Sonntag, 15. Februar 2026
Zum Tage: Ist das so?
Je mehr scharfe Waffen es
gibt,
Desto unwissender wird das Land heranwachsen.
Je mehr geschickte Handwerker es gibt,
desto mehr verderbenbringende Geräte werden sie erfinden.
Je mehr Gesetze verkündet werden,
Desto mehr Diebe und Räuber wird es geben.
Lao-Tse (6. Jahrhundert vor Christus), chinesischer Philosoph
Samstag, 14. Februar 2026
Chronik: 14. Februar 1996
"Deutsch französische
Währungsunion reicht Tietmeyer"
Außer Luxemburg erfüllt zur Zeit kein anderes Land die Maastricht-Kriterien
Die Welt, 14. Februar 1996
Als wir alle noch wussten, wie der Präsident der Bundesbank hieß: Hans Tietmeyer...
Freitag, 13. Februar 2026
Kommentar: Ich, der Kleinbürger
„Wir Europäer haben uns auf die Rolle der Griechen im Römischen Reich reduzieren lassen. Die nützlichste Funktion, die ein Italiener oder Franzose ausüben kann, besteht in diesen Tagen darin, einem Amerikaner oder Japaner zu lehren, welche Trinktemperatur ein Rotwein haben sollte.“
Luigi Barzini (1908-1984), italienischer Schriftsteller
Eine unzeitgemäße Betrachtung von Raimund Vollmer
Vor 50 Jahren titelte der von mir als stillem Leser sehr geschätzte Historiker Michael Stürmer (*1938) in der FAZ: „Die ratlosen Europäer auf der Suche nach dem neuen Cäsar“. Es war klar, dass ihn diese Suche zu Napoleon führen würde, der für ihn und auch für sich selbst eher ein Zufallsfund in der Rolle des neuen Cäsars war. Zurzeit macht es keinem große Schwierigkeiten, sich einen solchen Cäsar wieder herbeizudenken. Aber der Zufall will uns keinen schenken, der auch das Potenzial dazu hat. Zum Glück, sage ich mir als Kleinbürger, wobei ich gestehen muss, dass ich im Unterschied zu vielen anderen Kleinbürgern diesem Napoleon nie Bewunderung entgegengebracht habe. (Wenn ich es mir denn überhaupt erlauben darf, in dieser Beziehung öffentlich eine Meinung äußern zu dürfen.
Heute, ein halbes Jahrhundert nach Michael Stürmers ganzseitigem Aufsatz, wage ich mich noch weiter vor in meiner unmaßgeblichen Meinung. Ich glaube, dass unterschwellig diese Sehnsucht nach einem „Führer“ (und der war für mich das Finalprodukt eines Cäsars) wieder erwacht ist. Hitler wollte ein Europa schaffen – und das hatten die Deutschen damals durchaus begriffen und motivierte sie zum Krieg. So konnte ich es zum Beispiel aus einem Briefwechsel entnehmen, in dem sich die Mutter einer ganz normalen Familie zu diesem Europa euphorisch bekannte. Sie war bestimmt kein Nazi, wie ich aus den anderen Briefen entnehmen konnte.
Europa war eine faszinierende Idee, die aber immer wieder von Kriegen erstickt und pervertiert wurde, mit denen die Idee eigentlich realisiert werden sollte. 1848 wäre es dennoch beinahe so weit gewesen. Stürmer erinnerte in seinem Aufsatz daran, dass damals diese Revolution überall in Europa ausbrach. Er schreibt: „Die Jahre 1848/49 bezeichnen die erste Revolution, die ganz Europa durchläuft.“ Doch das Ergebnis ist eher traurig. „Seitdem ist nicht nur in Frankreich, sondern auch diesseits des Rheins der Boden des Cäsarismus bereitet.“ Dieser Cäsarismus äußerte sich vor allem national – und endete schließlich im Ersten Weltkrieg, um dann nach den Weimarer Wirren in Deutschland Hitler den Lorbeerkranz aufzusetzen, mit dem Napoleon geschmückt wurde.
