... wird nun der Absturz erwartet. Dies befürchtet jedenfalls das Wall Street Journal, das heute mit einer Börsenstory aufmacht. Nur sechsmal in der Geschichte des mehr als 110jährigen Geschichte des Dow Jones habe es innerhalb von sechs Monaten einen Anstieg um 46 Prozent gegeben. Viele Analysten befürchten nun, dass dem Aufstieg nun der Fall folgen würde. Übrigens: Vergleichbare Perioden gab es in den dreißiger und siebziger Jahren. Dem schnellen Aufstieg folgte der Abstieg, also ohne nachhaltigen Erfolg. Der nächste Abschwung wird allerdings erst für 2010 erwartet. Das Problem: 2009 ist in drei Monaten vorbei.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 21.9.2009: A Bear Market Lurks as Dow Nears 10000
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Montag, 21. September 2009
Montag, 9. März 2009
Warum die Börse mit der Depression flirtet...
Der DOWN Jones
Nach vier Wochen des Abstiegs ist der Dow Jones unter die 7000er Marke gerutscht. Jetzt gibt es Stimmen an der Wall Street, die ihn auf dem Level von 1995 sehen - bei 5000. Sein Absturz wäre dann vergleichsweise in den Regionen, in denen er am Ende des Bärenmarktes im April 1932 gewesen wäre. Vielleicht wünscht sich dies die Wall Street inzwischen. Denn dann wäre dies das Zeichen, dass es wieder aufwärts geht.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 9.3.2009, Annelena Lobb: "Dow 5000? A bearish bet quite possible"
Ende der Dividende
Derweil rutschen auch die Dividenden in den Keller. 736 Milliarden Dollar gab es 2007 noch an Ausschüttungen. Standard & Poor's mutmaßt nun, dass Amerikas börsennotierte Unternehmen 2009 ihre Dividende um 25 Prozent kürzen, der tiefste Fall seit 1938. Da aber der Untergang der Finanzwirtschaft in diesen Kalkulationen noch nicht erfasst ist, diese aber zwei Drittel der Dividendenzahlungen ausmachen, folgern die größten Pessimisten, dass ein Fall um 45 Prozent sogar drin sei. Und da wäre man wiederum in den Jahren 1931-32.
Irgendwie will alle Welt ganz schnell durch den Tiefpunkt aller Tiefpunkte. Damit es wieder aufwärts geht.
Journalyse-Quelle: The Economist, 7.3.2009: "Slash and burn"
Nach vier Wochen des Abstiegs ist der Dow Jones unter die 7000er Marke gerutscht. Jetzt gibt es Stimmen an der Wall Street, die ihn auf dem Level von 1995 sehen - bei 5000. Sein Absturz wäre dann vergleichsweise in den Regionen, in denen er am Ende des Bärenmarktes im April 1932 gewesen wäre. Vielleicht wünscht sich dies die Wall Street inzwischen. Denn dann wäre dies das Zeichen, dass es wieder aufwärts geht.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 9.3.2009, Annelena Lobb: "Dow 5000? A bearish bet quite possible"
Ende der Dividende
Derweil rutschen auch die Dividenden in den Keller. 736 Milliarden Dollar gab es 2007 noch an Ausschüttungen. Standard & Poor's mutmaßt nun, dass Amerikas börsennotierte Unternehmen 2009 ihre Dividende um 25 Prozent kürzen, der tiefste Fall seit 1938. Da aber der Untergang der Finanzwirtschaft in diesen Kalkulationen noch nicht erfasst ist, diese aber zwei Drittel der Dividendenzahlungen ausmachen, folgern die größten Pessimisten, dass ein Fall um 45 Prozent sogar drin sei. Und da wäre man wiederum in den Jahren 1931-32.
Irgendwie will alle Welt ganz schnell durch den Tiefpunkt aller Tiefpunkte. Damit es wieder aufwärts geht.
Journalyse-Quelle: The Economist, 7.3.2009: "Slash and burn"
Donnerstag, 20. November 2008
Jobmotor IT - Höhere Wertschöpfung als Maschinenbau oder Autoindustrie
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem Dritten Nationalen IT-Gipfel in Darmstadt herausgestellt, dass eine prosperierende IT-Branche für die deutsche Wirtschaft von großer Bedeutung ist - sie biete derzeit 800.000 Menschen direkt Beschäftigung, dazu kämen 650.000 weitere in den Anwenderbereichen. Mit einer Wertschöpfung von 150 Milliarden Euro pro Jahr trage die IT-Branche in Deutschland laut Merkel mehr zur Wertschöpfung bei als die Autoindustrie oder der Maschinenbau.
