Mittwoch, 3. Juli 2013

Rück-Click: Big Data, IBM und Wimbledon...

... beschäftigt heute das Wall Street Journal. 1991 war es der damalige Weltmeister aller Computerklassen, die Nummer 1 der IT seit 75 Jahren, der den Fernsehzuschauern das Tempo anzeigte, mit dem Aufschläge und Returns über und auf den heiligen Rasen hin und her tobten. Was so harmlos begann, ist heute ein Netzwerk aus 41 Millionen historischen Datenpunkten, in die in Echtzeit die Spiele eingeclickt werden. Jede Schwäche, jede Stärke, jede Situation wird analysiert und soll am Ende helfen, den Gegner zu besiegen. Wahrscheinlich wird man über kurz oder lang - wie bei der Formel 1 - die Konsistenz der Bälle nach dem Zufallsprinzip verändern müssen, um wieder Spannung in das Geschehen einbringen zu können.
Kommentar: Mathematiker der Welt! Eines Tages wird Gott doch noch würfeln müssen - oder Watson übernimmt Wimbledon...

IBM Deutschland: Nur noch Nummer 127 in den "FAZ 100"...

(Kommentar) ... und das narkiert weiterhin den Niedergang der einstmals größten Auslandstochter der IBM Corp. Die Deutschen gehören noch nicht einmal mehr zu den 100 größten Unternehmen hierzulande. Nach einer Schnellrecherche im Papernet des Autors konstatieren wir: Noch 1988 lag die deutsche Tochter an Position 29. In den letzten 25 Jahren ist sie also um fast 100 Plätze zurückgefallen. Trotz eines um die ehemalige DDR gewachsenen Marktes schrumpfte ihr Umsatz von ehedem und umgerechnet 5,7 Milliarden Euro auf 4,3 Milliarden Euro. Und das ist nominal gerechnet. Real war IBM 1988 fast doppelt so groß wie heute, schätzen wir mal über den Daumen. Damals baute IBM in Deutschland noch Computer und Peripherie (und genoss dabei durchaus auch Berlinhilfe), heute wird so gut wie gar nichts mehr hier produziert. Dennoch wird "die Deutschlandschefin des amerikanischen Technologiekonzerns", Martina Koederitz, in der FAZ zitiert, als sei sie die Jeanne d'Arc der industriellen Revolution: "Von der erfolgreichen Bewältigung der vierten industriellen Revolution hängt die Zukunft der deutschen Industrie ab - nicht mehr und nicht weniger. Diese epochale Herausforderung müssen wir nun branchenübergreifend angehen." Heißt dies, wenn uns die FAZ die IBM fast schon als Wortführer vorstellt, dass am Ende gar nichts mehr hier hergestellt wird - außer Big Data?
Raimund Vollmer
Journalyse-Quelle: FAZ, 3.7.2013: "Die 100 Größten - Flut der Daten"

Dienstag, 2. Juli 2013

Patentklage von Virnetx: Aber Apple appelliert an das Gericht...

und geht in die Berufung. Das Unternehmen will einfach nicht den erstinstanzlichen Gerichtsbeschluss akzeptieren, der den iPhone-Hersteller zu einer Zahlung von 368 Millionen US-Dollar wegen Verletzung eines VPN-Patents verurteilte.
Derweil verkündet der Apple-Holicer Jonny Evans in Computerworld:
»Apple's victory is complete«

Nokia zahlt 2,2 Milliarden Dollar für Siemens-Anteil an NSN...

... was als ein sehr fairer Deal angesehen wird. Denn die 1,7 Milliarden Euro, die die komplette Übernahme der gemeinsamen Firma durch Nokia kostet, seien angesichts eines Fair Value von drei Milliarden Dollar sehr, sehr günstig.
Kommentar. Da will einer ganz schnell etwas loswerden, was er nicht beherrscht. Aber wir wollen nicht in der Geschichte von Siemens weiter herumsuchen, um all die Dinge zu nennen, an denen das deutsche Vorzeigeunternehmen gescheitert ist. Allein die Computergeschichte oder die Halbleiterstory... Nokia hingegen scheint sich allmählich zu berappeln.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 1.7.2013: Nokia Pays $2.21 Billion for Siemens Stake in NSN


USA: Autoren dürfen keine Sammelklage gegen Google führen...

