Mittwoch, 18. März 2015
Was uns an der IT nervt, wollte das Wall Street Journal wissen...
... und bekam Hunderte von Antworten wie zum Beispiel:
"Warten auf Windows. Ob es nun ein Neustart ist oder eine Aktualisierung, Windows läßt Dich warten. Meine Zeit kostet auch Geld, aber Microsoft scheint das nicht zu verstehen." (Stimmt)
"Warum hat mein Laptop einen Extraziegel namens Ladegerät? Ich muss es immer mit mir schleppen. Warum ist es nicht in den Laptop integriert..."
"Ich war bis heute nicht in der Lage, mein drahtloses Heimnetzwerk ohne mehrfache technische Unterstützung vom Hersteller des Routers oder des Internet-Providers zu installieren."
"Warten auf Windows. Ob es nun ein Neustart ist oder eine Aktualisierung, Windows läßt Dich warten. Meine Zeit kostet auch Geld, aber Microsoft scheint das nicht zu verstehen." (Stimmt)
"Warum hat mein Laptop einen Extraziegel namens Ladegerät? Ich muss es immer mit mir schleppen. Warum ist es nicht in den Laptop integriert..."
"Ich war bis heute nicht in der Lage, mein drahtloses Heimnetzwerk ohne mehrfache technische Unterstützung vom Hersteller des Routers oder des Internet-Providers zu installieren."
Dienstag, 17. März 2015
Das CeBIT - die CeBIT: Von der Industriemesse zur Massenmesse zur Industriemesse
45 Jahre ist es her, dass Willy Brandt das Centrum für Büro und Informationstechnik eröffnete. Für mich sind es nächstes Jahr 40 Jahre her, dass ich erstmals in der ehedem weltberühmten Halle 1 der Hannover Messe sein durfte. Dienstagsabend war der sogenannte Vorabend. Gefeiert wurde bei der Computer Zeitung. Da trafen sich die Medienfuzzies aus aller Welt, um den neuesten Tratsch bei einem Glas Trollinger auszutauschen. 1970 war auch die Computer Zeitung gegründet worden. Sie ist ebenso verschwunden wie die Halle 1. Oder wie die damals sehr, sehr angesehene Monatspublikation "Online" des von uns allen geschätzten Günther Sandscheper, den es leider auch nicht mehr gibt. Ebenso wenig wie Dieter Eckbauer, den späteren Chefredakteur der Computerwoche, die es immer noch gibt, über deren Inhalte sich aber der streitlustige Dieter Eckbauer mehr ärgern als freuen würde.
Ich weiß noch, wie ich mich in der Halle 1 - so groß wie ein oder auch zwei Fußballfelder - verirrt habe, nicht mehr wusste, wo Nord, Ost, Süd, West ist. Dabei war die CeBIT (wie bald alle sagten) stets im Norden des riesigen Messegeländes, auf dem man draußen riesige Kräne und Nutzfahrzeuge, Röhren und andere Ungetümer bewundern konnte. Denn damals war die CeBIT Teil der Industriemesse, der größten Leistungsschau der Welt. Und die Computerfirmen, die in den sienbziger Jahren noch Olivetti hießen, Honeywell-Bull, Sperry-Univac, Burroughs, Taylorix oder Kienzler hießen, waren stolz darauf als ebenbürtige Partner des Industrieadels angesehen zu werden. Über allem stand nicht etwa IBM, das war ja ein Trappistenkloster wie heute Google oder Apple, sondern Heinz Nixorf mit seiner Nixdorf Computer AG. Mittwochmorgens hielt er das Hochamt der Messe, genannt Bilanzpressekonferenz. Wer meinte, dass irgendein Ausländer oder Inländer aus Politik oder Wirtschaft mit seiner Eröffnungsrede das Thema der Messe bestimmen würde, der irrte sich gewaltig. Das war Heinz Nixdorf, der in einzigartiger Manier auf Politik und Wirtschaft einhieb, für seinen Mut bewundert wurde und stets mit Großaufträgen aus Politik oder Wirtschaft belohnt wurde. Später hat dann ein gewisser Hans-Olaf Henkel versucht, in die Fußstapfen des Meisters zu treten, aber so ganz ist ihm dies nie gelungen. Er war halt ein Angestellter, ein Manager. Klaus Luft, der Nachfolger von Heinz Nixdorf, war nur die Untertitelfassung, nicht mehr das Original.
