Montag, 9. März 2026

Ich gestehe...

 ... ich habe momentan keine Puste, um irgendetwas zu bloggen. Bin alle. 

Raimund 

Montag, 2. März 2026

Zum Tage: Adenauer

 „Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muss man erst richtig anfangen.“

Konrad Adenauer (1876-1967), erster deutscher Bundeskanzler

 

Samstag, 28. Februar 2026

Zum Tage: Hegel-Regel

 „Aus der Geschichte können wir lernen, dass die Völker aus der Geschichte nichts gelernt haben.“

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831), deutscher Philosoph

Freitag, 27. Februar 2026

Zum Tage: Diplomatie

 „Diplomatie ist ein Schachspiel, bei dem die Völker mattgesetzt werden.“

Karl Kraus (1874-1936), österreichischer Autor

Montag, 23. Februar 2026

Über uns



Die Vierte Macht     

Eine unzeitgemäße Betrachtung von Raimund Vollmer 

„Wenn wir es recht bedenken,
so stecken wir doch alle nackt
in unseren Kleidern.“

Heinrich Heine (1797-1656), deutscher Dichter  und Journalist

 

Du, der Kleinbürger…

… der auch ich bin, trägst Kleider, die Dir nicht gehören. Sie basieren auf dem Gedankengut und der Arbeit anderer, auf der Kreativität der Modeschöpfer, der Handwerkskunst der Direktricen, auf dem Fleiß und der Fertigkeit der Schneiderinnen und Arbeitern aus aller Welt. Und so weiter. Die ganze Lieferkette entlang. Sie endet zwar bei Dir, aber es sind alle anderen, die Eigentum haben an dem, was Du – nackt, wie du bist –  heute morgen angezogen hast. Auch wenn Du dafür bezahlt hast, du darüber frei verfügst, so sind es letztlich doch nur Nutzungsrechte, die Du erworben hast.  Selbst über die Entsorgung Deiner Kleider verfügen andere. Alles ist bestimmt, alles ist vorgegeben.

Nicht anders geht es mit Deinem Auto, egal, ob geleast oder gekauft, mit Deinem Zuhause, mit Deiner Nahrung, eigentlich mit allem, was Du besitzt, nutzt oder verbrauchst. Selbst der Geldschein, in Deiner Geldbörse, gehört Dir nicht, sondern der Notenbank. Ja, es ist vor allem der Staat, der Dir auf unendlich vielfältige Weise zeigt, dass er – vermittelt über Steuern, Abgaben, Vorschriften – das Obereigentum über allem besitzt. Zugleich lässt er Dir den Glauben, die Illusion, dass Du der Eigentümer  von allem bist, was Du besitzt. Aber Du bist nicht der Herrscher über das Ganze. Du bist nur der „Dritte“. Der Staat ist der Erste, die Wirtschaft der Zweite, und Du, Du bist nur der Dritte, eben der Kleinbürger, der gesenkten Hauptes auf sein Handy starrt, dem Guck- und Clickloch zur ganzen, großen Welt, die nur noch so tut als ob Du da zugehört.

Wir leben im Zeitalter des Als-Ob.

Alles, was Dich interessiert, wird Dir auf Deinem Smartphone präsentiert. Und was nicht, das wischt Du einfach weg. Man nennt dich Nutzer oder Nutzerin. Und Du störst Dich noch nicht einmal daran. Du fügst Dich einfach. So als ob Du noch als Mensch gesehen wirst.

Dabei ist alles, was Du tust und irgendwie in das Licht und in die Sicht eines Vierten gerät, nicht mehr Deins, und Du bist im Netz auch nicht mehr Du. Alles gehört transnationalen Supermächten, die längst die ganze Erde umspannen. Sie bilden die Vierte Macht, nicht das Vierte Reich, aber manchmal könnte man meinen, als ob es da aufdämmert. Dieser Vierten Macht ist das egal. Ihr ist die ganze Politik sogar „schnuppe“. Sie tut nur so. Zum Schein. Als würde sie sich dafür interessieren, schickt ihre Stars zu politischen Events, übernimmt auch schon mal politische Verantwortung, aber es ist alles nur Show, gehört zu einer weitaus größeren Strategie, nämlich der kalten Übernahme dieser Welt. In dieser Welt ist es der Vierten Macht sogar egal, ob ich das hier schreibe oder nicht. Meine Meinung, Deine Meinung – kein Interesse.

Die Börsenwerte ihrer Bataillone, von Alpha bis Meta, steigen ins Unermessliche. Man hat den Eindruck, dass sich in den Aberbillionen ihrer Kapitalisierung bereits die gesamte Weltwirtschaft widerspiegelt. Die Machthaber aber schweben darüber in ihrer alles und alle umhüllenden Cloud, in der wir ohne ihre Hilfe völlig die Orientierung verlieren werden. Denn sie sind die Orientierung. 

