Montag, 9. Januar 2017

1980-2017: Spiel es noch einmal, Sam! Von Ronald zu Donald!

So sah das Titelbild von Business Week 1980 aus. Damals machte sich gerade der große Kommunikator auf, ins Amt zu kommen. Er wurde 1980 gewählt. Jetzt ist es der große Twitterhetor, der auftrumpt....
Jourmalyse-Quelle: Archiv Raimund Vollmer

Samstag, 7. Januar 2017

WiederentDECkt: die Nummer 2 der IT vor 30 Jahren

Wer Kenneth Olsen war, das wusste 1987 noch jeder in der IT-Szene. 
Journalyse-Quelle: Raimund Vollmer

Freitag, 6. Januar 2017

IBM 1992: Niemand hat die Absicht, das Werk Sindelfingen zu schließen

Elf Jahre später war nach einer fürchterlichen Odyssee das einstige "schwäbische Silicon Valley" am Ende.
Journalyse-Quelle: Archiv Raimund Vollmer

Sonntag, 1. Januar 2017

Das Silicon Valley und der Narzissmus

Über Claus Kleber und seine Reportage aus dem Silicon Valley

Hier ist der URL-Sprung des Films

Natürlich ist der Film von Claus Kleber phantastisch. Du sitzt an Deinem Rechner und schaust die wunderschönen Bilder, die beeindruckenden Gespräche mit Helden und Anti-Helden. Und immer wieder dieser wohl angestimmte Dialog zwischen Wort und Bild. Du bist hingerissen von dem unglaublichen Optimismus, von den elegant und suggestiv formulierten Texten, mit denen der Fernsehjournalist das Geschehen begleitet - und je mehr Du Dich hineinbegibst in das Tal der Talente und Träume, in das Silicon Valley des Claus Kleber, desto fremdartiger kommt Dir alles vor. Nicht dass dort irgendein Gedanke drin ist, der wirklich neu ist, nicht eine der Technologien entsteht hier, von der die Menschen der Science und der Fiction nicht schon vor 30,50, 70 Jahren geträumt oder philosophiert hätten, es ist alles bekannt. Es erstaunt Dich vielmehr mit welcher Arroganz diese "Erfinder" den Eindruck vermitteln, das sei alles neu. Und sie seien die Macher. Das bringen sie mit einer Überzeugungskraft rüber, vor der Du anfängst, Dich zu fürchten, zu ängstigen, Dich absolut als nichtsnutzig, als Spielball der Mächtigen zu sehen. Wir werden in eine Welt aufbrechen, auf die wir nicht vorbereitet seien, heißt es. Und dann, nachdem der Fern-Seh-Journalist alle Register seiner beachtlichen Kunst gezogen hat, kommst Du zu dem Schluss: Irgendetwas ist verdammt falsch an diesem Spektakel einer erstklassigen Zukunfts-Reportage. Es ist nicht diese lächelnde Überheblichkeit der Interviewpartner, die nichts gemein haben mit den wahren Pionieren der neuen Ära, mit einem Charles Babbage, mit einem Alan Turing, mit einem Konrad Zuse, mit einer Grace Hopper, schon gar nicht mit den Vätern des Silicon Valley, mit Frederik Terman, mit Dave Hewlett und William Packard, mit Robert Noyce oder Gordon Moore, auch nicht mit einem Steve Jobs, dem sie in Gestus und Kleidung nachzueifern versuchen. Es sind erstklassige Narzissten, die sich an sich selbst berauschen, wenn wir sie bejubeln - wie zum Beispiel in dieser und durch diese Reportage, die uns natürlich dazu verführen soll, nun auch die Gallionsfigur der Reportage, Claus Kleber, zu bejubeln. 

