Vollmer, der seit 1981 rund um das Thema Computer, Wirtschaft, Zeitgeschichte Dokumente sammelt. Diese drei Plakate werden erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt. Sie waren 2007 dem Platzmangel zum Opfer gefallen. Grafisch umgesetzt haben dies RV und Stefan Kieninger aus Asperg. Beide gehören neben den Journalyse-Coautoren Falk Sorge und Thomas Gerick zum Team, die alljährlich die mehrfach prämierten Geschäftsberichte der USU herausgeben.
BITTE COPYRIGHT BEACHTEN. Wenn Sie die Plakate benutzen wollen, wenden Sie sich bitte an RaiVollmer@aol.com.

Finanzkrise: Findet der Computer am Ende immer die Dummen?

Zitat 1: »Die Computer, die diese Transaktionen geregelt haben, wurden so kompliziert und so schnell, dass sie zu einem chaotischen System wurden, das man nicht mehr kontrollieren oder verstehen konnte.«
Neal Stephenson, Schriftsteller, im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 9.11.2008

Zitat 2: »Die Finanzindustrie hat ständig neue Produkte entwickelt, die selbst die Händler am Ende nicht voll verstanden haben. Die Risiken wurden verteilt, aber sie landeten in vielen Fallen bei denen, die damit nicht richtig umgehen konnten.«
Jürgen Stark, Chefökonom der Europäischen Zentralbank, im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 9.11.2008

Freitag, 7. November 2008

Viel Kohle für unsere Rechenzentren

Die FAZ-Beilage "ITK-Infrastruktur" berichtet, dass die Rechenzentren in Deutschland auf eine "kumulierte Stromrechnung von 1,1 Milliarden Euro" kommen. Der Strombedarf entspricht der Leistung von vier Kohlekraftwerken. Bis 2013 könne sich die Stromnrechnung bei weiter steigendem Bedarf verdoppeln. Prozessoren würden in vielen Fällen nur 30 Prozent des Stroms verbrauchen. Den Hauptanteil würden Halbleiterspeicher, Festplatten und Netzteile verschlingen.
Quuelle: FAZ-Beilage, 7.11.2008 (Reflex-Verlag)

Donnerstag, 6. November 2008

Wieviel Power braucht ein Zeichentrickfilm?

Bei DreamWorks sind 2.200 Blade-Server im Einsatz, wenn es darum geht, einen neuen 90minütigen Zeichentrickfilm zu erstellen. In der Endphase werden diesem Film 90 Prozent der Kapazität zugewiesen. Aus 125.000 Frames besteht so ein elektronisch entwickeltes Kinospektakel. In der Endversion werden daraus 2,5 bis drei Terabytes. Doch dieser Film, der dann entweder auf 35 Millimeter-Filme umkopiert oder für digitale Kinos aufbereitet wird, hat in seiner Rohversion mitsamt allen Szenen einen Umfang von 45 Terabyte. Brauchte in den Tagen von Pixars Toy-Story ein Film fünf Millionen Computerstunden, so sind es heute 25 Millionen. Der Grund: Alles ist in Bewegung, nicht nur die Figuren, sondern auch der Hintergrund. Und mit all den Schatten im Spiel nimmt die Komplexität zu und zu. Mal sehen, was in fünf Jahren ein Animationsfilm alles kann...

Intel Core i7: Schneller beim Rendering

Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge, hat Intels neuer Wunderchip Core i7 die Tester im Web überzeugt. 30 bis 40 Prozent mehr Leistung sei drin. Vor allem beim Encode von Videos und Rendern dreidimensionaler Bilder zeige der Chip eine hervorragende Performance. Bei bestimmten Spielen und Anwendungen sei allerdings kein Leistungsgewinn zu erkennen. 284 Dollar kostet der Prozessor in der 2,66 Gigahertz getakteten Ausführung. Für Extrem-Gamer gibt es das Ganze mit 3,2 Gigahertz.
Quelle: Wall Street Journal, 5.11.2008

IT-Splitter: Mainframes und die nächsten 50 Jahre COBOL

80 Prozent aller Daten sind in Mainframe-Strukturen gespeichert. Nach wie vor. Und die Sprache COBOL, die 1959 für Mainframes geboren wurde, wird 2009 50 Jahre alt. In Zusammenarbeit mit 400 Universitäten weltweit versucht IBM, das vergessene und verdrängte Wissen um die Großrechnerei wieder zu beleben. Und wer sich einmal - wie die 24jährige Elizabeth Bell aus Toronto - entschieden hat, dieses alte Wissen neu zu lernen, der kommt zu der Ansicht: "Ich bin sicher, in 50 Jahren wird es dies immer noch geben." Gemeint ist COBOL.
Zitiert aus: Financial Times, 5.11.2008

