Donnerstag, 9. Juni 2011

IBM erforscht Schaltungen aus Graphenen

Bericht in der New York Times

Citigroup gibt Hackerangriff zu...

... und erklärt, dass die Eindringlinge Kontoinformationen von Kunden ihrer Bankkarte eingesehen hätten. Allerdings seien keine wirklich sicherheitsrelevante Daten wie etwa die Sozialversicherungsnummer oder Sicherheitscodes transparent geworden. Betroffen seien ein Prozent aller Konten.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 9.6.2011: Citi Confirms Data Breach

Facebook verärgert Datenschützer...

... mit der jetzt weltweit verfügbaren Funktion der Gesichtserkennung auf Fotos. In den USA, wo dieser Service bereits seit Dezember eingebaut ist, haben sich bereits Kongressabegordnete missbilligend über dieses Eindringen in die Privatsphäre geäußert. Eine Linie sei damit überschritten. Irland überlegt, ob es ein Verfahren gegen Facebook einleiten soll. Während Facebook-Benutzer glauben, dass sie hier ein Mittel hätten, das ihnen hilft, Freunde im Netz wiederzufinden, so wird geargwöhnt, nutze Facebook dies in Wirklichkeit um eine gewaltige Datenbank voller sensibler Daten zu erstellen. Bislang kamen aber nur von "Offíziellen" und "Aktivisten"Bedenken, die 600 Millionen Menschen, die es nun unmittelbar betrifft, hätten sich bislang in keiner Weise beklagt. Der ganze Service sei sehr diskret - und es würden beim Hochladen von Bildern auch nur Empfehlungen in Richtung Gesichtserkennung gemacht, argumentiert Facebook.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 8.6.2011: Facebook Again in Spotlight on Privacy

Mittwoch, 8. Juni 2011

Internet: Auf jeden Arbeitsplatzverlust kommen 2,6 neue Jobs

... meint McKinsey in einem Report über die weltweite Auswirkung des Internets auf die Weltwirtschaft. Der Anteil des Internets am Weltwirtschaftsvolumens beträgt inzwischen 3,4 Prozent und hat damit ein Volumen erreicht, das dem Bruttoinlandsprodukt von Spanien oder Kanada entspricht. Mehr HIER.

Patentstreit Oracle versus Google: Android muss bluten...

... und zwar in einem Maße, dass Google noch Hören & Sehen vergehen wird. Zu dieser Schlussfolgerung muss man offensichtlich kommen, wenn man den Ausführungen des Blogger- Aktivisten Florian Mueller folgt, der sich auf das Thema "intellektuelles Eigentum" spezialisiert hat. Einem Dokument zufolge, das Richter William Alsup vom Bezirksgericht in Nordkalifornien vorliegt und auszugsweise bekannt wurde, hat Oracle eine starke Position gegen Google aufgebaut. Es geht in dem seit August 2010 abhängigen Verfahren darum, dass Google Mechanismen aus dem Java-Umfeld nutze und in ihr Android-Betriebssystem eingebaut habe, ohne die entsprechenden Rechte zu besitzen. Zwar versucht Google die Gutachten und Gutachter zu diskrimninieren, die ihre Expertise Oracle zur Verfügung gestellt haben, aber Blogger Müller hält die Beschuldigungen für haltlos und sieht Oracle im Recht. In 95 Prozent der Fälle gäbe es außergerichtliche Einigungen. Doch einen solchen Vergleich erwartet er in diesem Fall nicht.
Kommentar. Ellison kennt kein Pardon. Für ihn ist Sun offensichgtlich eine Goldgrube - vor Gericht.
Journalyse-Quelle: Computerworld, 7.6.2011: Major damages sought in Oracle-Google patent dispute

Cyber-Crime: Bankkunde ist selbst schuld...

