Nach und nach wird IBM in den nächsten Monaten Kooperationen mit immer mehr Big-Data-Lieferanten eingehen. Milliarde für Milliarde wird Big Blue Data dafür ausgeben. Es fängt jetzt harmlos an mit einem Wetterdienst, irgendwann wird sie dann sogar eine Zeitung kaufen mitsamt ihrem Archiv, vielleicht noch einen Fernsehsender als Sahnehäubchen. In Deutschland würde sich da zum Beispiel der zu RTL gehörende Sender NTV anbieten. Bei den Verlagen sollte sie sich auf die angelsächsischen Blätter konzentrieren, von denen schreiben die deutschen sowieso schon ab. In England empfiehlt sich die Financial Times. Und Rupert Murdoch freut sich schon darauf, wenn er für das Wall Street Journal eine dicke Stange Geld bekommt. Eine Datenquelle nach der anderen wird angezapft und Watson einverleibt. Dessen Wissen um die Verhältnisse in der Welt wächst ins Unermessliche. Immer mehr Kunden vor allem aus den Großunternehmen wollen sich an Watson dranhängen, um ihre Entscheidungen mit der Datencloud abzustimmen.
Die entsprechende IBM-Entscheidungssoftware heißt übrigens THINK. Sie ist der Schrecken des gesamten Mittelmanagements, das in den kommenden Jahren immer stärker ausgedünnt wird. Ganze Stäbe werden aufgelöst. Auch bei der IBM. Wer braucht schon Manager, wenn er Watson hat? Und so erfüllt sich die Rache des kleinen Mannes. Denn diese Strategie wurde weder von Sam noch von Gini implementiert, sondern von den Mitarbeitern in den Labors, die zwanzig Jahre lang gequält wurden von einem Mittelmanagent, das derart dumme Entscheidungen vorbereitet und umgesetzt hat, dass man sie längst getrost einem Computer überlassen kann. Es sind übrigens auch keine guten Zeiten für Unternehmensberater...
Ein Aprilscherz? Warten wir's ab. Raimund Vollmer
Mittwoch, 1. April 2015
Montag, 30. März 2015
EXTRABLATT 1980: Rechner-Skandal in Bremen
Bei der Beschaffung eines Großrechners für die Universität Bremen Ende der siebziger Jahre ging es alles andere als korrekt zu - ein Beispiel dafür, dass "Industriepolitik" vor allem Lobby-Arbeit ist, um es mal neutral auszudrücken. Das Computer Magazin hat damals die Geschichte veröffentlicht. Es hatte damals selbst einen "Lobbyisten" in Bonn, den Korrespondenten Werner Gerdes. Er lieferte eine wunderbare Dokumentation...
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Donnerstag, 26. März 2015
Sind es die Amis, die die Antitrustler auf den Plan rufen, oder sind sie wirklich an Europa interessiert...
... fragt man sich nach der Lektüre eines Berichts im Wall Street Journal. Den Händlern und Playern im Internet wird von der EU-Kommission vorgeworfen, sie würden durch bestimmte Praktiken dem Verbraucher den grenzüberschreitenden Erwerb von Waren, die über das Internet bestellt werden, erschweren. Dabei scheinen die Wettbewerbshüter vor allem Amazon im Visier zu haben, obwohl die Untersuchung angeblich alle Anbieter betreffen soll.
Mittwoch, 25. März 2015
Aus-Blick 2015: Google bekommt neue Finanzchefin
Ihr Name: Ruth Porat (57). Sie kommt von Morgan-Stanley, stammt aus Kalfornien und kehrt nun von der Wall Street zurück in ihre Heimat. Sie soll die Finanzen des Suchmedienimperiums auf Vordermann bringen und dafür sorgen, dass die 65 Milliarden Dollar an Cash, die das Unternehmen in den letzten Jahren aufgestaut hat, sinnvoll reinvestiert werden. Mit der Umsatzrendite, die von 26 auf 22 Prozent gesunken war, zeigte sich die Börse in letzter Zeit alles andere als zufrieden. Der Aktienkurs stagnierte im Vergleich zu der stürmischen Entwicklung am Nasdaq. So berichtet das Wall Street Journal.
