Samstag, 12. Januar 2013

IBM splittet die Service-Sparte


Nach 36 Jahren IBM geht Michael E. Daniels Ende März in Rente. Der Chef der Dienstleistungssparte erhält gleich zwei Nachfolger, da IBM diesen Bereich aufteilt. Ab sofort verantwortet der Schweizer Erich Clementi das Outsourcing, während Bridget van Kralingen die Beratungssparte und das Projektgeschäft leitet. Beide berichten direkt an IBM-Chefin Virginia Rometty.
Clementi (54) arbeitet seit 1984 für IBM und war zuletzt Senior Vice President for IBM Global Technology Services (GTS). Bridget van Kralingen (49) gilt als Shooting-Star unter den Topmanagern der IBM; Rometty hatte sie mit einer ihrer ersten Amtshandlungen als neuer CEO erst Anfang 2012 zum Senior Vice President für IBM Global Business Services befördert.

Hanas virtueller Vorgänger: die Data Engine...

... war Zentralpunkt einer Vision, die IBM vor 25 Jahren - im Februar 1988 - mit der Vorstellung der Enterprise Systems Architecture (ESA) im Sinn hatte. Mancher erinnert sich an den aus Halbleitern bestehenden Erweiterungsspeicher, der - wenn ich mich recht entsinne - den Hauptspeicher entlasten sollte, bevor die Kanäle auf die Platten zugriffen.
Journalyse-Quelle: Raimund Vollmer, Mythos IBM, Band III, Reutlingen 1989: "Die Zähmung des Speichermonsters"

100 Dollar für eine Email an Mark Zuckerberg...

... sind zu zu zahlen, wer nicht möchte, dass seine Botschaft an den Gründer von Facebook in dessen Spam-Ordner landet. So läuft ein Experiment, das jetzt die Mutter aller Social Media aufgesetzt hat. Wir finden diese Idee großartig - bloß umgekehrt: Wer ein Spam an uns schickt, muss 100 Euro zahlen...

Freitag, 11. Januar 2013

Hana - oder die vergessene Idee der IT



Es ist jetzt 40 Jahre her, dass IBM den größten Engpass der Mainframes, die Verfügbarkeit von Hauptspeicher, durch die Einführung des Virtuellen Speichers behob. Es ist sogar noch länger her, dass ein gewisser John von Neumann - das war 1944 - die geniale Idee hatte, dass Programm und Daten Platz im selben  Speicher haben sollten. Und wir müssen ins 19. Jahrhundert gucken, zu Charles Babbage, der das alles schon in der Grundarchitektur seiner (an der Technik seiner Zeit gescheiterten) Systeme vorhersah. Ich weiß noch, dass man vor dreißig Jahren davon träumte, Systeme zu bauen, die überhaupt nicht mehr unter einen Mangel an verfügbaren Halbleiterspeichern leiden müssten. Die  große Hoffnung waren damals die Bubble-Speicher. Aber der Traum zerplatzte wie alle Blasen. Das änderte aber nichts daran, dass der Preisverfall bei den Speicherbausteinen immense Fortschritte machte. Bloß der Traum wollte nicht zurückkehren. Das ist es, was uns stutzig machen sollte.
Denn nun kommt SAP daher und erzählt uns großspurig davon, dass sie etwas getan hat, von dem man eigentlich annehmen muss, dass es schon längst hätte getan werden müssen. Vor vierzig Jahren kostete ein Megabyte Hauptspeicher eine Million Dollar, heute kann man den Preis noch nicht einmal in den Kommastellen eines Cents richtig ausrechnen. Es interessiert auch niemanden mehr.
Es gab eine Zeit, da war die SAP hochgradig verunsichert. Sie war gerade an die Börse gegangen - ausgerechnet in einer Phase, in der sich der Markt von den Mainframes, den klassischen Datenschaufelmaschinen, abzuwenden suchte und das Heil in heute längst vergessenen Software-Abwicklungs-Programmen wie Client/Server suchte. Ich durfte damals, als die SAP noch mit unbedeutenden Journalisten sprach, mit den ganz hohen Herren dieses Softwarehauses reden. Mit einer Erinnerung aus diesem Gespräch bin ich nach Hause gegangen: Eigentlich waren "Die Vier von der Denkstelle" (Manager Magazin) Mainframer. Und zwar durch & durch. Als dann R/3 kam, war ich etwas irritiert - aber einer Lokomotive stellt man sich nicht in den Weg. Außerdem schuf Client/Server Millionen von Arbeitsplätze in der ganzen Welt. SAP wurde ein Weltunternehmen, so groß und so mächtig, dass man wirklich befürchten musste, dass die Welt der IT bald nur noch aus Buchhaltung bestehen würde, ERPsenzähler überall.
Doch ein Mann namens Hasso erinnerte sich an den zerplatzten Traum vom Rechner, der sich aus dem schnellen Hauptspeicher ernährt. Und er tat das, was eigentlich die IBM hätte tun müssen. Sie war die Erfinderin des Mainframes. Von ihr kam in den siebziger Jahren der Speicherchip. Sie war 1969 die Erfinderin des Relationenmodells, dem Urmuster der Relationalen Datenbanken. Aber Big Blue fand einen Weg, dem eigenen technischen Fortschritt auszuweichen. Sie hat diesen Weg seitdem nicht mehr verlassen. 
So musste Hasso kommen und den Mainframe neu erfinden. Nicht Oracle ist der Gegner von SAP, sondern IBM ist das Unternehmen, das vorgeführt wird. Dafür verwettet Hasso bestimmt seinen blanken Hintern...