Derweil tun wir so, als ob wir noch etwas zu sagen hätten. Wir stieren auf die Politiker, die sich in unserer alten Welt gebärden, als seien sie noch die Herren. Abertausende von Menschen müssen dafür ihr Leben lassen. Dabei entscheidet sich in ihren Kriegen gar nichts mehr. Weder im Osten noch im Nahen oder Fernen Osten. Und das ist ja erst der Anfang. Eine neue, eine übergeordnete Wirklichkeit entsteht. Sie wirkt virtuell. Sie ist das totale Als-Ob. Und doch hat sie längst die Wirklichkeit, so wie wir sie zu kennen und zu erkennen meinen, übermannt. Sie avanciert zur einzigen Wirklichkeit.

Es ist eine Wirklichkeit, die über Leichen geht. Den uns haushoch „geistig überlegenen Wesen auf der Erde“, von denen dereinst der Großvater der Künstlichen Intelligenz, der Amerikaner Marvin Minsky, schwärmte, sind wir völlig egal.[1] Denn diese Wesen haben gar kein Bewusstsein, brauchen keine Seele, bekommen auch keine. Sie stehen ja über allem, was ist.

Und wir, wir Lebenden, wir Beseelten und Bewussten, sehen, dass die Welt, die wir der Natur über Jahrhunderte hinweg abgeknapst und nach unserem Willen geformt und verformt haben, dem Ende zutreibt. Wir führen wieder sinnlose Kriege – bei vollem Bewusstsein, aber mit falscher Seele. Ohnmächtig gegen uns selbst.

Der Philosoph Thomas Hobbes (1588-1679) wollte noch den Naturzustand, in dem jeder des anderen Wolf war, durch einen Gesellschaftsvertrag beenden. Der Staat sollte uns vor uns selbst schützen, indem wir uns seinem Willen unterwarfen und auf unser Naturrecht, auf das Gewaltmonopol, verzichteten. Eine grandiose Idee, die uns bis heute fasziniert, vor allem die Historiker und Juristen. In dieser Welt, in der sich die staatlichen Systeme mit filigranen Gebilden der Argumentation eingerichtet haben, passiert seit jeher genug, um sich nicht obendrein mit dem befassen zu müssen, was sich seit bald einem Jahrhundert am Horizont abzeichnet und diese Gedankengebäude zu sprengen droht. Man hat irgendwie den Eindruck, als läge unsere intellektuelle Kraft, vor allem die der staatlichen Institutionen, hinter der neuen Wirklichkeit weit zurück. Sie spekulieren ins Blaue hinein, erheben Klagen und Strafen, Verbote und Gebote - und ändern doch nichts. Sie sind ahnungslos. 

So herrscht letzten Endes über die Vierte Macht totale Ungewissheit. Den Begriff gibt es ja noch nicht einmal. Gut, ein Film aus dem Jahr 2012  hat diesen Titel, aber dort sind mit der Vierten Macht die klassischen Medien gemeint, die sich auch gerne selbst als vierte Gewalt neben Legislative, Exekutive und Judikative einstufen – eher virtuell als institutionell. Aber unsere klassischen Medien sind nicht zu verwechseln mit der Social Media, die zwar die prominenteste Erscheinungsweise der Vierten Macht darstellt, aber eigentlich nur ein Als-Ob liefern. Ein weiterer Kanal, der uns zur Verfügung steht und den wir, die Journalisten, uns mit unseren Lesern teilen, die sich uns gleichgestellt sehen. Wir, die wir uns Journalisten nennen und meinen, alles - weniger investigativ als vielmehr suggestiv - im Griff zu haben, wollen Instrumente wie die KI zur Steigerung unserer Arbeit nutzen, um uns insgeheim wieder über unsere Leser zu erheben. Als der gute Geist. 

In Wirklichkeit ist es umgekehrt. Die KI beherrscht uns. Das ZDF und dessen Starmoderatorin Dunja Hayali (*1974) können justament ein Lied davon singen. Doch ihre Reaktionen zeigen, dass sie der Situation eigentlich nicht gewachsen sind. Alte Reflexe. Abberufungen, Entschuldigungen. Mehr nicht.

Dabei sollten sie sehen, dass die Vierte Macht längst die Redaktionsstuben beherrscht. Sie benutzt uns. Ihre Fakes sind doch längst unsere Nachricht und steigern das Gefühl der Ungewissheiten bei uns selbst und unseren Lesern und Zuschauern. Wem sollen wir noch vertrauen? Wir, die Journalisten, die alles filtern sollen und wollen, sind auf Dauer der Vierten Macht genauso ausgeliefert wie wir, die Kleinbürger, die wir das alles durchschauen sollen und wollen. Wir sind überfordert und um damit fertig zu werden, benutzen wir die Werkzeuge, die genau diese Überforderung erzeugen.

„Bombardiert mit Stimuli, Botschaften und Tests, sind die Massen nur noch eine undurchdringliche, blinde Schicht, ähnlich wie die Gasbildungen auf den Sternen, die man nur dank der Analyse ihres Lichtspektrums kennt“, schrieb 1999 der französische Philosoph Jean Baudrillard im „Freibeuter“ (Februar Heft) und meinte, dass eine Repräsentation der „schweigenden Mehrheit“ nicht mehr möglich sei.[2] Daran haben auch ein Vierteljahrhundert später die wuchtigen Social Media nichts geändert. Sie ähneln allenfalls den Sternen, die wir nur durch ihr Lichtspektrum kennen. Ihre Blasenbildungen sind undurchdringlich.