Auf jeden Fall meinte die CeBIT, dass sie nun selbst groß sei und verwandelte sich zehn Jahre nach meinem Erstbesuch von einer Halle in eine eigenständige Messe, die vier Wochen vor der Industriemesse stattfand, aber ihr eigenes Thema verloren hatte. Vielleicht war das auch der Grund, warum er keinen Heinz Nixdorf mehr gab. Nach dessen Tod erlebte sie zwar Zeiten, in denen die Menschen in Massen nach Hannover kamen und aus der Industriemesse ein Consumerparadies machten. Die Messe schwankte zwischen Handy und Gameboy. Dazwischen flackerte mal eine Microsoft auf, nachdem Commodore sich verbraucht hatte. Es war die Messe des Glamours und der Games geworden, zu denen Erwachsene keinen Zutritt mehr hatten.
Nun hat sie unter dem Namen Industrie 4.0 zurückgefunden zu ihren Ursprüngen. Möchte man glauben, möchte man meinen. Denn das Internet der Dinge sorgt dafür, dass alles digitalisiert wird. Die IT beherrscht alles. So scheint es zu sein.
Hört man sich derweil an, mit welchen Sprüchen das Management dieser ausstellenden Firmen an die Öffentlichkeit gehen, dann ahnen wir, dass sie weit davon entfernt sind, jene Klasse zu erreichen, die ein Heinz Nixdorf dereinst vorlegte. Die Plattitüden offenbaren auf erschreckende Weise, dass die IT im Prinzip bis heute ohne eine eigene Philosophie ist.
"Dezentralisierung" war das Zauberwort, mit dem Heinz Nixdorf vor 40 Jahren sein Publikum indoktrinierte. Es war gerichtet gegen den Zentralisten "IBM", dahinter stand der Konflikt zwischen Mittelstand, also "dezentral", und Großindustrie, also "zentral". Es war der Krieg der Worte zwischen Nixdorf und IBM.
Wenn man heute der Berichterstattung über die CeBIT folgt, herrscht dort die totale Harmoniesucht. Industrie 4.0 hält die Welt zusammen. Nicht nur, dass das stinklangweilig ist, es ist auch sehr gefährlich: "Harmonie verblödet", heißt es - und lässt das Medieninteresse an der Messe verkümmern. Vergeblich suchen die Journalisten offenbar auf der Messe nach Konfliktstoff. Geradezu läppisch die Aussage, dass die Politik hinterherhinke. Das hat sie schon immer getan. Daran änderte auch nicht die Tatsache, dass 1970 der Bundeskanzler die neue Halle 1 eröffnete.
Raimund Vollmer
Ich weiß noch, wie ich mich in der Halle 1 - so groß wie ein oder auch zwei Fußballfelder - verirrt habe, nicht mehr wusste, wo Nord, Ost, Süd, West ist. Dabei war die CeBIT (wie bald alle sagten) stets im Norden des riesigen Messegeländes, auf dem man draußen riesige Kräne und Nutzfahrzeuge, Röhren und andere Ungetümer bewundern konnte. Denn damals war die CeBIT Teil der Industriemesse, der größten Leistungsschau der Welt. Und die Computerfirmen, die in den sienbziger Jahren noch Olivetti hießen, Honeywell-Bull, Sperry-Univac, Burroughs, Taylorix oder Kienzler hießen, waren stolz darauf als ebenbürtige Partner des Industrieadels angesehen zu werden. Über allem stand nicht etwa IBM, das war ja ein Trappistenkloster wie heute Google oder Apple, sondern Heinz Nixorf mit seiner Nixdorf Computer AG. Mittwochmorgens hielt er das Hochamt der Messe, genannt Bilanzpressekonferenz. Wer meinte, dass irgendein Ausländer oder Inländer aus Politik oder Wirtschaft mit seiner Eröffnungsrede das Thema der Messe bestimmen würde, der irrte sich gewaltig. Das war Heinz Nixdorf, der in einzigartiger Manier auf Politik und Wirtschaft einhieb, für seinen Mut bewundert wurde und stets mit Großaufträgen aus Politik oder Wirtschaft belohnt wurde. Später hat dann ein gewisser Hans-Olaf Henkel versucht, in die Fußstapfen des Meisters zu treten, aber so ganz ist ihm dies nie gelungen. Er war halt ein Angestellter, ein Manager. Klaus Luft, der Nachfolger von Heinz Nixdorf, war nur die Untertitelfassung, nicht mehr das Original.