In Tübingen, wo Claus Kleber Honorarprofessor ist, tat man das jüngst mit einer Podiumsdiskussion, deren Aussagen vor 30 Jahren sensationell gewesen wären. Da waren die meisten der Leute im Publikum noch gar nicht geboren. Woher sollen sie also wissen, dass da über Themen und in Argumenten geredet wurden, die sich kaum von denen vor 30, 50 oder 70 Jahren unterschieden? Eine öde Diskussion, die einmal mehr das bestätigte, was der gute, alte Cyril Northcote Parkinson mal als eines seiner Gesetze bezeichnet hatte: "Das Hauptprodukt einer automatisierten Welt ist ausgedehnter und tiefer Stumpfsinn." Das gilt noch mehr für die gesteigerte Form, für die digitalisierte Welt. Claus Kleber hat sich unendlich bemüht, diesen Stumpfsinn zu verdrängen - mit atemberaubenden Bildern und wohltönenden Worten. Aber weder in seinem Film, noch auf dem Podium der Tübinger Diskussionsrunde fiel ein einziges Wort über diejenigen, die all diese Ideen mal in die Welt gesetzt haben - mit unendlicher Anschaulichkeit, mit unglaublicher Realitätsnähe und beispielhafter Kraft. Kein Wort über diese vielen Autoren, die seit mehr als 100 Jahren die Welt beschreiben, zu der das Silicon Valley der Moses ins Gelobte Land sein soll. Eine solche Referenz würden diese Narzissten des technischen Fortschritts niemals dulden. Und so wird auch die Anfangsgeschichte des Silicon Valley komplett ignoriert, in der ein einziger Professor sich aufmachte, den Brain-Drain seiner Heimat zu stoppen. Mit vollkommener Selbstlosigkeit. Kein Wort über Frederick Terman (oder habe ich da etwas übersehen, überhört?) Wahrscheinlich ist der den Protagonisten der Show völlig unbekannt. Denn in Wahrheit himmeln sie ja auch das an, was sie fürchten, sonnen sich im Glanz derer (wobei an die ganz, ganz oben ist Claus Kleber gar nicht rangekommen), die alle Macht über unsere Zukunft zu haben scheinen. Und dann, als Du Dich daran erinnerst, dass die Hauptzielgruppe der Diskussion und des Films Menschen sind, die in und von diesen dargestellten Technologie leben werden, fällt Dir ein, dass es ähnlich rasante Reportagen von 30 Jahren gab: Da war Japan die Kulisse für spektakuläre Selbstinszentierungen des deutschen Fensehens. Da hatte man auch vor der Übermacht des fernöstlichen Landes gewarnt. Da warst Du selber (fast noch) so jung, wie die Leute jetzt im Tübinger Auditorium. Du hast das auch alles geglaubt. Aber Japan ist heute weit davon entfernt, uns in Angst und Schrecken zu versetzen. Als Du noch Kind warst, faszinierte ein Peter von Zahn mit seinen Berichten über die USA das Millionenpublikum des Deutschen Fernsehens. Anschließend versank das Land der unbegrenzten Möglichkeiten im Elend von Vietnam, Ölkrise und Stillstand. Und insofern werde ich mir den Film von Claus Kleber, der übrigens aus der Stadt meiner Wahlheimat stammt, aus Reutlingen, merken.
Was leider in dem Film unerwähnt bleibt, ist, die unglaubliche Fähigkeit des Silicon Valley zur Transformation - bei der die Großen und Mächtigen von gestern immer wieder in die Bedeutungslosigkeit verschwanden. Das wäre meines Erachtens eine wichtige Botschaft gewesen für all die jungen Menschen, die heute die Facebooks und Apples, die Googles und Start-Ups bewundern.
Ach ja, Fabelwesen wie die Einhörner kamen auch im Film vor. Wäre interessant gewesen zu erfahren, mit welchen Tricks diese Start-Ups zu ihren Milliardenbewertungen kommen. Aber das sind die Geheimnisse, die man besser nicht weiß, wenn man selbst diesen Traum vom grenzenlosen Reichtum träumen möchte.
Raimund Vollmer



Donnerstag, 10. November 2016

BIG DATA - endgültig niedergetrumpelt!!!

Wenn offenbar keine der Wahlprognosen einen Sieg von Donald Trump für möglich hielt, dann muss man sich fragen, fallen wir zurück in die Steinzeit der Datenverarbeitung? Denn sogar die Röhren der 50er Jahre waren besser als die Superchips des 21. Jahrhunderts.  1952 hatte der Sender CBS erstmals eine Univac I eingesetzt, um eine Wahlprognose abzugeben. Und die Journalisten trauten ihren Augen nicht, als der Rechner - entgegen allen Umfrageergebnissen - einen erdrutschartigen Sieg für den republikanischen Kandidaten General Dwight D. Eisenhower berechnete. 438 Wahlmännerstimmen würde er bekommen, sein demopkratischer Gegenspieler nur 93. Das Ergebnis war so sensationell, dass der Sender erst gar nicht mit dieser Prognose des "Elektronengehirn" herausrücken wollte. Am Ende der Wahlnacht waren es dann im amtlichen Endergebnis 442 zu 89. Die Abweichung zur Prognose war geringer als ein Prozent.
Computer halfen auch 1960 dem katholischen Kandidaten John F. Kennedy im protestantischen Amerika zum Wahlsieg. Sie hatten dem Underdog Kennedy genau gesagt, mit welchen Aussagen und in welcher Form er die Wähler hinter sich bekommen würde. So empfahlen sie ihm, ganz offen mit seiner katholischen Herkunft umzugehen. Kennedy machte genau das, was der neue Präsident der Vereinigten Staaten in seinem Wahlkampf getan hatte: er kalkulierte die Gefühle der Menschen - und er hatte mit Abstand die intelligenteren Spin-Doktoren auf seiner Seite. Das muss man neidlos anerkennen. Big Data allein ist keine Lösung, vielleicht sogar das Problem. Am Ende muss über allem die richtige, die kreative Strategie stehen. Wer die nicht besitzt, läuft in seine eigenen Datenfallen. Oder?