Natürlich war Hitlers Europa ein germanisiertes Europa, so wie vor mehr als hundert Jahren im Osten die Idee eines Panslawismus aufkam, hinter dem in Wirklichkeit die Idee des Panrussismus stand. (Ich habe 1972 als Gymnasiast ein Referat darüber halten müssen.) Heute haben wir den Panputismus, und – mit dem Blick in die USA eine Art des Pantrumpismus.
Wir in der EU sind nun versucht, uns einen Pancäsarismus zu wünschen. Ganz schüchtern, ganz verhalten tun wir das. So, wie es sich für gute Kleinbürger gehört. Diesen Wunsch, so richtig auszudrücken und auszuformulieren, wagen wir nicht. Wir drucksen herum, schauen konsterniert auf den Rechtsruck in diesem Europa, dessen Zukunft wir wohl in den vergangenen fünfzig Jahren verspielt haben. Mit unserem bis in die Spitzen der Politik gepflegtem Kleinbürgertum.
Cäsarismus gedeiht auf der Basis solchen Kleinbürgertums. So mein Verdacht – als Kleinbürger, zu dem ich mich nach und nach machen lasse. Es ist ein schleichender, schleimiger Prozess. Ich überlasse meine Meinung anderen. Schließlich weiß ich gar nicht mehr, was meine Meinung ist.
„Deutschland muss umlernen“, titelt heute der FAZ-Journalist Nikolaus Busse in seinem Leitartikel auf Seite 1 seiner Zeitung. Der Tenor lautet, dass sich jedes Land selbst helfen muss – weder auf die NATO noch auf die EU voll und ganz setzen kann. „… die Verteidigung muss im Kern nationalstaatlich bleiben“, meint er. So souverän schreibt man über eine Politik, die sich an ihre eigene Souveränität erinnern muss. „Die analytische Schwäche des deutschen Diskurses und die vielen Fehlentscheidungen der Vergangenheit haben damit zu tun, dass es bei uns immer wieder darum gegangen ist, wie man die Welt verbessert und nicht, wie man in ihr besteht.“ Sehr klar, sehr wahr. Besser kann man unser Kleinbürgertum gar nicht beschreiben. Und doch ist es nicht Deutschland, das umlernen muss, sondern wir, jeder von uns.
Aber wohin? Zum Cäsarismus, den wir seit 50 Jahren suchen – und der hat in den aktuellen 20er Jahren anderswo bereits eine fulminante Karriere gemacht? In den USA, in China, in Russland? Alle drei Imperien streben nach territorialen Erweiterungen. Mit undemokratischen Mitteln im Kalkül. Sie fallen zurück in das imperialistische Denken des 19. Jahrhunderts. Die NATO-Erweiterung, die ja auf der Freiwilligkeit der sich anschließenden, demokratisch gesinnten Länder basierte und dies auch erst nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes, hat mit Imperialismus gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: sie ist das Bollwerk gegen den Imperialismus eines Cäsars namens Putin. Was sich änderte, war, dass die NATO, deren Name sie ja vor allem als Seemacht definierte, sich nun in eine Landmacht verwandelte – wie es Russland und China immer waren. Und es war – wie wir hier schon einmal daran erinnert haben – so, dass in den punischen Kriegen, die Landmacht Rom die Seemacht Karthago besiegte.
Vielleicht ist genau dies das Motiv, das darin besteht, dass der Cäsar in Washington neu definiert, was Landmacht bedeutet: USA plus Kanada und Grönland. Die NATO, die wie die EU aus einem Zusammenschluss souveräner Staaten besteht, hat solche Ideen nicht. Sie hat überhaupt keine Idee – außer, im Falle der EU, einer fatalen “Buy European“-Kampagne.
