Kommentar: Einer wie Heinrich Heine, der mit seinem „Buch der Lieder“ 1827, also vor bald 200 Jahren, einen Bestseller landete, ärgerte sich dereinst über die vielen Raubkopien, die davon gemacht wurden. Hätten die Verleger die Lizenz zum Nachdruck bezahlt, hätte er nie bei seinen reichen Verwandte betteln müssen. Raubdrucke waren damals üblich – und lassen das Verlagswesen nicht minder autorenverachtend dastehen wie heute die AI-Konzerne, die ihre Maschinen hemmungslos mit Werken füttern, deren Copyrights die Verlage für sich reklamieren. Die eigentlichen Urheber gehen ohnehin leer aus. Es war ein Gesetz notwendig, als Zeitungsverleger ihre Archive ins Netz stellten, ohne die Autoren zu fragen oder zu entlohnen. Erst nachdem die Jurisprudenz festgestellt hatte, dass das Internet erst nach 1994 als ein allgemeines Medium gesehen werden darf, für die sich die Verleger die Rechte gesichert hatten, war klar, dass sie ihre Autoren für alles, was davor war, bezahlen mussten. Freiwillig haben sie es nicht getan.
Es ist deshalb eine schäbige Diskussion, bei der sich die Verlage nicht schämen, sich nunmehr hinter den Rechten ihrer Autoren zu verstecken, die sie in den Jahrhunderte davor so oft im Stich gelassen haben. R.V.
17 Kommentare:
Genau!
Nicht anders ist es mit Schriftstellern und Komponisten.
Sie greifen die Ideenwelt (meist) ihrer Vorgänger ab, entlehnen
(was für ein Wort dafür?), stricken um, puzzeln zusammen - und geben nicht, wo die Saat herkommt.
Wann muss den die Leihe zurückgegeben und bezahlt werden?
„Kein Autor wird dich im Wesen richtig erkennen. Entweder bist du für ihn ein pfiffiger Kaufmann oder ein freundlicher Mäzen [...] Du hast den blödesten Beruf der Welt ergriffen.“
„Wenn du einmal heiraten solltest, so nimm nicht den Dichter, sondern den Verleger.“
„Er war einer der wenigen Verleger, die stets auf dem Teppich blieben. Er war Teppichverleger.“
Markus M. Ronner, Theologe und Publizist
"In Zukunft werden uns die Verleger nicht mehr vorschreiben, was wir zu lesen haben: Wir werden den Verlegern vielmehr sagen, was wir zu lesen wünschen."
Ich war dankbar, einen Verleger zu haben; glücklich, in einer Welt zu leben, in der es Verleger gibt.
Der hatte gut reden. Er hat sich ein halbes Leben lang aushalten lassen.
"Das, was ist, ist."
(That, that is, is.)
Quelle: Shakespeare, König Heinrich V., Raubdruck 1600
Hätten die Dinge sich je schon als Dinge gezeigt, dann wäre die Dingheit des Dinges offenbar geworden.
Eines der traurigsten Dinge im Leben ist, dass ein Mensch viele gute Taten tun muss, um zu beweisen, dass er tüchtig ist, aber nur einen Fehler zu begehen braucht, um zu beweisen, dass er nichts taugt.
Als freiberuflicher Autor darfst Du abschreiben. Du kannst sogar alle Ausgaben, die mit der Tätigkeit einhergehen, von der Steuer absetzen...
"Auf Erden herrscht die Liebe, im Himmel die Gnade, nur in der Hölle gibt es Gerechtigkeit."
Anaklet II. († 1138), eigentlich Petrus Pierlone, römischer Gegenpapst zu Innozenz II. von 1130 - 1138
Le Fort:
„Gerechtigkeit ist nur in der Hölle,
im Himmel ist Gnade,
und auf Erden ist das Kreuz.“
Gertrud von Le Fort (1876-1971), deutsche Schriftstellerin
Kopiert und mit 'Kreuz' aktualisiert.
Von dieser Erkenntnis sind aber Politiker ausgenommen.
Life is short, break the rules,
forgive quickly, kiss slowly,
love truly, laugh uncontrollably,
and never regret anything that made you smile.
Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn't do than by the ones you did.
So throw off the bowlines.
Sail away from the safe harbor.
Catch the trade winds in your sails.
Explore.
Dream.
Discover.
Mark Twain
"Die Welt ist ein Buch, und wer nicht reist, liest davon nicht eine einzige Seite" ~
Augustinus Aurelius
„Es gibt keine bessere Möglichkeit, sich der eigenen Dummheit zu vergewissern, als zu schreiben.“
Roger Willemsen auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2012
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