Kommentar: Wird Google allmählich ein ganz normales Unternehmen? Wenn ja, können sich die Mitbewerber in nächster Zeit entspannt zurücklehnen. Normale Unternehmen enden meist als große Langweiler. Siehe IBM, siehe Hewlett-Packard, siehe Microsoft...
Kommentar: Wird Google allmählich ein ganz normales Unternehmen? Wenn ja, können sich die Mitbewerber in nächster Zeit entspannt zurücklehnen. Normale Unternehmen enden meist als große Langweiler. Siehe IBM, siehe Hewlett-Packard, siehe Microsoft...
Rück-Click 1970: Als das Unbundling nach Deutschland kam...
... deutete sich dies am 24. März 1970 an. Damals verkündete IBM, die auf Druck der US-Regierung am 23. Juni 1969 für die USA die gesonderte Berechnung von Software und Services, also das sogenannte Unbundling, vermeldet hatte, dass sie wohl ähnliches auch in Deutschland im Sinne habe. Denn nun hatte sie damit begonnen, spezielle Dienstleistungen und Programme den Kunden in Extrarechnung zu stellen. In den USA war das Unbundling zum 1. Januar inkraft getreten. Für Deutschland wollte sich der Marktführer zwei Jahre des Übergangs gönnen. Dies verunsicherte aber die Kunden, denn sie schlossen aus alledem, dass IBM demnächst mit neuen Produkten, die dann von vornherein dem Unbundling unterworfen sein würden, auf den Markt kommen werde. Und tatsächlich: 1970 war das Jahr, in dem die IBM /370 vorgestellt werden sollte.
Das brachte die Mitbewerber in Bedrängnis. General Electric, Honeywell und Univac zeigten sich zuerst einmal unwillig, der neuen Marschrichtung zu folgen. CDC, NCR und RCA hingegen deuteten an, dass sie ihre Vertriebsstrategie entsprechend korrigieren würden.
Das brachte die Mitbewerber in Bedrängnis. General Electric, Honeywell und Univac zeigten sich zuerst einmal unwillig, der neuen Marschrichtung zu folgen. CDC, NCR und RCA hingegen deuteten an, dass sie ihre Vertriebsstrategie entsprechend korrigieren würden.
Rück-Click 1970: Das größte Softwarehaus in den USA...
... beschäftigte damals 3600 Mitarbeiter und setzte umgerechnet 300 Millionen DM um. Im Vergleich dazu setzte das größte deutsche Softwarehaus zwei Prozent um. Das erfolgreichste Softwarepaket aus den USA wurde insgesamt 700mal verkauft. Das erfolgreichst Produkt aus Deutschland wurde nicht mehr als zehnmal installiert. In den USA gab es damals 70.000 Computer, in Deutschland waren es 6000.
Journalyse-Quelle: Die Computer Zeitung, 21. April 1970: Deutschland kontra USA
Journalyse-Quelle: Die Computer Zeitung, 21. April 1970: Deutschland kontra USA
Montag, 23. März 2015
Wearables: Nicht jeder Mensch ist ein Big Data
Von 3,73 auf 9,16 Milliarden Euro steigt zwischen 2014 und 2018 der Markt für Wearables in Europa, berichtet heute die FAZ. Und sie erzählt uns auch, dass 54 Prozent der User die von Uhren, Sportarmbändern und Brustgurten sowie vernetzte Sportkleidung erfassten Daten nicht mit anderen - wie zum Versicherungen oder Ärzten - teilen wollen. Nicht jeder Mensch will ein Big Data sein. Bei entsprechenden Anreizen wären die anderen unter Umständen aber schon dazu bereit. Jetzt müsste man nur noch wissen, wieviele Daten da durch die Luft schwirren oder abgerufen werden...
Donnerstag, 19. März 2015
Ist ein automatisches Auto automatisch sicher...