Aber all das sind Gedanken, die sich für uns Kleinbürger nicht ziemen. Natürlich werden wir aufrüsten, früher taten wir dies, um „abwehrbereit“ zu sein, heute, um „kriegstüchtig“ zu werden. Das ist schon ein Unterschied: „abwehrbereit“ wollten wir sein in Zeiten höchster Nuklearbedrohung, im Kalten Krieg. „Kriegstüchtig“ müssen wir nun werden im Angesicht Drohnen-Bedrohung. Wir werden auf Angriff, nicht auf Abwehr programmiert. Abwehr allein genügt nicht, lehrt uns die Ukraine, aber auch der ganze Nahost-Konflikt.
Es ist schon eine andere Welt, die wir betreten – vielleicht auch deshalb, weil wir unsere stärkste Waffe nicht mehr scharf machen: die Demokratie. Stattdessen haben wurde sie im Rahmen der gescheiterten Versuche des „nation building“ verraten und als untauglich markiert. Dabei ist sie die größte Schutzmacht aller Kleinbürger. Sie setzt jeden von uns als Souverän. Kein Wort darüber bei Michael Stürmer, kein Wort darüber bei Nikolaus Busse.
Ich bin mit Leidenschaft Kleinbürger.
Chronikl: 13. Februar 1996
Ogilvy & Mather:
Übertriebene Erwartungen
in die Internet-Werbung
FAZ, 13.2.1996
Übertriebe Skepsis in die Erwartungen... R.V.
Donnerstag, 12. Februar 2026
Chronik: 12. Februar 2001 - Putin und Pressefreiheit
Beschämendes Schweigen
Die Bundesregierung hat für Russlands bedrohte Pressefreiheit kein Wort übrig
FAZ, 12. Februar 2021
Mittwoch, 11. Februar 2026
Chronik: 11. Februar 1986 - SDI
Moskauer Fernsehen
sendet Kennedys
Bedenken zu SDI
US-Senator (Edward Kennedy) findet freundliche Worte für Gorbatschow
Die Welt, 11. Februar 1986
Dienstag, 10. Februar 2026
CHRONIK: 10. Februar 1996 - Kindesmisshandlungen
"Jährlich werden nach Auskunft des Deutschen Kinderschutzbundes mehr als eine Million Kinder mit Gegenständen misshandelt, 150.000 werden sexuell missbraucht. Ertwa 1000 Kinder werden totgeschlagen."
Die Welt, 10. Februar 1996
Zum Tage: Gottes Plan
1990: „Wer menschliche Geschichte als Verwirklichung eines göttlichen Planes sieht, macht Gott zum Instrument menschlicher Interessen.“
Jeshajahu Leibowitz (1903-1994),israelischer ReligionsphilosophMontag, 9. Februar 2026
Zum Tage: Der Umgang der Eltern
„Es gibt leider nicht mehr viele Eltern, deren Umgang für ihre Kinder ein Segen ist.“
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Autorin
Chronik: 9. Februar 1996
"Nicht der Große Bruder Staat
steckt seine Nase
in unsere Angelegenheiten,
sondern die Privatwirtschaft"...
... wird der Zukunftsforscher Alvin Toffler indirekt
zitiert in der Titelgeschichte des FAZmagazins vom 9. Februar 1996
Zum Tage: Forschung
„Forschung als solche ist aber ohne Abschluss,
sie erbringt keine endgültigen Ergebnisse
und vermittelt kein geschlossenes Weltbild.“
Walter Schulz (1912-2000), deutscher Philosoph
Sonntag, 8. Februar 2026
Chronik: 8. Februar 1996
MEHR ALS DIE
VORSTUFE ZUM
CHRISTENTUM
Kritische Katholiken und Protestanten fragen nach dem Verhältnis zum Judentum
Die Welt, 8. Februar 1996
Samstag, 7. Februar 2026
Chronik: 7. Februar 1996
EUROPEN ALLIANCE RALLIES AROUND SUPERJUMBO JET PLAN
Wall Street Journal, 7. Februar 1996
Für die Entwicklung des Riesenvogels werden 13,6 Millarden Dollar benötigt - 500 bis 600 Passagiere, für Langstrecken von London nach Sidney
Zum Tage: Der Terror
„Der Terror braucht drei Verbündete,
um mächtig zu sein:
Die Allesversteher,
die Drumherumsteher,
die Zuspätweiner.“
Hans Kasper (1916-1990), Bühnenautor und Lyriker
Freitag, 6. Februar 2026
Chronik: 6. Februar 1996
Gefahren auf dem Weg
in die Informationsgesellschaft
"Weltweit bieten bereits mehr als 8500 Datenbankbetreiber ihre Informationen an"
Die Welt, 6. Februar 1996
Zum Tage: Achtung!