IPOs 2012: 81 Technologie-Firmen gingen an die Börse...

... und erzielten (wohl ohne Facebook) einen Börsenwert von insgesamt  29.3 Milliarden Dollar, dreimal mehr als 2008, meint Dealogic.
Doch seit dem Börsengang von Facebook habe es im Internet-Sektor keinen nennenswerten IPO mehr gegeben, behauptet das Wall Street Journal. Schlimmer noch: "Die Facebook-Ära ist vorbei", titelt das Blatt. "Wir warten auf die nächste große Idee." Und darauf setzen wohl auch die Risikokapitlaisten, die 2012 rund 20 Milliarden Dollar an frischen Kapital einsammelten, das nun in Startups investiert werden wollen. Da weder die Börse die IPOs junger Technologiefirmen honoriert, noch die Firmenwelt durch Aufkäufe solcher Innovationsschmieden das Unternehmertum würdigt, schauen alle ziemlich ratlos in das neue Jahr. 877 Milliarden Dollar wurden noch 2010 für Mergers & Acquisitions ausgegeben, 2012 waren es nur noch 780 Milliarden Dollar, sagt Dealogic. Und das Wall Street Journal kommentiert: "In den letzten 20 Jahren sahen wir die Spitzen von vier separate Hightech-Blasen (1995, 2000, 2007 und 2012). Und es wird eine weitere geben. Und es muss noch nicht einmal sein, dass diese wirklich funktioniert. Wir müssen nur in der Lage sein, uns davon euphorisieren zu lassen."

Fundsache: Was wir nicht verstehen

»Es geschehen außerordentlich positive Dinge um uns herum. Aber die Art und Weise, wie wir leben und miteinander interagieren ändert sich zugleich in einer Form, die wir schlichtweg nicht verstehen.«
 Ben Horowitz, Venture Capitalist, in einem Video der New York Time, gefunden bei All Things D

Donnerstag, 10. Januar 2013

Iran und der unerklärte Cyberkrieg: Attacken gegen US-Banken...

... laufen derzeit mit dem Ziel, die Online-Geschäfte der amerikanischen Geldinstiture zu stören. Was Stuxnet und Flame im Iran angerichtet haben, will nun das Land mit Gegenattacken beantworten. Dabei seien offensichtlich Cloud-Services besonders hilfreich, deren Systeme die iranische Regierung - sie wird einem Bericht der New York Times zufolge als die eigentliche Macht identifiziert - nutzen lässt, um die Netze von Banken unter einer inszenierten Flut von Massenanfragen zusammenbrechen zu lassen (Distributed Denial of Service, DDoS). Dabei scheinen die Angreifer die Clouds von Anbiezern wie Amazon und Google, aber auch von kleineren Mitspielern zu infiltrieren, um deren riesigen Datacenters als Feuerwaffen gegen die Banken einzusetzen. Die betroffenen Institute sind die Bank of America, Citigroup, Wells Fargo, U.S. Bancorp, PNC, Capital One, Fifth Third Bank, BB&T und HSBC.Und anderem werden die Angriffe damit begründet, dass im Internet ein Anti-Mohamed-Video gezeigt werde. Erst wenn dieses Video entfernt worden sei, würden die Angriffe aufhören. Solche Aussagen, die von relogiös motivierten Bekennergruppen kommen, verwischen natürlich den Eindruck, dass dahinter die iranische Regierung stünde. Dennoch sieht Aöö Things D in diesen Angriffen eine Antwort auf Stuxnet und Flame, mit denen die USA und Israel das Atombombenprogramm des Irans sabotieren wollten. Wie immer in einem Krieg, so auch in einem Cyber War, weiß am Ende niemand mehr, wer eigentlich wofür und seit wann verantwortlich ist. Die Wahrheit stirbt zuerst...
Journalyse-Quelle: All Things D

Diese Frage muss endlich auf den Tisch!!!!

