Die weltweiten Ausgaben für IT und Kommunikationstechnik sollen laut IDC 2015 um 3,8 Prozent auf über 3,8 Billionen Dollar wachsen. Dabei redet IDC viel von der sogenannten dritten Plattform - das ist ein Bündel von nicht näher definierten Technologien wie Cloud, Mobile oder Social. Vages Geschwafel eben, wie es für diese Auguren typisch ist, die sich nicht gerne auf ihre Aussagen von gestern oder gar vorgestern festnageln lassen. Dafür aber umso begehrter sind, den in diesem Blog schon viel gescholtenen Managern für teueres Geld Ratschläge zu vermitteln – und das gute Gefühl, richtige Entscheidungen zu treffen.
IDC meint jetzt: "2015 will be a year of accelerating disruption, based on broadening adoption of the 3rd Platform's cloud, mobile, social, big data, and Internet of Things (IoT) technologies. 2015 will mark the 3rd Platform's shift to the 'innovation stage', with an explosion of innovation and value creation on top of the 3rd Platform's foundation.
Ich hoffe, der geneigte Leser ist nun schlauer. Wenn nicht: Macht nix. Oft kommt es ja so, dass die Auguren nächstes Jahr das glatte Gegenteil von dem behaupten, was sie heute noch von sich geben. Auch das macht aber nix, weil die Manager dann längst eine andere Company aussaugen und an die Wand fahren.
Hier zum Schmunzeln ein typisches Statement vom IDC-Oberguru Frank Gens: "We are shifting into a new gear in the industry's adoption of the 3rd Platform, as cloud, mobile, big data, and the Internet of Things — and an exploding number of solutions built on them — will account for one-third of all IT spending and 100% of IT growth in 2015. Look for lots of vendor consolidation, 'strange bedfellow' partnerships, deathmatch battles for developers (and their apps), expanding cognitive/machine learning and IoT offerings, a growing focus on data supply chains, and skyrocketing influence for China."
Hä? Fast der komplette Zuwachs wird sich also auf die Technologien dieser wie auch immer gearteten 3. Plattform konzentrieren, während die 2. Plattform (Wattndattn??) zum Ende des Jahres voraussichtlich in die Rezession rutscht. Regional betrachtet erwartet IDC in den so genannten Emerging Markets ein Wachstum von 7,1 Prozent auf Jahresbasis, während sich die gesättigten Märkte mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent bescheiden müssen. Immerhin - den letzten Satz habe ich verstanden...
Dienstag, 2. Dezember 2014
Spekulations-Objekt Apple - oder ein Software-Gau an der Börse?
Es gab keine wichtigen Nachrichten zu Apple – und dennoch hat das teuerste Unternehmen der Welt am Montag innerhalb von Minuten rund 40 Milliarden Dollar an Wert verloren. Die Frage ist: Warum? In der Weihnachtszeit ist hier naturgemäß auch viel Spekulatius im Spiel. Allerdings: Selbst wenn hier Unsummen verloren gehen, ist es nur eine prozentuale Schwankung um 6 Prozent. Also vielleicht auch nur ein Ergebnis der harten Arbeit von Rainer Zufall...
Donnerstag, 27. November 2014
Die Google-Hysterie
(Kommentar) Ohne Worte. Über die Resolution des Europaparlamentes, Goggle & Co. notfalls zu zerschlagen, kann ich nur den Kopf schütteln. Raimund Vollmer
Mittwoch, 26. November 2014
Ernüchterung für alle noch verbliebenen Bitcoin-Fans durch Forscher aus Luxemburg
Virtuelles Geld: Benutzeridentität lässt sich viel leichter ermitteln als bisher angenommen
25.11.2014, 13:28
"Die Zukunft lässt sich schwer vorhersagen, doch manche meinen, Bitcoin könnte den Geldverkehr so verändern, wie das Internet die Kommunikation", so Prof. Alex Biryukov, Leiter der Forschungseinheit, die sich an der Universität Luxemburg mit digitaler Währung befasst. "Daher glaube ich, dass es speziell für Luxemburg wichtig ist, die Entwicklung von Bitcoin im Auge zu behalten."
