Die deutschen Anbieter von Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) müssen im laufenden Jahr als Folge der globalen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise eine kleine Wachstumsdelle verkraften. Nach Informationen des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) wird der Umsatz mit Produkten und Diensten der ITK im Jahr 2009 um 2,5 Prozent auf 141 Milliarden Euro zurückgehen. Im kommenden Jahr werde der Markt dann wieder um 0,3 Prozent auf 141,4 Milliarden Euro anziehen. Damit entwickle sich die ITK-Industrie deutlich besser als die Gesamtwirtschaft.
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jUTcSTg8cB59RU2LV9Ky1fgFEJyA
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Freitag, 3. Juli 2009
ITK-Branche mit kurzer Verschnaufpause - Wachstum ab 2010
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Freitag, 8. Mai 2009
US-Banken: 599.000.000.000 Dollar Verlust bis Ende 2010...
... erwartet die amerikanische Zentralbank für die 19 größten Geldinstitute des Landes - unter der Voraussetzung, dass sich die ökonomischen Bedingungen nicht verbessern. Zehn dieser Banken wurde aufgefordert, ihre Eigenkapitalbasis um 74,6 Milliarden Dollar zu erhöhen. In ihrem Worst-Case-Szenario müssen die Banken damit rechnen, dass kumuliert in 2009 und 2010 die Kreditausfälle 9,1 Prozent aller Ausleihungen betragen könnten.
Die große Frage ist nun: Sind die Banken überhaupt in der Lage in den nächsten Monaten diese gigantische Summe von 60 oder 74 Milliarden Dollar an Eigenkapitalbeschaffung zu stemmen? Trotz des Anstieg der Börsenkurse, weil Wall Street noch schlechtere Zahlen erwartet hatte, sind Insider diesbezüglich eher skeptisch.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 8.5.2009, By David Enrich, Robin Sidel, Deborah Solomons: "Fed Sees Up to $599 Billion in Bank Losses"
Die große Frage ist nun: Sind die Banken überhaupt in der Lage in den nächsten Monaten diese gigantische Summe von 60 oder 74 Milliarden Dollar an Eigenkapitalbeschaffung zu stemmen? Trotz des Anstieg der Börsenkurse, weil Wall Street noch schlechtere Zahlen erwartet hatte, sind Insider diesbezüglich eher skeptisch.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 8.5.2009, By David Enrich, Robin Sidel, Deborah Solomons: "Fed Sees Up to $599 Billion in Bank Losses"
Mittwoch, 22. April 2009
Finanzkrise 2010: Banken brauchen weitere 875 Milliarden Dollar...
... an Eigenkapital, um wenigstens annähernd wieder so stabil zu sein wie vor der Krise. Dies meint jedenfalls der Internationale Währungsfond mit Blick auf die globale Finanzwelt.
Banken: 4.100.000.000.000 Dollar
- davon USA: 2.700.000.000.000 Dollar
- davon Europa: 1.300.000.000.000 Dollar
Versicherungen: 300.000.000.000 Dollar
Sonstige Finanzinstitute: 1.300.000.000.000 Dollar
Verluste zwischen 2007 und 2010.
So hoch beziffert der IMF den bereits bestätigten und den noch zu erwartenden Gesamtschaden.
Jourmalyse-Quelle:: Wall Street Journal, 22.4.2009, Bob Davis, David Enrich:"Banks Need $875 Billion in New Equity, IMF Says"
Banken: 4.100.000.000.000 Dollar
- davon USA: 2.700.000.000.000 Dollar
- davon Europa: 1.300.000.000.000 Dollar
Versicherungen: 300.000.000.000 Dollar
Sonstige Finanzinstitute: 1.300.000.000.000 Dollar
Verluste zwischen 2007 und 2010.
So hoch beziffert der IMF den bereits bestätigten und den noch zu erwartenden Gesamtschaden.
