Donnerstag, 18. Juli 2019

Pakt der Branchen-Dinosaurier

Der Telekom-Konzern AT&T hat völlig überraschenderweise den Cloud-Zwerg IBM damit beauftragt, seine internen Business-Apps in die IBM Cloud migrieren. AT&T nutzt laut Pressemitteilung Lösungen des Linux-Unternehmens Red Hat, das IBM jetzt aufgekauft hat, wie wir hier gemeldet haben. Wie viel Geld für die Kooperation fliesst, kommunizierten die beiden Unternehmen nicht. Nach Recherchen des Wall Street Journals beziffert sich das Volumen der mehrjährigen Vereinbarung auf mehrere Milliarden Dollar. Beide, sowohl AT&T als auch IBM, arbeiten immer noch mit „Legacy“-Geschäftsmodellen aus dem letzten Jahrtausend; vielleicht passt es ja genau deshalb. Und weil beide Firmen auch schon in der Vergangenheit immer wieder zusammengearbeitet haben. So könnte der Deal für beide der Anfang des Weges in das 21. Jahrhundert sein.

VOR 50 JAHREN - AUFBRUCH INS WELTALL (2)









Mittwoch, 17. Juli 2019

VOR 50 JAHREN - AUFBRUCH INS WELTALL (1)

2007 erfüllte ich mir einen journalistischen Traum - und unternahm den Versuch, die Geschichte der Mondlandung zu erfassen und mit meinen Worten zu verfassen. Ich gebe es zu: Es war ein großer Schritt für mich - das Erlebnis von damals, die Recherchen und das Schreiben vor zwölf Jahren. Vielleicht bildeten diese Ereignisse um den  20. Juli 1969 einen jener seltenen Momente, in denen alles zusammenkommt - Drama und Poesie, Wirklichkeit und Traum, Technik und Gesellschaft, Wirtschaft und Staat.  All diese Elemente fielen sogar so eng zusammen, dass wir bis heute nicht glauben wollen, dass wir tatsächlich auf dem Mond gelandet sind. Selbst heute, 50 Jahre später, können wir es uns nicht vorstellen. Denn diese großartigen Augenblicke sind vorbei. Vielleicht sogar für immer - weil wir das Träumen verlernt haben. Raimund Vollmer
(Vergrößern duch Draufclicken) 














FORTSETZUNG FOLGT

Dienstag, 9. Juli 2019

IBM macht teuersten Fehlkauf der Geschichte perfekt...

... und meldet den Abschluss der Übernahme des Linux-Hauses Red Hat zum Preis von knapp 34 Mrd. Dollar. Das dürfte weitere Entlassungen und Desinvestitionen nach sich ziehen. Vermutlich gehen die Power-Systeme an Google und die Mainframes an die Deutsche Bank, die ja ihre IT aufmöbeln muss. (Scherz).

Mittwoch, 3. Juli 2019

APPLE 1983: LISA UND DAS SOFTWARE-PROBLEM

In den Tiefen meines Archivs fand ich Materialien zur 1983er Ankündigung von LISA, der großen Schwester vom Mac, der ein Jahr später angekündigt wurde. Da sicherlich nur ganz wenige Leute über dieses Material noch verfügen, sei es hier - aus reiner Chronistenpflicht heraus - veröffentlicht. Denn dafür war es ja vor 36 Jahren bestimmt worden.Raimund Vollmer









Donnerstag, 20. Juni 2019

Slack macht Kohle

Dem App-Anbieter Slack gelingt ein fulminanter Börsenstart, beobachtet der Spiegel. Das Erfolgsgeheimnis: Mit der App können sich Teams organisieren, indem sie Chatten, Dokumente austauschen und kommentieren oder sich in verschiedenen Gruppen untereinander absprechen. Slack wurde unmittelbar vor dem Börsendebüt an der New York Stock Exchange (NYSE) mit rund 15,7 Mrd. Dollar bewertet, also mit rund 26 Dollar je Aktie. Der Kurs wuchs zum Handelsstart am Donnerstag um rund 50 Prozent und eröffnete bei 38,5 Dollar.
Nicht schlecht für die 2013 gegründete US-Firma, die nach 40 Mio. Dollar Verlust im Jahr 2017 vergangenes Jahr sogar einen Verlust von knapp 139 Mio. Dollar verkraften musste (und konnte). Die Phantasie der Spekulanten macht es möglich. Gegründet wurde Slack übrigens in Kanada, ist dann aber ins gelobte Tal nach San Francisco umgezogen.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Erfinder wollen keine Nachahmer sein...