Denn wir stecken selbst tief in einer solchen Blase. Wir sind blind.

So blind wie die Werbewirtschaft, die den Siegeszug der Vierten Macht bisher weitgehend finanziert hat. Dabei weiß sie gar nicht, was sie da finanziert. Solange die Geschäfte laufen, erzeugt dies auch keinen Druck. Eigentlich hat sich das Soziale längst in Abermilliarden von Benutzerkonten aufgelöst. Wir bilden eine „molekularisierte Masse“, um einen Begriff Baudrillards aufzunehmen.

Wir haben uns selbst kaltgestellt. Wir werden gefühllos und damit endgültig Untertanen der Vierten Macht.

Diese Macht gründet vor allem auf uns als Konsumenten als dem Träger dieser möglicherweise finalen Form des Kapitalismus. Es ist eine sehr gefährliche Form, vielleicht die gefährlichste überhaupt. Sie basiert nicht auf der Dominanz des Unternehmers wie der Kapitalismus des 19. Jahrhunderts, auch nicht auf der Herrschaft des Managements und der Bürokratie wie der Kapitalismus des 20. Jahrhunderts, sondern auf der des Nutzers, auf uns Nackedeis, uns Habenichts. Es ist nicht nur unsere eigene Sterilität, die uns so gefügig macht, sondern die menschenverachtende Gleichgültigkeit der Vierten Macht uns gegenüber.

    Wir sind ihr scheißegal.

Fortsetzung folgt.

Samstag, 21. Februar 2026

Chronik: 21. Februar 2001

 "Volksinitiative, Begehren und Entscheid
 - aber keine bloßen Befragungen"

Vorschläge der SPD für plebiszitäre Elemente im Grundgesetz

FAZ, 21. Februar 2001 

Freitag, 20. Februar 2026

Chronik: 20. Februar 1996

So hatte ich mir in den achtziger Jahren vorgestellt, dass wir ins nächste Jahrtausend gleiten. Habe den technischen Fortschritt mal wieder überschätzt... Dabei hätte ich 1996 noch Hoffnung haben können. R.V. 
 

Sonntag, 15. Februar 2026

Chronik: 15. Februar 2015 - Cub der Milliardäre


 

Zum Tage: Ist das so?

 Je mehr scharfe Waffen es gibt,
Desto unwissender wird das Land heranwachsen.
Je mehr geschickte Handwerker es gibt,
desto mehr verderbenbringende Geräte werden sie erfinden.
Je mehr Gesetze verkündet werden,
Desto mehr Diebe und Räuber wird es geben.

Lao-Tse (6. Jahrhundert vor Christus), chinesischer Philosoph

 

Samstag, 14. Februar 2026

Chronik: 14. Februar 1996

 "Deutsch französische 
Währungsunion reicht Tietmeyer"

Außer Luxemburg erfüllt zur Zeit kein anderes Land die Maastricht-Kriterien 

 Die Welt, 14. Februar 1996

Als wir alle noch wussten, wie der Präsident der Bundesbank hieß: Hans Tietmeyer... 

Freitag, 13. Februar 2026

Kommentar: Ich, der Kleinbürger

„Wir Europäer haben uns auf die Rolle der Griechen im Römischen Reich reduzieren lassen. Die nützlichste Funktion, die ein Italiener oder Franzose ausüben kann, besteht in diesen Tagen darin, einem Amerikaner oder Japaner zu lehren, welche Trinktemperatur ein Rotwein haben sollte.“

Luigi Barzini (1908-1984), italienischer Schriftsteller

 Eine unzeitgemäße Betrachtung von Raimund Vollmer

Vor 50 Jahren titelte der von mir als stillem Leser sehr geschätzte Historiker Michael Stürmer (*1938) in der FAZ: „Die ratlosen Europäer auf der Suche nach dem neuen Cäsar“. Es war klar, dass ihn diese Suche zu Napoleon führen würde, der für ihn und auch für sich selbst eher ein Zufallsfund in der Rolle des neuen Cäsars war. Zurzeit macht es keinem große Schwierigkeiten, sich einen solchen Cäsar wieder herbeizudenken. Aber der Zufall will uns keinen schenken, der auch das Potenzial dazu hat. Zum Glück, sage ich mir als Kleinbürger, wobei ich gestehen muss, dass ich im Unterschied zu vielen anderen Kleinbürgern diesem Napoleon nie Bewunderung entgegengebracht habe. (Wenn ich es mir denn überhaupt erlauben darf, in dieser Beziehung öffentlich eine Meinung äußern zu dürfen.