Jourmalyse-Quelle:: Wall Street Journal, 22.4.2009, Bob Davis, David Enrich:"Banks Need $875 Billion in New Equity, IMF Says"
Dienstag, 21. April 2009
Die Krise macht die Wirtschaftsforscher ratlos
Am 23. April werden die Vertreter angesehener Wirtschaftsinstitute in Berlin ihr gemeinsames Frühjahrsgutachten zur wirtschaftlichen Entwicklung präsentieren. Und die vier werden die größte Fehleinschätzung in der Geschichte dieser Prognose eingestehen müssen. Wie daneben die Wirtschaftsexperten zuletzt lagen, zeigen die Korrekturen ihrer Prognosen: 2008 sagten die Fachleute noch 0,2 Prozent Wachstum voraus. Jetzt müssen die Ökonomen die peinliche Fehleinschätzung eingestehen.
Weitere Infos: WELT ONLINE
Weitere Infos: WELT ONLINE
Freitag, 27. März 2009
Protest in London beim G20-Gipfel über Internet organisiert
Die FAZ berichtet heute, dass die Demonstranten beim G20-Gipfel in London ihre Aktionen über das Internet organisieren. Wir zitieren: "Am Mittwoch wll eine Protestgruppe, die sich G20-Melddown nennt, ausgehend von zentralen Londoner U-Bahn-Stationen gleich vier Protestzüge in Richtung der Notenbank in Gang setzen. Die vier Gruppen sollen in abgewandelter Form die vier apokalytischen Reiter symbolisieren: 'Krieg', 'Klimakatastrophe', 'Finanzkriminalitär' und 'Obachlosgkeit'. Die schrillen Parolen für die Demonstrationen werden im Internet schon vorgegeben und verbreitet."
»VERBRENNT EINEN BANKER«
Slogan auf einer anarchistischen Internetseite
Journalyse-Quelle: FAZ, 27.3.2009: "Die Hatz auf die Schlipsträger"
»VERBRENNT EINEN BANKER«
Slogan auf einer anarchistischen Internetseite
Journalyse-Quelle: FAZ, 27.3.2009: "Die Hatz auf die Schlipsträger"
Sonntag, 8. Februar 2009
Januar: 600.000 Jobs weniger in den USA
Vor der Finanzkrise lag die Arbeitslosenquote in den USA bei 4,6 Prozent, jetzt stieg sie im Januar 2009 auf 7,6 Prozent - dem höchsten Stand seit 1992. Seit Dezember 2007, dem Beginn der Rezession, sind in den Vereinigten Staaten mehr als 3,6 der damals 135 Millionen Jobs verschwunden. Es sei inzwischen so schlimm wie Mitte der siebziger Jahre, als der Ölpreisschock die Weltwirtschaft lahmlegte, heißt es.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 7.2.2009, Alan Beattle, Alan Rappeport: "Obanma seizes on jobless surge to attack delay in approving stimulus"
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 7.2.2009, Alan Beattle, Alan Rappeport: "Obanma seizes on jobless surge to attack delay in approving stimulus"
Freitag, 30. Januar 2009
14 Prozent der Bankkunden auf dem Absprung
Zwölf Prozent der Deutschen, 14 Prozent der 6000 Bankkunden insgesamt, die in sechs Ländern von der Boston Conlsulting Group befragt wurden, geben an, dass sie ihr Geldinstitut bei der Anlage ihres Guthabens wechseln möchten. Bei 54 Prozent der Deutschen, die an dieser Umfrage teilnahmen, ist wegen der Finanzkrise das Vertrauen in die Banken erschüttert.
Journalyse-Quelle: FAZ, 30.1.2009: "14 Prozent der Kunden suchen eine neue Bank"
Journalyse-Quelle: FAZ, 30.1.2009: "14 Prozent der Kunden suchen eine neue Bank"
Donnerstag, 22. Januar 2009
Finanzkrise: Muss IT herhalten für Zahlungsprobleme?
