1992: 59 Prozent der Befragten meinen, dass jene Leute, die in den Nachrichten- und Unterhaltungsmedien arbeiten, ihre Produkte verkaufen statt ihre Werte zu vertreten“
Newsweek-Umfrage vom September 1992Sonntag, 23. August 2026
Zum Tage: Genial
„Erfindungsgabe ist der einzige Beweis von Genie.“
Luc de Vauvenrgues (1715-1747), französcher Moralist
Freitag, 21. August 2026
Ohne uns: Baby-Boomer und Baby-Doomer
Eine unzeitgemäße Betrachtung von Raimund Vollmer
In den nächsten dreihundert Jahren müsse sich die Erdbevölkerung auf eine Milliarde Menschen reduzieren, meinte 1995 der deutsche Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Franz Josef Radermacher (*1950). Nur so könnten alle Menschen auf der Welt dieselbe Lebensqualität genießen. So viele Menschen – rund eine Milliarde – lebten um 1800 auf der Erde, zu Beginn der Industriellen Revolution, seit dem Beginn der Moderne, wie es die Geschichte definiert. Inzwischen sind es allerdings deutlich mehr als 7,5 Milliarden Menschen, dreimal mehr als 1950, dem Geburtsjahr Rademachers, dem Beginn der Lebenszeit meiner Generation. Vielleich sind wir, die Baby Boomer, die noch der Babypille entkamen, die wirklich letzte Generation.
***
„Mit der möglichen
Ausnahme von Adam und Eva wurden bis 1978 alle menschlichen Wesen innerhalb des
Körpers einer Frau empfangen“, schrieb 2023 das britische Wirtschaftsmagazin
‚The Econmist‘.Das galt in der Tat bis zum 25. Juli 1978. Da kam Louise Joy
Brown in Manchester zur Welt. Sie war das erste Retortenbaby. Seitdem steht der
Mensch als Species selbst in Frage. Wird der Mensch den Menschen auf Dauer
durch eine andere Species ersetzen? Opfern wir uns selbst dem Fortschritt - ausgerechnet
durch die „persönlichste Technologie“, wie der ‚Economist‘ titelt.
Wird der Mensch den Menschen systematisch verhindern, bis
wir auf eine Milliarde geschrumpft sind? Dank der Pille, die als erstes uns,
die Baby Boomer, von allen zukünftigen Generationen trennte?
Herrschen fortan die unpersönlichsten Technologien, die der Big Data und der Algorithmen – mit dem Ziel, die Erde zu retten? Schaffen wir den programmierten Menschen? Wer wird das sein?
***
Eine Milliarde Menschen – ist das wirklich die natürliche
Betriebsgröße der Erde? Erleben wir, was die Zahl der Menschen anbelangt,
momentan den Höhepunkt der Menschheitsentwicklung? Stehen wir an einem epochalen
Wendepunkt?
Der Dichter Paul Celan (1920-1970) würde sagen, wir stehen an einer „Atemwende“, an einem Richtungswechsel. Nicht die Politik, nicht die Wirtschaft, nicht die Wissenschaft, nicht die Technologie, nicht die Kultur hat diesen Wechsel vollzogen. Das waren wir, das waren wir selbst. Jeder von uns. Jeder aus unserer Generation. Alles andere war nur Beiwerk. Wir die Babyboomer sind die Generation, die sich selbst als Zukunft abschaffte und die Zukunft des Menschen neu programmierte. Die Zeugung des Menschen verlässt den Mutterleib.
(Aus meinem Manuskript "Ohne uns - Gibt es ein Leben nach dem Jetzt?")