Heute, ein halbes Jahrhundert nach Michael Stürmers ganzseitigem Aufsatz, wage ich mich noch weiter vor in meiner unmaßgeblichen Meinung. Ich glaube, dass unterschwellig diese Sehnsucht nach einem „Führer“ (und der war für mich das Finalprodukt eines Cäsars) wieder erwacht ist. Hitler wollte ein Europa schaffen – und das hatten die Deutschen damals durchaus begriffen und motivierte sie zum Krieg. So konnte ich es zum Beispiel aus einem Briefwechsel entnehmen, in dem sich die Mutter einer ganz normalen Familie zu diesem Europa euphorisch bekannte. Sie war bestimmt kein Nazi, wie ich aus den anderen Briefen entnehmen konnte.

Europa war eine faszinierende Idee, die aber immer wieder von Kriegen erstickt und pervertiert wurde, mit denen die Idee eigentlich realisiert werden sollte. 1848 wäre es dennoch beinahe so weit gewesen. Stürmer erinnerte in seinem Aufsatz daran, dass damals diese Revolution überall in Europa ausbrach. Er schreibt: „Die Jahre 1848/49 bezeichnen die erste Revolution, die ganz Europa durchläuft.“ Doch das Ergebnis ist eher traurig. „Seitdem ist nicht nur in Frankreich, sondern auch diesseits des Rheins der Boden des Cäsarismus bereitet.“ Dieser Cäsarismus äußerte sich vor allem national – und endete schließlich im Ersten Weltkrieg, um dann nach den Weimarer Wirren in Deutschland Hitler den Lorbeerkranz aufzusetzen, mit dem Napoleon geschmückt wurde.

Natürlich war Hitlers Europa ein germanisiertes Europa, so wie vor mehr als hundert Jahren im Osten die Idee eines Panslawismus aufkam, hinter dem in Wirklichkeit die Idee des Panrussismus stand. (Ich habe 1972 als Gymnasiast ein Referat darüber halten müssen.) Heute haben wir den Panputismus, und – mit dem Blick in die USA eine Art des Pantrumpismus.

Wir in der EU sind nun versucht, uns einen Pancäsarismus zu wünschen. Ganz schüchtern, ganz verhalten tun wir das. So, wie es sich für gute Kleinbürger gehört. Diesen Wunsch, so richtig auszudrücken und auszuformulieren, wagen wir nicht. Wir drucksen herum, schauen konsterniert auf den Rechtsruck in diesem Europa, dessen Zukunft wir wohl in den vergangenen fünfzig Jahren verspielt haben. Mit unserem bis in die Spitzen der Politik gepflegtem Kleinbürgertum.

Cäsarismus gedeiht auf der Basis solchen Kleinbürgertums. So mein Verdacht – als Kleinbürger, zu dem ich mich nach und nach machen lasse. Es ist ein schleichender, schleimiger Prozess. Ich überlasse meine Meinung anderen. Schließlich weiß ich gar nicht mehr, was meine Meinung ist.

„Deutschland muss umlernen“, titelt heute der FAZ-Journalist Nikolaus Busse in seinem Leitartikel auf Seite 1 seiner Zeitung. Der Tenor lautet, dass sich jedes Land selbst helfen muss – weder auf die NATO noch auf die EU voll und ganz setzen kann. „… die Verteidigung muss im Kern nationalstaatlich bleiben“, meint er. So souverän schreibt man über eine Politik, die sich an ihre eigene Souveränität erinnern muss. „Die analytische Schwäche des deutschen Diskurses und die vielen Fehlentscheidungen der Vergangenheit haben damit zu tun, dass es bei uns immer wieder darum gegangen ist, wie man die Welt verbessert und nicht, wie man in ihr besteht.“ Sehr klar, sehr wahr. Besser kann man unser Kleinbürgertum gar nicht beschreiben. Und doch ist es nicht Deutschland, das umlernen muss, sondern wir, jeder von uns.

Aber wohin? Zum Cäsarismus, den wir seit 50 Jahren suchen – und der hat in den aktuellen 20er Jahren anderswo bereits eine fulminante Karriere gemacht? In den USA, in China, in Russland? Alle drei Imperien streben nach territorialen Erweiterungen. Mit undemokratischen Mitteln im Kalkül. Sie fallen zurück in das imperialistische Denken des 19. Jahrhunderts. Die NATO-Erweiterung, die ja auf der Freiwilligkeit der sich anschließenden, demokratisch gesinnten Länder basierte und dies auch erst nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes, hat mit Imperialismus gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: sie ist das Bollwerk gegen den Imperialismus eines Cäsars namens Putin. Was sich änderte, war, dass die NATO, deren Name sie ja vor allem als Seemacht definierte, sich nun in eine Landmacht verwandelte – wie es Russland und China immer waren. Und es war – wie wir hier schon einmal daran erinnert haben – so, dass in den punischen Kriegen, die Landmacht Rom die Seemacht Karthago besiegte.

Vielleicht ist genau dies das Motiv, das darin besteht, dass der Cäsar in Washington neu definiert, was Landmacht bedeutet: USA plus Kanada und Grönland. Die NATO, die wie die EU aus einem Zusammenschluss souveräner Staaten besteht, hat solche Ideen nicht. Sie hat überhaupt keine Idee – außer, im Falle der EU, einer fatalen “Buy European“-Kampagne.

