Montag, 27. April 2015

Hans-Olaf Henkel: Der IBM-Manager, der auch in kein System passt...

(Kommentar) Er hatte nie die Macht eines Ferdinand Piech, als er vor 30 Jahren zuerst Deutschland-Chef der IBM wurde, dann Europa-Boss und schließlich Präsident des BDI. Er hatte aber stets höhere Ziele im Sinn, als er sich Mitte der achtziger Jahre aufmachte, die Frage nach dem "Standort Deutschland" in die Öffentlichkeit zu tragen. Ihm ging es um das volkswirtschaftlich Ganze, nicht um das betriebswirtschaftlich Spezifische einer Autofabrik namens VW. Bei IBM war er jemand, der über den Tellerrand hinaus blickte, als BDI-Chef sowieso. Und er hatte zu alledem seine eigene Meinung, die er sich mit viel Fleiß erarbeitete. Deswegen war seine Skepsis gegenüber dem Euro, der ihn zum Gründungskreis der AfD machte, mit Sicherheit profund begründet. Und vermutlich war HOH auch bereit, eine ganze Menge zu ertragen, um seine Meinung zu platzieren und durchzusetzen. Aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem er das Gefühl hat, missbraucht zu werden. Deshalb wollte er weg von einer IBM, die seitdem herumirrt in der Welt,  deshalb hat er auch bei der AfD seine Ämter niedergelegt, weil diese ebenfalls mehr und mehr Irrwegen folgt.
Es ist nicht gut, was gerade in Deutschland abgeht.Wir überlassen momentan den falschen Typen die Macht. Ein gefährliches Spiel.
Raimund Vollmer

Kommentare:

Besserwisser hat gesagt…

Die AfD war schon von Anfang an ein Irrweg. Sogar ein gefährlicher Irrweg. Warum HOH diesen Weg ging ist mir absolut schleierhaft. Nur um seinen Thesen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen???

Ob das Erlöschen der AfD eine Chance wird für ein Aufflackern der Liberalen? Ich glaube nicht: Die FDP ist genauso am Ende - und eine Alternative nicht in Sicht.

Raimund Vollmer hat gesagt…

Lieber Besserwisser, ich glaube, dass sich HOH ein gewisses Maß an Naivität bewahrt hat. Deswegen auch mal Dinge tut (und denkt), die Irrwege sein können. Aber es sind keine bösartigen Irrwege, auf die sich möglicherweise die AfD einlässt. Die FDP ist auch nicht bösartig, vielleicht aber zu artig...

Anonym hat gesagt…

Noch ist die Macht beim Volk und nicht bei irgendwelchen Typen. Und das ist gut so.

Von einem Liberalen hätte ich solch einen Kommentar nicht erwartet. Es kann eigentlich nur Frust der Vater dieser Gedanken sein. Oder?

Raimund Vollmer hat gesagt…

Nein, lieber Anonym, eher Wut darüber, dass wir vor allem in unseren Großunternehmen Anpassung immer noch als die höchstbezahlte Leistung betrachten, während der größte Fortschritt immer von den Unangepassten kommt. Und unsere Internet-Unternehmer sind so wenig originär wie unsere "Investmentbanker". Alles Abklatsch. Und wenn wir dann einen Trend mal wieder verpasst haben, dann schimpfen wir über die bösen Amis. Leute, die selber denken, wünsche ich mir in Politik und Wirtschaft. Das wünsche ich mir als Demokrat. Weil davon lebt die Demokratie - von der Vielfalt, nicht von der Einfalt.

Raimund Vollmer hat gesagt…

Das ist übrigens für mich "liberal".