Dienstag, 16. August 2011

Googles neue Strategie: Motorolas 17.000 Patente


Business Week 1982: So sah ein Handy vor knapp 30 Jahren aus - und es war die Motorola-Strategie. Jetzt ist sie nur noch 12,5 Milliarden Dollar wert.
Der Kampf ums Wissen
Kommentar: Es sei Googles Austritt aus der "Komfort-Zone" der Software-Industrie, meint heute das Wall Street Journal über den Takeover von Motorola, bis vor kurzem noch einer der Big Player im Handy-Business. Aber da Google inzwischen 250 Millionen Smartphones weltweit mit ihrem Betriebssystem Android füttert, zudem gegen die Patentschutzmacht Apple antritt und den Patentgeier Oracle gegen sich hat, ist es nur logisch, dass sich die Suchmaschine ihre eigene Patenthausmacht aufbaut. So weit, so gut.
Journalyse-Quelle: Computerworld, 15.8.2011: Are Motorola's patents enough to protect Android? und Wall Street Journal, 15.8.2011:Google's $12.5 Billion Gamble

Doch das Ganze vollzieht sich innerhalb eines weitaus größeren Scenarios. Was wir in den nächsten Jahren vermehrt sehen werden, ist der Kampf ums Wissen. Es ist nicht der Kampf um das Wissen, das in den Köpfen der Mitarbeiter steckt. Das erzählt man nur den Journalisten. Es ist vielmehr der Kampf um das geronnene Wissen, wie es sich vor allem in elektronischer Form präsentiert. In Datenbanken. In Patenten. In Software. In Geschäftsprozessen. Es ist ein entpersonalisiertes Wissen. Äußerst mobil und agil. Es ist momentan sogar noch recht billig zu haben.
Auf der Contentseite versuchte Google noch vor zwei Jahren es besonders billig zu bekommen, indem sich die Firma auf verwaistes und vergreistes Wissen stürzte - auf Bücher, die es im Handel nicht mehr gibt, auf Werke, auf die niemand mehr Rechte hat. Da gab es allerdings noch Widerstände, da wurden noch Autorenrechte reklamiert. Bei Patent- und Prozesswissen geht das viel leichter. Das ist Unternehmenswissen. Da kauft man gleich das gesamte Unternehmen oder dessen Wissensrestbestände wie zum Beispiel bei Nortel. Für wenige hundert Millionen Dollar glaubte Google die Patente des kanadischen Telekomausstatters bekommen zu können, ein Kongolmerat aus Apple & Microsoft hat dann Google mit einem Kaufpreis von 4,5 Milliarden Dollar deutlich überboten.
Mal sehen, was die Konkurrenz jetzt macht. Vielleicht übernimmt ja das amerikanische Justizministerium das Geschäft und verbietet den Deal aus Antitrustgründen. Dann käme der Wettbewerb besonders billig davon. Besser wäre es, wenn die Konkurrenz selbst als Bieter auftreten würde, nur damit wir wissen, was Wissen tatsächlich wert ist. Schon meldet das Wall Street Journal, dass nun der Blackberry-Hersteller RIM an Attraktivität gewonnen hat. Die Aktienkurse steigen. Wissen wird wertvoller.
Mehr noch: Am Ende der Krise, in die unsere Weltwirtschaft und unser Weltfinanzwesen unbedingt hineinschliddern will, wird sich ein völlig neues Verständnis vom Wert des Wissens entwickelt haben. Vielleicht steht sogar am Ende eine ziemlich bittere Erkenntnis: Die Investition in den Sozialstaat, der die Ursache für die Schuldenkrise ist, war eine Investition in träges Wissen (und die Banken haben dies gefördert), die Investition in Unternehmen ist indes eine Investition in kluges, aktives Wissen, in Wissen, das sich im Wettbewerb bewährt hat - unter der Voraussetzung, dass dahinter auch geniale Unternehmer stehen. Die sind aber in der Großwirtschaft eher Mangelware, sonst wäre Motorola nicht so billig zu haben. Am Ende eines Scheiterns, nichts des Wissens, sondern des Managements.

Kommentare:

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