Selbst wenn man, wie in den USA eine Staatsquote von nur 35 Prozent hat, muss man einfach akzeptieren, dass der Staat der größte Wirtschaftsfaktor eines Landes ist. In Deutschland liegt die Quote sogar fast zehn Prozentpunkte höher - und zwar traditionell. Das heißt: Man kann sich drehen und wenden, wie man will, am Ende ist der Staat immer an allem beteiligt, aber deswegen noch lange nicht der entscheidende Faktor. 
Nun  behauptet heute in der FAZ die Wirtschaftsprofessorin Mariana Mazzucato: "ohne die Regierung in Washington gäbe es heute kein Silicon Valley". Und sie führt als Begründung die zum Pentagon gehörende DARPA an, die u.a. die Entstehung des Internets bewirkte, sie nennt die National Science Foundation, die staatliche Beschaffungspolitik und natürlich die weniger bürokratische Haltung der eingeschalteten Behörden. Ohne staatliche Hilfe kein Google, kein iPhone, kein Tesla, meint sie. Sie vergisst zu erwähnen, dass das Internet erst in dem Augenblick in seine Hochphase driftete, als es sich in den achtziger Jahren von der DAPRA löste. Sie vergisst zu erwähnen, dass zu Beginn der neunziger Jahre das Valley  den Rückzug der Rüstungsindustrie zu verkraften hatte und dies mit privat induzierten Innovationen meisterte. Sie vergisst zu erwähnen, dass an Sprachverarbeitung seit den sechziger Jahren gearbeitet wird - in Staat und Wirtschaft. Sie vergisst zu erwähnen, dass das Zentrum des Silicon Valley, die Stanford University, eine private Stiftung ist. Sie vergisst zu sagen, dass hinter der Erfindung des Mikroprozessors vor 50 Jahren ein privater Auftrag stand. Und das Muster, nach dem bis heute das Internet funktioniert, die Paketvermittlung, entstand zwar in den USA in einer von öffentlichen Aufträgen abhängigen Denkfabrik, der Rand Corp., aber der Erfinder fand zuerst einmal nicht die entsprechende Unterstützung durch den Staat und das von ihm geförderte Telefonmonopol AT&T.
Das Silicon Valley ist nicht auf der Basis einer staatlichen Idee entstanden. Es waren private Initiativen. Und wenn man ganz, ganz ehrlich ist: dann waren es in erster Linie sehr, sehr kluge Individuen, die ihre Ideen umsetzen wollten. Denen ist es ziemlich egal, wer sie bezahlt. Hauptsache ist, dass sie die Chance haben, umzusetzen, was ihnen an Ideen in den Kopf kommt. Wie man solche Typen erkennt, wie man solche Typen fördert - das ist nicht unbedingt die Stärke Deutschlands. Das ist meistens eine Sache des Zufalls, dem wir auch nicht durch Startups auf die Sprünge helfen können. Dazu brauchen wir grundsätzlich eine weitaus größere Offenheit gegenüber Ideen, egal, aus welchem Bereich sie kommen. Wir leben am liebsten in der Komfortzone der Nachahmer. Nur reicht dies nicht mehr. Erfinder wollen keine Nachahmer sein. Sie wollen noch nicht einmal das Silicon Valley nachäffen.
Raimund Vollmer

Allesfresser

2011: »Software verschlingt die Welt.«
Marc Andreessen, Erfinder von Netscape

Mittwoch, 12. Juni 2019

CloudSpeaker 2

„Passwörter sind wie Unterwäsche. Du darfst sie keinen sehen lassen, musst sie regelmäßig wechseln und solltest sie nicht mit Fremden tauschen.“

Technik-Blogger Christopher Joseph Pirillo (26. Juli 1973) ist Gründer und CEO von LockerGnome

Cloudspeaker

1998: »Jede neue Generation an Software
ist schlimmer als ihre Vorgängerin.«
Nicholas Negroponte (*1943), Gründer des MIT Media Lab

Dienstag, 11. Juni 2019

Künstliche Intelligenz: Nur für Autos?


Jeder dritte Forschungseuro geht in die Automobilindustrie, heißt es, wird wohl auch stimmen. Und so haben wir, was "die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Fahrzeugtechnik und in Erkennungssystemen eine führende Rolle", meint die FAZ und wohl auch das Deutsche Patent und Markenamt (DPMA), das jetzt seine Bestände zählte und feststellte, dass aus Amerika doppelt so viele Patentanmeldungen kamen zum Thema KI als aus unseren Landen. 1022 deutsche KI-Patente standen 2048 Anmeldungen aus den USA gegenüber. Und nun ist man natürlich unzufrieden. Es müsse mehr in KI investiert werden.[1]

Vielleicht sollten wir mehr in NI investieren, in natürliche Intelligenz. Sie ist nämlich die Voraussetzung für KI.



[1] Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Juni 2019: "KI: Deutschland hinkt Amerika hinterher"

Sonntag, 9. Juni 2019

IBM - T Rex der IT-Branche

Das Bundeskartellamt hat gestern wenig überraschend den Erwerb "von wesentlichen Hard- und Software-Ressourcen sowie von Personal aus dem Geschäftsbereich des Mainframe-Betriebs der T-Systems" gestoppt, Dieser Deal der beiden untoten Firmen hätte die Markchancen der wenigen  Wettbewerber (wie Atos, DXC, Finanz Informatik oder Fiducia & GAD IT) arg beeinträchtigt, die sich ebenfalls noch mit den "Dinosauriern des Computing" auskennen.

Vielsagend auch folgendes Statement des Kartellamtes: "Die bereits heute starke Marktposition von IBM beim Mainframe-Betrieb wird auch dadurch abgesichert, dass alle Wettbewerber beim Betrieb von IBM-Vorleistungen abhängig sind, weil de facto nur dieses Unternehmen die Mainframes herstellt. Darüber hinaus war zu berücksichtigen, dass theoretisch mögliche Wechsel der Kunden zu anderen Großrechner-Systemen oder Cloud-Lösungen mit sehr hohen Investitionen verbunden sind."