„Bei wissenschaftlichen Streitigkeiten
nehme man sich in acht,
die Probleme nicht zu vermehren“
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichterfürst
Zum Tage: 5 Minuten Glück
„Es gibt kein unbedingtes
und ungetrübtes Glück,
das länger als fünf Minuten dauert.“
Theodor Fontane (1819-11898), deutscher Schriftsteller
Zum Tage: Gleiche Meinung
„Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben,
ist einer von
ihnen überflüssig.“
Winston Churchill (1874-1965), britischer Premierminister
Donnerstag, 5. Februar 2026
Zum Tage: ICH
„Wer bin ich?
Doch nicht nur Körper, Besitz, Ruhm?
Nichts davon. Was aber bin ich dann?“
Epiktet (50-135), antiker Philosoph
Zum Tage: Untergang
„Der
Anspruch auf einen Platz an der Sonne ist bekannt.
Weniger bekannt ist, dass
sie untergeht, wenn er errungen ist.“
Karl Kraus (1874-1936), österreichischer Autor
Mittwoch, 4. Februar 2026
Chronik: 4. Februar 1991
LÄPPLE: ASYLBEWERBERN DIE SOZIALHILFE STREICHEN
Die Welt, 4. Februar 1991
Läpple war Leiter der Innenministerkonferenz und wollte Barriere gegen "Armutsflüchtlinge"
(Zum selben Tag 1996 hatte ich nichts gespeichert.R.V.)
Zum Tage: Nie zu weit
„Wir dürfen nie fürchten, zu weit zu gehen,
denn die Wahrheit liegt jenseits dessen.“
Marcel Proust (1871-1922), französischer Schriftsteller
Dienstag, 3. Februar 2026
Chronik: 3. Februar 1996
HERR UND DIENER SEINER PARTEI
Jochen Vogel (SPD) wird 70
Die Welt, 3. Februar 1996
Montag, 2. Februar 2026
Chronik 2. Februar 1996
SILAS VERSTEHT DIE WELT NICHT
Digitale Agenten sollen sich eines Tages in den Computernetzen nützlich machen. Noch sind sie recht dumm - für manche ein Trost
Die Zeit, 2. Februar 1996
Nachschlagzeile 1991: Grönland
GRÖNLANDS GOLD
LOCKT FREMDE
INVESTOREN
Gewaltige Erzvorkommen im Lande der Eskimos
Die Welt, 27- April 1991
Zum Tage: Begeisterung
»Es siegt immer und notwendig
die Begeisterung über den, der nicht begeistert ist.«
Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), deutscher Philosoph
Sonntag, 1. Februar 2026
Chronik: 1. Februar 1996
IT MERGERS REACH RECORD LEVEL
Financial Times, 1. Februar 1993
2913 Deals in 1995, gegenüber 1861 in 1994
Nachschlagzeile: PDS-Vermögen
"'PDS-VERMÖGEN BETRÄGT
MINDESTENS VIER
MILLIARDEN MARK'"
Brie: Gyse hat Wertsteigerung der Gebäude und Grundstücke
ignoriert / Darlehen an verdiente Mitarbeiter
FAZ, 1. November 1990
Zum Tage: Pfundssache!!
