Mittwoch, 31. Dezember 2025

Zum Tage: Veränderung

 »Der Geist des Menschen 
hasset nach seiner Natur 
die Veränderung, 
erstlich weil er sie außer sich 
nur bei großen Schritten und 
nie in ihrem ewigen Schleichen 
wahrnimmt, und 
zweitens weil er sie 
in sich weniger merkt, wo er 
der unveränderliche Schöpfer 
seiner eigenen ist.«


Jean Paul (1673-1825), deutscher Dichter, in 
Die wunderbare Gesellschaft in der Neujahrsnacht



10 Kommentare:

Niccoló Machiavelli hat gesagt…

Eine Veränderung bewirkt stets eine weitere Veränderung.

An Silvester hat gesagt…

In Hannover an der Leine
fand er nächtens jüngst die Seine,
abgebrannt, doch lebensfroh,
an der Haltestelle Zoo.
Als sie dann zum Steintor schritten
und um einen Joint sich stritten,
erkannten sie, wenn auch nicht jäh,
das Leben ist wie immer zäh.
Er gab ihr dann die hundert Eier,
wusste gleich "die alte Leier",
das Schicksal dreht nur Pirouetten,
macht's anders als wir es gern hätten.
Die Nacht war dennoch ganz vergnüglich.
Sie verschwand dann unverzüglich.
Ja es war im Grund wie immer,
nur für ihn ein wenig schlimmer.
Sie war nicht mehr abgebrannt,
er ist bald zum Arzt gerannt.

Auf ein Neues hat gesagt…

Der Mutmacher - er ist
im Grunde nur ein  Realist.
Das Hoffen auf die bess'ren Zeiten,
empfiehlt ein Realist zu meiden.
Sie kommen zu dem,
der's Schicksal greift
und auf das Warten einfach pfeift.

Besserwisser hat gesagt…

Warte nicht auf bessere Zeiten – mach was aus den schlechten!

Pavel Kosorin, tschechischer Schriftsteller

Besserwisser hat gesagt…

Die Menschen warten immer auf bessere Zeiten, ohne zu bedenken, daß die Besserung aus ihnen selbst kommen müßte, sollte, könnte!

Gorch Fock (1880 - 1916 (gefallen in der Skagerrak-Seeschlacht)), eigentlich Johannes Kienau, niederdeutscher Erzähler, Lyriker, Elbfischer und Marinesoldat

Benjamin Franklin hat gesagt…

Was hilft es, bessere Zeiten zu wünschen und zu hoffen? Ändert euch nur selbst, so ändern sich auch die Zeiten. Ohne Mühe geht nichts.

Anonym hat gesagt…

Was der Verstand nicht bessern kann, bessert oft die Zeit. (Quod ratio non quit, saepe sanavit mora)

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere; römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero

Quelle: Seneca, Agamemno (Agamemnon). V. 130

Zum Jahreswechsel hat gesagt…

Ernst war das Jahr, das nun geendet,
ernst ist das Jahr, das nun beginnt.
Daß sich die Welt zum beß'ren wendet
sei, Mensch, zum Besseren gesinnt.
Bedenk: das Schicksal aller Welt
ist mit in deine Macht gestellt,
und auch das Kleinste in der Zeit
ist Bild und Keim der Ewigkeit.

Friedrich von Logau (1605 - 1655), deutscher Dichter des Barocks

Anonym hat gesagt…

Der Tod in dieser Zeit muss, je nachdem, erlösend oder besonders bitter sein. Die meisten Denkenden werden schwanken wie ich, man sieht den Tiefstand und das Elend und möchte davon weg, man hofft auf das Bessere und möchte es noch erleben.

Jakob Bosshart (1862 - 1924), Schweizer Schriftsteller und Philologe

Selbstbefragung zu Silvester hat gesagt…

Ich horche in mich rein.
In mir muss doch was sein.
Ich hör nur "Gacks" und "Gicks".
In mir da ist wohl nix.
Robert Gernhardt
Gedichte 1954 - 1997