Montag, 4. Mai 2026

DIE TRICKDIEBE


 Demo am 28. Februar 2026 in Reutlingen gegen Björn Höcke, zu der 5000 Menschen kamen

Foto: R.V.

 Eine unzeitgemäße Betrachtung von Raimund Vollmer im Nachgang zur Landtagswahl in Baden-Württemberg

Blau war mein Leben lang meine Lieblingsfarbe. Sie wurde mir gestohlen. Von der AfD. Sie ist der größte Trickdieb unter den Parteien. 
Ihre Parolen sind verführerisch - wie Hitlers Buch „Mein Kampf“, das zu lesen Du Dich überwunden hast. Du bist jederzeit bereit, 30 Prozent dessen, was er schrieb, zu unterschreiben. Es sind Allgemeinplätze. Du gehst sogar so weit, dass Du weitere 40 Prozent für erwägenswert erachtest. Bleiben 30 Prozent, die Du zutiefst verachtest. Das machte das Buch so gefährlich. Die AfD bleibt einfach bei 70 Prozent stehen. Sie verschweigt den Rest. Und schon hat sie Deine Stimme zu 100 Prozent. 
Meine Stimme bekam sie nicht. Trotzdem tat sie mir Gewalt an. Denn ich habe nicht gewählt, was ich wollte, sondern das, was ich musste. Mehr noch: Seit die AfD alle Felder der Kritik an unserem Staat zu besetzen sucht, kann ich gar keine Kritik mehr äußern, ohne vorher zu sagen, dass ich nicht ihr Wähler bin. 
Alle Kritik dient den Falschen. Die AfD ist ein Kritikdieb. 
Das ist fast schon zwanghaft, wie wir, für die Kritik zur Demokratie gehört wie das Amen in der Kirche, den Hintergrund unserer Kritik mittlerweile rechtfertigen müssen, bevor wir sie äußern. Unsere Kritik gehört nicht mehr uns. 
Als vor 145 Jahren Immanuel Kant in seiner „Kritik der reinen Vernunft“ das „Zeitalter der Kritik“ ausrief, tat er dies verschüchtert in einer Fußnote seiner Vorrede. Der Dichter Heinrich Heine fragte sich nach der Lektüre dieses Werkes, warum der Philosoph, der doch sonst so klar formulierte, dieses Mal so unverständlich geschrieben habe. Hatte Kant Angst, verstanden zu werden? Hatte er Angst vor den Behörden? 
Aber das Zeitalter der Kritik kam. Triumphal. Und es sollte bleiben. Auf unserer Seite. Euer Raimund Vollmer 

Zum Tage: Was zur Hölle

 In der Hölle wird keiner krank, und keiner wird müde.
Die Hölle ist unveränderlich. Die Hölle ist ewig.

 

Edith Södergran (1892-1923), finnlandschwedische Dichterin


Sonntag, 3. Mai 2026

Zum Tage: Honorare - alles andere als rar

 „Ministerien zahlten 1 Milliarde Euro an Berater“

FAZ, 11. September 2013

 

Oh Wunder, jetzt seien es nur noch 240 Millionen Euro, heißt es. 

Zum Tage: Unsere Natur...

 „Überstolzer Europäer des 19. Jahrhunderts, du rasest! 
Dein Wissen vollendet nicht die Natur, sondern tödtet nur deine eigene.“

Friedrich Nietzsche

Vollmer-Archiv 1991: Frauen im Islam

3. Mai 1991
 

Montag, 27. April 2026

Samstag, 25. April 2026

Zum Tage: Keine Kraft für Veränderung

 1972: "Die scheinbar widerspruchslose oder teilnahmslose Hinnahme der Tatsache, dass unser parlamentarisches System im akademischen Bereich als verfault und korrupt, als ein reiner Verschleierungsmechanismus , als bloßer Zustimmungsapparat zu den Beschlüssen eines anonymen Großkapitals dargestellt und gelehrt wurde und wird, mag erklären , warum viele junge Menschen einfach nicht mehr für möglich halten, dass unsere Demokratie aus sich selbst heraus die notwendigen Prozesse der Veränderung einleiten und beenden kann.“

Hans Dietrich Genscher (2027-2016),  als Bundesinnenminister vor dem Bundestag

Freitag, 24. April 2026

Zum Tage: Herausgesächselt

 1974: „Hinter Mauern und roten Fahnen versucht ein bürokratischer Staat, sich aus Deutschland herauszusächseln.“

Peter Boenisch (1927-2005), Chefredakteur in „Bild am Sonntag“

 

Kommentar: Der bürokratische Staat - das sind wir ohne Mauern, rote Fahnen und ohne Sächseln nun alle, oder?

Dienstag, 21. April 2026

Dachzeile: 15. Oktober 1993

 "Bundeswehr in Not: 
370.000 Mann und nichts zu tun"

Die Zeit, 13. Oktober 1993: "Jetzt wird's ernst" 

Samstag, 18. April 2026

Nachschlagzeile: 18. April 2000

 Das Kursbeben an der Wall Street
 erschüttert die Börsen in der Welt

FAZ, 18. April 2000, Seite 1 

Zum Tage: Lichtblicke

 „Ich sammle Lichtblicke.“

Robert Jungk (1913-1994), deutsch-österreichischer Zukunftsforscher