Im Kommentar auf ihrer Finanzseite erzählt die FAZ von einem Fall, bei dem ein Schuldner seine Abzahlung Ende 2008 rechtzeitig und vollständig leistete, das Geld aber bis tief in den Januar hinein nicht beim Gläubiger gutgeschrieben wurde. Die Bank schob IT-Schrierigkeiten bei der Abwicklung der neuen Abgeltungssteuer vor. Schreibt die FAZ: "Hoffentlich spricht sich das nicht unter Banken herum. Sonst könnten sich IT-Schwierigkeiten als stabilisierendes Instrument der Liquiditätssteuerung etablieren." Hoffentlich bewirkt nicht dies genau dieser Kommentar - oder dieser Erwähnung in der Journalyse. Wahrscheinlich war aber dies tatsächlich ein echter Ausrutscher, der aber auch zeigt, wie groß das Misstrauen inzwischen bei den Kunden ist.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2009: "Der Pegel steigt" (Kommentar: Stephan Ruhkamp)
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2009: "Der Pegel steigt" (Kommentar: Stephan Ruhkamp)
Sonntag, 18. Januar 2009
Schlagzeile heute: "Hilfe! Das Kapital verschwindet"
So lautet der Aufmacher im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Und auf Seite 1 berichtet das Blatt: "Nach inoffiziellen Berichten besitzen die Finanzinstute 'faule' Wertpapiere im Wert von 300 Milliarden Euro. Erst ein Viertel davon sei abgeschrieben, so dass weiterhin ein erheblicher Wertberichtigungsbedarf da ist, der zu weiteren hohen Verlusten der Banken führen dürfte." Schon ist die Rede von einer Bad Bank, die alle faulen Wertpapiere einsammeln soll. Doch das Konzept ist höchst umstritten.
Donnerstag, 15. Januar 2009
Deutsche Bank: 3,9 Milliarden Euro Jahresverlust
Finanzkrise - und kein Ende: Zum ersten Mal seit Ende des 2. Weltkrieges muss die Deutsche Bank einen Jahresverlust ausweisen - und dann auch gleich noch in Höhe von 3,9 Milliarden Euro. So das vorläufige Jahresnedergebnis. Dass über die Deutsche Post, deren Tochter Postbank die Deutsche Bank übernehmen will, der Staat nun an der Deutschen Bank mit zeitweilig acht Prozent beteiligt ist, gibt dem Ganzen eine pikante Note. Deswegen ist jedoch die kerngesunde Bank noch lange keine Staatsbank, wie jeder weiß, wobei der Name dies suggeriert.
Besonders bitter: Der Börsenwert der Deutschen Bank beträgt momentan 12 Milliarden Euro. "Das ist zwar noch deutlich mehr als die peinlichen 3 Milliarden für die um Dresdner Bank vergrößerte Commerzbank, aber auch deutlich weniger als die führenden europäischen oder amerikanischen Banken", kommentiert die FAZ
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.1.2009: "Deutsche Bank macht Milliardenverlust" und "Zeit für eine neue Bank" (Kommentar)
Besonders bitter: Der Börsenwert der Deutschen Bank beträgt momentan 12 Milliarden Euro. "Das ist zwar noch deutlich mehr als die peinlichen 3 Milliarden für die um Dresdner Bank vergrößerte Commerzbank, aber auch deutlich weniger als die führenden europäischen oder amerikanischen Banken", kommentiert die FAZ
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.1.2009: "Deutsche Bank macht Milliardenverlust" und "Zeit für eine neue Bank" (Kommentar)
Montag, 12. Januar 2009
Motto für die nächsten fünf Jahre: »Sei nicht dumm!«...
... empfiehlt Daniel Henninger, Colmunist des Wall Street Journals. Sein "Don't Be Stupid" steht dabei gegen Googles "Don't Be Evil". Denn Henninger glaubt, dass der Untergang so vieler Finanzinstitutionen in einem einzigen Jahr nicht mehr nur zurückgeführt werden kann auf ein paar "Mistakes", ein paar Fehler. Es waren vielmehr "katastrophale Fehler". Auf der Suche nach den Ursachen führt ihn sein Weg in die Tiefen des Cyberspace. "Es gibt nur einen einzigen anderen Bereich im modernen menschlichen Leben, der diese beispiellose Fehlerrate erzeugt: Das World Wide Web. Könnte es sein, dass in der Welt des Geldes der Information Highway die Straße in den Ruin darstellt - http://www.stupid.com/?"
