Dienstag, 7. Juli 2009

USA: Sozialversicherungsnummer kann erraten werden...

... meldet die Washington Post. Bei vielen Nummern muss man eigentlich nur das Geburtsdatum wissen, haben Wisenschaftler der Carnegie Mellon University festgestellt. Damit ist klar, dass die Social Security Number wohl kaum als Ersatz für einen Ausweis genutzt werden kann. Dies ist aber in den USA sehr häufig der Fall, auch bei der Kreditvergabe.
Journalyse-Quelle: Washington Post, 6.7.2009, Brian Krebs: "Researchers: Social Security Numbers Can Be Guessed"

British Telecom: WEB-Werbung nur noch der milden Art...

... will die Fernmeldegesellschaft auf der Insel betreiben und sich nicht einer besonders aggressiven Art anschließen, bei der die Werbenden sich am Rande der Datenschutzbestimmungen bewegen und sich jener hochindividualisierten Daten bedienen, die Internet-Service-Provider gewinnen. Stattdessen will BT wie bisher lediglich harmlose Browsing-Muster benutzen - so wie dies andere Firmen im Netz ebenfalls tun. Es sollen keine Benutzer-Profile erstellt werden.
Dieser Verzicht ist der New York Times eine größere Geschichte wert, weil es ein Sieg der Vernunft und der Datenschutzrechte bedeutet. Das Softwarehaus namens Phorm, das die von BT abgelehnte aggressive Technik entwickelt hat, musste aufgrund dieser Entscheidung einen Kursverfall von 40 Prozent hinnehmen.
Journalyse-Quelle: New York Times, 6.7.2009: "BT Decides Not to Adopt Internet-Based Ad System"

Eine Meldung "just in time"...

... war es vor 20 Jahren, als das produzierende Gedwerbe in aller Welt die Idee des Just-In-Time diskutierte und begann anzuwenden. Sie brachte US-Unternehemen in den ersten fünf Jahren nach Einführung eine Reduzierung der Lagerbestände um 70 Prozent, der Arbeitskosten um 50 Prozent und von 80 Prozent beim Flächenbedarf. Schade, dass keiner heute auftritt und die Idee verbreitet, dass man viel mehr Geschäft machen könnte, wenn man nur seine Läger wieder füllt...
Eine kurze Geschicht des Hust-In-Time lesen Sie HIER.
Journalyse-Quelle: The Economist, 6.7.2009: Just-in-time

Antitrust: Nun sind auch die Telecoms dran...

... und stehen in den USA unter strenger Beobachung von Christine Varney, obereste Kartellwächterin im Justizministerium. AT&T und Verizon hätten die Marktmacht mißbraucht, die sie in den letzten Jahren angesammelt hätten. So der Vorwurf, der vor allem dem Mobilfunkmarkt gilt.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 7.7.2009: "Telecoms Face Antitrust Threat"

Autozulieferer auf der Suche nach neuen Märkten...

... berichtet das Wall Street Journal aus Deutschland, wo sich Robert Bosch GmbH, Leoni AG und KUKA AG verstärkt nach Kunden in der Luftfahrt, im Energiesektor und im medizinischen Bereich umsehen. Der Strukturwandel hat begonnen - und es kann sein, dass die Automobilindustrie, die vor allem im Südwesten der Bundesrepublik sehr dominant ist und dies vor allem viele kleinere Zulieferer seit Jahren deutlich spüren lässt, aus der Rezession erwacht und entdeckt, dass sich eine hierarchisch organisierte Welt wie die des Automobilbaus nicht mehr aufrecht erhalten lässt. Zusammenarbeit ist mehr und mehr Netzwerk.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 7.7.2009: German Parts Suppliers Look Beyond Car Industry

EZB: Kreditwachstum so niedrig wie noch nie...

... zumindest seit 1992, dem Beginn der statistischen Aufzeichnung in Europa. Nur noch um 1,8 Prozent sei das Kreditvolumen für den Privatkundenmarkt im Mai angestiegen, heißt es. Im April seien es noch 2,3 Prozent gewesen. Die Weigerung der Banken, die ihr Geld lieber in Staatspapiere anlegen, Kredite zu vergeben, aber auch die Zurückhaltung der Privatkunden, Kredite aufzunehmen, könne einen Aufschwung in Europa weiter verzögern. Dies berichtet heute das Wall Street Journal.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 7.7.2009, Joellen Perry: ECB Says Slow Lending Hinders Recovery

Montag, 6. Juli 2009

Kann man im Netz einen Menschen in den Tod treiben?

