Donnerstag, 11. Dezember 2008

Streit der Suchmaschinen: Die Suche nach der richtigen Zeit

Wie lange sollen Suchmaschinen Benutzerdaten abspeichern, bevor sie diese anonymisieren? Sechs Monate sind genug, meint Microsoft (Marktanteil 2 Prozent bei Suchmaschinen in Europa). Momentan bewahrt der Softwareriese die Kundendaten 18 Monate auf, Google neun Monate und Yahoo 13 Monate. Die beiden Mitbewerber wollen sich indes auf die Sechs-Monats-Frist nicht einlassen - vor allem nicht auf den Vorschlag, die komplette IP-Adresse zu löschen. Google meint, sie brauche dies, um ihre Suchfunktionen entsprechend effizient zu halten. Außerdem könne die Verkürzung zu Sicherheitsproblemen führen. Um das Netz vor Hackern und Viren geschützt zu halten, wären neun Monate mindestens obligatorisch.
Journalyse-Quelle: Financial Times UK, 11.12.2008

HP: Touchscreen gab's schon vor 25 Jahren


Maus oder Finger - das war 1983 noch die Frage. Hewlett-Packard warb damals kräftig für den Touchscreen und verlor gegen die Microsoft-Maus. Heute erlebt der Touchscreen wieder eine Renaissance.



Mittwoch, 10. Dezember 2008

Henry Kaufman: Modelle taugen nichts in der Panik...

... und in Zeiten irrationalen Überschwangs. Finanzmodelle, die Risiken in Optionen und Derivaten berechnen, seien ausgelegt auf Phasen, in denen normales rationales Handeln die Entscheidungen der Marktteilnehmer dominiert. Sie versagen aber in Augenblicken wie jetzt. Dies meint Henry Kaufmann (Dr.Doom), der Mann, der 1982 den Börsenboom auslöste, als er seine pessimistische Sicht aufgab. Finanzmodelle werden auch nach dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr ihren alten Status zurückgewinnen können, behauptet Kaufman im Wall Street Journal.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 8.12.2008

SAP gibt nach: Wartungsgebühren wie bisher

Nach monatelangem Streit über die Erhöhung der Wartungspreise von bislang 17 Prozent der Lizenzgebühren auf 18,36 Prozent mit Perspektive auf 22 Prozent bis 2013 hat nun die SAP nachgegeben. In Deutschland und Österreich, wo die bestehenden Verträge gekündigt worden waren, können die 28.000 überweigend mittelständischen Kunden nun wählen: Zwischen einer Standard-Wartung, wie bisher, und der neuen, teureren Enterprise-Lösung. Insgesamt hat SAP 48.000 Kunden weltweit.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2008

Seit 1919: Die ewigen zwei Prozent der Werbung

Seitdem zum ersten Mal die Werbeaufwendungen in der Welt gezählt wurden, seitdem ist über all die Jahrzehnte hinweg eins immer konstant geblieben: Zwei Prozent des Weltwirtschaftsvolumens wird für Reklame ausgegeben. Doch Meary Meeker, Internet-Legende der Analysten-Szene, meint, dass es künftig erheblich mehr Schwankungen geben werde. Wenn die Wirtschaft stagniert, werden die Werbebudgets um vier Prozent gekürzt. Geht die Wirtschaft um zwei Prozent nach unten, müssen die Werbeetats um zehn Prozent schrumpfen. Während der Dotcom-Depression sanken zwischen 2000 und 2002 die Werbeaufwendungen allein in den USA um 27 Prozent.
Journalyse-Quelle: The Economist, 29.11.2008

Intel: Schnelle Chips für lange Leitungen

Germanium war der Rohstoff, aus dem Weihnachten 1947 der erste Transistor entstand. Germanium war die Zukunft - bis das Silizium kam und die Welt der Chips eroberte. Eine Firma, deren Gründer die Suche nach dem richtigen Stoff für schnelle Rechner von Anfang an begleitet haben, ist Intel. Nun meldet das Unternehmen, 40 Jahre nach seiner Gründung, dass es ihm gelungen sei, eine Mischung aus Silizium und Germanium herzustellen, die es erlaubt ultraschnelle Photodetektoren zu bauen, wie man sie in der Kommunikation über Lichtleiter benötigt. Bislang waren solche Geräte nur auf der teuren Basis von Indium-Phospide möglich.
Die Chips sollen dazu dienen, die Kommunikation zwischen den Rechnern in Serverfarmen zu beschleunigen. Sie sollen aber auch helfen, die Fernmeldeverbindungen über Glasfaser zu beschleunigen. Und auf Dauer werden sie selbst Teil unserer Computerchips. 340 Gigahertz Taktraten - das würde uns doch für ein paar Jahre genügen.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 8.12.2008

Dienstag, 9. Dezember 2008

2012: Das Ende der Glühbirne nach 130 Jahren

Rund fünf Milliarden Euro werden jährlich weltweit für Glühbirnen ausgegeben. In drei Jahren hat die Birne in der EU ausgedient. Damit zieht die EU gleich mit Ländern wie Australien, Neuseeland und Kanada. Wie meinte einst Botho Strauß, Schriftsteller, angesichts der weltweiten Stromnetze: "Jetzt sind alle Glühbirnen der Welt miteinander vereint." Zumindest hier geht die Globalisierung zu Ende.
Journalyse-Quelle: Financial Times (UK), 9.12.2008

