... kann so schlimm nicht sein, um nun schon wieder über Zinserhöhungen nachzudenken.
Wir meldeten es bereits am 7. August: »Die Rezession ist zu Ende« und zitierten dabei den Commerzbank-Volkswirt Jörg Krämer. Nun melden es alle Gazetten gleichsam als amtlich, nachdem Deutschland und Frankreich wieder Wachstumraten für das zweite Quartal (plus 0,3 Prozent jeweils) verkündeten. "Europe outlook brightens" titelt heute das Wall Street Journal, "Eurozone data raise hopes for recovery" befindet die Financial Times. Und schon geht wieder die Sorge um, dass die EZB nun die Zinsen wieder anheben wird. Zurück also in diesen ewigen, langweiligen Affekt...
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Freitag, 14. August 2009
Freitag, 7. August 2009
Deutschlands Wirtschaft: »Wunderbaaaaaaargh"....
... heißt es auf der Titelseite des britischen Wirtschaftsmagazins "The Economist", der sich die zwischen Export und Import völlig unausbalancierte deutsche Wirtschaft vornimmt. Ganz im Sinne von Hans-Werner Sinn, über dessen Kommentar im Wall Street Journal wir berichteten, kommentiert das renommierte Blatt: "Deutschland schien vergessen zu haben, dass es Exporte deswegen gibt, damit man Importe bezahlen kann". Stattdessen wurde gespart und gespart, aber es gab keine Anlagemöglichkeiten für die Spargelder in Deutschland. So waren die hiesigen Bankern den Haien der Wall Street ausgeliefert, die die schönen Spargroschen vernichteten. Mehr noch: Unter den 181 Ländern, die die Weltbank nach ihrer Fähigkeit zu Unternehmensneugründungen untersuchte, rangiere Deutschland an 102. Stelle. Blamabel. Aber wir würden auch viel zu wenig konsumieren. 56 Prozent des Bruttoinlandsproduktes würde bei uns für den Konsum ausgegeben, in den USA seien es 2008 aber 70 Prozent gewesen.
Alles in allem: "Keine Experiment", das war der Slogan, mit dem Adenauer seine Wahlen gewann. So meint das Blatt. Aber das gilt heute nicht mehr: "Es ist Zeit zu experimentieren."
Journalyse-Quelle: The Economist, 8.8.2009: "Unbalanced Germany"
Lesetipp: Die Leserkommentare zu dem Bericht
Alles in allem: "Keine Experiment", das war der Slogan, mit dem Adenauer seine Wahlen gewann. So meint das Blatt. Aber das gilt heute nicht mehr: "Es ist Zeit zu experimentieren."
Journalyse-Quelle: The Economist, 8.8.2009: "Unbalanced Germany"
Lesetipp: Die Leserkommentare zu dem Bericht
»DIE REZESSION IST ZU ENDE«....
... sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, gegenüber der FAZ, die heute titelt: "Industrie erhält überraschend viele Aufträge". Sie bezieht sich dabei auf den Monat Juni, in dem 4,5 Prozent mehr Aufträge hereingekommen sind als im Mai, der selbst schon mit 4,4 Prozent Anstieg das Ende der gnadenlosen Rezession andeutete. Dennoch sind die Volkswirte der Meinung, dass. aufs ganze Jahr gesehen, die Wirtschaft 2009 um sechs Prozent eingebrochen sein wird. Zu krass war der Absturz in den ersten Monaten des Jahres. Im laufenden dritten Quartal werde die Wirtschaft wieder um 0,8 Prozent wachsen. Doch auf dem Arbeitsmarkt steht das böse Ende der Rezession npch bevor, heißt es. Nach der Wahl und dem Auslaufen der Abwrackprämie erwartet viele Mitarbeiter die Arbeitslosigkeit. Denn die eigentliche strukturelle Erneuerung - siehe Beitrag von Hans-Werner Sinn - wurde auch jetzt nicht geleistet.
