Dienstag, 7. April 2009

Blog around the stock: Jetzt wird mitgetwittert...

... bei Telefonkonferenzen mit Investoren und Analysten. Ebays hauseigener Blogger Richard Brewer-Hay war zum Beispiel life dabei, als sein Auftraggeber in einem Call mit Investoren und Analysten die neuesten Geschäftszahlen bekanntgab. "Dies ist Ebays erstes Negativ-Quartal im Jahr-zu-Jahr-Vergleich", twitterte der professionelle Edelblogger während der Konferenz in die Welt hinaus. "We are not happy about that". Inzwischen haben eine Reihe von Firmen wie Dell oder Intel ihre Investor-Relations-Aktivitäten um Twitter & Blog ergänzt, was im Zusammenhang mit den rechtlich auferlegten Verschwiegenheitsverpflichtungen rechtlich nicht ganz unproblematisch ist. Aber wo ein Blogger ist, da ist auch ein Weg.
Journalyse-Quelle: Financial Times, 6.4.2009, David Gelles: "Social media rehape disclosure"

Siehe auch:

Montag, 6. April 2009

Online-Games: 200 Millionen spielen bei Facebook...

... berichtet jetzt die Financial Times. Das Social Network ist damit die größte Online-Plattform für Spiele weltweit. Elf Millionen spielen dort Poker. neun Millionen nehmen mit virtuellen Tieren teil an der Pet Society. 60 Prozent der "Tierbesitzer" kommen täglich zu Facebook, um sich dort um ihre Lieblinge zu kümmern.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 6.4.2009, Chris Nuttal: "Gaming rules change as Facebook lures 200m with poker and pets"

Cloud-Manifest: Die Freiheit in den Wolken...

... wollen die Unterzeichner des am 30. März verabschiedeten "Open Cloud Manfest" sicherstellen. Das Werk, dessen Inhalt unter dieser Adresse
http://opencloudmanifesto.org/
eingesehen werden kann, ist in dem Großteil seiner Aussagen vage, erzürnt indes doch so manchen Anbieter. Denn das Manifest verlangt, dass die Eintritts- und Austrittsschranken zum Cloudcomputing niedrig bleiben, also auf offenen Standards basieren, die es den Benutzern einfach macht mit ihren Daten und Anwendungen von einer Wolke zur anderen zu ziehen. Übrigens (1): Die Hauptmacht hinter dem Manifest ist IBM, die sich massiv für diese Offenheit einsetzt. Vor zwanzig Jahren hätte ihr niemand das abgenommen, galt Mother Blue doch als der Inbegriff der proprietären Welt.
Übrigens (2): Als wir am 31. März in Berlin 60 Experten aus der SAP-Welt befragten, ob sie sich vorstellen können,dass Open-Source-Anwendungen in zehn Jahren proprietäre Angebote von SAP oder Microsoft ersetzen werden, antworteten 60 Prozent mit einem klaren Ja.

Journalyse-Quelle: The Economist, 4.4.2009: "Clash of the clouds"

IBM und Sun: Deal geplatzt...

... melden die Online-Gazetten. Am Samstag hatte die Financial Times den Deal noch kurz vor dem Abschluss gesehen. Nun wird vorerst nichts aus dem Server-Merger. Sun war das Angebot von zuletzt sieben Milliarden Dollar zu niedrig. Für IBM wäre es der größte Zukauf in ihrer bald 100jährigen Geschichte gewesen. Big Blue hatte zuletzt 9,55 Dollar je Aktie geboten. 100 Anwälte waren übrigens allein von seiten IBM in den Erwerb eingeschaltet gewesen.
Siehe auch:
http://www.welt.de/wirtschaft/article3509661/IBM-zieht-Angebot-fuer-Sun-Microsystems-zurueck.html
oder
http://www.nytimes.com/2009/04/06/technology/business-computing/06blue.html?_r=1&partner=EXCITE&ei=5043

USA: Weitere 663.000 Jobs abgebaut...