Aber all das sind Gedanken, die sich für uns Kleinbürger nicht ziemen. Natürlich werden wir aufrüsten, früher taten wir dies, um „abwehrbereit“ zu sein, heute, um „kriegstüchtig“ zu werden. Das ist schon ein Unterschied: „abwehrbereit“ wollten wir sein in Zeiten höchster Nuklearbedrohung, im Kalten Krieg. „Kriegstüchtig“ müssen wir nun werden im Angesicht Drohnen-Bedrohung. Wir werden auf Angriff, nicht auf Abwehr programmiert. Abwehr allein genügt nicht, lehrt uns die Ukraine, aber auch der ganze Nahost-Konflikt.

Es ist schon eine andere Welt, die wir betreten – vielleicht auch deshalb, weil wir unsere stärkste Waffe nicht mehr scharf machen: die Demokratie. Stattdessen haben wurde sie im Rahmen der gescheiterten Versuche des „nation building“ verraten und als untauglich markiert. Dabei ist sie die größte Schutzmacht aller Kleinbürger. Sie setzt jeden von uns als Souverän. Kein Wort darüber bei Michael Stürmer, kein Wort darüber bei Nikolaus Busse.

Ich bin mit Leidenschaft Kleinbürger.

Chronikl: 13. Februar 1996

 Ogilvy & Mather: 
Übertriebene Erwartungen 
in die Internet-Werbung

FAZ, 13.2.1996 

 

 Übertriebe Skepsis in die Erwartungen... R.V.

Donnerstag, 12. Februar 2026

Chronik: 12. Februar 2001 - Putin und Pressefreiheit

Beschämendes Schweigen

Die Bundesregierung hat für Russlands bedrohte Pressefreiheit kein Wort übrig 

FAZ, 12. Februar 2021 

Mittwoch, 11. Februar 2026

Chronik: 11. Februar 1986 - SDI

Moskauer Fernsehen 
sendet Kennedys 
Bedenken zu SDI

US-Senator (Edward Kennedy) findet freundliche Worte für Gorbatschow  

Die Welt, 11. Februar 1986 

 

Dienstag, 10. Februar 2026

CHRONIK: 10. Februar 1996 - Kindesmisshandlungen

"Jährlich werden nach Auskunft des Deutschen Kinderschutzbundes mehr als eine Million Kinder mit Gegenständen misshandelt, 150.000 werden sexuell missbraucht. Ertwa 1000 Kinder werden totgeschlagen."

Die Welt, 10. Februar 1996

 

Zum Tage: Gottes Plan

 

1990: „Wer menschliche Geschichte als Verwirklichung eines göttlichen Planes sieht, macht Gott zum Instrument menschlicher Interessen.“

Jeshajahu Leibowitz (1903-1994),israelischer Religionsphilosoph

Montag, 9. Februar 2026

Nun tut er's wieder!!!


 17. Februar 1986

Oh je

 ES IST EIN FEHLER AUFGETRETEN, sagt mein Google. Nur nicht welchen...

Zum Tage: Der Umgang der Eltern

 „Es gibt leider nicht mehr viele Eltern, deren Umgang für ihre Kinder ein Segen ist.“

Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Autorin

Chronik: 9. Februar 1996

"Nicht der Große Bruder Staat 
steckt seine Nase 
in unsere Angelegenheiten, 
sondern die Privatwirtschaft"...

... wird der Zukunftsforscher Alvin Toffler indirekt 
zitiert in der Titelgeschichte des FAZmagazins vom 9. Februar 1996 

Zum Tage: Forschung

 „Forschung als solche ist aber ohne Abschluss,
sie erbringt keine endgültigen Ergebnisse
und vermittelt kein geschlossenes Weltbild.“

 

Walter Schulz (1912-2000), deutscher Philosoph


Sonntag, 8. Februar 2026

Chronik: 8. Februar 1996

MEHR ALS DIE 
VORSTUFE ZUM 
CHRISTENTUM

Kritische Katholiken und Protestanten fragen nach dem Verhältnis zum Judentum

Die Welt, 8. Februar 1996 

Samstag, 7. Februar 2026

Chronik: 7. Februar 1996

 EUROPEN ALLIANCE RALLIES AROUND SUPERJUMBO JET PLAN

Wall Street Journal, 7. Februar 1996 

Für die Entwicklung des Riesenvogels  werden 13,6 Millarden Dollar benötigt - 500 bis 600 Passagiere, für Langstrecken von London nach Sidney

Zum Tage: Der Terror

„Der Terror braucht drei Verbündete,
um mächtig zu sein:
Die Allesversteher,
die Drumherumsteher,
die Zuspätweiner.“

 

Hans Kasper (1916-1990), Bühnenautor und Lyriker

Freitag, 6. Februar 2026

Chronik: 6. Februar 1996

Gefahren auf dem Weg 
in die Informationsgesellschaft

"Weltweit bieten bereits mehr als 8500 Datenbankbetreiber ihre Informationen an" 

Die Welt, 6. Februar 1996 

Zum Tage: Achtung!

