Samstag, 23. Februar 2013

Leistungsschutz: "Platz und Sieg für Google"...

(Kommentar) ... titelt die FAZ auf ihrer samstäglichen Medienseite. Redakteur Michael Hanfeld äußert sich hier sehr negativ und polemisch zu dem Ende des Leistungsschutzrecht, das dafür sorgen sollte, dass Verlage sich über die Google-Suche refinanzieren.
Im Prinzip ist diese Protestäußerung auch in Ordnung. Jeder soll seine Meinung frei äußern dürfen. Nur hatte man in Aufmachung und Platzierung den Eindruck, dass es sich hier um eine Nachricht handelt - und nicht um eine Kommentierung oder um einen Meinungsartikel. Doch man sieht sich getäuscht. Entsprechend ist die Reaktion.
Die Leser lassen sich in ihren Kommentaren, die übrigens bei der FAZ Lesermeinungen heißen, mehrheitlich nicht auf diese Meinung ein. Ich bin seit 40 Jahren in dem Beruf, stamme aus einer Journalistenfamilie, habe also zeitlebens etwas mit Zeitungen zu tun gehabt. Und in all den Jahrzehnten habe ich den allmählichen Abstieg derer miterleben und miterleiden dürfen, die sich um das kümmern, was man heute Qualitätsjournalismus ist (es gibt demnach also auch das Gegenteil von Qualitätsjournalismus). Was immer wir selbst daran schuld sind, dass es zu diesem wirtschaftlichen (und vielleicht auch intellektuellen) Abstieg kommen konnte, eins ist sicher: Am wenigsten haben die Verlage unsere Leistungen geschützt.
Ich persönlich halte es für reichlich verlogen, wenn sich nun die Verleger hinter unseren Leistungen verstecken, um bei Google abzukassieren. Bei einem Treffen in der vergangenen Woche mit Kollegen aus der Tagespresse wurde mir sehr deutlich, dass sich die Zeitungen offenbar in einer Todesspirale befinden, aus der es kein Entrinnen gibt. Es gibt keine Rettung. Auch nicht durch die werbetreibende Wirtschaft. Sie st selbst längst Opfer einer Industrie, für die Meinungsfreiheit etwas ist, was man mit allen Mitteln kontrollieren muss. Das Wirtschaftsmagazin The Economist meinte kürzlich in einem Artikel, dass auf einen Journalisten inzwischen 9 PR-Leute kommen. Und von denen kämpft wirklich keiner für Meinungsfreiheit. Auch nicht im Internet. Aber zum Glück gibt es immer mehr Leser, die das Internet nutzen, um ihre Meinung kundzutun. Das ist unsere einzige Hoffnung: Auf einen PR-Menschen kommen inzwischen neun Leser, die genau dieses Recht auf "Lesermeinung" wahrnehmen. Es ist die einzige Leistung, die uns - die Journalisten - schützt. Wir müssen die Leser auf unserer Seite haben. Das gilt vor allem dann, wenn die Leser anderer Meinung sind als wir selbst. 
Raimund Vollmer

Freitag, 22. Februar 2013

"Schäuble zur Sache": Steuerpolitik der Multis...

... ist das Thema der Stunde, dem sich der Bundesfinanzminister in Podcasts stellen will. Nicht alles, was legal ist, sei auch legitim, meint sein Ministerium. Und weil Steuerzahlen offensichtlich fortan eine Frage des Charakters ist und nicht der Gesetze, will der Bundesfinanzminister wohl die Konzerne (viele davon in der IT-Industrie) an der Ehre packen. Dazu braucht er uns. Zur moralischen Unterstützung. Deshalb erlaubt er es uns nun, ihm Fragen zu stellen. Per Email. Per Video. Per Audio.
 Mehr erfahren Sie HIER.

Nun wird's pixelig: Google bringt eigenen Laptop...