... heißt es in einem Bericht der Financial Times vom Samstag. Eigentlich sein die Lage noch schlimmer. Denn insgesamt seien 1.188.000 Vollzeit-Jobs gekündigt worden. Doch 372.000 davon seien in Teilzeit-Aufgaben umgewandelt worden. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 8,5 Prozent, der höchsten seit 1983.
Journalyse-Quelle: Financial Times, 4.4.2009:, Krishna Guha: "US unemployment figure jumps to its highest level in 26 years"

Zitat des Tages: Googelei

2009: »Es gibt da ein Muster bei Google. Erst einmal vorpreschen und dann Fragen stellen.«
James Grimmelmann. New York Law School, über die Art und Weise, wie die Suchmaschine Google mit Autorenmaterial umgeht.
Journalyse-Quelle: FAZ, 6.4.2009, Roland Lindner: "Verleger werfren Google Wildwestmethoden vor"

Sonntag, 5. April 2009

Chipindustrie 2009: Umsatz fällt um 20 Prozent...

... auf 205 Milliarden Dollar. So die Marktforscher von iSupply. Das Wirtschaftsmagazin The Economist berichtet, dass der Bau einer Chipfabrik 1966 noch 14,5 Millionen Dollar kostete, 1005 waren es bereits 1,5 Milliarden Dollar und heute sind es mindestens sechs Milliarden Dollar. In Taiwan stehen zwei Farbriken, die je acht Milliarden Dollar gekostet haben, soviel wie vier Atomkraftwerke. Sie spucken jährlich jeweils drei Milliarden Chips aus.
Journalyse-Quelle: The Economist, 4.4.2009: "Under new management"

Samstag, 4. April 2009

SAP-Preissystem: Transparent? Nein!!!

Dies sagen jedenfalls 95 Prozent der auf der Sapientia-Konferenz befragten Teilnehmer. Allerdings sind die Kunden vielleicht sogar selbst schuld daran. Jeder wollte und suchte in den letzten Jahren seinen eigenen, auf ihn persönlich zugeschnittenen Preis - mit der Folge, dass die Preise nicht mehr zwischen den Kunden vergleichbar waren. Ein Phänomen, das natürlich für fast alle Hersteller zutrifft.

Gipfel-Nachtrag

1993: »Die Institutionen haben den Zweck, die Unsicherheiten menschlicher Interaktion zu mindern.«
Douglas C. North, britischer Wirtschaftshistoriker

Übrigens...

... seit 2008 hat China mehr Internet-Nutzer als die USA.
Journalyse-Quelle: Time, 5.5.2008

Freitag, 3. April 2009

T-Mobile will Skype-Telefonieren auf dem iPhone blockieren

... berichtet heute das Wall Street Journal. Mit 400 Millionen Benutzern weltweit ist Skype eine Macht im Markt für Internet-Telefonie. Und mit der mobilen Verbindung zum iPhone, von dem inzwischen 17 Millionen verkauft wurden, würden sich Apples Absatzchancen enorm vergrößern. Allerdings - so erklärt ein Pressesprecher von T-Mobile - sei in allen Verträgen von Mobilfunkanbietern mit 3G-Netzen der Transfer über das Voice Over Internet Protocol (VOIP) verboten.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 3.4.2009, Archibald Peuschat: "T-Mobile may block Skype frome iPhone"

Zusammenbruch der Wirtschaft durch ERP-Ausfall...

... und neun weitere Journalyse-Fragen zur IT-Branche. Beantwortet von den Teilnehmern der Tagung "Alternativen für SAP-Anwender" in Berlin. Veranstalter: Sapientia GmbH
1. Wird ERP in den nächsten zehn Jahren
mindestens ebenso viel Bedeutung für die
Unternehmen haben wie in den letzten zehn Jahren?
Antworten:
Ja: 41
Nein: 19

2. Spontan geantwortet: Ist das Preissystem
der SAP eigentlich transparent?
Antworten:
Ja: 3
Nein: 57

3. Können Sie sich vorstellen,
dass Open-Source-Anwendungen in zehn Jahren
proprietäre Angebote von SAP oder Microsoft ersetzen?
Antworten:
Ja: 36
Nein: 24