Mittwoch, 5. November 2008

Kontakte? Nein, Danke! Nach CRM kommt VRM

Die britische Marktforschung CCB Fast Map befragte jüngst Verbraucher, welche Art von Kontakt sie wünschten, über die Firmen mit ihnen in Verbindung treten sollten - mit Email, übers Telefon, per Schneckenpost oder überhaupt nicht. Für Letzteres vortierten 63 Prozent. Selbst dort, wo bereits eine Kundenbeziehung besteht, stimmten 23 Prozent dafür, in Ruhe gelassen zu werden. Und wenn Versorgungsbetriebe oder Banken im Spiel sind, dann steigt die Quote gar auf 50 Prozent. 86 Prozent clicken übrigens von vornherein an, dass sie nicht von Dritten belästigt werden wollen.
Um ihr Beziehungsgeflecht im Netz besser steuern zu können, gibt es nun für die Konsumenten das Gegenteil von Custormer Relationship Management. Es nennt sich Vendor Relationship Management. Software, die hilft, dass wir immer mehr wissen über unsere Lieferanten und dafür sorgt, dass diese immer weniger wissen über uns.
Quelle: Financial Times, 15.9.2008

Energie und Kühlung: 50 Prozent der Kosten

Aufgeschnappt: Ohne Namensnennung zitierte die Financial Times bereits 2007 eine IT-Beratung, die behauptete, dass beim Betrieb neuer Technologien die Hälfte aller Kosten auf das Konto Energieverbrauch gehen - zum Betreiben der Maschine ebenso wie für deren Kühlung. War vor zwanzig Jahren noch der Gebäudeverbrauch das Thema Nr. 1 bei den lästigen IT-Kosten, so hat die Miniaturisierung dieses Thema ad acta gelegt, dafür haben wir nun das Energieproblem. Was aber folgt danach? Vielleicht doch wieder das Stellflächenproblem?
Jedenfalls berichtet das Wall Street Journal über neue Formen von Halbleiterspeichern, die im Vergleich zu DRAMs nur ein Achtel der Energie verbrauchen, ansonsten aber - was die Geschwindigkeit anbelangt - mit Dynamic Random Access Memories (DRAMs) mithalten können. Angeboten werden diese neuen Speicher mit dem Namen EcoRAM von der kalifornischen Firma Spansion, einem Ableger von AMD. Angeblich ließen sie sich problemlos gegen DRAM-Module in Servern austauschen. Mit deren Einsatz ließe sich der Energieverbrauch um 75 Prozent senken oder - bei gleichem Energieverbrauch die Leistung vervierfachen.
Quelle: Financial Times (UK), 9.5.2007/Wall Street Journal, 25.6.2008

Initial Public Obama: Die Flaute bei den Börsengängen

Nun haben die Amerikaner ihren neuen Präsidenten gewählt, einen Präsidenten, wie es ihn bislang noch nie gegeben hat in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Aber ansonsten sah es schlecht aus bei den Initial Public Offerings. Der Wahljahr-Oktober blieb 2008 in den USA ohne ein einziges Initial Public Offering. Mehr noch: Seit August gab es keinen Erstbörsengang eines US-Unternehmens. Und ob der Monat November da noch Besserung anzeigt, ist mehr als fraglich. Das Jahr ist praktisch gelaufen.
Dabei waren seit 1996 in den Jahren der jeweiliegn Präsidentschaftswahl der Monat vor dem Gang in die Kabinen immer ein erfolgreicher IPO-Monat gewesen, berichtet das Wall Street Journal. Vor zwölf Jahren, als die New Economy sich zur Erstürmung der Netze aufmachte, waren es allen 96 Börsengänge im Oktober gewesen, im November immerhin noch 86. Vier Jahre später, als sich der Hype allmählich legte, waren es lediglich 30 Oktober-IPOs gewesen, gefolgt von 21 Börsengängen im November. 2004 hatte sich das Klima noch weiter abgeschwächt: 28 IPOs im Oktober, 14 nur noch im November.
Und auch die Börse, die im Oktober mit einem Aufschwung stets die Freude über das Wahl-Ergebnis vorwegnahm, hatte in diesem Wahljahr nichts zu lachen. Es war sogar einer der schlimmsten Monate für den Dow Jones. Müssen wir ihn jetzt in der nächsten Zeit Low Jones nennen?
Quelle: Wall Street Journal, 4.11.2008
Die System-Leistung der Deutschen Börse...
Im übrigen war der Oktober zumindest für die Deutsche Börse ein Rekordmonat. Mit 225 Milliarden Euro legte die Börse bei den Orderumsätzen 25 Prozent mehr zu als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Transkationen stieg gar um 89 Prozent. Spitzenreiter bein den Umsätzen war mit 46 Milliarden Euro VW, Siemens kam mit 15 Milliarden auf Platz 2. An der Terminbörse Eurex gab es mit 227 Millionen Kontrakten ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorrjahreszeitraum. Schön, aber wer sagt etwas über die Systeme, ohne die diese Steigerungen kaum hätten abgewickelt werden können? Vor allem, wenn man bedenkt, dass Verfügbarkeit immer noch ein heißes Thema für IT-Manager ist.
Quelle: FAZ, 5.11.2008
... und der Vergleich mit 1987
Seit dem 19. Oktober 1987, dem Crash, der aus dem Computer kam, hat sich an der New Yorker Börse (NYSE) das durchschnittliche Tagesvolumen an Transaktionen verzehnfacht. Drei Milliarden Order sind jetzt normal, Ende Oktober 2008 erreichten sie sogar die doppelte Anzahl.
Quelle: Yahoo und Financial Times (UK). 19.10.2007

