Der Mensch denkt, das Auto lenkt
Die Zeit, 5. Juli 1996, über Vita, den "elektronischen Chauffeur" von "Daimler-Benz", an dessen Erprobung sich die EU zur Hälfte beteiligte
Der Mensch denkt, das Auto lenkt
Die Zeit, 5. Juli 1996, über Vita, den "elektronischen Chauffeur" von "Daimler-Benz", an dessen Erprobung sich die EU zur Hälfte beteiligte
„Der
Mensch ist eine Übergangsgestalt, die nicht endgültig ist, denn im Menschen und
über ihn hinaus gibt es eine strahlende Stufenleiterdie zu einem göttlichen
Übermenschentum führt. Dort liegt unser Geschick und befindet sich der
befreiende Schlüssel zum Verständnis unserer von Sehnsucht erfüllten, aber
ständig von Schwierigkeiten erfüllten und höchst irdischen Existenz… Aus dem
materiellen Bewusstsein, in dem unser Denken und Fühlen wie ein angeketterter
Sklave arbeitet, erhebt sich langsam die Scheibe einer berbprgenen Sonne der
Kraft, Freude und Erkenntnis. Die leibliche Gestalt wird einst der ‚supermind‘,
der übermenschliche Menschengeist.“
Sri Aurobindo (1872-1950), indischer Philosoph und Yogi
„Die
Geschichte hat es mit alten Geschichten zu tun, und die Aufgabe des Historikers
ist es, auch und wieder, Geschichte zu erzählen.“
Thomas Nipperdey (1927-1992), deutscher Historiker
„Es fällt uns schwerer, die Gefühle, die wir empfinden, zu verbergen,
als Gefühle, die wir nicht empfinden, vorzuspiegeln.“
François de La Rochefoucauld (1613-1680),
französischer Moralist
„Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.“
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichterfürst
Was soll ich bloß von mir halten, der ich inzwischen viele Menschen in der Politik als lächerlich empfinde?
R.V.
„Das Beste an der Geschichte ist der Enthusiasmus, den sie erweckt.“
Sir Winston Churchill (1874-1965) britischer Staatsmann und
Nobelpreisträger
"Es gibt zu viele Programmierer,
genauso wie es zu viele Juristen gibt."
Bob Frankston, Schöpfer des ersten Spreadsheet-Programms Visicalc, das zuerst von Lotus und dann von Microsoft (Excel) grandios kopiert wurde
Es stand übrigens in der Journalyse vom 19. August 1992, die damals in Papierform erschien
"Wer kauft beim häßlichen Deutschen?"
Die Zeit, 16. Oktober 1992 mit den Dachzeilen:
Fremdenhaß und die Folgen:
Rechtsextremistische Krawalle schrecken das Ausland auf. Die Wirtschaft
befürchtet Schaden für den Industriestandort
Fotos: Raimund Vollmer
"Die Seele wird gleich mitgeliefert."
Helmut Schelsky (1912-1984), deutscher Soziologe
Ein Versuch, die Welt assoziativ zu verstehen - Von Raimund Vollmer
Gestern nachmittag:
"Was ist dein Tipp?" -
"2:0" -
"Für Deutschland?" -
"Ja." -
"Glaubst du das auch?" -
"Nein."