4. Wird es in zehn Jahren noch Mainframes geben?
Antworten:
Ja: 44
Nein: 16


5. Halten Sie das Thema „Cloud-Computing“
für eine Marketing-Wolke?
Antworten:
Ja: 17
Nein: 43

6. Hat die IT-Branche in den letzten zehn Jahren
an Innovationskraft gewonnen?
Antworten:
Ja: 40
Nein: 20

7. Gehört die Verfügbarkeit der Systeme
(Hardware, Software, Netze) immer noch
zu den Topthemen des CIOs?
Antworten:
Ja: 33
Nein: 27


8. Im Angesicht des Finanzkrise: „Banking ist wesentlich
für die Wirtschaft, Banken nicht.“ Hat Bill Gates mit
dieser Aussage von vor zwanzig Jahren heute recht?
Antworten:
Ja: 28
Nein: 31


9. Glauben Sie, dass die Ausgaben für ERP-Systeme
in den letzten zehn Jahren überzogen waren?
Antworten:
Ja: 39
Nein: 21


10. Ein Gedankenspiel: Würde Ihrer Einschätzung
nach bei einem Ausfall aller ERP-Systeme
die Weltwirtschaft innerhalb einer Woche
zusammenbrechen?
Antworten:
Ja: 39
Nein: 21


Journalyse-Quelle: Raimund Vollmer, Fragen auf der Tagung der Sapientia zum The "Alternativen für SAP-Anwender" diese Woche in Berlin

Donnerstag, 2. April 2009

Weltwirtschaft: Die nächsten fünf Jahre

Staatsverschuldung in den G20-Staaten:
Anteil am Bruttoinlandsprodukt
2007: 79 Prozent
2014: 104 Prozent

Altersstruktur in den G20-Staaten:
Menschen über 65 Jahre
2010: 23 Prozent
2014: 36 Prozent

Journalyse-Quelle: Financial Times, 02.04.2009

Zitat des Tages: Das ist doch der Gipfel, oder?

2009: »Es ist doch kein Wunder, dass Deutschland und Frankreich, die beide solche Schnellläufer wie Microsoft und Intel abbremsen wollen, nach London kamen, um unter dem Deckmantel einer "neuen globalen Finanzarchitektur" die Einrichtung schwergewichtiger Bürokratien durchzusetzen. Es ist eine lange Zeit her, dass man den IWF (Internationalen Währunbgsfonds) zum wirtschaftlichen Antreiber emporheben wollte.«
Daniel Henninger, Columnist des Wall Street Journal
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 02.04.2009, Daniel Henninger: "Is this the end of capitalism?"

Mittwoch, 1. April 2009

Intels neue Xeon: Ein großer Sprung für Server

Kaum war der neue Server-Processor Xeon 5500 von Intel vorgestellt worden, da kündigten bereits 70 Hersteller ihre entsprechenden Systeme an - wie zum Beispiel IBM (wir berichteten). Heute ist der Tag mit der höchsten Leistungssteigerung in der Geschichte von Server-Prozessoren", verkündete Patrick Gelsinger, Vice President für Unternehmensrechner bei Intel. 160 Prozent Leistungssteiegerung bei Virtualisierung und das bei Preisen, die nur fünf bis zehn Prozent höher liegen als bei den Vorgängermodellen, sei eines der Merkmal, die die neue Generation auszeichnen. Die neuen Maschinen sollen ganze Heerscharen von Intel-Servern ersetzen und somit den Unternehmen viel Geld sparen.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 1.4.2009: "Intel offers new chip for servers"

Ende der Encarta - Sieg für Wikipedia...

... meldet die Hamburger Tageszeitung Die Welt. Demnach gibt Microsoft die Weiterentwicklung der 1991 gestarteten elektronischen Enzyklopädie auf und überlässt das Feld der semiprofessionellen Wissenssammelstelle Wikipedia.
Journalyse-Quelle: Die Welt, 1.4.2009: "Wikipedia siegt über Microsoft"

Internet 2008: US-Werbung im Wert von 23,4 Milliarden Dollar...

