Mittwoch, 5. August 2009

Breitband-Internet: EU führt vor USA...

... mit drei Prozentpunkten bei Festnetzen. 23 Prozent der Menschen in der Europäischen Union seien jetzt mit schnellen Verbindungen im Netz, in den den USA seien es erst 20 Prozent. Das Delta zwischen den beiden Regionen sei nach 2004, als die EU massiv erweitert wurde, auf einen Prozentpunkt geschrumpft, doch nun sei der Unterschied wieder größer geworden. Dies meldet jetzt die EU.Kommission. Der alte Kontinent sei damit "Weltführer bei Breitband-Internet", erklärte Viviane Reding, die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin.
Seit 2004 hat sich die Zahl der Haushalte, die Internetanschluss haben, von 41 auf 60 Prozent erhöht. Und von diesen haben 80 Prozent ein Hochgeschwindigkeitsnetz. 2004 war deren Anteil erst 33 Prozent gewesen.
Ein Drittel der Europäer hat allerdings noch nie das Internet benutzt - und nur sieben Prozent der Bevölkerung hat jemals elektronisch etwas aus einem Nachbarland gekauft.
Dänemark, Niederlande, Schweden, Finnland und Luxemburg sind die führenden Internet-Länder in der Welt. Die USA stehen auf Platz 17.
Zwei Millionen neue Jobs sollen durch das Internet bis 2015 in der EU geschaffen werden.
Journalyse-Quelle: New York Times, 4.8.2009: "Europe Says It Leads U.S. in Broadband Use"

Zitat des Tages: Wohlfahrtsstaat

1962: »Nichts ist unsozialer
als der Wohlfahrtsstaat, der die
menschliche Verantwortung
erschlaffen läßt.«

Ludwig Erhard,
deutscher Wirtschaftsminister und Bundeskanzler

Dienstag, 4. August 2009

Microsoft Office: 500 Millionen Anwender weltweit...

... von denen allerdings die Hälfte "Piratenversionen" sind.
Financial Times, 4.8.2009

Ausfall

Chronik: Der Besucher-Zähler ist bis heute Mittag ausgefallen.

Zitat des Tages: Kostenfalle

»Wenn hier nichts passiert,
können wir das Internet bald
in World-Wide-Nepp umbenennen.«

Gerd Billen,
Vorstand im Bundesverband der Verbraucherzentralen,
über illegale Kostenfallen im Internet

Journalyse-Quelle: FAZ, 4.8.2009: "Kostenfallen im Internet"

YouTube: Jetzt auch mit Lokal-TV...

... in den USA. Die Google-Tochter will es mit News Near You ihrer Mutter gleichtun, die bereits mit Lokalnachrichten im Netz den Tageszeitung Konkurrenz macht. Nun geht es den Regional-Fernsehanstalten an den
Kragen. Die Zeit ist abzusehen, in der dieser Service auch in Europa implementiert wird. Insgesamt hat YouTube 25.000 Beitragende an Googles Lokalnachrichten eingeladen, auch bei YouTube mitzuwirken.
Journalyse-Quelle: New York Times, 2.8.2009: Now on YouTube, Local News

Apple verliert Google: Eric Schmidt zieht sich aus Aufsichtsrat zurück...

und damit gibt der Google-Chef den Forderungen der amerikanischen Trust-Buster nach, die eine zu starke Verflechtung beider von den Kartellbehörden streng beobachteter Unternehmen befürchten.
Journalyse-Quelle: Washington Post, 4,8.2009: "Google CEO Quits Apple Board"

More Bang for Bing: Marktanteil um ein Prozentpunkt gesteigert...

... und zwar von 8,23 auf 9,41 Prozent. Dies behauptet jedenfalls für die USA der Datensammler StatCounter. Gemeinsam mit Yahoo, dem neuen Partner gegen Google, eroberte Microsoft jetzt im Juli 20,36 Prozent. Googles Anzeil schrumpfte von 78,48 auf 77,54 Prozent.^Weltweit hält Google indes immer noch einen Marktanteil von rund 89 Prozent.

ÜBRIGENS: Rund 400 Mitarbeiter von Yahoo werden durch die Partnerschaft mit Microsoft ihren Job verlieren, heißt es in der amerikanischen Analystenszene

Journalyse-Quelle: Washington Post, 3.8.2009: "Microsoft's Bing gains another 1 percent of U.S. search"

Montag, 3. August 2009

Black Hat: Cloud wird nicht vertraut...

... sondern weist große Sicherheitslücken auf. Dies ist jedenfalls die vorherrschende Meinung bei der Sicherheitskonferenz von Black Hat USA in Las Vergas gewesen. Vor allem jene Anbieter von Cloud Computing, die besonders intensiven Kontakt zu Konsumenten haben, seien viel zu lax im Umgang mit Passworten. "Verlorene" oder "vergessene" Passwörter könnten von Kriminellen zumeist sehr leicht erneuert werden, wenn man die Einzelprofile der betroffenen Benutzer bei Facebook oder anderen Social Networks studiert.
»Die Sicherheit dieser auf Cloud
basierenden Infrastruktur-Dienste
entspricht der von Windows des Jahres 1999«

John Pescatore, Analyst bei der Gartner Group, gegenüber der Financial Times.
Journalyse-Quelle: Financial Times, 3.8.2009, Joseph Menn: "Data security services under a cloud"

Deutsche Bank: Spionage-Affaire größer als erwartet...

... berichtet heute das Wall Street Journal über ein Gespräch, das das Blatt mit dem Detektiv Bernd Bühner führte. Dieser behauptete, dass er 2006 eine Liste von zu untersuchenden Leuten erhielt, unter denen sich auch Mitglieder der Rechtsabteilung der Bank befanden. Die Bank selbst relativiert die Bedeutung dieser Liste, indem sie angibt, dass die hier aufgeführten Namen lediglich dazu dienten, die Recherchen rund um den Aktitvisten Michael Bohndorf zu erleichtern. Bohndorf sei eine besondere Nähe zu Leo Kirch unterstellt. Kirch hatte die Deutsche Bank und deren Chef, Ackermann, verklagt.
Journalyse-Quelle: The Wall Street Journal, 3.8.2009, David Crawford, Matthew Kartnitschnig: "Spying affair widens at Deutsche Bank"

Wie die Banken die FED ausbeuten...

... das bestimmt heute die Schlagzeile der Financial Times auf Seite 1. Das britische Blatt berichtet über Praktiken der Wall Street, die rigoros die Bereitschaft der Federeal Reserve Bank zu vollkommener Transparenz ausnutzt. Die FED wäre gerade während der Krise ein wichtiger Käufer von Werpapieren geworden. Da sie ihre Kaufabsichten stets im voraus verkündet, nutzen Investmentbanker diese Informnationen und verkaufen der FED die Papiere zu überteuerten Preise. Dies sei einer der Gründe, warum die Gewinnsituation der Investmentbanken gestiegen sei.
Die Moral von der Geschicht': Trau' dem Erfolg der Banken nicht.
Denn er hat nicht mit deren Leistungs- oder Wettbewerbsfähigkeit zu tun.
Journalyse-Quelle: Financial Times, 3.8.2009, Henny Sender: "Wall St profits from Fed role"

BEST OF FT COM: Wirtschaft

»Eine Menge Leute ist gut in Mathematik,
aber sehr schlecht in Geschichte.
Die größte Schwäche der Wirtschaftswissenschaften
heute ist die Wirtschaftsgeschichte.«

Kommentar von "Seneschal" in der Online-Ausgabe der Financial Times, 28.7.2009