... und beweist damit erneut, dass das Such-Imperium unbedingt ins Hardware-Geschäft einsteigen will. Während die Altvorderen der IT, die IBMs, Hewlett-Packards und sogar Dells ihre Zukunft im Service-Sektor zu finden hoffen oder gar gefunden zu haben glauben, drehen die einst so Hardware-fernen Oracles, SAPs, Microsofts und nun auch Googles ihre Strategie um. Sie rollen die Wertschöpfungskette von unten auf - von der Hardware. Unter dem Namen Pixel präsentierte Google gestern seinen ersten eigenen Laptop, der unter dem Betriebssystem Chrome läuift und einen Touchscreen besitzt.1299 Dollar kostet das Gerät in der WiFi-Version, als LTE-Maschine muss man 1499 Dollar berappen. Alles weitere wird nun sicherlich in Fachkreisen diskutiert. Gut ist, dass damit dokumentiert wird, wie sehr sich die alte PC-Welt mit dem Duopol Intel & Microsoft in Auflösung befindet und nach neuen Strategien gesucht werden. Es zeigt sich, wie wichtig es inzwischen ist, die gesamte Nahrungskette wieder zu besetzen. IBM war der letzte Hersteller, der dies in den achtziger Jahren versucht hatte. IBMs Imperium reichte vom Himmel (Satelliten) bis zur Erde, von Software & Services bis hin zu Hardware. Und sie war auch drauf & dran, die Content-Ebene ins Visier zu nehmen. Nicht nur mit BTX und deren Varianten, sondern auch mit Engagements ins Verlagswesen hinein. Aber sie scheiterte. Das sollte keine Mahnung sein, sondern eine Erfahrung, aus der die Oligarchen des Netzes etwas gelernt haben könnten - wenn sie denn überhaupt bereit sind, so weit zurückzublicken. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich diese neuen Helden der frühen Jahre des 21. Jahrhunderts in der nächsten Zeit behaupten. Die Normalisierung der Nummer 1, Apple, haben wir bereits beobachten dürfen. Und Apple ist der Hero mit der längsten Erfahrung.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 21.2.2013: Google Unveils Chromebook Pixel Touch-Screen Laptop

Donnerstag, 21. Februar 2013

Plattner komplett verwirrt? Er spendet doch?

"Die Wahrheit von heute ist die Lüge von morgen", weiß der Volksmund. Wenn es um Milliarden geht, die verschenkt werden (oder auch nicht), schlagen die Wellen in der veröffentlichten Meinung hoch. Zumal dann, wenn der großzügige Schenker mal schenkt und dann doch wieder nicht. Die in solchen Fällen gewöhnlich gut informierte und hart recherchierende Bildzeitung hat das brisante Timing mit den spektakulären Kehrtwendungen dokumentiert. Stand der Dinge: Plattner spendet doch! Er selbst verweist die Bildzeitung auf die von Gates veröffentlichte und von ihm handsignierte Pressemitteilung; die sei korrekt! Wenn einer es weiß, dann Plattner. Falls es stimmt, was Bild schreibt...

Plattner spendet doch nicht (mit Gates)

Hasso Plattner hat schon immer gespendet und sich als großzügiger Mäzen erwiesen. Aber jetzt bestreitet er klipp und klar, dass er der Spendeninitiative von Bill Gates beigetreten ist, wie „The Giving Pledge“ am Dienstag verlautbarte und die SAP-Pressestelle bestätigte. Er vermutet hinter der Meldung einen fiesen Trick von Bill Gates. Auch im Berliner "Tagesspiegel" dementierte er mit deutlichen Worten.
Gegenüber „Bild“ sagte Plattner: „Ich bin Bill Gates Initiative ,The Giving Pledge‘ nicht beigetreten. Ich frage mich, wie Gates das auf der Internetseite seiner Stiftung behaupten kann.“ Seit Jahren versuche der ihn für die Stiftung zu gewinnen. „Aber ich lasse mich von Gates nicht unter Druck setzen", sagte er Bild. „Ich fühle mich hintergangen und ausgenutzt.“

Mittwoch, 20. Februar 2013

"SAP-Gründer Plattner spendet Milliarden-Vermögen"...

... meldet Spiegel-Online. Hasso Plattner will sich dem aus 105 Einzelpersonen bestehenden Club der Superreichen "The Giving Pledge" anschließen, dessen Mitglieder sich entschlossen haben, mindestens die Hälfte ihres Vermögens der Gemeinschaft zu stiften. Knapp sechs Milliarden Euro schwer ist das Vermögen von Plattner, meint das manager magazin.

Will Google in den USA eigene Läden eröffnen?

Das fragt sich Computerworld und verweist auf entsprechende Gerüchte. Demnach sollen die Läden im Apple-Stil gehalten werden und entsprechend mit Google-Brands vollgestopft werden. Der neue Antritt von Android...