Dienstag, 4. November 2008

Wall Street Journal: Computermodelle tragen Mitschuld an Niedergang von AIG

Was wir an dieser Stelle bereits behauptet haben, dass die Finanzkrise letzten Ende doch aus dem Computer kam, wurde jetzt durch einen Hintergundbericht des Wall Street Journals (Seite 1) bestätigt. In einer Analyse des Niedergangs der amerikanischen Versicherungsgesellschaft American International Group (AIG) identifizierten die Journalisten Carrick Mollenkamp, Serena Ng, Liam Pleven und Randall Smith fehlerhafte Computermodelle als Mitursache für die Milliardenverluste. "Verteufelt kompliziert" konstruierte Deals im Wert von mehr als 400 Milliarden Dollar sind von Computermodellen taxiert und durch Credit Default Swaps abgesichert worden. Es sind Modelle, die Gary Gorton, Finanzgelehrter an der renommierten Yale School of Management, entwickelt und berechnet hat.
Allerdings berechneten diese Modelle nicht den Umschlag dieser als gesichert dargestellte Swaps in Verpflichtungen für das Versicherungsunternehmen. Diese Risiken hatte man gar nicht von Gary Gorton berechnen lassen, weil AIG sie gar nicht gesehen hat - und sorglos mit ihren Geschäftspartnern Verträge schloss, die dennoch den unwahrscheinlichen Fall eines Ausfalls berücksichtigten.
Prompt traten dieser Verpflichtungen ein - und AIG musste schließlich Staatshilfe im bis dahin unvorstellbaren Ausmaß in Anspruch nehmen. Da nicht nur AIG sich auf ihre Computer verließ, fragt sich nun das Wall Street Journal: "Vertrauten diese Firmen zu sehr ihren Computern, um noch die tatsächlichen Risiken zu erkennen?"
Die Verstoßung aus dem Paradies
Derweil trafen sich an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen Finanzexperten aus Deutschland, um in der Nürtinger Stadthalle die Entwicklung "Von der Finanzkrise zur Subprime-Krise" zu diskutieren. So lautet auch der Name eines Buches von Michael Bloss, Dietmar Ernst und Jochen Häcker. Zwei der Wissenschaftler nutzen die mit rund 500 Studenten und Gästen gefüllte Stadthalle, um ihr bereits vor Erscheinenen ausverkauftes Buch vorzustellen. Auf die Frage, ob es wirklich gut gewesen sei, Lehman Brothers in den Gläubigerschutz fallen zu lassen und nicht mit Staatsgeldern zu stützen, bezeichnete der hin und lavierende Häcker dies schließlich als einen "Sündenfall". In der Tat, wenn dies ein Sündenfall war und damit eine Assoziaition zur biblischen Geschichte aufgebaut werden soll, dann müssen die Banker vorher in einem Paradies gelebt haben, aus dem sie nun verstoßen worden sind.
Dass genau dies passiert ist, wollten die Podiumsteilnehmer in ganzer Tragweite noch nicht wahrhaben. Jeder Mittelständler muss sich permanent eine Welt vorstellen können, in der es ihn nicht mehr gibt - in der ihn der Wettbewerb ausgestoßen hat. Banken lebten in der Illusion, dass es sie immer und ewig geben würde. Der Fall Lehman ist deshalb ein Schock, den sie in Wirklichkeit noch nicht verdaut haben. Und irgendwie hat man das Gefühl, dass sie nun, wo es keinen Weg mehr zurück ins Paradies gibt, der Staat nun als Ersatz für den Verlust herhalten muss. Wann - so fragt man sich - werden unsere Banken erwachsen? Wann dringt überhaupt die Nachricht zu ihnen durch, dass sie erwachsen werden müssen?
Momentan - so scheint es - genießen sie die große Aufmerksamkeit, die ihnen die Finanzkrise beschert hat. Aber die Realwirtschaft - so machte diese Diskussion deutlich - ist in der Finanzwirtschaft noch lange nicht angekommen.

Montag, 3. November 2008

Unternehmensberater: Bis zu 5800 Euro am Tag

Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) fragte 850 der insgesamt 140000 Unternehmensberatungen in Deutschland. Er wollte wissen, wie hoch die Tagessätze bei den klein-und mittelständischen Beratungen sind. Die Preise liegen zwischen 900 Euro für einen Juniorberater und in Einzelfällen bei 5800 Euro für besondere Experten/Senior-Partner. In der Regel scheint aber der Preis zwischen 1300 und 1600 Euro (Projektleiter) zu liegen.
Quelle: FAZ, 1.11.2008
Übrigens: Etwa ein Prozent ihre Bruttoinlandsproduktes geben die USA für Consulting aus -mehr als 100 Milliarden Dollar.
Quelle: Financial Times (UK), 19.11.2007

Sonntag, 2. November 2008

The next 50 years: Parallel Computing

Die letzten 50 Jahre gehörten John von Neumann, dem in die USA emigrierten Mathematiker und Genie, dem mindestens acht Physiker ihren Nobelpreis zu verdanken haben. Er definierte die Architektur aller Computer mit ihrer seriellen Arbeitsweise. Doch nun geht den Rechnern die Puste aus. Der Von-Neumannsche Flaschenhals, bei dem sich Daten und Programme um die Ressourcen streiten, ist der eine Teil der Malaise, der andere ist ganz einfach die Taktrate, die Uniprozessoren schaffen. Sie stößt an ihre physikalischen Grenzen. Nun soll Parallel Computing aus der Patsche helfen. Dies bedeutet, dass die gesamte Software umgeschrieben werden muss. Das ist etwas, was die Computerbranche bislang immer wieder zurückgescheut ist. Und die Technologie half ja auch immer. Doch nun ist Schluss mit John-Von. Jetzt kommt Non-Von-John. Unter dem Namen Azure Services Platform will Microsoft diese Transformation einleiten. Ray Ozzie, der Mann, der dereinst für Lotus das Network-Computing (Notes) erfand, erklärte als Chef von Microsoft: "Die Systeme, die wir heute entwickeln, sind für die nächsten 50 Jahre. Wir legen die Grundsteine für eine neue Art von Systemen und Speichern und Anwendungen - für eine Welt des Parallel-Computings."