»Wer einmal sich selbst gefunden hat,
der kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren.«
Stefan Zweig (1881-1942), österreichischer Schriftsteller
Samstag, 31. Januar 2026
Zum Tage: Na sowas?
»Wenn Sie keine Strategie haben,
sind Sie Teil der Strategie eines anderen.«
Alvin Toffler (1926-2016), amerikanischer Zukunftsforscher
Zum Tage: Nachsatz zu Neujahr
„Gute Vorsätze sind Schecks,
auf eine Bank gezogen,
bei der man kein Konto hat.“
Oscar Wilde (1854-1900), englischer Autor
Freitag, 30. Januar 2026
Zum Tage: Der Richter und sein Denker-Lenker
»Der Markt ist der einzige demokratische Richter,
den es überhaupt in der Wirtschaft gibt.«
Ludwig Erhard (1897-1977), deutscher Wirtschaftsminister und Bundeskanzler
Donnerstag, 29. Januar 2026
Zum Tage: ... oder obwohl er sie ausgesucht hat...
»Deutsche Weltmarktführer sind nicht entstanden,
weil der Staat sie ausgesucht hat.«
Justus Haucap (*1969), Wettbewerbsökonom an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Mittwoch, 28. Januar 2026
Zum Tage: Wahrheit und Irrtum
»Es gibt keine reine Wahrheit,
aber ebensowenig einen reinen Irrtum.«
Christian Friedrich Hebbel (1813-1863), deutscher Dramatiker
Dienstag, 27. Januar 2026
Zum Tage: Phantasie
»Nur die Phantasielosen
flüchten sich in die Realität«
Arno Schmidt (1914-1978), deutscher Schriftsteller
Montag, 26. Januar 2026
Zum Tage: Hölle, Himmel, Erde
„Gerechtigkeit ist nur in der Hölle,
im Himmel ist Gnade,
und auf Erden ist das Kreuz.“
Gertrud von Le Fort (1876-1971), deutsche Schriftstellerin
Sonntag, 25. Januar 2026
Zum Tage: Reichtum
„Nichts Häßlicheres als Reichtum ohne Tugenden.“
Antoine de Rivarol (1753-1891), französischer Schriftsteller
Samstag, 24. Januar 2026
Zum Tage: Krass, Grass?
1975: »Ich bezweifle, dass die Geschichte Aufgaben
stellt.
Für mich ist die Geschichte zuallererst einmal ein absurder Vorgang,
in den Menschen mehr oder weniger geschickt
einige Perspektiven einzubringen versuchen.«
Günter Grass, (1927-2014), deutscher Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger
Freitag, 23. Januar 2026
Zum Tage: Alleskönner
„Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann.“
Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Alleskönner
Donnerstag, 22. Januar 2026
Kurz gedacht (3)
Fundamentalismus – ein Begriff, der bei uns immer irgendwie Schnappatmung auslöst. In den achtziger Jahren wurde er populär, bei den Grünen salonfähig durch Jutta Ditfurth, meinte 1991 der Philosoph Reinhard Löw, und andererseits bedrohlich durch „den islamischen Staat Khomeinis“. 35 Jahre später wissen wir aus vielen Beispielen, dass sich der islamische Fundamentalismus vor allem gegen die eigenen Menschen richtet.
Mittwoch, 21. Januar 2026
Kurz gedacht (2)
„Geflüchtete“ – weil die Endung „ling“ eine negative Konnotation hat, wird in den journalistischen Besserwisserkreisen der Begriff „Flüchtling“ nicht mehr benutzt. Darf ich mich dann noch auf den kommenden Frühling freuen? Gut, die Google-KI sagt mir, dass der Begriff „Geflüchtete“ die Individualität betont und den Menschen nicht auf die Flucht reduziert. Das ist natürlich beim Frühling ebenso anders wie beim Säugling Aus dem Frühling wird der Sommer, und aus dem Säugling unweigerlich ein Kleinkind. Aber das eine ist jedes Jahr so und das andere kommt auch mit der Zeit. Was soll da schon etwas Individuelles dran sein.