... wenn der Hersteller selbst es automatisch dazu erklärt? Das ist eine der Fragen, die momentan die Juristen in den USA zu bewerten haben, bevor der Gesetzgeber dort selbststeuernde Autos in ein entsprechendes Gesetzeswerk fassen kann. Die Hersteller scheinen zu Selbsttest zu neigen, während andere meinen, dass die Software von Dritten auf Fehler überprüft werden müsse. Dagegen spricht, dass die Hersteller selbst ihre Software, die zum Teil über einen Zeitraum von zehn Jahren entwickelt worden sei, am besten kennen, während Außenstehende sich erst in die gesamte Thematik hineindenken müssten. So berichtet heute das Wall Street Journal.
Mittwoch, 18. März 2015
Was uns an der IT nervt, wollte das Wall Street Journal wissen...
... und bekam Hunderte von Antworten wie zum Beispiel:
"Warten auf Windows. Ob es nun ein Neustart ist oder eine Aktualisierung, Windows läßt Dich warten. Meine Zeit kostet auch Geld, aber Microsoft scheint das nicht zu verstehen." (Stimmt)
"Warum hat mein Laptop einen Extraziegel namens Ladegerät? Ich muss es immer mit mir schleppen. Warum ist es nicht in den Laptop integriert..."
"Ich war bis heute nicht in der Lage, mein drahtloses Heimnetzwerk ohne mehrfache technische Unterstützung vom Hersteller des Routers oder des Internet-Providers zu installieren."
"Warten auf Windows. Ob es nun ein Neustart ist oder eine Aktualisierung, Windows läßt Dich warten. Meine Zeit kostet auch Geld, aber Microsoft scheint das nicht zu verstehen." (Stimmt)
"Warum hat mein Laptop einen Extraziegel namens Ladegerät? Ich muss es immer mit mir schleppen. Warum ist es nicht in den Laptop integriert..."
"Ich war bis heute nicht in der Lage, mein drahtloses Heimnetzwerk ohne mehrfache technische Unterstützung vom Hersteller des Routers oder des Internet-Providers zu installieren."
Dienstag, 17. März 2015
Das CeBIT - die CeBIT: Von der Industriemesse zur Massenmesse zur Industriemesse
45 Jahre ist es her, dass Willy Brandt das Centrum für Büro und Informationstechnik eröffnete. Für mich sind es nächstes Jahr 40 Jahre her, dass ich erstmals in der ehedem weltberühmten Halle 1 der Hannover Messe sein durfte. Dienstagsabend war der sogenannte Vorabend. Gefeiert wurde bei der Computer Zeitung. Da trafen sich die Medienfuzzies aus aller Welt, um den neuesten Tratsch bei einem Glas Trollinger auszutauschen. 1970 war auch die Computer Zeitung gegründet worden. Sie ist ebenso verschwunden wie die Halle 1. Oder wie die damals sehr, sehr angesehene Monatspublikation "Online" des von uns allen geschätzten Günther Sandscheper, den es leider auch nicht mehr gibt. Ebenso wenig wie Dieter Eckbauer, den späteren Chefredakteur der Computerwoche, die es immer noch gibt, über deren Inhalte sich aber der streitlustige Dieter Eckbauer mehr ärgern als freuen würde.