Journalyse-Quelle: Focus Online, 20.11.2008
Journalyse-Quelle: Focus Online, 20.11.2008
Sonntag, 9. November 2008
Finanzkrise: Findet der Computer am Ende immer die Dummen?
Zitat 1: »Die Computer, die diese Transaktionen geregelt haben, wurden so kompliziert und so schnell, dass sie zu einem chaotischen System wurden, das man nicht mehr kontrollieren oder verstehen konnte.«
Neal Stephenson, Schriftsteller, im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 9.11.2008
Zitat 2: »Die Finanzindustrie hat ständig neue Produkte entwickelt, die selbst die Händler am Ende nicht voll verstanden haben. Die Risiken wurden verteilt, aber sie landeten in vielen Fallen bei denen, die damit nicht richtig umgehen konnten.«
Jürgen Stark, Chefökonom der Europäischen Zentralbank, im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 9.11.2008
Neal Stephenson, Schriftsteller, im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 9.11.2008
Zitat 2: »Die Finanzindustrie hat ständig neue Produkte entwickelt, die selbst die Händler am Ende nicht voll verstanden haben. Die Risiken wurden verteilt, aber sie landeten in vielen Fallen bei denen, die damit nicht richtig umgehen konnten.«
Jürgen Stark, Chefökonom der Europäischen Zentralbank, im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 9.11.2008
Donnerstag, 16. Oktober 2008
Kam der Crash doch aus dem Computer?
Warum es zur Ein-Prozent-Panik kam
»Das Unvermeidliche geschieht niemals. Es ist stets das Unerwartete.«
John Maynard Keynes, Wirtschaftswissenschaftler
Ganz klar, der Crash von 1987 kam aus dem Computer. Die eingebaute Versicherung, mit der Spekulanten damals ihren computergesteuerten Programm-Handel betrieben, funktionierte nicht. Und als die Verkaufsorder auf Rechner der New Yorker Börse einströmten, brachen die Systeme unter der Last zusammen. „Niemand stellt sich einer Lokomotive entgegen“, meinte damals ein Börsianer. Die Kurse purzelten in die Tiefe.
Diesmal, jedenfalls gibt es dazu keinen Hinweis, versagten die Börsencomputer nicht. Sie schluckten alle Order, alle Kurse, jede Transaktion. Trotzdem – so könnte man Gordon Crowitz, Columnist des Wall Street Journals interpretieren – kam der Krach des Herbstes 2008 auch aus dem Computer. Erneut war es eine „Insurance“, eine Versicherung, die nicht funktionierte: die Credit Default Swaps, deren Wert Mitte 2007 noch das Weltwirtschaftsvolumen um zehn Billionen Dollar übertraf. Inzwischen ist genau diese Summe verschwunden. Das ganze „Financial Engineering“, das dahinter und anderen Derivaten steckt, kollabierte. Es sind alles Produkte, die im Computer gefunden und in den Netzen gehandelt werden. Alles virtuell und intellektuell.
Crovitz geht noch weiter, wenn er meint, dass vor allem die Modelle versagt haben, die die Ausfallwahrscheinlichkeit, also den „value at risk“, beziffern. Mit „ein Prozent“ war das Risiko zu niedrig, um irgendeinem Banker schlaflose Nächte zu berechnen. Was die Modelle nicht einbezogen, war das staatliche Handeln und - man möchte sagen - anderes irrationales Handeln. Mit dem Ziel, die Amerikaner mit kostengünstigen Hypotheken zu versorgen, waren Freddie Mac und Fannie Mae gegründet worden – als eine Art Subventionsgeschäft, das sich ohne staatliche Unterstützung nicht rechnete. Dies verzerrte das Risiko, weil er die Banker dazu verleitete, schlechte mit sauberen Risiken zu undurchsichtigen Wertpapieren zu bündeln und weltweit zu verteilen. Über die Netze mit Hilfe der Computer. Und plötzlich wurde die Rechnung präsentiert. Über die Netze, weltweit. Die „Ein-Prozent-Panik“ nennt Crovitz das, was sich danach an den Märkten abspielte.
Es zeigt aber auch den Nachteil, den alle Profis haben. Fixiert darauf. das System, von dem sie leben und dem sie dienen, zu schützen, können sie sich eine Welt danach gar nicht vorstellen nach dem Motto, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Es ist wie in einem griechischen Drama: Je mehr der Held versucht, sein Schicksal abzuwenden, desto unaufhaltsamer kommt es auf ihn zu. Keynes hat recht, wenn wir ihn hier (siehe oben) zitieren.