Dieser kleine Dialog sagte alles. Wir glauben schon lange nicht mehr das, was wir wetten. Vor uns selbst wissen wir sehr genau, was die Stunde geschlagen hat. Aber wenn wir es zugeben würden, müssten wir ja auch die Konsequenzen daraus ziehen und unsere Komfortzone verlassen. In eine Kombatzone einsteigen. So tippt man lieber 2:0 gegen sich selbst, als das Lügengebäude zu verlassen, in dem wir alle uns längst niedergelassen haben. Wenn es heute in der Reaktion auf das Spiel der Deutschen gegen Paraguay heißt: "Deutschland ist nicht mehr Deutschland", dann wurden wir in der Auslandspresse mit genau diesem Lügengebäude konfrontiert, in dem wir uns ja nicht nur im Fußball, vielleicht sogar da am wenigsten, aufhalten. Dass die Automobilindustrie, um nur ein sehr bekanntes Beispiel zu nennen, in seine eigene "Kohle- und Stahl-Krise" hineinschliddert, ist bestimmt seit zehn Jahren bekannt, aber statt die Herausforderungen anzugehen, hat man sich die Taschen vollgestopft. Heute lamentiert in der FAZ der scheidende Präsident des Medienverbands der Freien Presse (MVFP), Philipp Welte, über die Nöte seiner Zunft mit den "Digitalmonopolisten und KI-Konzerne" (FAZ), die den Journalismus und die Demokratie zerstören. "Ohne freie Presse keine freie Gesellschaft") Es ist die alte Leier, die trotzdem falsch klingt, obwohl sie gut gestimmt zu sein scheint. Er verschweigt das komplette Versagen dieser Verlegen, die einen angestammten Markt nach dem anderen haben kampflos an diese Bösewichter und Bösewichtinnen übergeben haben. Es wundert einen ja auch nicht, wenn Beraungsfirmen feststellen, dass in Deutschland nur noch in den Bestand investiert wird. Wir haben schlichtweg vor lauter Fremdsparern (man spart immer nur bei anderen, diese Berufsgruppe nennen sich Betriebswirte) die Unternehmer hinausgespart.
Ach, das ließe sich ja alles beliebig fortsetzen und hier in der Journalyse haben wir inklusive der Kommentatoren schon seit Jahren versucht, gegen die Wetteinsätze (auch der selbstbezüglichen Presse) zu wettern. Aber natürlich kommen wir nicht gegen die Mainstream-Illusionen nicht an. Wer sind wir überhaupt, was erlauben? Vielleicht genau dort, wo Eleanor Roosevelt, jeden von uns sah, als sie 1948 als Vorsitzende der Menschenrechtskommission war und die "Erklärung der Menschenrechte" verkündete:
"Wo beginnen die universellen Menschenrechte? An den kleinen Orten, nahe dem eigenen Zuhause. So nah und so klein, dass diese Orte auf keiner Weltkarte zu finden sind. (...) Die Nachbarschaft, in der wir leben, die Schule oder die Universität, die wir besuchen, die Fabrik, der Bauernhof, das Büro, in dem wir arbeiten. Das sind die Orte, wo jeder Mann, jede Frau, jedes Kind gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Würde ohne Diskriminierung sucht. Wenn diese Rechte hier nicht gelten, gelten sie nirgendwo."
Dieser kleine Ort, dieses Zuhause, ist immer noch nicht trotz aller Tracking-Software auf keiner Weltkarte zu finden. Aber es ist der Ort, wo alles begann - die Familie, und wo sich alles entwickelte, die Gesellschaft. Aber was wir in der Familie sagen ist nicht mehr das, was wir in der Gesellschaft sagen. Wir können sicher sein, dass Philip Welte sehr genau um die Versäumnisse seiner Zunft weiß, aber in "Gesellschaft", in der Öffentlichkeit, nach staatlicher Unterstützung schreit. Und der stürzt sich gerne auf jede Notsituation - denn die Rettung ist ja sein Geschäft.
Sagt er. Wetten? Aber glaubt er es auch? Er tut nur noch so.
Wir sind im Elfmeterschießen. Im Elfmeterpunkt liegt die Wahrheit.
Punkt.
"Weißt du, wann der Zug abfährt?"
"Kann jederzeit abfahren."
Dialog zwischen zwei Eisenbahntramps in den USA, 1935
Der Diplomat Erwin Wickert (1915-2008) in seinem 1991 erschienen Buch "Mut und Übermut", in dem er erzählt wie er als 20jähriger mit der Bahn durch die USA trampte. Heute würde der Dialog zwei zahlender Fahrgäste lauten:
"Weißt Du, wann der Zug hält?"
"Kann jederzeit passieren."