Das Bitcoin-System wird nicht von einer zentralen Instanz verwaltet, sondern von einem Peer-to-Peer-Netzwerk im Internet getragen. Jeder kann sich dem Netzwerk als Benutzer anschließen oder Rechnerkapazitäten zur Abwicklung der Transaktionen zur Verfügung stellen. Im Netzwerk ist die Identität des Benutzers hinter einem verschlüsselten Pseudonym verborgen, das nach Belieben geändert werden kann. Transaktionen werden mit diesem Pseudonym signiert und dem öffentlichen Netzwerk mitgeteilt, wo ihre Authentizität verifiziert wird und die Bitcoins dem neuen Besitzer gutgeschrieben werden.
In ihrer neuen Studie haben Forscher an dem Laboratory of Algorithmics, Cryptology and Security der Universität Luxemburg gezeigt, dass Bitcoin die IP-Adresse des Benutzers nicht schützt und dass sie sich in Echtzeit den Transaktionen des Benutzers zuordnen lässt. Um diese zu ermitteln, würde ein Hacker nur ein paar Computer und etwa €1500 im Monat für Server- und Traffic-Kosten benötigen. Außerdem kann das beliebte Anonymisierungsnetzwerk "Tor" wenig tun, um die Anonymität des Bitcoin-Verkehrs zu gewährleisten, da es sich mühelos blockieren lässt.
Dieser Befund bezieht sich auf die Grundidee, dass die Eingangsknoten von Bitcoin, in die sich der Computer des Benutzers einwählt, um die Transaktion durchzuführen, während der Sitzung des Benutzers einen unverwechselbaren Identifikator bilden. Dieses unverwechselbare Muster lässt sich der IP-Adresse eines Benutzers zuordnen. Zudem können Transaktionen, die während einer Sitzung getätigt wurden, selbst jene, die über nicht verwandte Pseudonyme erfolgen, einander zugeordnet werden. Mit dieser Methode können Hacker bis zu 60 Prozent der IP-Adressen ermitteln, die sich hinter den über das Bitcoin-Netzwerk getätigten Transaktionen verbergen.
"Im Verbund mit früherer Forschung über Transaktionsströme zeigt diese Analyse, dass das Anonymitätsniveau im Bitcoin-Netzwerk recht niedrig ist", erklärt Prof. Alex Biryukov. In dem Beitrag, der kürzlich anlässlich der ACM Conference on Computer and Communications Security vorgelegt wurde, beschreibt das Team auch, wie sich ein solcher Angriff auf die Privatsphäre des Benutzers verhindern lässt. Software-Patches, die von den Forschern geschrieben wurden, werden derzeit mit den Bitcoin-Hauptentwicklern diskutiert.
Die im Jahr 2003 gegründete Universität Luxemburg ist eine mehrsprachige, internationale Forschungsuniversität mit 6200 Studierenden und Mitarbeitern aus der ganzen Welt. Forschungschwerpunkte sind Informatik, Recht und Europarecht, Finanzwissenschaften, Erziehungswissenschaften sowie fachübergreifende Forschung durch das „Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust“ (SnT) in Informations- und Kommunikationstechnologie und das „Luxembourg Centre for Systems Biomedicine“ (LCSB) in System-Biomedizin.
Der vollständige wissenschaftliche Artikel "Deanonymisation of clients in Bitcoin P2P network", wie in “Proceedings of the ACM Conference on Computer and Communications Security" veröffentlicht, kann hier: http://orbilu.uni.lu/handle/10993/18679 eingesehen werden.
Das Bitcoin-System wird nicht von einer zentralen Instanz verwaltet, sondern von einem Peer-to-Peer-Netzwerk im Internet getragen. Jeder kann sich dem Netzwerk als Benutzer anschließen oder Rechnerkapazitäten zur Abwicklung der Transaktionen zur Verfügung stellen. Im Netzwerk ist die Identität des Benutzers hinter einem verschlüsselten Pseudonym verborgen, das nach Belieben geändert werden kann. Transaktionen werden mit diesem Pseudonym signiert und dem öffentlichen Netzwerk mitgeteilt, wo ihre Authentizität verifiziert wird und die Bitcoins dem neuen Besitzer gutgeschrieben werden.