Das ist letztlich die Frage hinter einem Fall, über den die Washington Post berichtet - und der zu völlig absurden Konstellationen der Strafverfolgung hätte führen können, wenn er jetzt nicht abgeschmettert worden wäre. Aber lesen Sie doch ganz einfach selbst: HIER
Journalyse-Quelle: Washington Post, 4.7.2009: "Dismissal of MySpace Case 'Proper,' Defendant Says"

Einstein 2: Erst in 18 Monaten voll im Einsatz...

... berichtet heute das Wall Street Journal, und Einstein 3 wird gerade erst evaluiert. In dem vor sieben Jahren erstmals in den USA aufgelegten Projekt (Einstein 1) lag bisher der Focus darauf, das unerlaubte Eindringen von Hackern in private Netze zu melden. Auch Einstein 2, das bis Ende 2010 für unsgesamt zwei Milliarden Dollar implementiert sein soll, wird es keinen Schutz vor Attacken geben. Beide "Einsteins" waren nicht darauf ausgelegt, das Netz an sich zu schützen. Dies sollte erst mit Einstein 3 erreicht werden. Doch die Bedenken von Datenschützern sind schon jetzt groß. Sie sehen ebenso wie viele Unternehmen vor allem die starke Beteiligung der National Security Agency (verantwortlich für Militärnetze) mit großer Skepsis. Immerhin kann die NSA seit 2005 das Internet und Telefongespräche ohne große Erlaubnis "abhorchen". Insgesamt will die Regierung 17 Milliarden Dollar in die Sicherheitssysteme investieren.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 6.7.2009, Siobhan Gorman: "Troubles beset U.S. cyberdefense"

Scenario-Planung: In der Krise wieder gefragt...

... meint Peter Schwartz, Partner in der Beratungsfirma Monitor Group aus Cambridge in Massachusetts. Diese Technik, bereits in den fünfziger Jahren vom US-Militär entwickelt, wurde in der Vergangenheit mit großem Erfolg bei Shell eingesetzt, die damit den Systembruch nach der ersten Ölkrise 1973 überwanden. Auch General Electric, wegen ihres Management-Stils hochgelobt, verwendet die Scenariotechnik. Zuletzt nach dem Zusammenbruch der New Economy (2001) en vogue, war sie im linearen Erfolg der letzten Jahre fast vergessen worden. Jetzt spüren die Unternehmen wieder, dass sie sich mit dieser auf mehrere Scenarions ausgelegten Planungsweise aus der Krise retten können.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 6.7.2009, Cari Tuna: "Pendulum to swing back for 'scenario planning'"

Outsourcing: Nur ein Drittel hat wirklich Erfolg...

... meint die Beratungsfirma Ernst & Young in einem Report über Outsourcing. Etwa ein Viertel aller Firmen mit signifikanten IT-Etats denkt darüber nach, die Kosten mit Hilfe der Auslagerung zu senken. Doch nur ein Drittel hat wirklich ein effektives Ergebnis damit erzielt, heißt es. PA Consulting hat festgestellt, dass 84 Prozent der Unternehmen, die Outsourcing angenommen haben, kein ausgereiftes Konzept besitzen, um die neuen, sehr komplexen Außenbeziehungen ihrer ehedem intern gesteuerten IT zu beaufsichtigen. Empfohlen wird derweil von Ernst & Young das sogenannte Multiple Outsourcing, bei dem die IT nicht mehr an einen einzigen Player abgegeben wird, sondern aufgeteilt wird auf mehrere Anbieter. Es ist das alte "divide et impera", "teile und herrsche".
Journalyse-Quelle: Financial Times, 6.7.2009, Richard Milne: "A crying need for leadership in multiple sourcing"

Ebooks: Wissenschaft triumphiert über Belletristik

»Wir erwarten, dass in den nächsten fünf Jahren mehr als die Hälfte unseres Umsatz im Markt für wissenschaftliche, technische und medizinische Literatur durch ebooks erlöst wird.« Dies meint jedenfalls Olaf Ernst, Chef der Ebook-Produktion beim Wissenschaftsverlag Springer. 22.500 Bücher des in Heidelberg und New York beheimateten Verlags sind bereits für Amazons Kindle und dessen Rivalen aufbereitet. Damit wächst seines Erachtens der Markt für elektronische Wissenschaftsbücher weitaus schneller als der für Digitalbelletristik. Verlage machen momentan drei Prozent ihres Umsatzes mit den E-Literatur.
Journalyse-Financial Times, 6.7.2009, Andrew Edgecliffe: "Springer leaps ahead in academic e-book market"

Samstag, 4. Juli 2009

Google & Antitrust: Die Digitalisierung der Gutenberg-Galaxis...