Wer durch das Internet browst, ohne irgendwo in Ruhe zu verweilen und selbst nachzudenken, der googelt sich von einem winzigen Irrtum zum anderen. "Die moderne Investor-Klasse, ob bei Citigroup, Lehman oder Pensionäre daheim, sie alle wurden Google-Zombies. Die Arbeiter der Finanzindustrie - und andere auch - jagen nach Daten durch Tausende von Bildschirm-Sichten, während sie zugleich von Emails überschüttet werden. Sie tun dies, weil das viel mehr Spaß macht als die Zeitschinderei, die eine Aufgabe sonst dafür benötigen würde" - durch eigenes Denken. Es entsteht eine gedankenlose Welt. "Während die Subprime-Mania durch die Handelsräume der Welt jagte - und dieses Durcheinander war ein Bildschirm-getriebenes Phänomen - , starrten von Zeitnot geplagte Manager auf die illuminierten Zahlen und nahmen an, dass Daten und Modelle okay seien, denn sicherlich habe irgendjemand irgendwo sich die Zeit geommen, um all das zu überprüfen. Der Mann, der diese Art der nachlassenden Aufmerksamkeit des Menschens am besten verstand, war Bernard Madoff."
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 8.1.2009, Daniel Henninger (Wonder Land): "Top 2009 Resolution: Don't Be Stupid"
Wer durch das Internet browst, ohne irgendwo in Ruhe zu verweilen und selbst nachzudenken, der googelt sich von einem winzigen Irrtum zum anderen. "Die moderne Investor-Klasse, ob bei Citigroup, Lehman oder Pensionäre daheim, sie alle wurden Google-Zombies. Die Arbeiter der Finanzindustrie - und andere auch - jagen nach Daten durch Tausende von Bildschirm-Sichten, während sie zugleich von Emails überschüttet werden. Sie tun dies, weil das viel mehr Spaß macht als die Zeitschinderei, die eine Aufgabe sonst dafür benötigen würde" - durch eigenes Denken. Es entsteht eine gedankenlose Welt. "Während die Subprime-Mania durch die Handelsräume der Welt jagte - und dieses Durcheinander war ein Bildschirm-getriebenes Phänomen - , starrten von Zeitnot geplagte Manager auf die illuminierten Zahlen und nahmen an, dass Daten und Modelle okay seien, denn sicherlich habe irgendjemand irgendwo sich die Zeit geommen, um all das zu überprüfen. Der Mann, der diese Art der nachlassenden Aufmerksamkeit des Menschens am besten verstand, war Bernard Madoff."
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 8.1.2009, Daniel Henninger (Wonder Land): "Top 2009 Resolution: Don't Be Stupid"
Mittwoch, 7. Januar 2009
Unternehmer Adolf Merckle nimmt sich das Leben
Angesichts der Notlage seiner Firmen, verursacht durch die Finanzkrise und Felspekulationen, hat sich der schwäbische Unternehmen einen Tag vor Dreikönig das Leben genommen. Er hatte sich in Blaubeuren vor einen Zug geworfen.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7.1.2009: "Adolf Merckle begeht Selbstmord"
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7.1.2009: "Adolf Merckle begeht Selbstmord"
Montag, 22. Dezember 2008
Alan Greenspan: Allein die Börsen (und damit die Wirtschaft) können die Banken retten
In einem Kommentar zur Finanzkrise äußert Alan Greenspan, von 1987 bis 2006 Chef der amerikanischen Federal Reserve Bank (1987 bis 2006) im britischen Wirtschaftsmagazin The Economist: "Aus Gründen, die zu nennen den Rahmen dieses Artikels sprengen würden, glaube ich ganz fest daran, dass der Einsatz von Regierungskrediten nur temporär sein darf. Was aber ist dann die Quelle von neuem Privatkapital, dass eine Rückbesinnung auf souveräne Kreditvergabe erlaubt? Schlussendlich ist es die teilweise Wiederherstellung jener 30 Billionen Dollar, die weltweit an den Börsen durch Kursverluste vernichtet wurden, die es Banken ermöglichen würde, wieder das benötigte Eigenkapital zu heben. Die Märkte sind in einem Maße Ängsten unterworfen, wie wir es zuletzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1907 und 1932 fallen einem dazu ein) erlebt haben. So wie der menschliche Geist gebaut ist, können wir hoffnungsvoll darauf setzen, dass es eine Umkehr an den Märkten innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate geben wird."