Mittwoch, 9. November 2016

Independence Day: USA erklären die Unabhängigkeit der USA von den USA...

Kommentar
Wird aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten nun das Land der unberechenbaren Möglichkeiten? Was uns in Europa schon bei Barack Obama schwerfiel zu begreifen, ist, dass der Wahlkampf nicht für uns gemacht wird, sondern für die Amerikaner. Und die verschwenden bei ihrer Wahl auch nicht einen einzigen Gedanken darüber, was wir hier in der Alten Welt über sie in der Neuen Welt denken. Nun stehen wir da mit all unseren Entrüstungen - wie 1983, als Ronald Reagan die Sowjetunion zum "Reich des Bösen" erklärte und wir uns über ihn lustig machten (ich gehörte auch dazu). Das "Reich des Bösen" - so haben sie gewählt - ist jetzt dieses Washington, das immer selbstgefälliger wurde seit dem Ende der Amtszeit von Reagan. Von der Arroganz der Macht möchten sie sich lossagen. Und Trump hat dieses Bedürfnis befriedigt. Das ist die neue Unabhängigkeitserklärung, die ja auch eine Loslösung von einem ancien regime gewesen ist. Das war zwar damals ein paar tausend Seemeilen entfernt, also unser Europa, aber wahrscheinlich war den Amerikanern nun Washington auch zu weit entfernt...
Wäre ich Amerikaner, hätte ich Herrn Trump nicht gewählt. Aber Frau Clinton wäre deswegen noch lange nicht meine erste Wahl gewesen. Ich bin froh, dass ich kein Amerikaner bin.
Raimund Vollmer

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Zitat des Tages: Das Elektroauto 1970, Bosch und der Richterspruch - eine kleine Assoziationskette

1970: »Jahre sind vergangen, seit wir mit dem Bosch-Elektroauto durch Stuttgarts Straßen fuhren, und noch immer gibt es kein serienreifes Fahrzeug dieser Art.«
Die Zeitschrift Hobby in ihrer Ausgabe vom 16. September 1970

Hätte Bosch doch VW  das Elektro-Auto geliefert, es wäre besser angelegtes Geld als...

Montag, 24. Oktober 2016

Rück-Click: Warum AT&T Time-Warner kaufen möchte




1994: »Seit dem Zweiten Weltkrieg hat das Militär die Fortschritte in der Technologie angetrieben. Nun sehen wir, dass diese Rolle von der Unterhaltungsindustrie übernommen wird.«

Ed McCracken, CE0 von Slicon Graphics

2002: »Als Napster seine Dienste einstellen musste, verschwand auch die Nachfrage nach Breitbandverkabelung.«

Robert Murdoch, Verleger

1994: »In einer Hierarchie bestimmt der Titel darüber, welche Macht Du hast. In einem Netz sind es die Menschen, die Du kennst.«
Paul Saffo, Institute of the Future in Menlo Park (Kalifornien)

2000: »Das Internet ist ein Null-Umsatz-Geschäft für traditionelle Medienfirmen.«

Jupiter, Internet consultancy

Sonntag, 4. September 2016

Windows 10 - Nun fange ich an, Microsoft zu hassen...

(Kommentar) ... denn diese Software ist in jeder Beziehung kontraproduktiv. Alles, was ich früher einigermaßen intuitiv gemacht habe, wird nun durch weitere Clicks irritiert, ich verliere die Konzentration und beschäftige mich mehr damit, wie Microsoft funktioniert als damit, was ich eigentlich tun wollte. Es ist das mit Abstand schlechteste Produkt, das ich in 30 Jahren Erfahrung mit Microsoft benutzt habe. Dies Produkt wurde von Leuten entwickelt, die offensichtlich die Aufgabe hatten, eine komplette Selbstbezüglichkeit auf ihren Arbeitgeber herzustellen. Und nun sollen wir uns in der Cloud diesen Typen komplett ausliefern?
Es wird Zeit, dass in der IT endlich der große Bruch vollzogen wird. Im Netz. In der Software. Im Service. Diesen Leuten, die momentan das Netz zu beherrschen versuchen, können wir unsere Zukunft nicht anvertrauen. Sie sind schlichtweg unfähig.
Ein bislang sehr geduldiger User.
Raimund Vollmer