... flossen im vergangenen Jahr durch das Netz der Netze. Ein Anstieg von 10,6 Prozent, aber die früheren Wachstumsraten wurden nicht mehr erreicht. So der Internet Advertising Revenue Report. Neben der Werbung im Kabelfernsehbereich (plus 7,8 Prozent) war das Internet der einzige Bereich, in dem 2008 mehr Werbegelder flossen als im Jahr zuvor. Alle anderen Medien mussten ein Schrúmpfen ihrer Werbeeinnahmen von im Schnitt 2,4 Prozent hinnehmen.
Herald Tribune, 1.4.2009, Stephanie Clifford: "Even Internet advertising feels effects of tough economy"

Risikokapital 2009: 100 Millionen Dollar von Google...

... für die Bereiche Internet, Umwelttechnik und Life Sciences. Wer hier mit frischen Ideen und Konzepten reussieren will, kann sich nun bei Google Ventures melden. Die neue Risikokapitalgesellschaft will in den komenden zwölf Monaten 100 Millionen Dollar in Start-ups investieren.
Journalyse-Quelle: Herald Tribune, 1.4.2009: "Google to invest $100 million in start-ups through new venture unit"

Sicherheit 2009: 4,1 Milliarden Euro geben deutsche Firmen aus...

... für den Schutz vor Viren und anderen Attacken über das Netz. Die Gartner Group hat sogar ausgerechnet, dass die Betriebe im Schnitt pro Mitarbeiter 638 Dollar für die Sicherheit aufwenden. Trotz Rezession denkt niemand daran, diese Budgets zu kürzen. Derweil warnen die Medien vor dem Virus Conficker, der am 1. April seine ganze Destruktionskraft zeigen soll.
Journalyse-Quelle: Die Welt, 1.4.2009, Lars Winckler: "Der Wurm aller Würmer greift an"

Internet 2008: Rund 17.000.000 Schädlinge...

... im Netz, zählte der Anti-Viren-Spezialist Panda Software. Im Jahr zuvor, 2007, waren es "erst" 1,5 Millionen gewesen.
Journalyse-Quelle: Die Welt, 1.4.2009, Lars Winckler: "Der Wurm aller Würmer greift an"

Preistransparenz im IT-Sektor: Nicht wirklich...

... jedenfalls war dies die Meinung von 73 Prozent derjenigen, die sich an unserer kleinen Umfrage über die Preistransparenz beteiligt haben. Und der Rest ist auch der Meinung, dass diese "Preistransparenz" eher nicht gegeben ist. Leider haben sich an unserer anonymen Umfrage nur 15 Journalyse-Leser beteilt. Dafür waren es gestern Abend erheblich mehr, als Journalyse-Autor Raimund Vollmer im Rahmen einer Veranstaltung in Berlin zum Thema "SAPIENTIA - Alternativen für SAP-Anwender" dem Publikum zehn Fragen stellen durfte. Das Ergebnis werden wir im Laufe des Tages veröffentlichen.
Hier schon einmal die Fragen:
Zehn Fragen an die SAP-Welt
1. Wird ERP in den nächsten zehn Jahren mindestens ebenso viel Bedeutung für die Unternehmen haben wie in den letzten zehn Jahren?
2. Spontan geantwortet: Ist das Preissystem der SAP eigentlich transparent?
3. Können Sie sich vorstellen, dass Open-Source-Anwendungen in zehn Jahren proprietäre Angebote von SAP oder Microsoft ersetzen?
4. Wird es in zehn Jahren noch Mainframes geben?
5. Halten Sie das Thema „Cloud-Computing“ für eine Marketing-Wolke?
6. Hat die IT-Branche in den letzten zehn Jahren an Innovationskraft gewonnen?
7. Gehört die Verfügbarkeit der Systeme (Hardware, Software, Netze) immer noch zu den Topthemen des CIOs?
8. Im Angesicht des Finanzkrise: „Banking ist wesentlich für die Wirtschaft, Banken nicht.“ Hat Bill Gates mit dieser Aussage von vor zwanzig Jahren heute recht?
9. Glauben Sie, dass die Ausgaben für ERP-Systeme in den letzten zehn Jahren überzogen waren?
10. Ein Gedankenspiel: Würde Ihrer Einschätzung nach bei einem Ausfall aller ERP-Systeme die Weltwirtschaft innerhalb einer Woche zusammenbrechen?

Ein kurzer Überblick über die Veranstaltung, zu der etwa 90 Teilnehmer kamen, finden Sie unter dieser Adresse. http://www.sapientia2009.de/