Freitag, 12. Juni 2026

Oder die Banalität des Bösen

Das Unbehagen an einem Begriff:

Holocaust

Eine unzeitgemäße Nachbetrachtung von Raimund Vollmer

Der Begriff „Holocaust“ sei völlig unangebracht, gleichsam ein Euphemismus, schrieb 1996 der deutsche Journalist Peter Dittmar in der Tageszeitung „Die Welt“, denn dieses Fremdwort verzichte bewusst auf „alle Konnotationen der Wirklichkeit, die sich bei ‚Judenmord‘, ‚Judenvernichtung‘, .Völkermord‘, ‚Ausrottung der Juden‘ nicht vermeiden lassen. ‚Holocaust‘ bleibt sehr abstrakt und löst sich damit vom ursprünglichen, sehr konkreten Wirklichkeitsbezug.“

Im Grunde genommen führe dieses Begriff zu einer „Bagatellisierung des Schreckens“, meint Dittmar. Es sei zudem ein Begriff, der erst Ende der siebziger Jahre bei uns aufgekommen sei, als der WDR unter diesem Namen die amerikanische Fernsehserie dazu ausstrahlte. Ich erinnere mich, dass ich damals  zum ersten Mal das Wort zur Kenntnis nahm. Ich konnte damit anfangs – und eigentlich auch bis heute – nichts anfangen. Das Fremdwort war mir fremd. Er war ursprünglich nur im angelsächsischen Raum gebräuchlich.

Seine erste Erwähnung geht dort auf das Jahr 1938 zurück, als es in einer Fußnote einer in New York herausgegebenen Schrift des österreichischen Psychiaters Abraham Brill (1874-1948) über Sigmund Freud heißt: „Ach! Gerade als diese Seiten zur Druckerei gegeben werden, erschüttert uns die schreckliche Nachricht, dass der Nazi-Holocaust plötzlich Wien erfasst und damit Professor Freud mit seiner Familie zu tatsächlichen Opfern in den Händer der größten Geißel der Zivilisation gemacht hat.“ Brill, jüdischer Abstammung, war mit 15 Jahren in die USA ausgewandert, allein und ohne einen Pfennig in der Tasche – er, gleihsam ein Selfmademan der Psychoanalyse, korrespondierte mit Freud bis zu dessen Tod 1939. [1]



[1] Die Welt, 13. Juli 1996, Peter Dittmar: „Wo unserer Sprache die Worte fehlen“

1926: Als der Bildschirm noch rund war

 

Faustball in Faust: Auf Youtube gibt es diesen vor hundert Jahren gedrehten Stummfilm von F.W. Murnau sogar in colorierter Form. Sprache braucht man sowieso nicht, da die Goethe-Zitate bestens bekannt sind. Vielleicht zur Entspannung zwischen den Fußballspielen, deren Ergebnisse so mancher aus der Glaskugel vorher ermitteln möchte. Auf jeden Fall, so zeigt uns die Glaskugel, ist der Ball rund. Nach dem Eröffnungsspiel, bei dem ich dann die drei Roten Karten verpasste, weil ich es stinklangweilig fand und wegschaltete, werde ich bei weiteren Übertragungen wahrscheinlich auch die Sprache ausblenden. Dieser unerfüllte Sprechgesang der Moderatoren, bei denen die Sätze immer in der Schwebe bleiben, geht mir auf die Nerven. Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich - allein vor der flachen Matsch-Scheibe - den Tonfall mit eigenem, ähnlich inhaltsleeren Singsanggeplapper nachahme. R.V. Hier der LINK (muss man aber nicht gucken). 

Donnerstag, 11. Juni 2026

Einfach nur ein Test

 

Mein Computer wird von einer neuen Bürokratie überfallen. Ich werde wahrscheinlich bald aussteigen. Ich habe die Faxen dicke. Es ist einfach alles nur noch Sch... Unsägliche Stümper sind da am Werk. 

Sonntag, 7. Juni 2026

Zum Tage: Fürs Volk

 „Jede Partei ist für das Volk da und nicht für sich selbst.“

Konrad Adenauer (1876-1967). Erster deutscher Bundeskanzler

 

Donnerstag, 4. Juni 2026

Zum Tage: Butterseite

 

„Minister fallen wie Butterbrote: Gewöhnlich auf die gute Seite.“

Ludwig Börne (1786-1937), deutscher Schriftsteller

Sonntag, 31. Mai 2026

Zum Tage: Das Ungeheuer

"Vielgestaltig ist das Ungeheure, 
und nichts ist ungeheuer als der Mensch."