Wie lange braucht ein Pixar-Film?

Vier Jahre sind es genau, bis ein komplett computeranimierter Film von Spielfilmlänge die elektronischen Speicher verlassen kann. Versuche, diesen Zyklus zu verkürzen, scheinen nicht wirklich aufzugehen. Inzwischen übernimmt Disney, die Steven Jobs' Pixar 2005 kauften, mehr und mehr die Kultur des 1985 von dem Apple-Gründer aufgebauten Studio. Aber auch umgekehrt wird ein Film daraus: Denn Pixar hat Disney gebeten, die guten, alten Trickfilmzeichner wieder zurück zu holen. Phantasie ist nunmal unabhängig von der Technologie. Und das wird bei allem Fortschritt so bleiben.
Quelle: Wall Street Journal, 28.10.2008

Software as a service: Ende der Kundentreue?

Marc Benioff ist der Mann, der das Online-Softwarehaus Salesforce.com gründete - und er weiß, was es bedeutet, wenn man Software als Service im Netz kauft: "Es ist wie bei der Telefongesellschaft - wenn du sie nicht mehr magst, dann kannst du jederzeit wechseln." Dieses Konzept kippt das Geschäftsmodell von arrivierten Softwarehäusern wie Oracle oder SAP, meint die Finanical Times und berichtet, dass die Wall Street Startups ermuntert, die mit Software as a service (Saas) auf den Markt kommen. Henning Kagermann, Co-Chef von SAP: "Wenn Du ein Startup bist und Geld verbrennst, dann wirst Du von der (Wall) Street belohnt." SAP aber würde sofort bestraft, wenn sie ebenso handelte. Sie sind Gefangene ihres eigenen Geschäftsmodells, das vor allem von Wartungseinnahmen lebt. Oracle zum Beispiel macht 58 Prozent ihres Umsatz und 74 Prozent ihres Gewinn mit Wartung. Die besondere Herausforderung bei Saas sind die hohen Verkaufs- und Marketingkosten, die bei Salesforce 50 Prozent aller Aufwendungen erreichen. Quelle: Financial Times (UK), 28.8.2008

Freitag, 31. Oktober 2008

Due Diligence: Treffen im virtuellen Raum

In 35 Prozent aller Fälle von Mergers & Acquisitions in Europa nutzen die Unternehmen inzwischen virtuelle Datenräume für die Due Diligence. In den USA liegt der Anteil bereits bei 40 Prozent, in Asien bei 30 Prozent. Dies berichtet Merlin Piscitelli, verantwortlicher Manager bei Merrill DataSite. Diese Tochter von Merrill Lynch bietet virtuelle Datenräume an. Nach einer Umfrage glauben 41 Prozent der Merger-Profis, dass in den nächsten zwei bis fünf Jahren die virtuellen Due-Diligence-Verfahren die Bereitstellung physischer Räume überflüssig machen werden. Neben dem Vorteil, dass die virtuellen Räume rund um die Uhr geöffnet sind, ersparen sie auch zehn Prozent der ansonsten notwendigen Zeit. Quelle: Wall Street Journal, 23.9.2008

Click zurück nach 1977: Alfred Chandler und Management

Vor 31 Jahren schrieb der Harvard-Professor Alfred Chandler (1918-2007) in seinem mit dem Pulitzer-Preis gekrönten Buch "The visible hand - The Managerial Revolution in American business": "In seinen administrativen Entscheidungen ziehen karrierebewusste Manager jene Vorgehensweisen vor, die langfristig Stabilität und Wachstum bevorzugen im Unterschied zu einer kurzfristigen Maximierung des Gewinns." Nur so konnten Firmen wie IBM oder General Electric zu ihrer Größe und Macht aufsteigen. Doch in den letzten zehn Jahren wurde reihenweise von diesen Zielen abgewichen - zumeist mit dem Hinweis, dass keiner weiter als drei Jahre in die Zukunft blicken könne. Oder auch wollte: Weil man dann in den eigenen Abgrund gesehen hätte.
Nun sehen wir in der Finanzwirtschaft: Auch Vorstände können einen Abgrund nicht in zwei Schritten überwinden. Das können vorerst nur Politiker.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Ganz schön wolkig: Cloud Computing