... meint ein Richter in Maine und spricht eine Bank von dem Vorwurf frei, sie habe den Online-Diebstahl von 588.000 Dollar mitverschuldet. Über die Malware Zeus waren Diebe 2009 an die Konten eines mittelständischen Unternehmens geraten und hatten mehrere Tage lang hintereinander jeweils bis zu 100.000 Dollar abgebucht. Die Ocean Bank aus Maine wurde nun von dem bestohlenen Familienunternehmen beschuldigt, Warnsignale über diese für den Kunden untypischen Transaktionen ignoriert zu haben. Der Richter sah indes nur den Kunden selbst in der Pflicht. Er hätte den Zugang zu seinem vertraulichen Daten besser schützen müssen.
Journalyse-Quelle: Computerworld, 7.6.2011: Judge rules against trial in lawsuit by victim of $588K cyber heist

HP: Zwei Milliarden Dollar auf CC gesetzt, auf Cloud Customers...

... um ihnen beim Wolkenkratzen zu helfen. Dies verkündete gestern CEO Leo Apotheker auf der Anwender-Konferenz in Las Vegas. Das Modell dahinter ist so simpel wie das Outsourcing, das vor zwanzig Jahren die IT-Anwender in Angst & Schrecken versetzte. Denn HP will mit dem Geld die IT-Bestände der Kunden kaufen, damit diese das Bare dann für den Umstieg auf die Cloud verwenden können.
Journalyse-Quelle: Computerworld, 8.6.2011: HP sets $2B in financing to speed cloud adoption

AT&T und T-Mobile: Der Beistand wächst...

... und zwar in Gestalt von Facebook, Microsoft, RIM und Yahoo. Sie alle sind der Meinung, dass der umstrittene Zusammenschluss des einstigen Telefonmonopols der USA mit der amerikanischen Mobiltochter der Deutschen Telekom eine Wohltat wäre. Denn nur so würden die Netzkapazitäten aufgebaut, die diese Anbieter benötigen, um ihre eigenen Investitionen in neue Anwendungen zu rechtfertigen.
Kommentar. Mal sehen, was mehr Gewicht vor Gericht hat: Die Angst der Konkurrenz im Netz oder die Hoffnung auf Konvergenz von Services und Netz. Im US-Justizministerium und bvei der Kartellbehörde FCC überwiegen die Skeptiker. Noch.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 8.6.2011: AT&T Wins Support in Silicon Valley for T-Mobile Deal

Die Überschrift des Tages

»340 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 Web-Adressen«
So veranschaulicht heute die FAZ den Vorrat an 360 Sextillionen Adressen, den das Internet mit dem heute zu erprobenden Umstieg auf IPv6 bekommen wird. Dass das "Internet der Dinge" kommen werde, wie uns heute Marketing-Manager atemlos als Neuigkeit verkünden wollen, ist für einigermaßen intelligente und wachsame Leute schon lange keine Sensation mehr. Das ist seit mindestens zehn Jahren ein alter Hut. Es belegt nur, dass diese Marketingtypen nichts lesen.
Journalyse-Quelle: FAZ, 8.6.2011

Dienstag, 7. Juni 2011

Morgen ist World IPv6 Day - und die Hacker stehen bereit...

... wenn rund 400 Websites das neue Internet-Adressensystem IPv6 testen werden. So berichtet Computerworld. Zu den Testwebs gebören Google, Facebook und Yahoo! sowie die Microsoft Suchmaschine Bing. Hacker würden durch Attacken nach dem Muster Distributed Denial of Services diese Webseiten fluten und dabei den dualen Betrieb für sich ausnutzen. Denn morgen fahren diese Websites sowohl IPv4 als auch IPv6 parallel, wobei die Attacken, die über IPv6 laufen, unentdeckt bleiben würden. So die Meinung von Experten.
Journalyse-Quelle: Computerworld, 6.6.2011: Hackers may try to disrupt World IPv6 Day

iCloud: »Kaufen Sie sich für 25 Dollar Ihre eigenen Lieder!«...