... - ein 125 Millionen Dollar schweres Projekt des Suchmaschinen-Imperiums Google - hat nun die Aufmerksamkeit des amerikanischen Justizministeriums auf sich gezogen. Es befürchtet hinter dem Versuch, verwaiste Bücher, die am Markt längst vergriffen sind und wohl nie wieder aufgelegt werden, auf denen aber nach wie vor Urheberrechte liegen, zu digitalisieren und ins Netz zu stellen sowie andere Versuche, Werke der Gutenberg-Galaxis in den Cyberspace zu beamen, als eine Verletzungdes Sherman Acts, einer wichtigten Gesetzesvorschrift bei Kartellverfahren. Google wäre nach dieser Regelung der einzige der von der digitalisierten Veröffentlichung verwaister Werke profitieren würde.
Journalyse-Quelle: The New York Times, 3.7.2009, Miguel Helft: "U.S. Inquiry Is Confirmed Into Google Books Deal"

Einstein 3: Die NSA hilft den Zivilbehörden im Kampf gegen Cyberattacken...

... berichtet die Washington Post. Ob Präsident Obama die noch von seinem Vorgänger George W. Bush gestartete Initiative Einstein 3 unter Einschaltung der National Security Agency fortführen würde, war im Wahlkampf alles andere als sicher gewesen. 17 Milliarden Dollar investieren seit Januar 2008 die USA in ein Sicherheitsprogramm, mit dem die militärischen, aber auch die zivilen Netze vor Hackern und Internet-Terroristte. Alle Emails mit Ziel und Endung ".gov" werden darauf durchgescannt, ob sie vielleicht Viren, Trojaner oder ander Malware enthalten. Das Equipment und die Kompetenz stellt unter Führung des Department of Homeland Security die eigentlich nur auf Militärbereiche ausgerichtete NSA. Das Projekt trägt den Namen Einstein 3.
Journalyse-Quelle. Washington Post, 3.7.2009, Ellen Nakashima: "Cybersecurity Plan to Involve NSA, Telecoms"

Freitag, 3. Juli 2009

Buchempfehlung: 1 x 1 des Lizenzmanagements, ein Praxisleitfaden

Im August 2009 wird im Hanser-Verlag das Buch 1x1 des Lizenzmanagements von Thorsten Groll erscheinen. Groll ist freiberuflicher IT-Berater, Trainer und Senior Consultant und hat bereits viele Projekte in der Praxis erfolgreich durchgeführt - empfehlenswert!!

Zu Inhalt: Die IT-Infrastrukturen in den Unternehmen werden zunehmend komplexer. Aus rechtlichen Gründen und auch um Kosten zu sparen, wird es deshalb immer wichtiger, das Vertrags- und Lizenzmanagement in den Griff zu bekommen. Schließlich haben Unternehmen ohne korrektes Software- und Lizenzmanagement bis zu 60% höhere Aufwendungen bei der Beschaffung von Softwareassets. Richtiges Vertrags- und Lizenzmanagement liefert Ihnen eine verlässliche Planungsgrundlage für Investitionsentscheidungen und verhindert eine Unter- oder Überlizenzierung in Ihrem Unternehmen.
Dieser Praxisleitfaden vermittelt Ihnen einen Überblick über das Lizenz-Management und zeigt, wie Sie es in Ihrem Unternehmen erfolgreich einführen und betreiben. Sie erfahren, wie Sie in Ihrem Unternehmen Software und Lizenzen so verwalten, dass Transparenz und Rechtssicherheit hergestellt werden kann.

ITK-Branche mit kurzer Verschnaufpause - Wachstum ab 2010

Die deutschen Anbieter von Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) müssen im laufenden Jahr als Folge der globalen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise eine kleine Wachstumsdelle verkraften. Nach Informationen des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) wird der Umsatz mit Produkten und Diensten der ITK im Jahr 2009 um 2,5 Prozent auf 141 Milliarden Euro zurückgehen. Im kommenden Jahr werde der Markt dann wieder um 0,3 Prozent auf 141,4 Milliarden Euro anziehen. Damit entwickle sich die ITK-Industrie deutlich besser als die Gesamtwirtschaft.

http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jUTcSTg8cB59RU2LV9Ky1fgFEJyA

Donnerstag, 2. Juli 2009

800.000.000.000 Stimmen jährlich auf 7000 Hauptversammlungen...

... in den USA. Diese Zahl nannte jetzt Mary Schapiro, seit 20. Januar 2009 Vorsitzende der Security Exchange Commission. Sie will nun dafür sorgen, dass die Unternehmen, vertreten durch Aufsichtsrat und Vorstand, mehr in der direkten Verantwortung gegenüber den Aktionären stehen. Ab 2010 dürfen Vertreter von Börsenhändlern, die ohne zu fragen das Stimmrecht jener Aktionäre übernehmen, die selbst nicht an den Abstimmungen teilnehmen, dieses Recht nicht mehr ausüben.
Journalyse-Quelle: Washington Post, 2.7.2009, Zachary A. Goldfarb: "SEC Moves to Make Companies More Accountable to Shareholders"

GM plant IPO für nächstes Jahr...