»What Is It—a Tablet or a Table?« 
So titelt das Wall Street Journal, nachdem Lenovo nun sein "IdeaCentre Horizon Tablet PC" auf der CES angekündigt hat. Wir berichteten. Der 27-Zöller kann in der Tat nicht nur von einem, sondern von mehreren Benutzern gleichzeitig genutzt werden - ideal als Spielfläche. Kurzum: bei den Endgeräten ist zur Zeit eine Menge Bewegung drin. Wir sind offensichtlich im selben Zyklus wie vor 30 Jahren, als der PC die Welt eroberte und eine bis dahin nicht gekannte Vielfalt in die IT-Welt hineinbrachte. 

Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 9.1.2013:What Is It—a Tablet or a Table?

 

Deutsche Bank holte 2008 eine halbe Euro-Milliarde Profit aus LIBOR-Wetten...

... heißt es in einem aktuellen Bericht des Wall Street Journals. Ein früherer Mitarbeiter der "Skandalkbank" (Der Spiegel) soll entsprechende Dokumente an Regulierungsbehörden, die die Libor-Manupulationen untersuchen, übergeben haben. Die Materialien sagen allerdings nichts darüber aus, ob das, was die Deutsche Bank an Wetten auf den Libor gesetzt hat, illegal war oder nicht, sondern ehr darüber, dass die Bank gewaltige Risiken eingegangen sei, um bei diesen Wetten auf den Zinssatz im Interbankenverkehr zu gewinnen.
Um darzustellen, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist, führt die Deutsche Bank momentan ein intensive Eigenuntersuchung der Vorgänge im Lehman-Pleiten-Jahr 2008 durch. Dabei gehen die Recherchen weit über die Analyse der internen Emails hinaus, heißt es. Auch elektronische Botschaften von Kunden und Partnern werden genauestens auf illegale Absprachen hin untersucht.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 9.1.2013: Bank Made Huge Bet, and Profit, on Libor

Intels reale Vision: Der Tablettop

Er sieht aus wie ein Laptop, er funktioniert wie ein Laptop, er riecht wie ein Laptop - aber nun kommt der Clou: Er ist ein Tablet. So jedenfalls lässt sich Intels Vision von einem Ultra-Laptop beschreiben. Die Idee, die in den kommenden Monaten realisiert sein wird, hat schon etwas bestechendes. Aus dem Laptop der dünnsten Art lässt sich nach Bedarf ein Tablet herausschälen, das dann Dank seiner leistungsfähigen Akkus zehn Stunden lang ein Eigenleben führen kann. Wieder in den Laptop versunken und mit dem Stromnetz verbunden, lädt sich das Tablettchen auf, während man den Laptop ganz normal nutzen kann. Da der Laptop zudem mit eigenen Batterien ausgestattet ist, lässt sich dieser übrigens insgesamt 13 Stunden lang stromnetzfrei betreiben. Aber das ist nur der Anfang der Renaissance unserer Desktops und deren Derivate. So ganz kampflos wollen die Intels und Dells dieser Welt nicht das Feld den Apples und Androids überlassen.Ja, in den nächsten 18 Monaten würden mehr Innovationen aus der PC-Ecke auf uns zurollen als in den vergangenen 18 Jahren.
Journalyse-Quelle: Computerworld, 9.1.2012: Intel says more PC innovation now than in 18 years

Zitat des Tages: IT und Produktivität

»Das National Bureau of Economic Research führte 1999 eine Untersuchung durch, bei der sich herausstellt, dass gerade in Branchen, die am offensichtlichsten von der IT-Transformation betroffen waren, eher langsames Produktivitätswachstum, wenn nicht sogar Stillstand stattgefunden hat.«
Dietmar Dath, FAZ, 8.1.2013: "Was heißt hier Herstellung?" (Feuilleton)

Mittwoch, 9. Januar 2013

60 Millionen Windows 8 verkauft...

... meldet das Unternehmen. Damit sei Windows 8 etwa genau so gut angelaufen wie Windows 7. Und die wahren Renner würden ja noch kommen, wenn die Tablets auf den Markt strömen, die das neue Betriebssystem aus dem Hause Microsoft unterstützen.