„Bei wissenschaftlichen Streitigkeiten
nehme man sich in acht,
die Probleme nicht zu vermehren“

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichterfürst


Zum Tage: 5 Minuten Glück

 „Es gibt kein unbedingtes 
und ungetrübtes Glück, 
das länger als fünf Minuten dauert.“

Theodor Fontane (1819-11898), deutscher Schriftsteller

Zum Tage: Gleiche Meinung

 „Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, 
ist einer von ihnen überflüssig.“

Winston Churchill (1874-1965), britischer Premierminister

Mittwoch, 4. Februar 2026

Chronik: 4. Februar 1991

LÄPPLE: ASYLBEWERBERN DIE SOZIALHILFE STREICHEN

Die Welt, 4. Februar 1991

Läpple war Leiter der Innenministerkonferenz und wollte Barriere gegen "Armutsflüchtlinge"

(Zum selben Tag 1996 hatte ich nichts gespeichert.R.V.) 

Zum Tage: Nie zu weit

 „Wir dürfen nie fürchten, zu weit zu gehen,
denn die Wahrheit liegt jenseits dessen.“

Marcel Proust (1871-1922), französischer Schriftsteller

Dienstag, 3. Februar 2026

Montag, 2. Februar 2026

Chronik 2. Februar 1996

 SILAS VERSTEHT DIE WELT NICHT

Digitale Agenten sollen sich eines Tages in den Computernetzen nützlich machen. Noch sind sie recht dumm - für manche ein Trost 

Die Zeit, 2. Februar 1996 

Nachschlagzeile 1991: Grönland

 GRÖNLANDS GOLD 
LOCKT FREMDE 
INVESTOREN

Gewaltige Erzvorkommen im Lande der Eskimos 

 

Die Welt, 27- April 1991 

Zum Tage: Begeisterung

 »Es siegt immer und notwendig 
die Begeisterung über den, der nicht begeistert ist.«

Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), deutscher Philosoph

Sonntag, 1. Februar 2026

Chronik: 1. Februar 1996

 IT MERGERS REACH RECORD LEVEL

Financial Times, 1. Februar 1993


2913 Deals in 1995, gegenüber 1861 in 1994

 

 

Nachschlagzeile: PDS-Vermögen

 "'PDS-VERMÖGEN BETRÄGT 
MINDESTENS VIER 
MILLIARDEN MARK'
"

Brie: Gyse hat Wertsteigerung der Gebäude und Grundstücke 
ignoriert / Darlehen an verdiente Mitarbeiter

FAZ, 1. November 1990 

 

Zum Tage: Pfundssache!!

 »Wer einmal sich selbst gefunden hat, 
der kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren.«

Stefan Zweig (1881-1942), österreichischer Schriftsteller

Samstag, 31. Januar 2026

Zum Tage: Na sowas?

 »Wenn Sie keine Strategie haben, 
sind Sie Teil der Strategie eines anderen.«

Alvin Toffler (1926-2016), amerikanischer Zukunftsforscher

Zum Tage: Nachsatz zu Neujahr

 „Gute Vorsätze sind Schecks,
auf eine Bank gezogen,
bei der man kein Konto hat.“

Oscar Wilde (1854-1900), englischer Autor

Freitag, 30. Januar 2026

Zum Tage: Der Richter und sein Denker-Lenker

 »Der Markt ist der einzige demokratische Richter, 
den es überhaupt in der Wirtschaft gibt.«

Ludwig Erhard (1897-1977), deutscher Wirtschaftsminister und Bundeskanzler

Donnerstag, 29. Januar 2026

Zum Tage: ... oder obwohl er sie ausgesucht hat...

 »Deutsche Weltmarktführer sind nicht entstanden, 
weil der Staat sie ausgesucht hat.«

Justus Haucap (*1969), Wettbewerbsökonom an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Mittwoch, 28. Januar 2026

Nachschlagzeile: Bundeswehr 1996

 WARNUNG VOR TOTSPAREN
DER BUNDESWEHR

Die Welt, 22. Mai 1996 

Zum Tage: Wahrheit und Irrtum

 »Es gibt keine reine Wahrheit, 
aber ebensowenig einen reinen Irrtum.«

Christian Friedrich Hebbel (1813-1863), deutscher Dramatiker

Dienstag, 27. Januar 2026

Zum Tage: Phantasie

 »Nur die Phantasielosen 
flüchten sich in die Realität«

Arno Schmidt (1914-1978), deutscher Schriftsteller

Montag, 26. Januar 2026

Zum Tage: Hölle, Himmel, Erde

„Gerechtigkeit ist nur in der Hölle,
im Himmel ist Gnade,
und auf Erden ist das Kreuz.“

Gertrud von Le Fort (1876-1971), deutsche Schriftstellerin

Sonntag, 25. Januar 2026

Zum Tage: Reichtum

 „Nichts Häßlicheres als Reichtum ohne Tugenden.“

Antoine de Rivarol (1753-1891), französischer Schriftsteller

 

Samstag, 24. Januar 2026

Zum Tage: Krass, Grass?

