Freitag, 26. Juni 2026

Nachschlagzeile: Alternde Gesellschaft

 "Die alternde Gesellschaft ist keine Lustpartie"

3. Juni 1995, FAZ

13 Kommentare:

Benjamin Franklin hat gesagt…

„Der unzufriedene Mensch findet keinen bequemen Stuhl“.

Besserwisser hat gesagt…

Es ist ein Zeichen des beginnenden Alters, wenn man auf einmal Lust kriegt, Bücher wieder zu lesen, die man schon kennt. Noch einen Schritt näher an das Grab, und man liest überhaupt nur noch Bücher, die man schon kennt.
Hermann Bahr (1863 - 1934), österreichischer Schriftsteller, Dramatiker sowie Theater- und Literaturkritiker

Edgar Allan Poe hat gesagt…

Die Menschen pflegen von den Erlebnissen der frühen Jugend im reiferen Alter keine deutlichen Vorstellungen zu bewahren. Alles ist grauer Dunst, schwaches und flatterhaftes Erinnern, blindes Tasten nach entschwundenen Gefühlen, wenig Lust und viel eingebildete Schmerzen.

Ferdinand von Saar hat gesagt…

Alter

Das aber ist des Alters Schöne,
daß es die Saiten reiner stimmt,
daß es der Lust die grellen Töne,
dem Schmerz den herbsten Stachel nimmt.

Ermessen läßt sich und verstehen
die eigne mit der fremden Schuld,
und wie auch rings die Dinge gehen,
du lernst dich fassen in Geduld.

Die Ruhe kommt erfüllten Strebens,
es schwindet des verfehlten Pein -
und also wird der Rest des Lebens
ein sanftes Rückerinnern sein.

Ferdinand von Saar (1833 - 1906), Ferdinand Ludwig Adam von Saar, österreichischer Schriftsteller, Novellist, Lyriker und Dramatiker

Rainer Maria Rilke hat gesagt…

Imaginärer Lebenslauf

Erst eine Kindheit, grenzenlos und ohne
Verzicht und Ziel. O unbewußte Lust.
Auf einmal Schrecken, Schranken, Schule, Frohne
und Absturz in Versuchung und Verlust.

Trotz. Der Gebogene wird selber Bieger
und rächt sich an anderen, daß er erlag.
Geliebt, gefürchtet, Retter, Ringer, Sieger
und Überwinder, Schlag auf Schlag.

Und dann allein im Weiten, Leichten, Kalten.
Doch tief in der errichteten Gestalt
ein Atemholen nach dem Ersten, Alten …

Da stürzte Gott aus seinem Hinterhalt.

Analüst hat gesagt…

Gebet eines älter werdenden Menschen
(Old Nun's Prayer)

O Gott, Du weißt besser als ich,
daß ich von Tag zu Tag älter und eines Tages
alt sein werde.
Bewahre mich vor der Einbildung
bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema
etwas sagen zu müssen.

Erlöse mich von der Leidenschaft,
die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.
Lehre mich, nachdenklich, aber nicht grüblerisch,
Hilfreich, aber nicht diktatorisch zu sein.
Bei meiner ungeheuren Ansammlung von
Weisheit erscheint es mir ja schade,
sie nicht weiterzugeben – aber Du verstehst
o Gott,
daß ich mir ein paar Freundinnen erhalten möchte.

Bewahre mich vor Aufzählung endloser
Einzelheiten und
verleihe mir Schwingen, zur Pointe zu gelangen.

Lehre mich schweigen über meine Krankheiten
und Beschwerden.
Sie nehmen zu – und die Lust, sie zu beschreiben,
wächst von Jahr zu Jahr.

Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir die
Krankheitsschilderungen anderer mit Freuden
anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu
ertragen.
Lehre mich die wunderbare Weisheit, daß
ich mich irren kann.

Erhalte mich so liebenswert wie möglich.
Ich möchte keine Heilige sein – mit ihnen lebt
es sich so schwer – aber eine alte Griesgrämin
ist das Krönungswerk des Teufels.

Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete
Talente zu entdecken, und verleihe mir,
o Gott, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.

Das Gebet stammt vermutlich aus dem englischen Sprachraum des 17. Jahrhunderts, wird jedoch auch Teresa von Avila zugeschrieben.

Anonym hat gesagt…

Was man nicht einfach sagen darf, darf man auch nicht einfach verschweigen.
Stanislav Lec
polnischer Schriftsteller und Aphoristiker

Anonym hat gesagt…

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen. 
G. Orwell

Anonym hat gesagt…

Kühn ist das Mühen. Herrlich der Lohn.
Berlioz
Fausts Verdammnis

Besserwisser hat gesagt…

Doppelt gemoppelt hält besser – sowohl beim sagen als auch beim Schweigen

Anonym hat gesagt…

In Europa hassen alle die EU und die Deutschen. Es wäre gut, wenn die Deutschen das wüssten.
Marie Rotkopf, Franz. Schriftstellerin

Besserwisser hat gesagt…

Frau Rotkopf scheint etwas schräg zu denken, denn die Deutschen hassen sich nicht allesamt selbst. Ich jedenfalls nicht. Sie sollte – gerade als Schriftstellerin – ihre Worte sorgsamer wählen.

Anonym hat gesagt…

.... wie geht doppelt Schweigen?