Donnerstag, 20. August 2026
Nachschlagzeile: Ranga Yogeshwar
Rechnen Sie damit, lebenslang
ein Verdächtiger zu sein
FAZ, 12. Juli 2013: Ein Gespräch mit dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar
Montag, 17. August 2026
Zum Tage: Gewissensforschung
„In Sachen des Gewissens ist die Mehrheit nicht zuständig.“
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Staatsmann
Donnerstag, 13. August 2026
Schnellschuss: NONTEXT STATT KONTEXT
Wie weit sich der Journalismus inzwischen von sich selbst entfernt hat, ist inzwischen ausgerechnet bei dem Medium festzustellen, das sich einst als Hüter des Journalismus auftrat: Der Spiegel. Hier ein tagesaktuelles Beispiel für die Umwandlung des (ohnehin schon biederen) Nachrichtenstils in die komplette Inhaltslosigkeit. Das kann wahrscheinlich sogar die KI auf ihrer niedersten Stufe besser.
"Der Artikel beleuchtet aktuelle politische Debatten und Entwicklungen in Deutschland und international. Im Fokus stehen die Befugnisse des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) im Vergleich zu ausländischen Diensten und die Inszenierung eines AfD-Spitzenkandidaten. Weiterhin wird die herausfordernde Position eines britischen Politikers, der als "Mr. Brexit" bezeichnet wird, thematisiert.
Selbst die dann folgende Detaillierung ist absolut nichtssagend. Ich glaube, wenn "Der Spiegel" leere Seiten veröffentliche würde, wären diese inhaltsreicher als diese Nontexte... R.V.
Dienstag, 11. August 2026
Schnellschuss: Die Doppelmoral der Verleger
Kommentar: Einer wie Heinrich Heine, der mit seinem „Buch der Lieder“ 1827, also vor bald 200 Jahren, einen Bestseller landete, ärgerte sich dereinst über die vielen Raubkopien, die davon gemacht wurden. Hätten die Verleger die Lizenz zum Nachdruck bezahlt, hätte er nie bei seinen reichen Verwandte betteln müssen. Raubdrucke waren damals üblich – und lassen das Verlagswesen nicht minder autorenverachtend dastehen wie heute die AI-Konzerne, die ihre Maschinen hemmungslos mit Werken füttern, deren Copyrights die Verlage für sich reklamieren. Die eigentlichen Urheber gehen ohnehin leer aus. Es war ein Gesetz notwendig, als Zeitungsverleger ihre Archive ins Netz stellten, ohne die Autoren zu fragen oder zu entlohnen. Erst nachdem die Jurisprudenz festgestellt hatte, dass das Internet erst nach 1994 als ein allgemeines Medium gesehen werden darf, für die sich die Verleger die Rechte gesichert hatten, war klar, dass sie ihre Autoren für alles, was davor war, bezahlen mussten. Freiwillig haben sie es nicht getan.
Es ist deshalb eine schäbige Diskussion, bei der sich die Verlage nicht schämen, sich nunmehr hinter den Rechten ihrer Autoren zu verstecken, die sie in den Jahrhunderte davor so oft im Stich gelassen haben. R.V.
Montag, 10. August 2026
Zum Tage: Schönheit
"Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet."
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Dichter
Sonntag, 9. August 2026
Zum Tage: Ein Hintergedanke an Hintergedanken
„Es ist nicht möglich, mit den Menschen zusammenzuleben, wenn man ihre Hintergedanken kennt.“
Albert Camus (1913-1960), französischer Literaturnobelpreisträger
Samstag, 8. August 2026
Zum Tage: Der Krieg
1952: „Krieg bedeutet die Konzentrierung aller Kräfte auf ein einziges Ziel, für dessen Erreichung überhaupt kein Opfer zu groß ist; aber dieses Ziel ist negativ und illusorisch.“
Golo Mann (1909–1994), deutscher Historiker, in "Geschichte und Geschichten, Seite 158
Freitag, 7. August 2026
Donnerstag, 6. August 2026
Als der Adler noch Titel holte...
... ist das gefühlt schon 100 Jahre her...
Dieses Bild fand ich bei meinem Friseur in Großformat. R.V.