 1975: »Ich bezweifle, dass die Geschichte Aufgaben stellt.
Für mich ist die Geschichte zuallererst einmal ein absurder Vorgang,
in den Menschen mehr oder weniger geschickt
einige Perspektiven einzubringen versuchen.«

Günter Grass,   (1927-2014), deutscher Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger


Freitag, 23. Januar 2026

Zum Tage: Alleskönner

 „Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann.“

Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Alleskönner

Donnerstag, 22. Januar 2026

Kurz gedacht (3)

Fundamentalismus – ein Begriff, der bei uns immer irgendwie Schnappatmung auslöst. In den achtziger Jahren wurde er populär, bei den Grünen salonfähig durch Jutta Ditfurth, meinte 1991 der Philosoph Reinhard Löw, und andererseits bedrohlich durch „den islamischen Staat Khomeinis“. 35 Jahre später wissen wir aus vielen Beispielen, dass sich der islamische Fundamentalismus vor allem gegen die eigenen Menschen richtet.

Mittwoch, 21. Januar 2026

Kurz gedacht (2)

 „Geflüchtete“ – weil die Endung „ling“ eine negative Konnotation hat, wird in den journalistischen Besserwisserkreisen der Begriff „Flüchtling“ nicht mehr benutzt. Darf ich mich dann noch auf den kommenden Frühling freuen? Gut, die Google-KI sagt mir, dass der Begriff „Geflüchtete“ die Individualität betont und den Menschen nicht auf die Flucht reduziert. Das ist natürlich beim Frühling ebenso anders wie beim Säugling Aus dem Frühling wird der Sommer, und aus dem Säugling unweigerlich ein Kleinkind. Aber das eine ist jedes Jahr so und das andere kommt auch mit der Zeit. Was soll da schon etwas Individuelles dran sein.

Ich frage mich nun, was mein anonymer Freund, der Besserwisser, dazu sagt… 

R.V. 

Vollmer-Archiv 1986: Der Retter naht...


 16. Juni 1986

Dienstag, 20. Januar 2026

Vollmer-Archiv 1996: Computermafia 1996


 Stuttgarter Zeitung, 27. November 1996

Zum Tage: Optimierung

 1989: „Erst die Optimierung der Arbeitsabläufe sowie andere Umstrukturierungen der Arebitsprozesse zu ganzheitlicher Vorgehensweise erbringt Effizienzgewinne bis zu 30 Prozent.“

Wilfried von Eiff, Leiter Organisation und Organisations-Entwicklung bei der Audi AG

Montag, 19. Januar 2026

Vollmer-Archiv 1986: 880 Millionen Dollar wert...

 ... wäre heute die Beteiligung, die IBM vor 40 Jahren an Intel hielt und damals begann zurückzufahren. 

Aus meinem Archiv, aus dem ich jetzt - gleichsam per Zufallsgenerator - mal das ein oder andere heraussuchen werde. Damals war die Zeit, in der sich die Amerikaner aus der Produktion von Speicherchips zurückzogen und das Geschäft vor allem den Japanern überließ. R.V.

Kurz gedacht (1)

„Regelbasiert“ – kaum ein anderer Begriff hat momentan eine größere Chance, als ein neues Wieselwort in unsere Sprache einzugehen. Es legitimiert sich selbst, ohne wirklich noch etwas aussagen zu können. Frei nach Hegel ließe sich sagen: Was regelbasiert ist, das ist vernünftig, und was vernünftig ist, das ist regelbasiert. R.V.

 

Zum Tage: Begehr

 „Begehren heißt: sich verloren geben“

Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph

Sonntag, 18. Januar 2026

Zum Tage: Gefährlich!!!

 "Allen Statistiken zum Trotz ist 
das gefährlichste Küchengerät der Korkenzieher."

Robert Lembke (1913-1989), Journalist und Fernsehmoderator

(Schreipfehler wurde korrigiert) 

Samstag, 17. Januar 2026

Zum Tage: Freundschaft

 „In der Freundschaft muss es als heiles und unverbrüchliches Geasetz gelten, dass man weder etwas Unsittliches verlangt, noch es tut, wenn man darum gebeten wird.“

Marcus Tullius Cicero (106-43), römischer Politiker und Redner

Freitag, 16. Januar 2026

Kommentar: Münkler und die Machtfrage

 Anlass: Dieses Interview bei T-Online

Ja, ganz am Schluss seines Gesprächs mit dem T-Online-Journalisten Marc von Lüpke fällt dann doch das Wort, das in seinen geostrategischen Überlegungen so selten vorkommt, dass man schon den Eindruck hat, dass ihn das Thema dahinter wenig interessiert: Demokratie.

Der Politologe und Historiker Herfried Münkler (*1951) mag weltpolitische Szenarien, in denen es um Macht geht, und nur um Macht, um pure Macht, nicht um deren Legitimation. Kein Wunder: Münkler wurde mit dem Thema Machiavelli groß – und dem war es egal, ob eine Regierung auf einer Diktatur, einer Oligarchie oder einer Demokratie basiert. Hauptsache „Macht“.