Auf jeden Fall meinte die CeBIT, dass sie nun selbst groß sei und verwandelte sich zehn Jahre nach meinem Erstbesuch von einer Halle in eine eigenständige Messe, die vier Wochen vor der Industriemesse stattfand, aber ihr eigenes Thema verloren hatte. Vielleicht war das auch der Grund, warum er keinen Heinz Nixdorf mehr gab. Nach dessen Tod erlebte sie zwar Zeiten, in denen die Menschen in Massen nach Hannover kamen und aus der Industriemesse ein Consumerparadies machten. Die Messe schwankte zwischen Handy und Gameboy. Dazwischen flackerte mal eine Microsoft auf, nachdem Commodore sich verbraucht hatte. Es war die Messe des Glamours und der Games geworden, zu denen Erwachsene keinen Zutritt mehr hatten.
Nun hat sie unter dem Namen Industrie 4.0 zurückgefunden zu ihren Ursprüngen. Möchte man glauben, möchte man meinen. Denn das Internet der Dinge sorgt dafür, dass alles digitalisiert wird. Die IT beherrscht alles. So scheint es zu sein.
Hört man sich derweil an, mit welchen Sprüchen das Management dieser ausstellenden Firmen an die Öffentlichkeit gehen, dann ahnen wir, dass sie weit davon entfernt sind, jene Klasse zu erreichen, die ein Heinz Nixdorf dereinst vorlegte. Die Plattitüden offenbaren auf erschreckende Weise, dass die IT im Prinzip bis heute ohne eine eigene Philosophie ist.
"Dezentralisierung" war das Zauberwort, mit dem Heinz Nixdorf vor 40 Jahren sein Publikum indoktrinierte. Es war gerichtet gegen den Zentralisten "IBM", dahinter stand der Konflikt zwischen Mittelstand, also "dezentral", und Großindustrie, also "zentral". Es war der Krieg der Worte zwischen Nixdorf und IBM.
Wenn man heute der Berichterstattung über die CeBIT folgt, herrscht dort die totale Harmoniesucht. Industrie 4.0 hält die Welt zusammen. Nicht nur, dass das stinklangweilig ist, es ist auch sehr gefährlich: "Harmonie verblödet", heißt es - und lässt das Medieninteresse an der Messe verkümmern. Vergeblich suchen die Journalisten offenbar auf der Messe nach Konfliktstoff. Geradezu läppisch die Aussage, dass die Politik hinterherhinke. Das hat sie schon immer getan. Daran änderte auch nicht die Tatsache, dass 1970 der Bundeskanzler die neue Halle 1 eröffnete.
Raimund Vollmer
Mittwoch, 11. März 2015
Cessna Intelligence Agency: Freund hört mit...
(Kommentar) ... wenn in den USA zwei Menschen miteinander smartphonen und über ihnen eine einmotorige Cessna kreist. Diese sind ausgerüstet mit Geräten, die einen Funkturm vortäuschen und somit in der Lage sind, sich in die Kommunikation einzuschalten und zum Beispiel mit einer Genauigkeit von drei Metern die telefonierende Person zu identifizieren. So berichtet das Wall Street Journal.
Für dessen Lesern kommt dies - so zeigt die Mehrheit der Kommentare - der Abschaffung der Menschenrechte gleich. Denn das, was die NSA im Ausland so alles anstellt, um uns abzuhören, ist in den USA gegenüber den eigenen Bürgern nicht so einfach erlaubt. Doch eine Kooperation (eine Heirat, sagen Fachleute) zwischen der Central Intelligence Agency (CIA) und einer Unterorganisation des amerikanischen Justizministerium scheint den Lauschflugangriff zu "legalisieren".
Für dessen Lesern kommt dies - so zeigt die Mehrheit der Kommentare - der Abschaffung der Menschenrechte gleich. Denn das, was die NSA im Ausland so alles anstellt, um uns abzuhören, ist in den USA gegenüber den eigenen Bürgern nicht so einfach erlaubt. Doch eine Kooperation (eine Heirat, sagen Fachleute) zwischen der Central Intelligence Agency (CIA) und einer Unterorganisation des amerikanischen Justizministerium scheint den Lauschflugangriff zu "legalisieren".
Montag, 9. März 2015
Die wiederbelebte Automarke Borgward...
...will nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten die von IBM eingemottete Firmenzentrale des Stararchitekten Eiermann wiederbeleben. Das könnte spannend werden. Hinter der neuen Borgward steht der chinesische Nutzfahrzeughersteller Foton.
Facebook greift YouTube an...
... indem sich das Social Network bereit erklärt, 65 Prozent seiner Werbeeinnahmen mit großen Fernsehkanälen zu teilen. So das Wall Street Journal. Ein anderes Video-Portal, Vessel, geht sogar auf 70 Prozent rauf. Snapchat hat ähnliche Konditionen. Facebook berichtet, dass es täglich drei Milliarden Videoabrufe zählt, ist ein mächtiger Wettbewerber für Google und deren YouTube.