In ihrer neuen Studie haben Forscher an dem Laboratory of Algorithmics, Cryptology and Security der Universität Luxemburg gezeigt, dass Bitcoin die IP-Adresse des Benutzers nicht schützt und dass sie sich in Echtzeit den Transaktionen des Benutzers zuordnen lässt. Um diese zu ermitteln, würde ein Hacker nur ein paar Computer und etwa €1500 im Monat für Server- und Traffic-Kosten benötigen. Außerdem kann das beliebte Anonymisierungsnetzwerk "Tor" wenig tun, um die Anonymität des Bitcoin-Verkehrs zu gewährleisten, da es sich mühelos blockieren lässt.
Dieser Befund bezieht sich auf die Grundidee, dass die Eingangsknoten von Bitcoin, in die sich der Computer des Benutzers einwählt, um die Transaktion durchzuführen, während der Sitzung des Benutzers einen unverwechselbaren Identifikator bilden. Dieses unverwechselbare Muster lässt sich der IP-Adresse eines Benutzers zuordnen. Zudem können Transaktionen, die während einer Sitzung getätigt wurden, selbst jene, die über nicht verwandte Pseudonyme erfolgen, einander zugeordnet werden. Mit dieser Methode können Hacker bis zu 60 Prozent der IP-Adressen ermitteln, die sich hinter den über das Bitcoin-Netzwerk getätigten Transaktionen verbergen.
"Im Verbund mit früherer Forschung über Transaktionsströme zeigt diese Analyse, dass das Anonymitätsniveau im Bitcoin-Netzwerk recht niedrig ist", erklärt Prof. Alex Biryukov. In dem Beitrag, der kürzlich anlässlich der ACM Conference on Computer and Communications Security vorgelegt wurde, beschreibt das Team auch, wie sich ein solcher Angriff auf die Privatsphäre des Benutzers verhindern lässt. Software-Patches, die von den Forschern geschrieben wurden, werden derzeit mit den Bitcoin-Hauptentwicklern diskutiert.
Die im Jahr 2003 gegründete Universität Luxemburg ist eine mehrsprachige, internationale Forschungsuniversität mit 6200 Studierenden und Mitarbeitern aus der ganzen Welt. Forschungschwerpunkte sind Informatik, Recht und Europarecht, Finanzwissenschaften, Erziehungswissenschaften sowie fachübergreifende Forschung durch das „Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust“ (SnT) in Informations- und Kommunikationstechnologie und das „Luxembourg Centre for Systems Biomedicine“ (LCSB) in System-Biomedizin.
Der vollständige wissenschaftliche Artikel "Deanonymisation of clients in Bitcoin P2P network", wie in “Proceedings of the ACM Conference on Computer and Communications Security" veröffentlicht, kann hier: http://orbilu.uni.lu/handle/10993/18679 eingesehen werden.
Dienstag, 25. November 2014
Apple-Aktien begehrt wie nie
Die Marktkapitalisierung des Trendsetters der IT-Branche hat einen neuen Höchststand erreicht: Der Konzern war heute zwischenzeitlich erstmals über 700 Milliarden Dollar wert.
Montag, 24. November 2014
BMC-Studie: Der Mainframe bleibt (aber keineswegs unumstritten)...
... folgt man der Einschätzung von Anwendern, die das Softwarehaus BMC Software Inc. ermittelt hat. Zwar sehen 46 Proeznt in der weiteren Zukunft ein Wachstumspotential und sogar neue Workloads an sich reißen, aber 45 Prozent sehen den Mainframe beschränkt auf Legacy-Anwendungen. So hat die Mutter aller Computer zwar nach wie vor ein gesichertes Dasein, aber der Prozentsatz derer, die meinen, dass auf Dauer die Anwender eine Ausstiegsstrategie fahren werden, stieg zwischen 2012 und 2014 von sechs auf acht Prozent. Das strukturelle Problem des Mainframes besteht nach wie vor darin, dass er in erster Linie das Bestehende verwaltet und mit ihm nicht das Neue gestaltet wird.
Samstag, 22. November 2014
Rück-Click 1991: 290 Milliarden Dollar für IT weltweit...