Journalyse-Quelle: The Economist, 20.12.2008
Journalyse-Quelle: The Economist, 20.12.2008
Freitag, 5. Dezember 2008
Weltweite Entlassungswelle: Jeder fünfte Deutsche bangt
Wer heute und gestern die Tageszeitung aufschlug, dem prasselten eine Fülle von Nachrichten über Entlassungen entgegen:
AT&T - das ehemalige Fernmeldemonopol der USA - meldet den Abbau von 12.000 Stellen. (FAZ)
Telecom Italia - der italienische Fernmelderiese muss nach einer Entlassungswelle im Juni von 5000 Arbeitsplätzen weitere 4000 Jobs einsparen. (Wall Street Journal)
U.S. Steel - der amerikanische Stahlkocher will seine Belegschaft um 13 Prozent oder 3500 Arbeitsplätze verringern. (Wall Street Journal)
DuPont - der amerikanische Chemieriese verkündet, dass er 2500 Jobs streichen will. (FAZ)
Nomura - die japanische Investmentbank will 1000 Arbeitsplätze wegfallen lassen. (FAZ)
Deutsche Bank - das größte Finanzhaus hierzulande begann damit, in seinem internationalem Investmentbankinggeschäft 900 Stellen abzubauen. (Wall Street Journal)
CreditSuisse - das Schweizer Bankhaus erklärt, dass 5300 Arbeitsplätze (umgerechnet elf Prozent) der Finanzkrise geopfert werden müssen. (FAZ)
Insgesamt habe die Finanzkrise bislang 200.000 Bankmitarbeitern weltweit den Job gekostet.
Der ARD DeutschlandTrend ermittelt, dass inzwischen jeder fünfte Deutsche um seinen Arbeitsplatz bangt.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5.12.2008, Wall Street Journal, 4.12.2008, Financial Times (UK), 4.12.2008
AT&T - das ehemalige Fernmeldemonopol der USA - meldet den Abbau von 12.000 Stellen. (FAZ)
Telecom Italia - der italienische Fernmelderiese muss nach einer Entlassungswelle im Juni von 5000 Arbeitsplätzen weitere 4000 Jobs einsparen. (Wall Street Journal)
U.S. Steel - der amerikanische Stahlkocher will seine Belegschaft um 13 Prozent oder 3500 Arbeitsplätze verringern. (Wall Street Journal)
DuPont - der amerikanische Chemieriese verkündet, dass er 2500 Jobs streichen will. (FAZ)
Nomura - die japanische Investmentbank will 1000 Arbeitsplätze wegfallen lassen. (FAZ)
Deutsche Bank - das größte Finanzhaus hierzulande begann damit, in seinem internationalem Investmentbankinggeschäft 900 Stellen abzubauen. (Wall Street Journal)
CreditSuisse - das Schweizer Bankhaus erklärt, dass 5300 Arbeitsplätze (umgerechnet elf Prozent) der Finanzkrise geopfert werden müssen. (FAZ)
Insgesamt habe die Finanzkrise bislang 200.000 Bankmitarbeitern weltweit den Job gekostet.
Der ARD DeutschlandTrend ermittelt, dass inzwischen jeder fünfte Deutsche um seinen Arbeitsplatz bangt.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5.12.2008, Wall Street Journal, 4.12.2008, Financial Times (UK), 4.12.2008
Freitag, 28. November 2008
Die Rettung der US-Wirtschaft: 8.500.000.000.000 Dollar
Mit einem Volumen von 8,5 Billionen Dollar brutto versucht die US-Regierung den Niedergang der amerikanischen Wirtschaft zu stoppen und wieder nach oben zu bringen. Diese Summe, die Finanzhilfen für Banken und Unternehmen umfasst, entspricht mehr als der Hälfte des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes (BIP). So berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg, die diese Zahlen zusammenstellte.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2008
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2008
Donnerstag, 13. November 2008
FT titelt: »Verluste der Finanzgruppen nähert sich den 1.000 Milliarden Dollars«
Die englischsprachige Ausgabe der Financial Times berichtet, dass sich die Verluste der Finanzwirtschaft zwischen Anfang 2007 und heute auf 918 Milliarden Dollar angehäuft haben. Diese Zahlen errechnete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass sich die Verluste noch auf 1.400 Milliraden Dollar aufsummieren werden. Die New Yorker Anwaltsfirma Sullivan & Cromwell erklärte jetzt, dass die Finanzwirtschaft insgesamt eine Billion Dollar an Kapital aufnehmen muss, um einigermaßen flott zu bkleiben. Billionen und Aberbillionen an Zertifikaten müssten noch von der Finanzwirtschaft abgebaut, bestätigt das Investmenthaus Lazard.
