Freitag, 29. Mai 2026

Zum Tage: Voyeure

 

„Die Kühlheit macht uns alle, die vorm Fernsehschirm sitzen, zu Voyeuren, die als Lebende die Schrecken des Todes, des Hungerns, der Folter in Aktualitätssendungen durch ein heruntergedrehtes Opernglas beobachten dürfen: Voyeure, aber unberührte.“

Peter Zadek (1926-2009), deutscher Regisseur, in „Das wilde Ufer“, 1990

8 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Spricht der Polemiker Zadek bei dieser Hitze von Kühlheit?

Anonym hat gesagt…

Und alle diese Schrecken und mehr erlebe ich direkt im Theater und muss dort mein Opernglas nicht mal umdrehen.
Ausserdem werde ich im Theater ganz sicher berührt.

Eine Verspätungsdurchsage hat gesagt…

In Rheda-Wiedenbrück versuchte mal sein Glück
ein Tetrapack Orangensaft und wollte in die Welt.
Er dachte es ganz klug und sagt, ich nehm den Zug.
Doch die Hoffnung trug.
Er wartet dort - oh weh - noch heut mit abgelauf'nem MHD.

Analüst hat gesagt…

„Manche Kritiker und Theatermacher vergessen genau das: Der Saal muss voll sein.“

Peter Zadek, Interview im SPIEGEL 29/2003 vom 14. Juli 2003, Seite 140

Analüst hat gesagt…

„Dies ist der Mangel der Romane; der Verfasser müht sich nach Kräften ab, in Hitze zu geraten, und der Leser bleibt kühl.“

Pierre Choderlos de Laclos (1741 - 1803), französischer Offizier und Schriftsteller

Joachim Ringelnatz hat gesagt…

Schöne, raff deine Röcke übers Knie
Und gehe leise, ohne Melodie
Und nur bei fahlem Licht,
Mit mir durch all die Welten.

Sokrates hat gesagt…

"Wer nach dem Großen strebt, der muss leisten, was das Große fordert."
Platon. Phaidros

Anonym hat gesagt…

In der Gewohnheit ruht das einzige Behagen des Menschen.
Goethe
Wilhelm Meister