... rechnete damals das Fachmagazin Datamation aus. IBM war mit 67 Milliarden Dollar dreimal größer als ihr stärkster Rivale. Das war damals nicht mehr DEC, die auf Platz 4 abrutschte, sondern Fujitsu. IBM litt 1991 unter einem Umsatzrückgang von 6,3 Prozent, während Fujitsus IT-Geschäft um 54 Prozent (!) auf 19 Milliarden Dollar anstieg. Drittplaziert war ein weiterer Japaner: NEC. Hewlett-Packard landete mit einem Umsatz von 10,7 Milliarden Dollar auf dem fünften Platz. Siemens-Nixdorf war als erster Europäer auf Platz 9, gefolgt von Apple...
Journalyse-Quelle: Datamation, 15.6.1992
Journalyse-Quelle: Datamation, 15.6.1992
Freitag, 21. November 2014
Silicon Valley: Es sind Barbaren (und sie haben nie etwas anderes von sich behauptet)...
... sollte man bedenken, wenn sich in den Medien immer häufiger über das Verhalten der Typen im "Tal der Talente" mokiert wird. Jetzt machte ein Uber-Manager böse Schlagzeilen. Computerworld hat sich der Sache angenommen.
Donnerstag, 20. November 2014
Apple & Saphir: Wie der Traum vom ultraharten Glas zerbrach...
... erzählt uns das Wall Street Journal über die Hintergründe, die zum Insovenzverfahren von
GT Advanced Technologies führten. Es hätte trotz dünner Margen ein Milliardengeschäft für den Zulieferer werden können, meint das Blatt. Apple war auf der Suche nach einer Technologie, die es ermöglichte nicht nur Kameralinsen oder andere kratzfeste und stoßgeschützte Kleinteile aus Glas für iPhones zu nutzen, sondern auch die Bildschirme selbst. Hier schien GT die besten Voraussetzungen auf der Basis von künstlichem Saphir zu bieten. Für eine Milliarde Dollar sollte eine Fabrik in Arizona entstehen. Doch am 6. Oktober platzte der Traum, wie das Wall Street Journal in einer Hintergrundreportage berichtet. Schuld sei wohl vor allem das Management von GT, heißt es in dem Bericht.
Rohstoffmärkte: Banken riskierten den Zusammenbruch...
... meint das Wall Street Journal, nachdem der amerikanische Senat zwei Jahre lang das offenbar gefährliche Verhalten einiger Großbanken auf den Rohstoffmärkten untersucht hatte. Ins Gerede kam dabei auch die Deutsche Bank.
Montag, 17. November 2014
Rück-Click 2014: Das Netz stirbt...
... meint das Wall Street Journal. Der Grund: Apps verdrängen das Web. Ein Smartphone-Kunden würde heute 86 Prozent seiner Zeit, die er mit der Handvoll Unfehlbarkeit verbringt, in den Nutzen und Gebrauch von Apps investieren und nur noch 14 Prozent im Internet. So die Analytiker von Flurry. Der Vorteil der Apps: Ihr Einsatz kann von den Giganten des Netzes, die ihm letztlich alles zu verdanken haben, besser kontrolliert werden, heißt es. Es entstehen neue, geschlossene Welten wie etwa die AppStore. Mehr noch: Während sich das Web durch Links definiert, seien die Apps für Suchmaschinen nahezu undurchdringlich, auch wenn Facebook und Google versuchen, durch "deep linking" die Barrieren der Software zu durchbrechen. Inzwischen würden auch nur noch im Kriechgang neue, offene Stanadards kreiert. Jeder versucht, um seine Welt eine Mauer zu errichten. Zudem würde sich das Internet nahezu komplett durch Werbung finanzieren, die Apps aber seien das Produkt selbst - ein reales Gut, das man durchaus mit einem Preisschild versehen kann.
Rück-Click 1994: Das Internet zählt 20 Millionen Benutzer weltweit...
... berichtet das Wirtschaftsmagazin The Economist. Jetzt würde die Kommerzialisierung des Netzes beginnen, meint das Blatt, nachdem der amerikanische TV-Verkaufssender Home Shopping Network beschlossen hat das Internet Shopping Network zu erwerben. 150 Millionen Dollar setzen nach Einschätzung der Marktforschung Dataquest die Internet-Provider mit ihren Teilnehmern um. So die Prognosen für 1994 - mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr, das auf 70 Millionen taxiert wurde.
Journalyse-Quelle: The Economist, 10. September 1994: "Is there gold in the Internet?"
Journalyse-Quelle: The Economist, 10. September 1994: "Is there gold in the Internet?"
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