Quelle: Financial Times, 13.11.2008
Quelle: Financial Times, 13.11.2008
FAZ titelt: »Banker weg, wir brauchen eine Revolution!«
In einem Interview mit Nassim Nicholas Taleb geht der Autor des Buches "Der Schwarze Schwan" hart mit der Finanzwelt ins Gericht. Da heißt es: "Überdies weiß immer noch niemand, was die Banken eigentlich in ihren Portefolios haben. Sie haben so viel komplexe Wertpapiere, die sie einfach nicht verstehen. Schauen Sie sich nur die Deutsche Bank an, die, da bin ich sicher, Wertpapiere besitzt, die nicht einmal die Leute von der Deutschen Bank verstehen."
In dem Interview fordert Taleb den Rauswurf aller Beteiligten inklusive des FED-Chefs Bernanke. Schon 2002 hatte der Philosoph, der selbst durch Finanzgeschäfte Millionen verdiente, die Krise vorher gesehen, nachdem ihn ein Banker in die Geheimbilanzen seines Instituts hatte blicken lassen und Taleb die ungeheuren Risiken entdeckte, die sich hinter den Zahlen verbargen. In dem Interview verlangt er nicht nur den Rauswurf der Manager, sondern eine komplette Auswechselung des Systems.
Er hat aber auch eine Lektion an die IT-Branche mitgebracht. Er warnt davor, dass die Computerbrache viel zu sehr abhängig ist von den IT-Services aus dem indischen Bengaluru. Dies sei nicht sehr intelligent. "Ein winziges Problem, das wir nicht verstehen, könnte das Internet lahmlegen", warnt er weiterhin.
Dass das Interview im Feuilleton erscheint und nicht im Wirtschafts- oder Finanzteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist ein Hinweis darauf, dass man nur außerhalb der betroffenen Ressorts (Systeme) fundamentale Systemkritik betreiben kann. Wie sagte bereits der Philosph Hegel: "Die Angst zu irren ist bereits der Irrtum."
In dem Interview fordert Taleb den Rauswurf aller Beteiligten inklusive des FED-Chefs Bernanke. Schon 2002 hatte der Philosoph, der selbst durch Finanzgeschäfte Millionen verdiente, die Krise vorher gesehen, nachdem ihn ein Banker in die Geheimbilanzen seines Instituts hatte blicken lassen und Taleb die ungeheuren Risiken entdeckte, die sich hinter den Zahlen verbargen. In dem Interview verlangt er nicht nur den Rauswurf der Manager, sondern eine komplette Auswechselung des Systems.
Er hat aber auch eine Lektion an die IT-Branche mitgebracht. Er warnt davor, dass die Computerbrache viel zu sehr abhängig ist von den IT-Services aus dem indischen Bengaluru. Dies sei nicht sehr intelligent. "Ein winziges Problem, das wir nicht verstehen, könnte das Internet lahmlegen", warnt er weiterhin.
Dass das Interview im Feuilleton erscheint und nicht im Wirtschafts- oder Finanzteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist ein Hinweis darauf, dass man nur außerhalb der betroffenen Ressorts (Systeme) fundamentale Systemkritik betreiben kann. Wie sagte bereits der Philosph Hegel: "Die Angst zu irren ist bereits der Irrtum."
Dienstag, 4. November 2008
Wall Street Journal: Computermodelle tragen Mitschuld an Niedergang von AIG
Was wir an dieser Stelle bereits behauptet haben, dass die Finanzkrise letzten Ende doch aus dem Computer kam, wurde jetzt durch einen Hintergundbericht des Wall Street Journals (Seite 1) bestätigt. In einer Analyse des Niedergangs der amerikanischen Versicherungsgesellschaft American International Group (AIG) identifizierten die Journalisten Carrick Mollenkamp, Serena Ng, Liam Pleven und Randall Smith fehlerhafte Computermodelle als Mitursache für die Milliardenverluste. "Verteufelt kompliziert" konstruierte Deals im Wert von mehr als 400 Milliarden Dollar sind von Computermodellen taxiert und durch Credit Default Swaps abgesichert worden. Es sind Modelle, die Gary Gorton, Finanzgelehrter an der renommierten Yale School of Management, entwickelt und berechnet hat.