So lautet in etwa das Geschäftsmodell von Apple bei der gestern vorgestellten iCloud. Hier übernimmt die Wolke alle in einer persönlichen Privatsammlung vorhandenen Titel und macht sie dann überall elektronisch abrufbereit. Auf jedem Digitalgerät. Allerdings synchronisiert sie nicht die zentralen Bestände mit Blackberrys und anderen Non-Apples wie etwas Smartphones auf der Basis von Android. Die Geräte, die tatsächlich vollen Nutzen aus der Wolke beziehen können, tragen natürlich das kleine i vorweg. Wie schon manches andere, was im Web 2.0 vorgestellt wurde, basiert auch die iClouid auf dem Konzept, dass man mit anderer Leute Eigentum jede Menge Geld verdienen kann. Von den 25 Dollar, die Apple für das Wolkenmusikheim kassiert, behält die Firma selbst 30 Prozent für sich, der Rest geht an die Musikindustrie, die sicherlich wiederum in ihrer großzügigen Weise einen kleinen Teil an die Musiker weitergeben wird.

Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 7.6.2011: Apple Opens Locker for Songs

Fazit: Kreative dürfen nicht darauf hoffen, dass ihnen das Web 2.0 in irgendeiner Form dient. Es simuliert nur Unterstützung. Pseudo. Virtuell. Die Kreativen sind stets die ersten in der Wertschöpfungskette, aber den eigentlichen Lohn kassieren die letzten, die Cleveren. Steve Jobs, der es sich nicht nehmen ließ, die iCloud vorzustellen, hat mit dem Filmstudio Pixar unendlich viel getan, der Kreativität den digitalen Raum zu öffnen. Die iCloud aber tut nichts in diese Richtung. Sie ist letztlich nichts anderes als eine Verwaltungsgebühr. Warum damit die Musikmanager der Plattenindustrie Geld verdienen dürfen, bleibt rätselhaft. Denn es geht ja hier um die Verwaltung von Musik, die der Konsument bereits erworben hat, und nur nebenbei um Neuerwerb. Das richtige Konzept würde dafür sorgen, dass allein den Musikern das Geld direkt zukommt. Als Investment in die Kreativität von morgen. Apple verlässt langsam - und wir werden dies bei den anderen Mitgliedern der Viererbande miterleben - das Konzept der alleinigen Konzentration auf den Konsumenten. Sie suchen mehr und mehr die institutionelle Einbindung. So werden die Mitglieder der Viererbande zu IBMs und Microsofts, die ihr meistes Geld mit Firmen und Behörden verdienen. Das ist einfach bequemer, als sich um Privatpersonen zu kümmern. Allerdings ist dann auch die Zeit vorbei, in der man höchste Börsenbewertungen bekommt. Doch so mancher Manager ist vielleicht sogar froh, wenn er sich nicht mehr der brutalsten aller Beurteilungen und Bewertungen stellen muss: der Bewertung durch den Konsumenten, durch die Privatperson. Die Auseinandersetzung mit Analysten und institutionellen Anlegern ist da viel angenehmer. Dieses Verhältnis basiert auf gegenseitiger Berechenbarkeit. Man weiß, was man voneinander verlangt. Der Publikumsgeschmack aber ist sehr spontan und wechselhaft. Klar, das hält auf Dauer kein Unternehmen aus. Das schaffen nur die Kreativen.
Raimund Vollmer

Dazu noch folgender Wolkenwitz.
Was ist ein Psychopath? Das ist jemand der Luftschlösser baut.
Was ist ein Psychiater? Das ist jemand, der dafür die Miete kassiert.

Montag, 6. Juni 2011

Wasserversorgung: Software zeigt undichte Stellen...

... in den kommunalen Kanalisationen und hilft somit den Betreibern, 14 Milliarden Dollar zu sparen. Das sei nämlich die Summe, die jedes Jahr durch Lecks in den Leitungen entstehen, berichtet das britische Wirtschaftsmagazin The Economist. Die Anwendung, die dafür sorgt, schneller und genauer als alle anderen Verfahren undichte Stllen zu entdecken, kommt nicht von IBM oder einem anderen Apologeten der Smart Cities, sondern von einem Softwarehaus aus Tel Aviv namens TaKaDu. Ein Beispiel, das zeigt, dass es mehr zu tun gibt, als sich die Viererbande (siehe untenstehenden Beitrag) vorstellen kann.
Journalyse-Quelle: The Economist, 4.6.2011: Pipe dreams