Profis sind nun mal die größten Phantasten: Sie glauben immer, dass alles so bleibt, wie es ist. Unvermeidlich. Aber was geschieht, ist das Unerwartete, also die „Ein-Prozent-Panik“.
»Das Unvermeidliche geschieht niemals. Es ist stets das Unerwartete.«
John Maynard Keynes, Wirtschaftswissenschaftler
Ganz klar, der Crash von 1987 kam aus dem Computer. Die eingebaute Versicherung, mit der Spekulanten damals ihren computergesteuerten Programm-Handel betrieben, funktionierte nicht. Und als die Verkaufsorder auf Rechner der New Yorker Börse einströmten, brachen die Systeme unter der Last zusammen. „Niemand stellt sich einer Lokomotive entgegen“, meinte damals ein Börsianer. Die Kurse purzelten in die Tiefe.
Diesmal, jedenfalls gibt es dazu keinen Hinweis, versagten die Börsencomputer nicht. Sie schluckten alle Order, alle Kurse, jede Transaktion. Trotzdem – so könnte man Gordon Crowitz, Columnist des Wall Street Journals interpretieren – kam der Krach des Herbstes 2008 auch aus dem Computer. Erneut war es eine „Insurance“, eine Versicherung, die nicht funktionierte: die Credit Default Swaps, deren Wert Mitte 2007 noch das Weltwirtschaftsvolumen um zehn Billionen Dollar übertraf. Inzwischen ist genau diese Summe verschwunden. Das ganze „Financial Engineering“, das dahinter und anderen Derivaten steckt, kollabierte. Es sind alles Produkte, die im Computer gefunden und in den Netzen gehandelt werden. Alles virtuell und intellektuell.
Crovitz geht noch weiter, wenn er meint, dass vor allem die Modelle versagt haben, die die Ausfallwahrscheinlichkeit, also den „value at risk“, beziffern. Mit „ein Prozent“ war das Risiko zu niedrig, um irgendeinem Banker schlaflose Nächte zu berechnen. Was die Modelle nicht einbezogen, war das staatliche Handeln und - man möchte sagen - anderes irrationales Handeln. Mit dem Ziel, die Amerikaner mit kostengünstigen Hypotheken zu versorgen, waren Freddie Mac und Fannie Mae gegründet worden – als eine Art Subventionsgeschäft, das sich ohne staatliche Unterstützung nicht rechnete. Dies verzerrte das Risiko, weil er die Banker dazu verleitete, schlechte mit sauberen Risiken zu undurchsichtigen Wertpapieren zu bündeln und weltweit zu verteilen. Über die Netze mit Hilfe der Computer. Und plötzlich wurde die Rechnung präsentiert. Über die Netze, weltweit. Die „Ein-Prozent-Panik“ nennt Crovitz das, was sich danach an den Märkten abspielte.
Es zeigt aber auch den Nachteil, den alle Profis haben. Fixiert darauf. das System, von dem sie leben und dem sie dienen, zu schützen, können sie sich eine Welt danach gar nicht vorstellen nach dem Motto, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Es ist wie in einem griechischen Drama: Je mehr der Held versucht, sein Schicksal abzuwenden, desto unaufhaltsamer kommt es auf ihn zu. Keynes hat recht, wenn wir ihn hier (siehe oben) zitieren.
Profis sind nun mal die größten Phantasten: Sie glauben immer, dass alles so bleibt, wie es ist. Unvermeidlich. Aber was geschieht, ist das Unerwartete, also die „Ein-Prozent-Panik“.
Montag, 13. Oktober 2008
Finanzwirtschaft versus Realwirtschaft
54.600.000.000.000 Dollar: Nominalwert aller Credit Default Swaps (CDS) im Juni 2008.
54.300.000.000.000 Dollar: Weltwirtschaftsvolumen 2007.
Zitat:“CDS sind die dunkle Materie der Finanzwelt.“ Chris Wolf, amerikanischer Hedge-Fonds-Manager
Quelle: Fortune, 13.10.2008
54.300.000.000.000 Dollar: Weltwirtschaftsvolumen 2007.
Zitat:“CDS sind die dunkle Materie der Finanzwelt.“ Chris Wolf, amerikanischer Hedge-Fonds-Manager
Quelle: Fortune, 13.10.2008
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