Allerdings berechneten diese Modelle nicht den Umschlag dieser als gesichert dargestellte Swaps in Verpflichtungen für das Versicherungsunternehmen. Diese Risiken hatte man gar nicht von Gary Gorton berechnen lassen, weil AIG sie gar nicht gesehen hat - und sorglos mit ihren Geschäftspartnern Verträge schloss, die dennoch den unwahrscheinlichen Fall eines Ausfalls berücksichtigten.
Prompt traten dieser Verpflichtungen ein - und AIG musste schließlich Staatshilfe im bis dahin unvorstellbaren Ausmaß in Anspruch nehmen. Da nicht nur AIG sich auf ihre Computer verließ, fragt sich nun das Wall Street Journal: "Vertrauten diese Firmen zu sehr ihren Computern, um noch die tatsächlichen Risiken zu erkennen?"
Die Verstoßung aus dem Paradies
Derweil trafen sich an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen Finanzexperten aus Deutschland, um in der Nürtinger Stadthalle die Entwicklung "Von der Finanzkrise zur Subprime-Krise" zu diskutieren. So lautet auch der Name eines Buches von Michael Bloss, Dietmar Ernst und Jochen Häcker. Zwei der Wissenschaftler nutzen die mit rund 500 Studenten und Gästen gefüllte Stadthalle, um ihr bereits vor Erscheinenen ausverkauftes Buch vorzustellen. Auf die Frage, ob es wirklich gut gewesen sei, Lehman Brothers in den Gläubigerschutz fallen zu lassen und nicht mit Staatsgeldern zu stützen, bezeichnete der hin und lavierende Häcker dies schließlich als einen "Sündenfall". In der Tat, wenn dies ein Sündenfall war und damit eine Assoziaition zur biblischen Geschichte aufgebaut werden soll, dann müssen die Banker vorher in einem Paradies gelebt haben, aus dem sie nun verstoßen worden sind.
Dass genau dies passiert ist, wollten die Podiumsteilnehmer in ganzer Tragweite noch nicht wahrhaben. Jeder Mittelständler muss sich permanent eine Welt vorstellen können, in der es ihn nicht mehr gibt - in der ihn der Wettbewerb ausgestoßen hat. Banken lebten in der Illusion, dass es sie immer und ewig geben würde. Der Fall Lehman ist deshalb ein Schock, den sie in Wirklichkeit noch nicht verdaut haben. Und irgendwie hat man das Gefühl, dass sie nun, wo es keinen Weg mehr zurück ins Paradies gibt, der Staat nun als Ersatz für den Verlust herhalten muss. Wann - so fragt man sich - werden unsere Banken erwachsen? Wann dringt überhaupt die Nachricht zu ihnen durch, dass sie erwachsen werden müssen?
Momentan - so scheint es - genießen sie die große Aufmerksamkeit, die ihnen die Finanzkrise beschert hat. Aber die Realwirtschaft - so machte diese Diskussion deutlich - ist in der Finanzwirtschaft noch lange nicht angekommen.
Allerdings berechneten diese Modelle nicht den Umschlag dieser als gesichert dargestellte Swaps in Verpflichtungen für das Versicherungsunternehmen. Diese Risiken hatte man gar nicht von Gary Gorton berechnen lassen, weil AIG sie gar nicht gesehen hat - und sorglos mit ihren Geschäftspartnern Verträge schloss, die dennoch den unwahrscheinlichen Fall eines Ausfalls berücksichtigten.
Prompt traten dieser Verpflichtungen ein - und AIG musste schließlich Staatshilfe im bis dahin unvorstellbaren Ausmaß in Anspruch nehmen. Da nicht nur AIG sich auf ihre Computer verließ, fragt sich nun das Wall Street Journal: "Vertrauten diese Firmen zu sehr ihren Computern, um noch die tatsächlichen Risiken zu erkennen?"