Ich frage mich nun, was mein anonymer Freund, der Besserwisser, dazu sagt…
R.V.
Dienstag, 20. Januar 2026
Zum Tage: Optimierung
1989: „Erst die Optimierung der Arbeitsabläufe sowie andere Umstrukturierungen der Arebitsprozesse zu ganzheitlicher Vorgehensweise erbringt Effizienzgewinne bis zu 30 Prozent.“
Wilfried von Eiff, Leiter Organisation und Organisations-Entwicklung bei der Audi AGMontag, 19. Januar 2026
Vollmer-Archiv 1986: 880 Millionen Dollar wert...
... wäre heute die Beteiligung, die IBM vor 40 Jahren an Intel hielt und damals begann zurückzufahren.
Aus meinem Archiv, aus dem ich jetzt - gleichsam per Zufallsgenerator - mal das ein oder andere heraussuchen werde. Damals war die Zeit, in der sich die Amerikaner aus der Produktion von Speicherchips zurückzogen und das Geschäft vor allem den Japanern überließ. R.V.Kurz gedacht (1)
„Regelbasiert“ – kaum ein anderer Begriff hat momentan eine größere Chance, als ein neues Wieselwort in unsere Sprache einzugehen. Es legitimiert sich selbst, ohne wirklich noch etwas aussagen zu können. Frei nach Hegel ließe sich sagen: Was regelbasiert ist, das ist vernünftig, und was vernünftig ist, das ist regelbasiert. R.V.
Zum Tage: Begehr
„Begehren heißt: sich verloren geben“
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph
Sonntag, 18. Januar 2026
Zum Tage: Gefährlich!!!
"Allen
Statistiken zum Trotz ist
das gefährlichste Küchengerät der Korkenzieher."
Robert Lembke (1913-1989), Journalist und Fernsehmoderator
(Schreipfehler wurde korrigiert)
Samstag, 17. Januar 2026
Zum Tage: Freundschaft
„In der Freundschaft muss es als heiles und unverbrüchliches Geasetz gelten, dass man weder etwas Unsittliches verlangt, noch es tut, wenn man darum gebeten wird.“
Marcus Tullius Cicero (106-43), römischer Politiker und Redner
Freitag, 16. Januar 2026
Kommentar: Münkler und die Machtfrage
Anlass: Dieses Interview bei T-Online
Ja, ganz am Schluss seines Gesprächs mit dem T-Online-Journalisten Marc von Lüpke fällt dann doch das Wort, das in seinen geostrategischen Überlegungen so selten vorkommt, dass man schon den Eindruck hat, dass ihn das Thema dahinter wenig interessiert: Demokratie.
Der Politologe und Historiker Herfried Münkler (*1951) mag weltpolitische Szenarien, in denen es um Macht geht, und nur um Macht, um pure Macht, nicht um deren Legitimation. Kein Wunder: Münkler wurde mit dem Thema Machiavelli groß – und dem war es egal, ob eine Regierung auf einer Diktatur, einer Oligarchie oder einer Demokratie basiert. Hauptsache „Macht“.
Münkler sieht sich auf den Kommandohöhen der Zeit und schaut den großen Machthabern zu, wie sie unter sich die Welt aufteilen. Da ist dann viel Kluges dabei, was er so erzählt – wie in diesem Interview. Ja, es sind – für einen Historiker – spannende Themen, voller Faszination, man kann beobachten und beschreiben, ohne selbst besonders betroffen zu sein oder sich engagieren zu müssen. Zum Beispiel für Demokratie und Menschenrechte. Sie spielen in dem Interview keine Rolle, nur das Völkerrecht – und das ist etwas ganz anderes.