Es war schon Lou Gerstner, der als Chef der IBM Corp. von den Thin Clients schwärmte, PCs, die alles, was sie brauchten, aus dem Netz bezogen. Das war vor bald 15 Jahren. Aber auch schon 1983, als die Micro-Mainframe-Connection die Fachgazetten beschäftigte, hatte man diese Idee. Große Infrastrukturen - vor 25 Jahren waren es die fetten Mainframes, vor 15 Jahren das Client/Server-Computing - sollten die lokalen Ressourcen ersetzen. Damit einher ginge eine Minderung des Speicher- und Software-Managements. Nun ist das Thema wieder da: Es heißt jetzt Cloud-Computing. Larry Ellison, allgewaltiger Boss von Oracle, ist schwer beeindruckt: "Die Computerbranche ist die einzige Branche, die mehr von der Mode getrieben ist als die Frauenmode." Quelle: Financial Times (UK), 24.10.2008

Von Google zu Bookle: Bald 20 Millionen Bücher online

Rund 125 Millionen Dollar hat das Suchmaschinen-Imperium Google bereit gestellt, um Autoren und Verlage dafür zu entlohnen, dass sie Werke für die Online-Nutzung zur Verfügung stellen, die zwar vergriffen sind, aber deren Nutzungsrechte noch nicht abgelaufen sind. Bereits sieben Millionen Bücher wurden eingescannt. Eine Million davon sind lizenzfrei. Auf Dauer sollen im Rahmen dieser Vereinbarung 20 Millionen Bücher virtualisiert werden. Allerdings steht dieser neue Service nach Informationen des Wall Street Journals nur dem amerikanischen Markt zur Verfügung.
Die Financial Times berichtet, dass nach Einschätzung von PwC über Ebooks Bücher im Wert von 1,3 Milliarden Dollar in 2007 vertrieben wurden. Der Markt für elektronische Bücher soll bis 2012 auf 6,7 Milliarden Dollar ansteigen. Amazons Kindle-Ebooks hat bereits einen Marktanteil von zehn Prozent.
Quelle: FAZ, Financial Times (UK), Wall Street Journal Europe, 30.10.2008

Mittwoch, 29. Oktober 2008

IT und Telekommunikation: Für alle und alles



Weniger als zehn Prozent des Weltwirtschaftsvolumens von 54 Billionen Dollar entfallen auf den Markt für Informationstechnologien und Telekommunikation. Doch mit seinen Auswirkungen auf alle anderen Branchen enbtscheiden die in der IT und Telco versammelten Querschnittsdisziplinen über das Wohl und Wehe unserer Wirtschaft. Wenn man bedenkt, dass etwa drei Milliarden Menschen auf der Erde - soviel wie Anfang der fünfziger Jahre die gesamte Erdbevölkerung umfasste - bislang von den I+K-Technologien so gut wie unberührt sind, steckt dahinter noch jede Menge Wachstum.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Enstehen neue IT-Schattenhaushalte?


Während im Serversektor die Administrationskosten steigen und steigen, bahnt sich bereits neues Ungemach an. Nach einer Studie von PwC wird in den nächsten fünf Jahren die Ausgestaltung der Unternehmenssoftware in Richtung einer Managementplattform, die es Benutzern erlaubt, ihre eigenen Anwendungen entsprechend den Geschäftsprozessen zu entwickeln und zu managen und damit als Software as a Servervice (SaaS) zu definieren, dazu führen, dass die Life-Cycle-Kosten nicht mehr transparent sind. Sie entziehen sich der Budgetierung und werden von den Betriebskosten einfach absorbiert. Hinzu kommt die Datenschutz-und Datensicherheits-Problematik.

Montag, 27. Oktober 2008

IT-Konsolidierung: Blick in die Rechenzentren

Momentan errichtet Microsoft in Northlake, einem Vorort von Chicago, für 500 Millionen Dollar ein 46.000 Quadratmeter großes Rechenzentrum, das aus 400.000 Servern bestehen wird. Im ersten Stock dieser Datenzentrale werden momentan 200 Container installiert, die aus jeweils 2500 Servern bestehen. Jeder Container ist etwa 13 Quadratmeter groß.

Nach einer Studie von McKinsey werden in traditionellen Rechenzentren, von denen es rund 7000 in den USA gibt, lediglich sieben Prozent der Rechenkapazität genutzt. 30 Prozent der Server seien gar nicht mehr im Einsatz, und welche Jobs auf den anderen Rechnern laufen, sei gar nicht mehr identifizierbar. Der Economist schreibt, dass die einzige Methode, um dies herauszufinden, darin besteht, den Stecker zu ziehen – um dann darauf zu warten, wer sich beschwert.

IDC schätzt, dass in einem Viertel aller Datenzentren bereits der Platz für die Installation neuer Server fehlt. Oftmals können die Energielieferanten gar nicht den Strom liefern, um einen weiteren Ausbau der Rechenkapazität zu ermöglichen.

Hewlett-Packard will bis Ende 2008 seine 85 Rechenzentren konsolidiert haben. Von den 19.000 dort Beschäftigten sollen nur 8000 übrig bleiben, die sich dann auf nur noch sechs Datenzentralen verteilen. Der Anteil der IT-Ausgaben soll von vier Prozent des Umsatzes auf zwei Prozent reduziert werden.Quelle: The Economist, 25.10.2008

IT-Konsolidierung: Blick in die Rechenzentren

Momentan errichtet Microsoft in Northlake, einem Vorort von Chicago, für 500 Millionen Dollar ein 46.000 Quadratmeter großes Rechenzentrum, das aus 400.000 Servern bestehen wird. Im ersten Stock dieser Datenzentrale werden momentan 200 Container installiert, die aus jeweils 2500 Servern bestehen. Jeder Container ist etwa 13 Quadratmeter groß.