Journalyse-Quelle: FAZ, 7.8.2009: "Industrie erhält überraschend viele Aufträge"
Journalyse-Quelle: FAZ, 7.8.2009: "Industrie erhält überraschend viele Aufträge"
Mittwoch, 15. Juli 2009
Dell: Nachfrage nach Computern bleibt schwach...
... solange die Firmen ihre Käufe zurückstellen und Privatleute zu abgespeckten Versionen wie Netbooks tendieren. Gründer Michael Dell erwartet erst im nächsten Jahr einen wertmäßigen Anstieg der Verkäufe, berichtet das Wall Street Journal.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 15.7.2009: Dell Says Tech Spending Is Likely to Remain Weak
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 15.7.2009: Dell Says Tech Spending Is Likely to Remain Weak
Dienstag, 21. April 2009
Die Krise macht die Wirtschaftsforscher ratlos
Am 23. April werden die Vertreter angesehener Wirtschaftsinstitute in Berlin ihr gemeinsames Frühjahrsgutachten zur wirtschaftlichen Entwicklung präsentieren. Und die vier werden die größte Fehleinschätzung in der Geschichte dieser Prognose eingestehen müssen. Wie daneben die Wirtschaftsexperten zuletzt lagen, zeigen die Korrekturen ihrer Prognosen: 2008 sagten die Fachleute noch 0,2 Prozent Wachstum voraus. Jetzt müssen die Ökonomen die peinliche Fehleinschätzung eingestehen.
Weitere Infos: WELT ONLINE
Weitere Infos: WELT ONLINE
Montag, 23. März 2009
Wer bietet weniger? Volkswirte unterbieten sich bei pessimistischen Prognosen
Mehrere Institute haben ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr deutlich gesenkt. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) rechnet für das laufende Jahr nun mit einem Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 4,3 Prozent. Das Düsseldorfer Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) erwartet eine Schrumpfung des BIP um 5,0 Prozent. Die Commerzbank rechnet für das laufende Jahr sogar mit einem BIP-Rückgang um bis zu sieben Prozent. Das berichtet die «Welt» (Montagausgabe) unter Berufung auf eine Analyse der Bank. Damit lege die Commerzbank die bislang pessimistischste Prognose für Deutschland vor. Bislang war das Finanzinstitut von einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um drei bis vier Prozent ausgegangen.
Journalyse-Quelle: http://www.news-adhoc.com/weitere-institute-korrigieren-bip-prognose-idna2009032323400/
Journalyse-Quelle: http://www.news-adhoc.com/weitere-institute-korrigieren-bip-prognose-idna2009032323400/
Sonntag, 8. Februar 2009
Januar: 600.000 Jobs weniger in den USA
Vor der Finanzkrise lag die Arbeitslosenquote in den USA bei 4,6 Prozent, jetzt stieg sie im Januar 2009 auf 7,6 Prozent - dem höchsten Stand seit 1992. Seit Dezember 2007, dem Beginn der Rezession, sind in den Vereinigten Staaten mehr als 3,6 der damals 135 Millionen Jobs verschwunden. Es sei inzwischen so schlimm wie Mitte der siebziger Jahre, als der Ölpreisschock die Weltwirtschaft lahmlegte, heißt es.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 7.2.2009, Alan Beattle, Alan Rappeport: "Obanma seizes on jobless surge to attack delay in approving stimulus"
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 7.2.2009, Alan Beattle, Alan Rappeport: "Obanma seizes on jobless surge to attack delay in approving stimulus"
Dienstag, 23. Dezember 2008
Institut für Weltwirtschaft: Deutsches BIP schrumpft 2009 um 2,7 Prozent
Jetzt hat das Institut für Weltwirtschaft in Kiel alle anderen professionellen Apokalyptiker übertroffen: Die schlimmste Nachkriegsrezession erwartet das Institut in 2009 für Deutschland, dessen Wirtschaftsvolumen um 2,7 Prozent senken werde.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 23.12.2008
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 23.12.2008
Freitag, 19. Dezember 2008
2001 versus 2008: "Längste US-Rezession seit den 1930ern"
2001: Während alle Welt auf das neue Jahr schaut und erwartet, dass es die längste und heftigste Rezession (vielleicht sogar Depression) seit den dreißiger Jahren bringt, braucht man eigentlich nur sieben Jahre zurückzublicken, um eine Headline der Financial Times zu finden, die schon damals berichtete, dass sich die USA seit 13 Monaten (also lange vor 9/11) in einer Rezession befand. "Während der Fall nicht so steil ist wie zwischen 1929 und 1932, als der Ausstoß um 50 Prozent sank, so ist doch diesmal der industrielle Output in 13 aufeinander folgenden Monaten um insgesamt 6,5 Prozent gesunken." Mit einer Auslastung, die 25 Prozent unterhalb dessen lag, was möglich war, hatte die Wirtschaft im Oktober 2001 ihr schlechtestes Ergebnis seit 1983 vorgelegt.
