Mittwoch, 7. Oktober 2026

Zum Tage: Biermanns Diagnose

 1992: „So hat sich der Medizinbetrieb, zuerst allmählich und dann immer stärker, vom Bereich des Helfens und Heilens gelöst und ist zu einer Mega-Industrie geworden – wichtiger als die Energiewirtschaft, umsatzstärker als die Automobilindustrie, politisch sensibler als Verteidigung und Rüstung. Aus dem Prinzip des ‚Third party payment‘, nach dem der eine verordnet, der zweite liefert und der dritte bezahlt, ist eine gigantische Umverteilungsmaschine geworden, die ihre unaufhaltsame Dynamik paradoxerweise nicht trotz, sondern gerade aus der sich immer mehr in ein Verordnungsdickicht verheddernden staatlichen Planwirtschaft entwickelt.“

Hans Biermann (*1954), Verleger und Mediziner, Autor des Buches „Die Gesundheitsfalle“


18 Kommentare:

Analüst hat gesagt…

Bei dieser Überschrift musste ich gleich an den Wolf denken…

Raimund Vollmer hat gesagt…

... der übrigens heute in der FAZ gewürdigt wird.

Anonym hat gesagt…

Wird ja in einem Monat 90

Anonym hat gesagt…

Der Kommentar des Hans B. zeigt über den Inhalt hinaus, dass heute sowohl Demokratien noch die Absolutisten die Fähigkeit verloren haben, grundsätzliche strukturelle Reformen vorzunehmen. Mehr als weitere Verdichtung des Bürokratiedschungels gelingt ihnen nicht. Jede Partei scheißt noch einen auf den üblen Haufen, Hauptsache die eigene Duftmarke ist oben erkennbar.

Anonym hat gesagt…

Die Linke wird das Gesundheitssystem vergesellschaften. Dann wird es besser werden.

Besserwisser hat gesagt…

Merz: "Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich" – Brandmauer gefallen

https://www.der-postillon.com/2026/10/brandmauerfall.html

Wolf Biermann hat gesagt…

„Deutschland ist wieder eins, nur ich bin noch zerrissen.“

Wolf Biermann hat gesagt…

„Du, lass dich nicht verhärten / in dieser harten Zeit.“

Wolf Biermann hat gesagt…

Wenn die Musen mich nicht geküßt hätten, hätten die Bonzen mich erschlagen.

stille Koalitionen hat gesagt…

Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein.
...
Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch und Bein.
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.
...
Andreas Gryphius

Der Postillon hat gesagt…

Es ist ein historischer Moment für Deutschland, dessen Eintreten dennoch immer klarer absehbar war: Die Brandmauer der Union zur AfD, die das politische Leben in Deutschland in den letzten Jahren maßgeblich geprägt hat, ist gefallen. An zahlreichen Grenzübergängen liegen sich in diesen Stunden Christdemokraten und Rechtsradikale freudig in den Armen.

"Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich" – es waren hilflos gestammelte Worte in einer Pressekonferenz, mit denen Bundeskanzler Friedrich Merz am Mittwoch unzeremoniell das Ende der Brandmauer einläutete.

Anonym hat gesagt…

Den Dummheiten seiner Epoche kann man sich nicht entziehen.
Wolf Biermann
Dichter,

Anonym hat gesagt…

Den Irrtümern seiner Epoche entgeht man nie ganz.
J. W. v. Goethe

Anonym hat gesagt…

Hoffentlich!

Anonym hat gesagt…

Sie sind ja Fäkalist, und kein Fatalist...

Voltaire hat gesagt…

„Die Kunst des Heilens besteht darin, den Patienten zu unterhalten, während die Natur die Krankheit heilt."

1992 hat gesagt…

Maastrichter Vertrag: Die europäischen Staaten unterzeichneten im Februar 1992 den Vertrag zur Gründung der Europäischen Union (EU).

Anonym hat gesagt…

....und danach gings bergab in Brüssel.