Nach einer Studie von McKinsey werden in traditionellen Rechenzentren, von denen es rund 7000 in den USA gibt, lediglich sieben Prozent der Rechenkapazität genutzt. 30 Prozent der Server seien gar nicht mehr im Einsatz, und welche Jobs auf den anderen Rechnern laufen, sei gar nicht mehr identifizierbar. Der Economist schreibt, dass die einzige Methode, um dies herauszufinden, darin besteht, den Stecker zu ziehen – um dann darauf zu warten, wer sich beschwert.

IDC schätzt, dass in einem Viertel aller Datenzentren bereits der Platz für die Installation neuer Server fehlt. Oftmals können die Energielieferanten gar nicht den Strom liefern, um einen weiteren Ausbau der Rechenkapazität zu ermöglichen.

Hewlett-Packard will bis Ende 2008 seine 85 Rechenzentren konsolidiert haben. Von den 19.000 dort Beschäftigten sollen nur 8000 übrig bleiben, die sich dann auf nur noch sechs Datenzentralen verteilen. Der Anteil der IT-Ausgaben soll von vier Prozent des Umsatzes auf zwei Prozent reduziert werden.Quelle: The Economist, 25.10.2008

Freitag, 24. Oktober 2008

Im Sinkflug: Produktivität und IT

Zwischen 1995 und 2000 stieg die auf IT-Einsatz basierende Produktivität in den USA um jährlich um 2,75 Prozent (gemessen in Output je Mitarbeiter). Die Gesamtwirtschaft wuchs um vier Prozent. Dies hat sich in den letzten Jahren nach der Bewältigung des Jahr-2000-Problems verschlechtert. So sagen die Experten. Der Grund sei: Nur 13 Prozent des durchschnittlichen IT-Budgets würde in Innovationen von Geschäftsprozessen und Produkten investiert. Eigentlich kein Wunder, wenn man bedenkt, dass über Controller-Typen die Herrschaft über die Budget übernommen haben. Innovationen kann man nicht rechnen. Aber - vielleicht setzte sich im Gefolge der Finanz- und Wirtschaftskrise dies durch - das einzige, was sich immer rechnet, sind Innovationen.
Quelle: Financial Times (UK), 22.10.2008

Donnerstag, 23. Oktober 2008

US-Finanzwirtschaft senkt IT-Ausgaben drastisch

Um 27,3 Prozent auf 17,6 Milliarden Dollar wird nach Erkenntnis der Tabb-Group die nordamerikanische Finanzwirtschaft im kommenden Jahr ihre IT-Ausgaben kürzen. US-Firmen haben einen Anteil von 37 Prozent an den weltweiten Ausgaben für IT in der Finanzwirtschaft. Europas Anteil liegt bei 33 Prozent. Die unter Chapter 11 stehende Lehmann Gruppe besaß allein einen Etat von 2,5 Milliarden Dollar, der auch nicht annähernd durch die mit der britischen Barclays Bank neu gegründete Einheit kompensiert wird. Denn die Briten haben gerade einmal eine Milliarde Dollar IT-Ausgaben dafür budgetiert.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Dem Internet gehen die Adressen aus

Angesichts der immensen Flut an neuen Mobilgeräten, Spielkonsolen, Laptops und PCs, die alle einen Intrernet-Anschluss suchen, gehen dem Adress-System (IP4P) allmählich die Adressen aus. 85 Prozent aller verfügbaren Kennungen sind bereits in Gebrauch. Routers kommen allnählich in die Situation, in der sie überfordert sind, den Verkehr an die richtigen Adressen zu koordinieren. Zum Glück gibt es bereits IP6P, das Freiraum für die nächsten Jahrzehnte schaffen kann (3,4x10 hoch 18 Adressierungsmöglichkeiten). Doch es wird bislang kaum genutzt. Das wird sich in den nächsten Monaten ändern müssen. Sonst haben wir bald den nächsten Crash. Wer aber stellt seine Geräte um? Online-Spieler, heißt es in Fachkreisen. Denn mit den neuen Adressen geht alles schneller und besser.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Weltweit 80,6 Millionen PCs im dritten Quartal

Gartner: Wachstum um 15 Prozent
Trotz Finanzkrise und Bankenskandal blieb auch im dritten Quartal das PC-Geschäft lebhaft. Ob dies auch im laufenden Quartal so bleibt, ist fraglich. Die Gartner Group, die bislang noch ein 14 prozentiges Wachstum bis Ende des Jahres prognostizierte, will ihre Erwartungen nach unten korrigieren.
Hersteller Marktanteile in Prozent
Hewlett-Packard 18,4 %
Dell 13,6 %
Acer 12,5 %
Lenovo 7,3 %
Sonstige 43,7 %
Quelle: Gartner