Münkler sieht sich auf den Kommandohöhen der Zeit und schaut den großen Machthabern zu, wie sie unter sich die Welt aufteilen. Da ist dann viel Kluges dabei, was er so erzählt – wie in diesem Interview. Ja, es sind – für einen Historiker – spannende  Themen, voller Faszination, man kann beobachten und beschreiben, ohne selbst besonders betroffen zu sein oder sich engagieren zu müssen. Zum Beispiel für Demokratie und Menschenrechte. Sie spielen in dem Interview keine Rolle, nur das Völkerrecht – und das ist etwas ganz anderes.

Mich macht das immer wieder traurig, wenn ein so gescheiter Mann wie Herfried Münkler seine Leser und Zuhörer mit dem Thema Macht berauscht. „Alle Macht ist unheilbar“, hat der Schriftsteller Reinhold Schneider mal gesagt. Unter diesem Aspekt wird dann der eigentliche Wahnsinn sichtbar, der beim Thema Macht immer wieder durchscheint. Und die einzige Möglichkeit, diesen Wahnsinn unter Kontrolle zu bekommen, ist die Demokratie mit ihrer Gewaltentrennung.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb lohnt sich die Lektüre dieses Gesprächs.

Raimund Vollmer

Zum Tage: SED-Justiz

 1992: „Tatsächlich liest sich die Liste der jetzt als Rechtsanwälte in Berlin zugelassenen Ex-DDR-Juristen wie ein ‚Who is who‘ der ehemaligen SED-Justiz.“

Wolfgang Hartung und Joachim Sattler, Rechtsanwälte, in der Januar-Ausgabe 1992 des „Anwaltsblatts“

Donnerstag, 15. Januar 2026

Zum Tage: So einfach ist Opposition

 „Opposition ist die Kunst etwas zu versprechen, was die Regierung nicht halten kann.“

Harold Nicolson (1886-1962), britischer Autor und Diplomat

1861: Gedanken und Ratschläge… (15)

Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten

„Es gibt auch leblose Freude, die gleichwohl gewaltigen Einfluß üben, – die Bücher.“  (Seite 234)

Pater Adolph von Doß (1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung

Mittwoch, 14. Januar 2026

1861: Gedanken und Ratschläge… (14)

Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten

„Die Welt: Selig, den die Menschen auf den Händen tragen, wem sie wohlwollen, wem sie schmeicheln, wem sie Gunst erweisen, denn also wandelt man angenehme Wege und verlebt ruhige Tage. Selig wenn euch die Menschen hochschätzen, wenn sie euch loben auszeichnen, mit Ehren überhäufen. Beneidenswerte, die ihr seid, ihr habt den Gipfel des Wünschenswerten erreicht, - frohlocket und genießet eures Glückes.“

„Jesus: Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig ihr, wenn sie euch beschimpfen und verfolgen und euch alles Böse fälschlich nachsagen meinetwegen; freuet euch, jubelt, denn reich ist euer Lohn im Himmel.“ Seite 148)

Pater Adolph von Doß (1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung

Dienstag, 13. Januar 2026

1861: Gedanken und Ratschläge… (13)

Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten

„Die Welt: Selig, die auf ihrem Rechte, und wäre es auch mit Gewalt, bestehen; denn davon ablassen bringt Schande  und Schaden und gewährt dem Nebenmenschen den Vorteil über uns.“ (Seite 148)

„Jesus: Selig, die Friedfertigen; denn sie werden Söhne Gottes heißen.“ Seite 148)

Pater Adolph von Doß (1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung

Zum Tage: Meiner Meinung

 Partei ist organisierte Meinung

Benjamin Disraeli (1804-1881), britischer Staatsmann

Montag, 12. Januar 2026

1861: Gedanken und Ratschläge… (12)

 Ein Tagebuch aus vergangenen Zeiten

„Die Welt: Selig, die ihren Neigung in allem zu Willen sind. Genuß und Befriedigung, – und ginge dabei auch die Seele zugrunde.“

 „Jesus: Selig, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“ Seite 148

Pater Adolph von Doß (1825-1886), Jesuit,
gebildeten Jünglingen zur Beherzigung

Zum Tage: Mode

 Um die Moden zu überstehen, sind die Isolation und die Unbeirrbarkeit des Geistes die einzige Rettung.

Thomas Bernhard (1931-1989) österreichischer Schriftsteller

Sonntag, 11. Januar 2026

Zum Tage: Kriegs-Gesetze

 Im Krieg schweigen den Gesetze

Marcus Tullius Cicero (106-46 v. Christus), römischer Politiker und Autor

Zum Tage: Perföhnlich

1995: »Ein Haarföhn, der in China mit billiger Arbeit hergestellt wurde, verkauft sich in London besser als einer der in Durham mit teurer Arbeit produziert wurde. Aber niemand würde nach Peking reisen, um sich dort die Haare schneiden zu lassen. Persönliche Dienstleistungen haben keine Konkurrenz im Ausland.«

Brian Reading, (1936-2022), Journalist bei der Financial Times