Sophokles (497-406 v. Chr.), in seiner Tragödie "Antigone" 

Samstag, 30. Mai 2026

Zum Tage: Endlich

Dauerten wir unendlich
so wandelte sich alles
Da wir aber endlich sind
bleibt vieles beim alten

Bert Brecht (1898-1956), deutscher Dramatiker

Freitag, 29. Mai 2026

Zum Tage: Voyeure

 

„Die Kühlheit macht uns alle, die vorm Fernsehschirm sitzen, zu Voyeuren, die als Lebende die Schrecken des Todes, des Hungerns, der Folter in Aktualitätssendungen durch ein heruntergedrehtes Opernglas beobachten dürfen: Voyeure, aber unberührte.“

Peter Zadek (1926-2009), deutscher Regisseur, in „Das wilde Ufer“, 1990

Donnerstag, 28. Mai 2026

Zum Tage: Nicht nur Einstein

„Jedem tiefen Naturforscher muss eine Art religiösen Gefühls naheliegen, weil er sich nicht vorzustellen vermag, dass die Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum ersten Mal gedacht werden.“

Albert Einstein (1879-1955), Physiker schwäbischer Abstammung

Mittwoch, 27. Mai 2026

Zum Tage: Überraschung!!!

 „Pessimisten sind die wahren Lebenskünstler,
denn nur sie erleben angenehme Überraschungen.“

Marcel Proust (1871-1922), französischer Dichter

Dienstag, 26. Mai 2026

Zum Tage: Bildung und Spezialisierung

 

1993: „Es ist verhältnismäßig einfach, aus einem gebildeten Menschen einen Spezialisten zu machen, aber es ist schwierig, aus einem Spezialisten einen gebildeten Menschen zu machen.“

Erwin Teufel (*1939), Ministerpräsident von Baden-Worttember auf dem Landesparteitag der CDU in Neckarsulm

Montag, 25. Mai 2026

Zum Tage: Krieg & Kultur

 „Der Krieg ist der Winterschlaf der Kultur.“

Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph

Sonntag, 24. Mai 2026

Zum Pfingstsonntag: Schiller

 

Friedrich Schiller

Spruch des Konfuzius

Dreifach ist der Schritt der Zeit,
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entzogen,
Ewig still steht die Vergangenheit

Keine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifel zügelt
Ihren Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu, kein Zaubersegen
kann die Stehende bewegen.

Möchtest Du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise,
Nimm die Zögernde zum Rat,
Nicht zum Werkzeug deiner Tat.
Wähle nicht die Fliehende zum Freund,
Nicht die Bleibende zum Feind.

Zum Tage: Hoffnung

 „Die Armut und die Hoffnung sind Mutter und Tochter. Indem man sich mit der Tochter unterhält, vergisst man die andere.“

Jean Paul (1763-1825), deutscher Schriftsteller

Samstag, 23. Mai 2026

Nachschlagzeile: Gründung der NVA 1956

 "Russische Kriegsgefangenenlager 
waren die Keimzelle der NVA"

Die Welt, 1. März 1986 

Zum Tage: Fehler & Weisheit

 „Die jungen Leute leiden weniger unter ihren Fehlern als unter der Weisheit der Alten.“

Francois de La Rochefoucauld (1613-1680), französischer Moralist

Freitag, 22. Mai 2026

Nachschlagzeile: Steuern & Abgaben 1993

VON EINER MARK BLEIBEN
NUR NOCH 45 PFENNIG

Die Welt, 15. November 1993 

Zum Tage: Fehler & Chance

Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. 
Er gibt auch anderen eine Chance.“

Winston Churchill (1874-1965), britischer Premierminister

Donnerstag, 21. Mai 2026

Zum Tage: Wolkig

 „Die Wahrheit gleicht dem Himmel und die Meinung den Wolken.“

 Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist

Mittwoch, 20. Mai 2026

Zum Tage: Herr und Diener

 "Durch fortdauernde Anhänglichkeit und Liebe wird der Diener seinem Herrn gleich."

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichterfürst 

Dienstag, 19. Mai 2026

Sonntag, 17. Mai 2026

Nachschlagzeile: 2008 - Erdogan

 ERDOGAN LÄDT 
MERKEL NACH 
DEUTSCHLAND EIN

FAZ, 13. März 2008, Seite 1

Anlässlich des Auftritts Erdogans in der Kölnarena  "vor türlischen Einwanderern" (FAZ)

Mittwoch, 13. Mai 2026

Zum Tage: So dumm

 „Kein Mensch behandelt sein Auto so dumm wie einen anderen Menschen.“

Bertrand Russell (1872-1970), britischer Wissenschaftler, Philosoph und Nobelpreisträger

Dienstag, 12. Mai 2026

Montag, 11. Mai 2026

Zum Tage: Der Staat

 

1994: „Die Bedrohung des freien Menschen geht immer noch vom Staat aus. Er will alles hören, alles sehen, alles wissen. Deswegen muss er stets gebändigt werden, sonst wird er allmächtig.

Burkhard Hirsch (1930-2020), deutscher Politiker (FDP)