Montag, 20. Oktober 2008

Deutschland: 40 Millionen Bürger nutzen das Internet

Halb Deutschland ist am Netz und nutzt es als Infoquelle für Kaufentscheidungen
Die Allensbacher Computer- und Technikanalyse 2008 ergab, dass in Deutschland bereits 25 Millionen Menschen über das Internet einkaufen. 98 Prozent der insgesamt 40 Millionen Netz-Nutzer informieren sich inzwischen vor Kaufentscheidungen online. 17 Millionen lassen sich dabei durch Kunden-Kommentare im Internet bei ihren Recherchen aufklären. Insgesamt werden im Internet rund 20 Milliarden Euro umgesetzt. Doch diese Summe darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass über das Netz weitaus mehr Umsätze angestoßen werden. 22 Millionen Deutsche recherchieren zum Beispiel im Web nach Hotels, Flügen oder Reisen. Frauenthemen wie Kleidung, Kosmetik etc. interessieren 12,6 Millionen. Beim Kauf von Büchern ist für 75 Prozent der Rechercheure die Online-Bestellung nur einen Mausklick entfernt. Also: Hier macht das Netz den Buchhandlungen tatsächlich massiv Konkurrenz. Aber auch in der Reisebranche geht die Order für 73 Prozent der Internet-Bewohner online ab. 63 Prozent bestellen darüber Kleider und Schuhe. Versicherungen schließen aber nur 23 Prozent ab.

Freitag, 17. Oktober 2008

Telekom-Markt in Deutschland: Nur noch 60,6 Milliarden Euro

Nach Analyse von Dialog Consult aus Duisburg sinkt 2008 der Markt für Telekomverkehr um 4,1 Prozent auf 60,3 Milliarden Euro. Dies umfasst Festnetz, Mobilfunk und DSL. 13,2 Milliarden dieses Volumens geht inzwischen auf das Konto der Wettbewerber der Deutschen Telekom, die auch weiterhin besonders zur Ader gelassen wird. Um 1,7 Millionen auf acht Millionen Anschlüsse steigt demnach 2008 die Zahl der Festnetz-Anschlüsse, die von den Wettbewerbern gehalten werden. An die Kabelnetzbetreiber habe die Deutsche Telekom inzwischen 1,2 Millionen Kunden verloren. Kunden, die das Netz auch für Intenet und Telefon nutzen.
Quelle: FAZ, 17.10.2008

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Kam der Crash doch aus dem Computer?

Warum es zur Ein-Prozent-Panik kam
»Das Unvermeidliche geschieht niemals. Es ist stets das Unerwartete.«
John Maynard Keynes, Wirtschaftswissenschaftler
Ganz klar, der Crash von 1987 kam aus dem Computer. Die eingebaute Versicherung, mit der Spekulanten damals ihren computergesteuerten Programm-Handel betrieben, funktionierte nicht. Und als die Verkaufsorder auf Rechner der New Yorker Börse einströmten, brachen die Systeme unter der Last zusammen. „Niemand stellt sich einer Lokomotive entgegen“, meinte damals ein Börsianer. Die Kurse purzelten in die Tiefe.
Diesmal, jedenfalls gibt es dazu keinen Hinweis, versagten die Börsencomputer nicht. Sie schluckten alle Order, alle Kurse, jede Transaktion. Trotzdem – so könnte man Gordon Crowitz, Columnist des Wall Street Journals interpretieren – kam der Krach des Herbstes 2008 auch aus dem Computer. Erneut war es eine „Insurance“, eine Versicherung, die nicht funktionierte: die Credit Default Swaps, deren Wert Mitte 2007 noch das Weltwirtschaftsvolumen um zehn Billionen Dollar übertraf. Inzwischen ist genau diese Summe verschwunden. Das ganze „Financial Engineering“, das dahinter und anderen Derivaten steckt, kollabierte. Es sind alles Produkte, die im Computer gefunden und in den Netzen gehandelt werden. Alles virtuell und intellektuell.
Crovitz geht noch weiter, wenn er meint, dass vor allem die Modelle versagt haben, die die Ausfallwahrscheinlichkeit, also den „value at risk“, beziffern. Mit „ein Prozent“ war das Risiko zu niedrig, um irgendeinem Banker schlaflose Nächte zu berechnen. Was die Modelle nicht einbezogen, war das staatliche Handeln und - man möchte sagen - anderes irrationales Handeln. Mit dem Ziel, die Amerikaner mit kostengünstigen Hypotheken zu versorgen, waren Freddie Mac und Fannie Mae gegründet worden – als eine Art Subventionsgeschäft, das sich ohne staatliche Unterstützung nicht rechnete. Dies verzerrte das Risiko, weil er die Banker dazu verleitete, schlechte mit sauberen Risiken zu undurchsichtigen Wertpapieren zu bündeln und weltweit zu verteilen. Über die Netze mit Hilfe der Computer. Und plötzlich wurde die Rechnung präsentiert. Über die Netze, weltweit. Die „Ein-Prozent-Panik“ nennt Crovitz das, was sich danach an den Märkten abspielte.
Es zeigt aber auch den Nachteil, den alle Profis haben. Fixiert darauf. das System, von dem sie leben und dem sie dienen, zu schützen, können sie sich eine Welt danach gar nicht vorstellen nach dem Motto, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Es ist wie in einem griechischen Drama: Je mehr der Held versucht, sein Schicksal abzuwenden, desto unaufhaltsamer kommt es auf ihn zu. Keynes hat recht, wenn wir ihn hier (siehe oben) zitieren.
Profis sind nun mal die größten Phantasten: Sie glauben immer, dass alles so bleibt, wie es ist. Unvermeidlich. Aber was geschieht, ist das Unerwartete, also die „Ein-Prozent-Panik“.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

SAP und die Krise: Drohen Entlassungen?