Mich macht das immer wieder traurig, wenn ein so gescheiter Mann wie Herfried Münkler seine Leser und Zuhörer mit dem Thema Macht berauscht. „Alle Macht ist unheilbar“, hat der Schriftsteller Reinhold Schneider mal gesagt. Unter diesem Aspekt wird dann der eigentliche Wahnsinn sichtbar, der beim Thema Macht immer wieder durchscheint. Und die einzige Möglichkeit, diesen Wahnsinn unter Kontrolle zu bekommen, ist die Demokratie mit ihrer Gewaltentrennung.
Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb lohnt sich die Lektüre dieses Gesprächs.
Raimund Vollmer
Zum Tage: SED-Justiz
1992: „Tatsächlich liest sich die Liste der jetzt als Rechtsanwälte in Berlin zugelassenen Ex-DDR-Juristen wie ein ‚Who is who‘ der ehemaligen SED-Justiz.“
Wolfgang Hartung und Joachim Sattler, Rechtsanwälte, in der Januar-Ausgabe 1992 des „Anwaltsblatts“
Donnerstag, 15. Januar 2026
Zum Tage: So einfach ist Opposition
„Opposition ist die Kunst etwas zu versprechen, was die Regierung nicht halten kann.“
Harold Nicolson (1886-1962), britischer Autor und Diplomat
1861: Gedanken und Ratschläge… (15)
Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten
„Es gibt auch leblose Freude, die gleichwohl gewaltigen Einfluß üben, – die Bücher.“ (Seite 234)
Pater Adolph von Doß
(1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung
Mittwoch, 14. Januar 2026
1861: Gedanken und Ratschläge… (14)
Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten
„Die Welt: Selig, den die Menschen auf den Händen tragen, wem sie wohlwollen, wem sie schmeicheln, wem sie Gunst erweisen, denn also wandelt man angenehme Wege und verlebt ruhige Tage. Selig wenn euch die Menschen hochschätzen, wenn sie euch loben auszeichnen, mit Ehren überhäufen. Beneidenswerte, die ihr seid, ihr habt den Gipfel des Wünschenswerten erreicht, - frohlocket und genießet eures Glückes.“
„Jesus: Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig ihr, wenn sie euch beschimpfen und verfolgen und euch alles Böse fälschlich nachsagen meinetwegen; freuet euch, jubelt, denn reich ist euer Lohn im Himmel.“ Seite 148)
Pater Adolph von Doß
(1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung
Dienstag, 13. Januar 2026
1861: Gedanken und Ratschläge… (13)
Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten
„Die Welt: Selig, die auf ihrem Rechte, und wäre es auch mit Gewalt, bestehen; denn davon ablassen bringt Schande und Schaden und gewährt dem Nebenmenschen den Vorteil über uns.“ (Seite 148)
„Jesus: Selig, die Friedfertigen; denn sie werden Söhne Gottes heißen.“ Seite 148)
Pater Adolph von Doß
(1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung
Zum Tage: Meiner Meinung
Partei ist organisierte Meinung
Benjamin Disraeli (1804-1881), britischer Staatsmann
Montag, 12. Januar 2026
1861: Gedanken und Ratschläge… (12)
Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten
„Die Welt: Selig, die ihren Neigung in allem zu Willen sind. Genuß und Befriedigung, – und ginge dabei auch die Seele zugrunde.“
„Jesus: Selig, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“ Seite 148
Pater Adolph von Doß
(1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung
Zum Tage: Mode
Um die Moden zu überstehen, sind die Isolation und die Unbeirrbarkeit des Geistes die einzige Rettung.