Ich weiß noch, wie ich mich in der Halle 1 - so groß wie ein oder auch zwei Fußballfelder - verirrt habe, nicht mehr wusste, wo Nord, Ost, Süd, West ist. Dabei war die CeBIT (wie bald alle sagten) stets im Norden des riesigen Messegeländes, auf dem man draußen riesige Kräne und Nutzfahrzeuge, Röhren und andere Ungetümer bewundern konnte. Denn damals war die CeBIT Teil der Industriemesse, der größten Leistungsschau der Welt. Und die Computerfirmen, die in den sienbziger Jahren noch Olivetti hießen, Honeywell-Bull, Sperry-Univac, Burroughs, Taylorix oder Kienzler hießen, waren stolz darauf als ebenbürtige Partner des Industrieadels angesehen zu werden. Über allem stand nicht etwa IBM, das war ja ein Trappistenkloster wie heute Google oder Apple, sondern Heinz Nixorf mit seiner Nixdorf Computer AG. Mittwochmorgens hielt er das Hochamt der Messe, genannt Bilanzpressekonferenz. Wer meinte, dass irgendein Ausländer oder Inländer aus Politik oder Wirtschaft mit seiner Eröffnungsrede das Thema der Messe bestimmen würde, der irrte sich gewaltig. Das war Heinz Nixdorf, der in einzigartiger Manier auf Politik und Wirtschaft einhieb, für seinen Mut bewundert wurde und stets mit Großaufträgen aus Politik oder Wirtschaft belohnt wurde. Später hat dann ein gewisser Hans-Olaf Henkel versucht, in die Fußstapfen des Meisters zu treten, aber so ganz ist ihm dies nie gelungen. Er war halt ein Angestellter, ein Manager. Klaus Luft, der Nachfolger von Heinz Nixdorf, war nur die Untertitelfassung, nicht mehr das Original.
Auf jeden Fall meinte die CeBIT, dass sie nun selbst groß sei und verwandelte sich zehn Jahre nach meinem Erstbesuch von einer Halle in eine eigenständige Messe, die vier Wochen vor der Industriemesse stattfand, aber ihr eigenes Thema verloren hatte. Vielleicht war das auch der Grund, warum er keinen Heinz Nixdorf mehr gab. Nach dessen Tod erlebte sie zwar Zeiten, in denen die Menschen in Massen nach Hannover kamen und aus der Industriemesse ein Consumerparadies machten. Die Messe schwankte zwischen Handy und Gameboy. Dazwischen flackerte mal eine Microsoft auf, nachdem Commodore sich verbraucht hatte. Es war die Messe des Glamours und der Games geworden, zu denen Erwachsene keinen Zutritt mehr hatten.
Nun hat sie unter dem Namen Industrie 4.0 zurückgefunden zu ihren Ursprüngen. Möchte man glauben, möchte man meinen. Denn das Internet der Dinge sorgt dafür, dass alles digitalisiert wird. Die IT beherrscht alles. So scheint es zu sein.
Hört man sich derweil an, mit welchen Sprüchen das Management dieser ausstellenden Firmen an die Öffentlichkeit gehen, dann ahnen wir, dass sie weit davon entfernt sind, jene Klasse zu erreichen, die ein Heinz Nixdorf dereinst vorlegte. Die Plattitüden offenbaren auf erschreckende Weise, dass die IT im Prinzip bis heute ohne eine eigene Philosophie ist.
"Dezentralisierung" war das Zauberwort, mit dem Heinz Nixdorf vor 40 Jahren sein Publikum indoktrinierte. Es war gerichtet gegen den Zentralisten "IBM", dahinter stand der Konflikt zwischen Mittelstand, also "dezentral", und Großindustrie, also "zentral". Es war der Krieg der Worte zwischen Nixdorf und IBM.
Wenn man heute der Berichterstattung über die CeBIT folgt, herrscht dort die totale Harmoniesucht. Industrie 4.0 hält die Welt zusammen. Nicht nur, dass das stinklangweilig ist, es ist auch sehr gefährlich: "Harmonie verblödet", heißt es - und lässt das Medieninteresse an der Messe verkümmern. Vergeblich suchen die Journalisten offenbar auf der Messe nach Konfliktstoff. Geradezu läppisch die Aussage, dass die Politik hinterherhinke. Das hat sie schon immer getan. Daran änderte auch nicht die Tatsache, dass 1970 der Bundeskanzler die neue Halle 1 eröffnete.