"Wir wissen nicht, wie lange die Krise dauert und wie tief sie ist." Mit diesen Worten zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Spreches des Vorstandes der SAP, Leo Apotheker. Inzwischen werden sogar Entlassungen bei dem von der Finanzkrise gebeutelten Softwarehaus nicht ausgeschlossen. Offensicht profitieren die Waldörfer diesmal nicht von der Krise.
Quelle: FAZ, 14.10.2008

Click in die Internet-Röhre

330.000.000: Anzahl der Menschen weltweit, die monatlich YouTube schauen.
Quelle: FAZ, 13.10.2008

Dienstag, 14. Oktober 2008

Mobil & Net

3,3 Milliarden: Anzahl der Menschen weltweit, die 2007 ein Handy besaßen.
1,3 Milliarden: Anzahl der Menschen weltweit, die 2007 über Festnetze an das Internet angeschlossen waren.
Quelle: International Telecommunications Union, 2008

Outsourcing: Weniger Deals, weniger Dollars

2007: In den ersten neun Monaten setzte die Outsourcing-Szene mit der Finanzwirtschaft in 132 Deals (über 25 Millionen Dollar) insgesamt 17,9 Milliarden Dollar um.
2008: In den ersten neun Monaten setzte die Outsourcing-Szene mit der Finanzwirtschaft in 101 Deals (über 25 Millionen Dollar) insgesamt 10,8 Milliarden Dollar um.
Quelle: Tata Consultancy Services, 2008

Montag, 13. Oktober 2008

Finanzwirtschaft versus Realwirtschaft

54.600.000.000.000 Dollar: Nominalwert aller Credit Default Swaps (CDS) im Juni 2008.
54.300.000.000.000 Dollar: Weltwirtschaftsvolumen 2007.
Zitat:“CDS sind die dunkle Materie der Finanzwelt.“ Chris Wolf, amerikanischer Hedge-Fonds-Manager
Quelle: Fortune, 13.10.2008

Freitag, 10. Oktober 2008

2008: Wirb oder stirb!

Auf 506 Milliarden Dollar schätzt die Marktforschung Zenith das weltweite Werbevolumen für 2008. Das wäre ein Anstieg um 4,3 Prozent. Trotz der Bankenkrise und deren Auswirkungen auf die sogenannte Realwirtschaft bleibt Zenith bei diesen Zahlen, setzt für 2009 sogar eins drauf: sechs Prozent Wachstum. Quelle: Wall Street Journal, 09.10.2008

IT-Projekt im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes

Statt 1,3 Millonen Euro kostet einem Bericht des Bundes der Steuerzahler zufolge die Eigenentwicklung eines Personalerfassungssystems in Nordrhein-Westfalen 43 Millionen Euro. Mehr darüber:
http://schwarzbuch08.steuerzahler.de/topten.php?idarticle=173

IBM: Besser als die Branche?

Fünfzehn Jahre ist es her, dass IBM in die größte Krise ihrer bald hundertjährigen Geschichte schlidderte und dabei sogar mit dem Konkurs flirtete. Nun wirkt der graue Riese wie ein Fels in der Brandung: 25,3 Milliarden Dollar setzte IBM im dritten Quartal um. Das ist ein Plus von fünf Prozent. Der Nettogewinn erhöhte sich um 22 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. IBM hatte ihre Quartalszahlen vorzeitig veröffentlicht, nachdem ihr Aktienkurs auf unter 95 Dollar abgestürzt war. Zwar ist das Umsatzwachstum alles andere als berauschend in einer Branche, die es über Jahrzehnte hinweg gewohnt war im zweistelligen Bereich zu wachsen. Doch wirkt IBMs Geschäft grundsolide - vielleicht sogar ein wenig langweilig. Big Blue ist weit davon entfernt, ihren Markt und auch ihre Mitbewerber wie dereinst mit neuen Ideen und Strategien zu inspirieren. Aber so etwas bekommt man von den anderen auch nicht zu hören. Mit Ausnahme von Apple: Aber da steht ja auch noch der Gründer an der Spitze. Steve Jobs, vielleicht der größte Innovator unter den Unternehmern der IT-Szene in den letzten 30 Jahren.

E-Commerce: lokal, nicht global

150 Millionen: Anzahl der Menschen, die weltweit online einkaufen. 30 Millionen nutzen dabei die Internationalisierung des Netzes und kaufen auch im Ausland ein. Insgesamt erreicht der kommerzielle Teil des Internets etwas mehr als zehn Prozent seiner weltweit 1,3 Millarden Teilnehmer.
Quelle: EU-Kommission, FAZ, 9.10.2008

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Auf der Suche nach den versteckten Installationen

"Managing IT assets can bring big rewards" - unter dieser Überschrift berichtet die englischsprachige Ausgabe der Financial Times über das Thema "Asset-Management". An einigen Beispielen zeigt die Story, wie Unternehmen durch Einsparungen jede Menge Dollars, Pfund oder Euro gespart haben. Es weist darauf hin, dass das Thema Virtualisierung keineswegs die Unternehmen davon entpflichtet, ihren Softwarepartnern mitzuweilen, welche Lizenzen auf welchen Maschinen installiert sind.
Quelle: Financial Times, 8.10.2008