Virtuelle Spiele: 2,5 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland

Zweistellig wächst über alle Krisen hinweg die Branche der elektronischen Spiele. Rund 2,5 Milliarden werden es in diesem Jahr allein in Deutschland sein. Jeder dritte Deutsche ist inzwischen von der Spielleidenschaft erfasst. Elf Millionen Menschen weltweit machen mit im virtuellen Abenteuerland "World of Warcraft".
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.12.2008

Montag, 8. Dezember 2008

2013: Mehr als 1.000.000.000.000 Videos online

Nach Einschätzung der Marktforschung ABI Research wird bis 2013 die Zahl der Videos, die im Netz gespeichert sind und abgerufen werden können, von 32 Milliarden in 2006 auf mehr als eine Billion steigen. Eine Untersuchung der IBM ergab zudem: Wer im Internet Videos guckt, schaut weniger fern.
Journalyse-Quelle: Fortune, 08.12.2008

Cybercrime: Mindestens 100 Milliarden Dollar Schaden jährlich

Die Organization for Security and Cooperation in Europe beziffert den Schaden, der alljährloich durch Internet-Kriminalität entsteht, auf inzwischen 100 Milliarden Dollar. Online-Gangs würden setzen ganze Netzwerke von Zombie-Computer ein, die ferngesteuert das Internet nach Kreditkarten- und Kontozugangsdaten durchstöbern und abspeichern. Waren 2007 erst zehn Prozent aller am Netz angeschlossenen Rechner von solchen Untergrund-Attacken betroffen, so seien es jetzt 15 Prozent, berichtet das RSA Fraud Action Research Lab, ein Beratungsunternehmen in Sicherheitsfragen. Demnach hätten diese Gangs und andere Übeltäten rund zehn Millionen solcher Robot-Computer im Einsatz, die täglich Spams und andere, üblere Online-Angriffe (sogenannte Malware) auf die 1,4 Milliarden Internet-Benutzer fahren, behauptet die Beratungsfirma Panda Labs gegenüber der Herald Tribune.Sicherheitsforscher von SRI International haben herausgefunden, dass täglich 10.000 neue Formen von Malware in die Netze eindringen. Wer sich gegen räuberische Roboter wehren will, kann sich kostenlos Software im Netz herunterladen unter dem Namen: http://www.bothunter.net/
Journalyse-Quelle: Herald Tribune, 6.12.2008

Freitag, 5. Dezember 2008

RFID-Tag für jedes Finanzprodukt und andere Prognosen für 2013 und danach

In fünf Jahren werden alle Finanzprodukte - wie in der Warenwelt auch - eine Art von RFID-Tag besitzen, um ihre Herkunft und ihren Weg verfolgen zu können. Dies behauptet Alex Fuss, Autor des CSC-Reports "Digital disruptions".
Mit Hilfe dreidimensionaler Drucker werden wir jenseits des Jahres 2013 in der Lage sein, bestimmte Alltagsdinge vom Netz aus herunterzuladen und herstellen zu lassen. Heutige 3D-Drucker kosten rund 20.000 Dollar und können lediglich Prototypen fabrizieren. Zwischen 2025 und 2050 werden wir mit Hilfe der Nanotechnologie in der Lage sein, nahezu alles Atom für Atom, Molekül für Molekül zu reproduzieren.
Die Privatsphäre wird ab 2013 nur noch ein Luxusgut sein für Leute, die es sich leisten können.
Wenn Sie mehr wissen wollen, auch über die Finanzkrise, wie sie Alex Fuss sieht, dann clicken Sie hier: http://www.csc.com/ee/lef

Weltweite Entlassungswelle: Jeder fünfte Deutsche bangt

Wer heute und gestern die Tageszeitung aufschlug, dem prasselten eine Fülle von Nachrichten über Entlassungen entgegen:
AT&T - das ehemalige Fernmeldemonopol der USA - meldet den Abbau von 12.000 Stellen. (FAZ)
Telecom Italia - der italienische Fernmelderiese muss nach einer Entlassungswelle im Juni von 5000 Arbeitsplätzen weitere 4000 Jobs einsparen. (Wall Street Journal)
U.S. Steel - der amerikanische Stahlkocher will seine Belegschaft um 13 Prozent oder 3500 Arbeitsplätze verringern. (Wall Street Journal)
DuPont - der amerikanische Chemieriese verkündet, dass er 2500 Jobs streichen will. (FAZ)
Nomura - die japanische Investmentbank will 1000 Arbeitsplätze wegfallen lassen. (FAZ)
Deutsche Bank - das größte Finanzhaus hierzulande begann damit, in seinem internationalem Investmentbankinggeschäft 900 Stellen abzubauen. (Wall Street Journal)
CreditSuisse - das Schweizer Bankhaus erklärt, dass 5300 Arbeitsplätze (umgerechnet elf Prozent) der Finanzkrise geopfert werden müssen. (FAZ)
Insgesamt habe die Finanzkrise bislang 200.000 Bankmitarbeitern weltweit den Job gekostet.
Der ARD DeutschlandTrend ermittelt, dass inzwischen jeder fünfte Deutsche um seinen Arbeitsplatz bangt.
Journalyse-Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5.12.2008, Wall Street Journal, 4.12.2008, Financial Times (UK), 4.12.2008