FAZ-Feuilleton: Der Ausstieg aus Amazon und Twitter

Darauf hat die Old Economy schon lange gewartet: Endlich wird Amazon als Monopolkapitalist entlarvt und Twitter als reine Zeitvergeudung bloßgestellt. Und das sorgt im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (der Wirtschaftsteil traut sich wegen der guten Kontakte wohl nicht daran) für zwei beachtliche Stories. Auf Seite 1 des "Blättchen" (eigentliche Bedeutung des Wortes Feuilleton) wird die Geschichte von Aussteigern bei Amazon und deren Geschäftspraktiken erzählt. Auf der dritten Seite bekennt der Piraten-Politiker Christoph Lauer, dass er sein Twitter-Engagement praktisch auf Null gestellt habe.
Lesen Sie selbst: 
Jan Wiele: "Die Welle gegen Amazon rollt"
Christoph Lauer: "Twitter ist für mich gestorben"

Apple: Hack-Mac

Nach dem Facebook und Twitter Attacken auf ihre sozialen Dienste erdulden mussten, hat es nun auch Apple erwischt - jene Firma, die sich bislang mit ihren Produkten in der Sicherheitszone wähnte. Mitarbeiter des Unternehmens, die eine bestimmte App-Seite im Netz aufgesucht hatten, wurden mit einem ganz besonderen Gastgeschenk begrüßt: Ihren Systemen wurde eine Malware eingepflanzt. Inzwischen hat Apple das Gegengift entwickelt, die sie allen Benutzern zur Verfügung stellen wird. Zudem arbeitet sie mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, um die Übertäter dingfest zu machen.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 19.2.2013: Apple Hit by Hackers Who Struck Facebook

Dienstag, 19. Februar 2013

Smartwatch kontert iWatch-Gerüchte

Kopiert Samsung jetzt auch noch die Gerüchte? Das fragt sich der Spiegel online ätzend. Auslöser sind Gerüchte über eine Smartwatch des Apple-Rivalen, dessen iWatch wie berichtet gerade in der Gerüchteküche durchgegart wird. Angeblich soll Samsung eine Uhr entwickeln, die drahtlos mit dem Smartphone verbunden wird und auf dem Display z.B. anzeigen kann, dass eine neue E-Mail angekommen ist. Sollten die Gerüchte sich bewahrheiten, droht das nächste Juristenspektakel, denn Sony hat eine ganz reale Uhr namens Smartwatch schon im Programm (siehe Foto).

Chinas Hacker: Massiver Datenraub bei 141 Firmen...

... aus den Bereichen Information Technologies, Telekommunikation, Luftfahrt und Energie. So berichtet die Sicherheitsfirma Mandiant Corp. in einem 74seitigen Report. Dabei lassen sich die Täter in Zusammenhang mit einer Website der chinesischen Befreiungsarmee bringen. Die Spuren gehen bis in das Jahr 2006 zurück. 115 der 141 Firmen seien amerikanischen Ursprungs. Hunderte von Terabytes seien betroffen.

Facebook: 100 neue Arbeitsplätze in Dublin...

... und damit wird im europäischen Hauptquartier die inzwischen auf 400 Mitarbeiter angeschwollene Belegschaft noch einmal deutlich erhöht. Seit 2008 hat Facebook in Irland ihr Hauptquartier. Ebay ist auch dort und will seine Belegschaft in den kommenden vier Jahren um 1000 Mitarbeiter erweitern. So berichtet die Irish Times.

Montag, 18. Februar 2013

EU versus Google: Bis zum Sommer wird's noch heiß in Sachen Datenschutz...

... denn die Mitgliedsländer und die EU-Kommission sind keineswegs zufrieden mit der Art und Weise wie unser aller Google mit dem Datenschutz umgeht. Nun wollen die Länder sich vereinigen und mit einer Stimme gegen Google und auch Facebook vorgehen. Bis zum Sommer sollen Themen wie das Opt-Out bei Kontext-Anzeigen definiert und wohl auch durchgesetzt sein. Bericht des Wall Street Journals.

Microsoft: MacOffice mit Preiserhöhung um 17 Prozent...

... meldet Computerworld. Offensichtlich im Zusammenhang mit der Ankündigung von Office 2013 hat Microsoft in der Mac-Welt die Preise für die Vorgängerversion Office 2011 auf dasselbe Niveau gehoben wie die Neuschöpfung. Damit keiner auf dumme Gedanken kommt, oder...

Pirate Bay verklagt Musikverband wegen Copyright-Verletzungen...

... und zwar geht es dabei um den finnischen Musikverband. Dieser hatte die Website von Pirate Bay imitiert und Links auf legale Download-Seiten gesetzt - als Parodie. Weil der Musikverband mit seinem Imitat die Urheberrechte der Priate Bay verletzt haben soll, wird er nun vor den Kadi gezogen.Siehe auch Spiegel Online

IBM: Dr. Watson, der Arzt der niemals schläft...