Thomas Bernhard (1931-1989) österreichischer Schriftsteller
Sonntag, 11. Januar 2026
Zum Tage: Kriegs-Gesetze
Im Krieg schweigen den Gesetze
Marcus Tullius Cicero (106-46 v. Christus), römischer Politiker und Autor
Zum Tage: Perföhnlich
1995: »Ein Haarföhn, der in China mit billiger Arbeit hergestellt wurde, verkauft sich in London besser als einer der in Durham mit teurer Arbeit produziert wurde. Aber niemand würde nach Peking reisen, um sich dort die Haare schneiden zu lassen. Persönliche Dienstleistungen haben keine Konkurrenz im Ausland.«
Brian Reading, (1936-2022), Journalist bei der Financial Times
1861: Gedanken und Ratschläge… (11)
Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten
„Die Welt: Selig, die für sich selber zu sorgen wissen; denn jeder ist sich selbst der Nächste und auf fremde Hilfe rechnen ist unsicher.“
„Jesus: Selig die Barmherzigen; denn auch sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ (Seite 147f)
Pater Adolph von Doß
(1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung
Samstag, 10. Januar 2026
Nachschlagzeile: Krieg in Europa 1991
Stoltenberg: Krieg in Europa wieder möglich
Nato ist besorgt über die Krise in der Sowjetunion
Die Welt, 13. Dezember 1991
1861: Gedanken und Ratschläge… (10)
Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten
„Die Welt: Selig, denen Freude und Genuß in Fülle zuströmt; denn nie kann uns deren genug geboten werden; – und das Leben ist so kurz.“
„Jesus: Selig, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.“
Pater Adolph von Doß
(1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung
Zum Tage: Verrückt!
„Der Mann dessen Bewusstsein nicht mit der Mehrheit übereinstimmt, ist ein Verrückter.“
George Bernhard Shaw (1856-1950), britischer Schriftsteller
Freitag, 9. Januar 2026
Zum Tage: Antwort
Es gibt kein richtiges Leben im falschen.
1951: Theodor W. Adorno (1903-1969), deutscher Philosoph und Soziologe
Lieber Theodor W. Adorno!
Es gibt längst nur noch falsches Leben im richtigen. Und bald gibt es nur noch falsches Leben. Es gibt nur noch Social Media.
Und deren Ober-User spielen sich, wo immer sie sich kommentierend und illustrierend niederlassen, auf, als seien sie eine Anstalt öffentlich-rechtlicher Moral, die unser aller Denken bestimmt. Sie sagen uns, was wir zu denken haben. Sie sind die Hüter der Weltseele.
Es gibt erst recht kein richtiges Denken im falschen.
1861: Gedanken und Ratschläge… (9)
Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten
„Die Welt: Selig, die von Not und Kummer, von Plage und Arbeit nichts wissen; denn das ist des Menschen Trost auf Erden: froh sein und gute Tage erleben.“
„Jesus: Selig, die da trauern; denn sie werden getröstet werden.“
Pater Adolph von Doß
(1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung
Donnerstag, 8. Januar 2026
1861: Gedanken und Ratschläge… (8)
Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten
„Die Welt: Selig, denen es vergönnt ist, ihre Rache zu befriedigen; denn sie haben ihre Ehre gerettet und ihrem eigenen Gefühle genügt.“
„Jesus: Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich beisitzen.“
Pater Adolph von Doß
(1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung
1994: Weizenbaum und die Zeitung der Zukunft
„Dass Datenbanken immer mehr das meist verlangte Futter der Journalisten werden, ist keine Frage mehr. Aber sie sind auch der Boden, in dem der Samen der Zerstörung gedeiht. Was in ihnen enthalten ist, ist, was geschah und wie es geschah. Alles andere existierte nie, besonders jetzt nicht mehr. Originale Dokumente, isofern es diese noch gibt, werden nicht gesucht oder erforscht. Warum denn auch? Was sie bestätigen würden, ist doch längst in den Datenbanken irgendwo eingetragen – na ja, wenn auch nur in Kurzfassungen. Augenzeugen brauchen nicht gefragt zu werden…
… Also der Journalist braucht ja seine Wohnung überhaupt nie zu verlassen.“
Joseph Weizenbaum (1923-2008), Erfinder des ersten Chatbots, im Oktober 1994 in der „Zeitung der Zukunft“
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