2008: "Es ist eine Rezession, wenn dein Nachbar seinen Job verliert, es ist eine Depression, wenn es dich erwischt", zitiert das Nachrichtenmagazin Time derweil US-Präsident Harry Truman (Roosevelts Nachfolger 1945) und weist zugleich darauf hin, dass vielleicht von der Länge, nicht aber der Intensität diese Rezession zu vergleichen ist mit der Depression der frühen dreißiger Jahre: Damals schrumpfte die Wirtschaft innerhalb von vier Jahren um 25 Prozent und die Arbeitslosenrate stieg von zwei auf 25 Prozent. Was den Autor Justin Fox indes beunruhigt, ist eine ganz andere Parallelität: der Zusammenbruch des Finanzsystems. Eine CNN-Umfrage im Oktober ergab, dass 60 Prozent der Amerikaner glauben, dass es so schlimm werden können wie während der Great Depression. Aber da ja viele Amerikaner deutsche Blut in ihren Adern hätten, so meinte schon vor 50 Jahren die Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann, würden sie auch wie wie zu manisch-depressivem Handeln neigen. Gerade noch zu Tode betrübt, würden sie irgendwann in 2009 entedecken, dass die Wirtschaft wieder erstarkt sein, und dann würden sie wieder kaufen, was das Zeug hält, meint jedenfalls Time.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 17.11.2001, Time, 22.12.2008
2008: "Es ist eine Rezession, wenn dein Nachbar seinen Job verliert, es ist eine Depression, wenn es dich erwischt", zitiert das Nachrichtenmagazin Time derweil US-Präsident Harry Truman (Roosevelts Nachfolger 1945) und weist zugleich darauf hin, dass vielleicht von der Länge, nicht aber der Intensität diese Rezession zu vergleichen ist mit der Depression der frühen dreißiger Jahre: Damals schrumpfte die Wirtschaft innerhalb von vier Jahren um 25 Prozent und die Arbeitslosenrate stieg von zwei auf 25 Prozent. Was den Autor Justin Fox indes beunruhigt, ist eine ganz andere Parallelität: der Zusammenbruch des Finanzsystems. Eine CNN-Umfrage im Oktober ergab, dass 60 Prozent der Amerikaner glauben, dass es so schlimm werden können wie während der Great Depression. Aber da ja viele Amerikaner deutsche Blut in ihren Adern hätten, so meinte schon vor 50 Jahren die Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann, würden sie auch wie wie zu manisch-depressivem Handeln neigen. Gerade noch zu Tode betrübt, würden sie irgendwann in 2009 entedecken, dass die Wirtschaft wieder erstarkt sein, und dann würden sie wieder kaufen, was das Zeug hält, meint jedenfalls Time.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 17.11.2001, Time, 22.12.2008
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