... und deshalb jede Woche 160 Stunden Fachliteratur studieren und sich einverleiben kann, um auf dem Laufenden zu sein. Nun soll die Maschine Medizinern bei der Diagnose und Therapie helfen. So das Ziel der Zusammenarbeit zwischen dem Erfinder, IBM, dem Memorial Sloan-Kettering Cancer Centre und Wellpoint. Onkologen sollen dabei die Maschine mit Patientendaten füttern. Diese analysiert dann die Fachliteratur und setzt sie in Kontext mit dem individuelle Krankheitsbild. Was Dr. Watson dann empfiehlt, geschieht immer auf der Basis einer Dokumentation der zu Rate gezogenen Fachliteratur. So berichtet das Wirtschaftsmagazin The Economist. In den Leser-Kommentaren wird der Nutzen von Dr. Watson nicht unbedingt angezweifelt, allenfalls dessen Überschätzung.
Ein Leser meint, dass das einzige Expertensystem auf Erden der Mensch sei, es sei denn, dass mit dem Meteoritenschwarm, der jüngst auf die Erde niederprasselte, "externe Intelligenz" dabei gewesen sei...

Apps: Ihr persönlicher Bekleidungsberater...

... ist Thema eines Eintrags bei All Things D. Demnach können Sie sich über Netrobe and Cloth.beraten lassen, ob Sie beim Blick in Ihren Kleiderschrank die richtige Klamotten gewählt hanaben.

Wikileaks-Partei: Julian Assange bewirbt sich um Parlamentssitz...

... in Australien, nachdem dort jetzt die Wikileaks-Partei gegründet wurde. Und seine Chance, gewählt zu werden, seien gar nicht schlecht, meint das Nachrichtenmagazin Time.

Sicherer Euro - Wachstum in Europa...

... lautet die Formel, nach der Deutschlands Wirtschaftsminister Philip Rösler das Jahr 2013 und 2014 betrachtet. 1,6 Prozent Wachstum wären dann im kommenden Jahr drin. Doch zuvor müssen wir 2013 überstehen. Es sei das Jahr, das zwar nicht das Ende der Krise brächte, aber den Anfang vom Ende der Krise. So Rösler im Gespräch mit dem Wall Street Journal, das ihn bei seinem Besuch im Silicon Valley begleitete. Ins Tal der Talente folgte ihn auch die BILD-Zeitung.

Modell Silicon Valley

Zu ihr sagte er den Spruch, den wir seit den sechziger Jahren immer wieder hören können. „Mein Ziel ist es, dass wir bis Ende des Jahrzehnts auf dem Siegertreppchen stehen, wenn es darum geht, die gründungsstärkste IT-Szene in der Welt zu haben.“ Immer wieder wird dabei das Silicon Valley als Modell genannt - und vergessen, welche Metamorphosen diese Region durchgemacht hat. Von Silicon zu Software, von Rüstungsindustrie zu Biotech, von Telekomausrüstung zum Cyberspace - und neuerdings zurück zur Hardware. Hier wurde gemeinsam mit der Region in Texas der Integrierte Schaltkreis erfunden, hier wurde der Mikroprozessor erfunden, hier wurde das Internet gezündet, hier wurde das Relationenmodell ausgetüftelt. Und. Und. Und. Und was haben wir zu bieten? Nicht viel. Trotz DV-Förderung. Trotz Siemens. Trotz SAP. Trotz - ja wer ist trotzig genug, um all denen Paroli zu bieten, die immer nur an ihren eigenen Status denken...
Raimund Vollmer

Sonntag, 17. Februar 2013

Microsoft: Surface am Samstag ausverkauft...

... meldet der wiedererstarkende Desktop-Herrscher. Ausverkauf galt für die 64 Gigabyte-Version, aber auch die 128 Gig-Maschine wurde knapp am ersten Wochenende...

Rück-Click 1964: Das Büro der Zukunft....

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... wird vielleicht wie dieses Büro der sechziger Jahre ohne SICHTBARE Computer auskommen...
Journalyse-Quelle: Bildertanz-Pfullingen - Sammlung Volksbank Reutlingen

Rück-Click 1983: Lotus 1-2-3 ist da...

... und eroberte im Sturm die PCs der Geschäftswelt. Es löste VisiCalc ab, das 1979 das erste Tabellenkalkulationsprogramm der Welt geworden war. 340.000 Dollar kostete die Entwicklung von Lotus 1-2-3. In den neunziger Jahren war es dann Excel von Microsoft, das dann Lotus 1-2-3 niedermachte und heute Teil des Office-Pakets ist. Lotus gehört seit 1995, also seit bald 20 Jahren zu IBM.
Journalyse-Quelle: Vollmer-Archiv

Rück-Click 1991: Zwischen Apps und Cloud...

... nur nannte man es damals noch nicht so...
1991: »Von winzigen Software-Komponenten bis hin zu weltumspannenden Netzwerken gibt es mehr Optionen als selbst die Experten erkunden können.«
Business Week