Donnerstag, 8. August 2013

NSA und das Ende der Demokratie: Wir alle sind Amerikaner

Also: Nach Berichten der New York Times und Washington Post, ergänzt um Kommentare und Erkenntnisse der Leser, hat die NSA ziemlich hemmungslos den gesamten Email-Verkehr der Amerikaner mit dem Ausland gescant und auf Schlüsselworte hin untersucht. (Siehe unten) Dabei werden nur die Nachrichten dauerhaft gespeichert und zur weiteren Auswertung (angeblich durch Menschen) freigegeben, die diese Schlüsselworte enthalten. Alles andere steht nicht mehr für Recherchen zur Verfügung.
Aber wie sieht diese grenzüberschreitende Kommunikation eigentlich aus? So fragen sich die Leser der New York Times. Eine Nachricht, die zwischen zwei Deutschen kommuniziert wird, geht zum Beispiel bei Google & Co. über einen Server im Silicon Valley. Ist dann die Nachricht plötzlich amerikanischen Ursprungs und zur Rasterfahndung freigegeben? Sind wir dann alle plötzlich und für den Bruchteil von Sekunden Amerikaner? Fragen, die ziemlich beunruhigend wirken.
Ein Leser fürchtet derweil bereits das Ende der Demokratie durch die Aushebelung der Gewaltentrennung. Eine These, die wir hier ja auch schon vertreten haben. Aber er setzt noch eins drauf. Wenn die NSA in der Lage ist, jede Kommunikation zu kontrollieren, dann kann sie über jeden soviel Material sammeln und zusammenstellen, dass er mehr oder minder erpressbar wird. Was das für die Verantwortlichen in den Parlamenten, an den Gerichten und in den Behörden bedeutet, wollen wir uns lieber erst gar nicht vorstellen. Aber es wäre das Ende der Demokratie.
Kurzum: Es wird allerhöchste Zeit, dass sich unsere Politiker auf die Hinterbeine stellen und endlich Gesetze erlassen, die solche Szenarien unmöglich machen. Sie sollen sich nicht untereinander anmerkeln und steinmaiern, sondern uns und sich selbst ihre Souveränität zurückgeben.
Raimund Vollmer


Nach diesen Worten forscht die NSA, heißt es:
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Kommentare:

Besserwisser hat gesagt…

Hasso Plattner fehlt...

Raimund Vollmer hat gesagt…

Spaßvogel!

Analüst hat gesagt…

Ich bin nicht erpressbar mit dem, was ich in's Internet stelle.
Und auch alles andere, was ich schriftlich festhalte, hilft keinem Erpresser. Sonst würde ich es nicht aufschreiben. Denn nur die Gedanken sind frei :-)

Raimund Vollmer hat gesagt…

Das halte ich für eine sehr gefährliche Behauptung. Ansonsten würde ich sagen, sollten Sie sich unbedingt zur Wahl stellen. Und wenn Sie dann Bundestagsabgeordneter sind, werden Sie sehr schnell merken, wie Ihnen das ein oder andere elektronisch rausflutscht. Außerdem: Wenn die NSA es will, kann Sie Ihnen auch ganz einfach Nachrichten unterjubeln. Mein Emnail-Konto wurde diese Woche geknackt...

Analüst hat gesagt…

Ich vergaß: Die Wahl ist auch frei :-)
Und sie wird oft durch das Rausgeflutschte entschieden, das ja die wirkliche Meinung des Kandidaten/der Kandidatin kundtut. Siehe Steinbrück und sein Pino Grigio...