... hat jetzt ein Gericht entschieden. Jeder Fall muss individuell verhandelt werden. Google hat rund 20 Millionen Bücher eingescannt, aus denen sie - soweit sie noch dem Urheberrecht unterliegen - nur Teile (snippets) ins Netz stellt. Dagegen hat sich die Autorengilde bereits 2005 gewandt.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 2.7.2013: Suit Against Google's Scans Loses Class-Action Status

Snowden zieht sein Asylgesuch für Russland zurück

Offenbar ist der Whistleblower nicht bereit, sich an die Regeln zu halten, die Präsident Putin aufgestellt hat. Edward Snowden dürfe nicht mehr gegen die NSA/USA sagen...
Kommentar. Und wenn man die Leser-Kommentare in Spiegel-Online liest, dann gipfeln die Aussagen darin, dass President Obama den Friedensnobelpreis zurückgeben solle. Ich frage mich die ganze Zeit: Welches Geheimnis hat denn eigentlich dieser Edward Snowden verraten? Dass die NSA alles abhört und absucht, ist doch schon so lange bekannt...

Montag, 1. Juli 2013

Meldung des Tages: Snowden bittet Russland um Asyl...

,,, hat aber auch in 14 weiteren Staaten Asylanträge eingereicht, heißt es bei Spiegel Online.

Schlagzeile des Tages: "Trittin will Snowden nach Europa holen"...

... schreibt Spiegel Online. Der Grund: Es könne nicht sein, dass einer, der sich um die Grundrechte verdient mache, ausgerechnet in den Ländern Unterschlupf suchen muss, die sich um Grundrechte einen feuchten Kehricht kümmern. Mehr hier

iPhone: 275 Telecoms in 114 Ländern verkaufen Apples Hörgerät...

... meint Strategic Analytics. 2007 - beim Smart-Start - war es nur einer: AT&T. Von den 700 Millionen Kunden, die China Mobile zählt, haben indes nur 80 Millionen auf das Luxusgerät mit dem Apfel angebissen. Nun wird vermutet, dass Apple dies ändern möchte und - so will es das Wall Street Journal gehört haben - demnächst einen fetten Vertrag mit China Mobile unterzeichnen wird.
Allerdings ist die chinesische Regierung möglicherweise dagegen, weil sie nicht will, dass ein Amerikaner einer derartige Dominanz bekommen können. Doch in den letzten zwölf Monaten ist der Marktanteil von Apple im Reich der Mitte von 13 auf neun Prozent gefallen.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 30.6.2013: Apple's Next Big Leap Forward

Journalyse: Seit 1. Januar Zahl der Seitenaufrufe pro Monat verdoppelt

Wir sind zwar nur ein kleiner Blog im Long Tail des Internets, aber freuen uns trotzdem, dass wir seit Januar die Zahl der Seitenaufrufe von 7.000 (Dezember 2012) auf inzwischen 18.000 mehr als verdoppelt haben und sogar im Juni eine neue Rekordmarke erreicht haben. Uns gibt's bald fünf Jahre - und wir machen einfach weiter. Wenn Sie uns weiterempfehlen, freuen wir uns umso mehr. Wahrscheinlich müssen wir uns auch noch auf Facebook einloggen. Mal sehen...
Raimund Vollmer und der "Analüst" (nicht identisch mit RV) sowie allen anderen Besserwissern...

Zitat des ersten Halbjahrs: Erdogan & Social Media

»Social Media sind die größte Bedrohung
für eine Gesellschaft.«
Recep Tayyip Erdoğan, Ministerpresident der Türkei, am 2. Juni 2013
Journalyse-Quelle: The Economist, 29.6.2013: "The digital demo"

Zitat des Tages: Cloud, Oracle, Microsoft, Salesforce.com

»Amazon könnte am Ende alle überrollen.«
David Linthicum von der Beratungsgesellschaft Cloud Consultancy
Journalyse-Quelle: The Economist, 29.6.2013: Ascending to the cloud