... und das wäre dann wohl das Comeback des Jahres 2010. So schnell geht's: Von der Pleite zurück an den Börsenhimmel.

Yahoo Inc. schließt Video-Service Maven Networks...

... weil es nicht zum Kerngeschäft des Internet-Unternehmens gehört. Noch 2008 hatte die Suchmaschine Yahoo Maven Networks für 160 Millionen Dollar gekauft.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 2.7.2009: "Yahoo Shuts Down Another Video Service"

EU: Preissturz bei der Mobilkommunikation im Internet...

... um 60 Prozent im internationalen Verkehr. Das im April vom Europaparlament verabschiedete Gesetz trat gestern in Kraft und verlangt von den Mobilanbietern, dass sie den Preis pro Textbotschaft im grenzüberschreitenden Verkehr von 28 auf 11 Cents reduzieren. Die Großhandelspreise pro Megabyte Download sinken von 1,68 auf 1,00 Euro im internationalen Bereich.

Journalyse-Quelle: Wall Street Journal,2.7.2009: "Mobile-Phone Use Gets Cheaper in EU"

Das Rennen der Suchmaschinen: Bing knabbert an Google

Seit einem Monat im Suchdienst hat Microsofts Bing-Machine ihren Marktanteil in den USA auf 7,81 Prozent aufgebaut. So berichtet die Internet-Statistik StatCounter. Wer allerdings glaubt, dass entsprechend nun Google Anteile verloren hat, sieht sich getäuscht (oder gar enttäuscht?): Googles Anteile schrumpften im Juni von 78,72 auf 78,48 Prozent. Microsofts Marktanteil gründet vor allem auf dem Erfolg des Vorgängersystems, das 7,81 Prozent gehalten hatte.

Journalyse-Quelle: New York Times, 1.7.2009: "Microsoft's Bing Search Wins Share From Google"

Mittwoch, 1. Juli 2009

Bürgerfreundliche Verwaltung - 100 Tage "D115"

Erst war es eine bahnbrechende Idee - jetzt wird es eine bald nicht mehr wegzudenkende Realität: die bürgerfreundliche Verwaltung via bundeseinheitlicher Rufnummer "115".
Ob Fragen zum Führerschein, zum Umzug, zur Namensänderung im Zuge der Hochzeit etc. - das alles wird zukünftig zentral über die neue Servicenummer 115 beantwortet.
Noch Fragen? Entweder direkt "115" wählen oder aber den folgenden kleinen Filmbeitrag anschauen...

Petition gegen Gema: 70.000 Unterschriften...

... mit enen das komplizierte, ungerechte und intransparente Verhalten der Musikverwertung der GEAM gerügt wird. Der Bundestag soll einschreiten. Mehr darüber: HIER

Dow Jones: Endlich wieder im Plus nach anderthalb Jahren...

... meldet die Washington Post. Im zweiten Quartal sei der Dow Jones-Index um 11 Prozent gestiegen, der höchste Anstieg in einem Vierteljahr seit 2003. Nach anderthalb Jahren des Rückgangs und der Stagnation sei dieses Quartal zum ersten Mal wieder im Plus. Der Standard & Poor-Index stieg gar um 15,2 Prozent in den letzten drei Monaten.
Journalyse-Quelle: Washington Post, 1. July 2009: Stocks Post Gains for Second Quarter

Internet: Chinas Angst vor dem virtuellen Geld...

... ist nach Meinung von Experten durchaus real. So genannte QQ-Münzen, die von dem "chinesischen Internet-Giganten" (New York Times) Tencent im Netz herausgegeben wurden, gelten inzwischen nicht mehr nur in der virtuellen Welt, sondern auch in der Realwirtschaft als Zahlungsmittel. Das China Internet Network Information Center behauptet, dass 2008 virtuelles Geld im Wert von zwei Milliarden Dollar im Internet im Umlauf waren, andere Fachleute meinen, dass es weitaus mehr sei. Im Rahmen von Multiplayer-Online-Spielen werden die digitalen Taler eingesetzt. Nun will die chinesische Regierung den Einsatz des Geldes beim Erwerb von Waren verbieten und überhaupt strengen Regeln unterwerfen.
Journalyse-Quelle: New York Times, 30.6.2009, David Barboza: "In China, New Limits on Virtual Currency"