Kommentar. Good Old Media kommt allmählich wieder ins Rennen. Content ist doch wichtig...
Kommentar. Good Old Media kommt allmählich wieder ins Rennen. Content ist doch wichtig...
Die Apple-Story im Wall Street Journal handelt...
... von einer Firma, die im Boomjahr 2000 kaum etwas wert war und allein seit 2005 ihren Wert um 2.652 Prozent gesteigert hat, während der Dow Jones, dessen Mitglied Apple nun werden soll, um 66 Prozent gestiegen ist. So berichtet das Wall Street Journal. Dafür soll nun AT&T weichen, einst ein Monopol und zum Dow Jones zugehörig wie Dick zu Doof. Im Vergleich zu dem sensationellen Aufstieg von Apple wirken Firmen wie Cisco (nur noch 53 Prozent dessen wert, was die Firma im Jahr 2000 hergab), Intel (-25 Prozent), Microsoft (-18 Prozent) oder Oracle (-10 Prozent) wie Looser. Wie es wohl 2030 aussehen wird?
Sonntag, 8. März 2015
Am meisten bewundert: Apple 1, IBM 25...
... so lautet die Rangfolge dieser beiden Firmen in der Liste der weltweit am meisten bewunderten Unternehmen, die alljährlich das Wirtschaftsmagazin Fortune zusammenstellt. Google ist von Platz 2 auf Platz 3 aufgerückt und verdrängte dort Amazon, die auf den vierten Platz zurückfielen. Berkshire Heathaway des Warren Buffets hat sich auf die dritte Position vorgeschoben. Auf Platz 15 taucht das erste europäische Unternehmen auf - BMW. Microsoft sprang um vier Plätze nach oben auf den 20. Rang. Facebook machte zwölf Plätze gut und ist nun 26. unter den 50 am meisten bewunderten Unternehmen der Welt. Intel hat sich um sieben Plätze auf Rang 40 hochgearbeitet. IBM büßte sechs Plätze ein und befindet sich nun an 25. Stelle. Hewlett-Packard wird gar nicht mehr aufgeführt. SAP spielt auch keine Rolle. Volkswagen ist an 26. Stelle - Daimler sucht man vergeblich.
Journalyse-Quelle: Forune, 1.3.2015: "The world's most admired companies"
Journalyse-Quelle: Forune, 1.3.2015: "The world's most admired companies"
Freitag, 6. März 2015
The times they are a changing
Aufstieg in die erste Börse-Liga: Apple verdrängt AT&T aus Dow-Jones-Index. Bleibt die Frage: Wann fliegt IBM?
Dienstag, 3. März 2015
Montag, 2. März 2015
Mark Zuckerberg - der Mann, der Deine Mädchen küsst...
... meint Denis O'Brian, Chefs des Mobilnetzbetreibers Digicel Group. Facebook-Gründer Zuckerberg würde mit seinem Social Network an den Investitionen der Telekoms dieser Welt herumschmarotzen, ohne je dafür einen Pfennig zu bezahlen, sondern im Gegenteil: davon profitieren, dass er ohne zu bezahlen, Werbung im Netz verkaufen kann. Es sei, als würde Mark Zuckerberg zu einer Party kommen, Deinen Champagner saufen, Deine Mädchen küssen, ohne selbst irgendetwas mitzubringen. Facebook versucht mit diversen Initiativen dafür zu sorgen, dass jeder Mensch auf der Welt Teil des digitalen Kosmos werden kann. Bei den Telekoms stößt dies nach Recherchen des Wall Street Journals nicht überall auf Wohlgefallen.
(Kommentar) Die Verärgerung der Telekoms zeigt nur eins: sie haben die Gesetze es Internet immer noch nicht verstanden. Sie führen Schlachten, die sie nicht gewinnen werden - und schon gar nicht gewinnen dürfen. Sie sollten ganz einfach mal über ihr Geschäftsmodell nachdenken. Und zwar sehr, sehr gründlich. Aber dazu fehlt ihnen wahrscheinlich vor lauter Excellerei die Phantasie. /RV)
(Kommentar) Die Verärgerung der Telekoms zeigt nur eins: sie haben die Gesetze es Internet immer noch nicht verstanden. Sie führen Schlachten, die sie nicht gewinnen werden - und schon gar nicht gewinnen dürfen. Sie sollten ganz einfach mal über ihr Geschäftsmodell nachdenken. Und zwar sehr, sehr gründlich. Aber dazu fehlt ihnen wahrscheinlich vor lauter Excellerei die Phantasie. /RV)
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