Die Verstoßung aus dem Paradies
Derweil trafen sich an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen Finanzexperten aus Deutschland, um in der Nürtinger Stadthalle die Entwicklung "Von der Finanzkrise zur Subprime-Krise" zu diskutieren. So lautet auch der Name eines Buches von Michael Bloss, Dietmar Ernst und Jochen Häcker. Zwei der Wissenschaftler nutzen die mit rund 500 Studenten und Gästen gefüllte Stadthalle, um ihr bereits vor Erscheinenen ausverkauftes Buch vorzustellen. Auf die Frage, ob es wirklich gut gewesen sei, Lehman Brothers in den Gläubigerschutz fallen zu lassen und nicht mit Staatsgeldern zu stützen, bezeichnete der hin und lavierende Häcker dies schließlich als einen "Sündenfall". In der Tat, wenn dies ein Sündenfall war und damit eine Assoziaition zur biblischen Geschichte aufgebaut werden soll, dann müssen die Banker vorher in einem Paradies gelebt haben, aus dem sie nun verstoßen worden sind.
Dass genau dies passiert ist, wollten die Podiumsteilnehmer in ganzer Tragweite noch nicht wahrhaben. Jeder Mittelständler muss sich permanent eine Welt vorstellen können, in der es ihn nicht mehr gibt - in der ihn der Wettbewerb ausgestoßen hat. Banken lebten in der Illusion, dass es sie immer und ewig geben würde. Der Fall Lehman ist deshalb ein Schock, den sie in Wirklichkeit noch nicht verdaut haben. Und irgendwie hat man das Gefühl, dass sie nun, wo es keinen Weg mehr zurück ins Paradies gibt, der Staat nun als Ersatz für den Verlust herhalten muss. Wann - so fragt man sich - werden unsere Banken erwachsen? Wann dringt überhaupt die Nachricht zu ihnen durch, dass sie erwachsen werden müssen?
Momentan - so scheint es - genießen sie die große Aufmerksamkeit, die ihnen die Finanzkrise beschert hat. Aber die Realwirtschaft - so machte diese Diskussion deutlich - ist in der Finanzwirtschaft noch lange nicht angekommen.
Mittwoch, 8. Oktober 2008
Die Finanzkrise schlägt durch auf IT-Ausgaben
Jetzt bekam auch SAP die Finanzkrise zu spüren. Nachdem am Montag der Kurs um 16 Prozent auf 28,84 Euro eingebrochen war, eröffnete das Softwarehaus auch am Mittwoch mit einem Minus um den Wert von 26 Euro.
http://de.finance.yahoo.com/q?s=SAP.DE
Der Grund: Statt des Wachstums von 20 Prozent im dritten Quartal, wie es Analysten erwartet hatten, werden es nun nicht mehr als fünf Prozent sein. Eine der Gründe für die Schwäche: Firmen bekommen zur Zeit nicht das Geld zusammen, um große Projekte zu finanzieren. Während in früheren Krisen die Ausgaben für IT eher stiegen, weil sich die Firmen davon höhere Produktivität versprachen, verhindert nun die Finanzkrise den notwendigen Angriff auf die Zukunft. Somit hat der Wirtschaftsnobelpreisträger Edmund Phelbs recht: "Dies ist keine Bankenkrise. Dies ist ein Bankenskandal."
http://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_S._Phelps
http://de.finance.yahoo.com/q?s=SAP.DE
Der Grund: Statt des Wachstums von 20 Prozent im dritten Quartal, wie es Analysten erwartet hatten, werden es nun nicht mehr als fünf Prozent sein. Eine der Gründe für die Schwäche: Firmen bekommen zur Zeit nicht das Geld zusammen, um große Projekte zu finanzieren. Während in früheren Krisen die Ausgaben für IT eher stiegen, weil sich die Firmen davon höhere Produktivität versprachen, verhindert nun die Finanzkrise den notwendigen Angriff auf die Zukunft. Somit hat der Wirtschaftsnobelpreisträger Edmund Phelbs recht: "Dies ist keine Bankenkrise. Dies ist ein Bankenskandal."
http://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_S._Phelps
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