Raimund Vollmer
Ich weiß noch, wie ich mich in der Halle 1 - so groß wie ein oder auch zwei Fußballfelder - verirrt habe, nicht mehr wusste, wo Nord, Ost, Süd, West ist. Dabei war die CeBIT (wie bald alle sagten) stets im Norden des riesigen Messegeländes, auf dem man draußen riesige Kräne und Nutzfahrzeuge, Röhren und andere Ungetümer bewundern konnte. Denn damals war die CeBIT Teil der Industriemesse, der größten Leistungsschau der Welt. Und die Computerfirmen, die in den sienbziger Jahren noch Olivetti hießen, Honeywell-Bull, Sperry-Univac, Burroughs, Taylorix oder Kienzler hießen, waren stolz darauf als ebenbürtige Partner des Industrieadels angesehen zu werden. Über allem stand nicht etwa IBM, das war ja ein Trappistenkloster wie heute Google oder Apple, sondern Heinz Nixorf mit seiner Nixdorf Computer AG. Mittwochmorgens hielt er das Hochamt der Messe, genannt Bilanzpressekonferenz. Wer meinte, dass irgendein Ausländer oder Inländer aus Politik oder Wirtschaft mit seiner Eröffnungsrede das Thema der Messe bestimmen würde, der irrte sich gewaltig. Das war Heinz Nixdorf, der in einzigartiger Manier auf Politik und Wirtschaft einhieb, für seinen Mut bewundert wurde und stets mit Großaufträgen aus Politik oder Wirtschaft belohnt wurde. Später hat dann ein gewisser Hans-Olaf Henkel versucht, in die Fußstapfen des Meisters zu treten, aber so ganz ist ihm dies nie gelungen. Er war halt ein Angestellter, ein Manager. Klaus Luft, der Nachfolger von Heinz Nixdorf, war nur die Untertitelfassung, nicht mehr das Original.
Auf jeden Fall meinte die CeBIT, dass sie nun selbst groß sei und verwandelte sich zehn Jahre nach meinem Erstbesuch von einer Halle in eine eigenständige Messe, die vier Wochen vor der Industriemesse stattfand, aber ihr eigenes Thema verloren hatte. Vielleicht war das auch der Grund, warum er keinen Heinz Nixdorf mehr gab. Nach dessen Tod erlebte sie zwar Zeiten, in denen die Menschen in Massen nach Hannover kamen und aus der Industriemesse ein Consumerparadies machten. Die Messe schwankte zwischen Handy und Gameboy. Dazwischen flackerte mal eine Microsoft auf, nachdem Commodore sich verbraucht hatte. Es war die Messe des Glamours und der Games geworden, zu denen Erwachsene keinen Zutritt mehr hatten.
Nun hat sie unter dem Namen Industrie 4.0 zurückgefunden zu ihren Ursprüngen. Möchte man glauben, möchte man meinen. Denn das Internet der Dinge sorgt dafür, dass alles digitalisiert wird. Die IT beherrscht alles. So scheint es zu sein.
Hört man sich derweil an, mit welchen Sprüchen das Management dieser ausstellenden Firmen an die Öffentlichkeit gehen, dann ahnen wir, dass sie weit davon entfernt sind, jene Klasse zu erreichen, die ein Heinz Nixdorf dereinst vorlegte. Die Plattitüden offenbaren auf erschreckende Weise, dass die IT im Prinzip bis heute ohne eine eigene Philosophie ist.
"Dezentralisierung" war das Zauberwort, mit dem Heinz Nixdorf vor 40 Jahren sein Publikum indoktrinierte. Es war gerichtet gegen den Zentralisten "IBM", dahinter stand der Konflikt zwischen Mittelstand, also "dezentral", und Großindustrie, also "zentral". Es war der Krieg der Worte zwischen Nixdorf und IBM.
Wenn man heute der Berichterstattung über die CeBIT folgt, herrscht dort die totale Harmoniesucht. Industrie 4.0 hält die Welt zusammen. Nicht nur, dass das stinklangweilig ist, es ist auch sehr gefährlich: "Harmonie verblödet", heißt es - und lässt das Medieninteresse an der Messe verkümmern. Vergeblich suchen die Journalisten offenbar auf der Messe nach Konfliktstoff. Geradezu läppisch die Aussage, dass die Politik hinterherhinke. Das hat sie schon immer getan. Daran änderte auch nicht die Tatsache, dass 1970 der Bundeskanzler die neue Halle 1 eröffnete.
Raimund Vollmer
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