Fundamentalismus – ein Begriff, der bei uns immer irgendwie Schnappatmung auslöst. In den achtziger Jahren wurde er populär, bei den Grünen salonfähig durch Jutta Ditfurth, meinte 1991 der Philosoph Reinhard Löw, und andererseits bedrohlich durch „den islamischen Staat Khomeinis“. 35 Jahre später wissen wir aus vielen Beispielen, dass sich der islamische Fundamentalismus vor allem gegen die eigenen Menschen richtet.
Donnerstag, 22. Januar 2026
Mittwoch, 21. Januar 2026
Kurz gedacht (2)
„Geflüchtete“ – weil die Endung „ling“ eine negative Konnotation hat, wird in den journalistischen Besserwisserkreisen der Begriff „Flüchtling“ nicht mehr benutzt. Darf ich mich dann noch auf den kommenden Frühling freuen? Gut, die Google-KI sagt mir, dass der Begriff „Geflüchtete“ die Individualität betont und den Menschen nicht auf die Flucht reduziert. Das ist natürlich beim Frühling ebenso anders wie beim Säugling Aus dem Frühling wird der Sommer, und aus dem Säugling unweigerlich ein Kleinkind. Aber das eine ist jedes Jahr so und das andere kommt auch mit der Zeit. Was soll da schon etwas Individuelles dran sein.
Ich frage mich nun, was mein anonymer Freund, der Besserwisser, dazu sagt…
R.V.
Dienstag, 20. Januar 2026
Zum Tage: Optimierung
1989: „Erst die Optimierung der Arbeitsabläufe sowie andere Umstrukturierungen der Arebitsprozesse zu ganzheitlicher Vorgehensweise erbringt Effizienzgewinne bis zu 30 Prozent.“
Wilfried von Eiff, Leiter Organisation und Organisations-Entwicklung bei der Audi AGMontag, 19. Januar 2026
Vollmer-Archiv 1986: 880 Millionen Dollar wert...
... wäre heute die Beteiligung, die IBM vor 40 Jahren an Intel hielt und damals begann zurückzufahren.
Aus meinem Archiv, aus dem ich jetzt - gleichsam per Zufallsgenerator - mal das ein oder andere heraussuchen werde. Damals war die Zeit, in der sich die Amerikaner aus der Produktion von Speicherchips zurückzogen und das Geschäft vor allem den Japanern überließ. R.V.Kurz gedacht (1)
„Regelbasiert“ – kaum ein anderer Begriff hat momentan eine größere Chance, als ein neues Wieselwort in unsere Sprache einzugehen. Es legitimiert sich selbst, ohne wirklich noch etwas aussagen zu können. Frei nach Hegel ließe sich sagen: Was regelbasiert ist, das ist vernünftig, und was vernünftig ist, das ist regelbasiert. R.V.
Zum Tage: Begehr
„Begehren heißt: sich verloren geben“
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph
Sonntag, 18. Januar 2026
Zum Tage: Gefährlich!!!
"Allen
Statistiken zum Trotz ist
das gefährlichste Küchengerät der Korkenzieher."
Robert Lembke (1913-1989), Journalist und Fernsehmoderator
(Schreipfehler wurde korrigiert)
Samstag, 17. Januar 2026
Zum Tage: Freundschaft
„In der Freundschaft muss es als heiles und unverbrüchliches Geasetz gelten, dass man weder etwas Unsittliches verlangt, noch es tut, wenn man darum gebeten wird.“
Marcus Tullius Cicero (106-43), römischer Politiker und Redner
Freitag, 16. Januar 2026
Kommentar: Münkler und die Machtfrage
Anlass: Dieses Interview bei T-Online
Ja, ganz am Schluss seines Gesprächs mit dem T-Online-Journalisten Marc von Lüpke fällt dann doch das Wort, das in seinen geostrategischen Überlegungen so selten vorkommt, dass man schon den Eindruck hat, dass ihn das Thema dahinter wenig interessiert: Demokratie.
Der Politologe und Historiker Herfried Münkler (*1951) mag weltpolitische Szenarien, in denen es um Macht geht, und nur um Macht, um pure Macht, nicht um deren Legitimation. Kein Wunder: Münkler wurde mit dem Thema Machiavelli groß – und dem war es egal, ob eine Regierung auf einer Diktatur, einer Oligarchie oder einer Demokratie basiert. Hauptsache „Macht“.
Münkler sieht sich auf den Kommandohöhen der Zeit und schaut den großen Machthabern zu, wie sie unter sich die Welt aufteilen. Da ist dann viel Kluges dabei, was er so erzählt – wie in diesem Interview. Ja, es sind – für einen Historiker – spannende Themen, voller Faszination, man kann beobachten und beschreiben, ohne selbst besonders betroffen zu sein oder sich engagieren zu müssen. Zum Beispiel für Demokratie und Menschenrechte. Sie spielen in dem Interview keine Rolle, nur das Völkerrecht – und das ist etwas ganz anderes.
Mich macht das immer wieder traurig, wenn ein so gescheiter Mann wie Herfried Münkler seine Leser und Zuhörer mit dem Thema Macht berauscht. „Alle Macht ist unheilbar“, hat der Schriftsteller Reinhold Schneider mal gesagt. Unter diesem Aspekt wird dann der eigentliche Wahnsinn sichtbar, der beim Thema Macht immer wieder durchscheint. Und die einzige Möglichkeit, diesen Wahnsinn unter Kontrolle zu bekommen, ist die Demokratie mit ihrer Gewaltentrennung.
Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb lohnt sich die Lektüre dieses Gesprächs.
Raimund Vollmer
Zum Tage: SED-Justiz
1992: „Tatsächlich liest sich die Liste der jetzt als Rechtsanwälte in Berlin zugelassenen Ex-DDR-Juristen wie ein ‚Who is who‘ der ehemaligen SED-Justiz.“
Wolfgang Hartung und Joachim Sattler, Rechtsanwälte, in der Januar-Ausgabe 1992 des „Anwaltsblatts“

