Mittwoch, 22. August 2012

Man staune! Ehrlichkeit als Wettbewerbsvorteil...

Effective executive interview with Don Peppers and Martha Rogers on CRM (Customer relationship management).... so heißt ein Buch von Don Pepper und Martha Rogers (Honesty As a Competitive Advantage), in dem die beiden Autoren den Lesern empfehlen, sich in extremer Wahrheit zu üben. Denn auf Dauer bleibt ihnen angesichts der Transparenz, die Social Networks und das Netzwerk der Dinge und Sensoren schaffen, gar nichts anderes übrig. (Mehr HIER. Die beiden Autoren wurden mit Veröffentlichungen über CRM weltberühmt)
(Kommentar) Ach, wäre das schön. Wenn dieses Austricksen des anderen, das Übertölpeln und Blenden endlich ein Ende hätte. Es dominiert schon zu lange die Vorstandsetagen, und es hat zu viele Leute in eine Position gebracht, in der sie auf Dauer nicht nur gefährlich werden für die Gesellschaft, sondern auch für das Unternehmen, dem sie dienen. Der Übergang zu mehr Ehrlichkeit, so berichten die beiden Autoren, ist allerdings äußerst unangenehm. Es kommt wohl einem Drogenentzug gleich. Schade, dass sich erst die neuen Technologien ausbreiten mussten und müssen, um einen Gesinnungswandel auszulösen. Und nach dem Ende des Prozesses wird man sich fragen: Werden wir nun von Wendehälsen regiert oder haben die das Sagen, die von grundauf den entsprechenden Charakter der Redlichkeit besitzen?
Extreme Trust: Honesty as a Competitive AdvantageDer Redlichkeit zuliebe: Das PR-Bild des Autorenpaares haben wir einem Interview des IBS Case Development Centre entnommen. Den Buchtitel haben wir bei Amazon gefunden.

Farce-Book: Was die Washington Post so schreibt...

... über den Absturz der Facebook-Aktie, sollte man zumindest überflogen haben. HIER.

Durchgestrichen: 1967 war IBM 1,3 Billionen Dollar wert...

... heißt es bei Gregg Keizer im Blog des Columbia Journalism Review (CJR). Eine Zahl, die unter Einbeziehung der Inflation errechnet wurde, dann aber in dem Blog durchgestrichen wurde. Ob die Zahl stimmt oder nicht, ob IBM, Microsoft oder Apple die teuersten Unternehmen der Welt waren oder sind, ist im Prinzip egal - interessant ist noch nicht einmal, wie lange sie diese Rekordmarkt halten konnten (bei IBM wären es bis heute 45 Jahre, bei Microsoft 13 Jahre), wichtig ist die Erkenntnis, dass sie selbst ihren eigenen Rekord ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr übertreffen konnten. Bei Apple sind die 850 Milliarden Dollar, die sie braucht, um Microsoft endgültig vom Thron zu stoßen, noch allemal drin. 1,3 Billionen Dollar, die - falls diese Berechnung nun doch stimmen sollte - IBM erreicht hat, ist eher unwahrscheinlich.

Das Zitat des Zages: Steve Jobs soll einmal gesagt haben...

»Good artists copy
great artists steal.«

In einem Kommentar zur Berichterstattung des Wall Streets Journals über die Schlussplädoyers im Prozess Apple versus Samsung

Dienstag, 21. August 2012

Vier Millionen Arbeitsplätze in Deutschland vom Internet abhängig...

... meint Google-Sprecher Kay Oberbeck und betreibt bei der Nachrichtenagentur dapd kräftig Lobby-Politik für das Suchmaschinenimperium. Google wehrt sich mit aller Wort-Macht vor den sogenannten Leistungsschutzrechten, die es Suchmaschinen nur gegen harte Währung möglich machen soll, textlich angerissene Verweise auf Presseartikel im Netz herzustellen. In Lobbymanier warnt Oberbeck vor Milliardenschäden für Verlage, Blogger, Suchmaschinen etc. Denn wie diese Milliardenschäden entstehen, scheint er wohl nicht zu sagen. Auf jeden Fall erzählt er, dass Google pro Minute 100.000 Klicks auf Presseartikel leite. Frage: Weltweit oder bundesweit?
Egal, wie man die Ansprüche der Verlage und die Erwiderung durch Google sieht, beide haben Geld mit ihren Argumenten im Sinn. Information aber findet immer ihren Weg - auch am Geld vorbei (oder was oder wer auch immer behauptet, gerade der Inhaber der Macht zu sein).
Übrigens: Einen direkten Verweis auf diesen dapd-Originaltext findet Google nicht (oder wenn unter ferner liefen, was wir nicht weiterverfolgt haben. dapd-Texte gibt es wohl nur gegen "cash".)

Warren Buffett ist IBMs größter Aktionär...

... und besitzt mehr als 66 Millionen Aktien im Wert von 13 Milliarden Dollar. Da er von sich behauptet, dass er von Technologie nichts verstehe und deshalb nicht in Technologiewerte investiere, fragt man sich natürlich jetzt: Was sieht Buffett in IBM? Denn sein vor einem Jahr erklärtes Ziel, auch in Intel zu investieren, scheint er nicht wahrgemacht zu haben. Hier hat er sein Engagement sogar zurückgefahren.

Apple ist mit 622 Milliarden Dollar jetzt das teuerste Unternehmen aller Zeiten

Diese Position hatte im Dezember 1999 Microsoft übernommen. Dereinst war es General Motors gewesen. Und zwischendurch hatte diese Stellung in der Welt ein Unternehmen mit drei Buchstaben: IBM. Das war übrigens im August 1984, als der Kurs der IBM-Aktie ihren höchsten Wert erklomm. Es war die Zeit, als IBM sich mitten im Ausverkauf ihrer legendären Mietbasis befand. Sie wollte damals die größte Computerfabrik der Geschichte werden. Sie scheiterte - und hat sich davon bis heute nicht wirklich erholt. Damals wie auch später in der Erfolgsgeschichte von Microsoft war dieses Unternehmen eingefangen gewesen in Allmachtsphantasien seiner Manager, der Kunden und der Medien und der Analysten. (Der Autor dieser Zeilen gehörte auch dazu - und fürchtet seit diesem Irrtum mehr die Dummheit der Manager, Kunden, Medien und Analysten (und seine eigene).
Siehe auch Wall Street Journal
Post scriptum: Der Online-Dienst "AllThingsD" berichtet, dass - inflationsbereinigt - Microsoft immer noch das teuerste Unternehmen in der Geschichte war. Denn die 613 Milliarden von 1999 seien heute 850 Milliarden wert. Heute wird Microsoft mit 257 Milliarden Dollar bewertet.

Montag, 20. August 2012

Assange: Regierungen sollen Hexenjagd gegen WikiLeaks beenden

... fordert der König aller Whistle-Blowers, Julian Assange, vom Balkon der Botschaft Equadors in London, die ihm Asyl gewährt. Am Mittwoch hätte die Polizeit versucht, die Botschaft zu stürmen, hätte sich aber wieder zurückgezogen, nachdem sie festgestellt habe, dass dieser Bruch mit der Wiener Konvention von herbeigeeilten Bürgern und Unterstützern beobachtet wird. Vor allem an US-Präsident Barack Obama richtete Assange seine zehnminütige Rede. Bislang seien in den USA weder Journalisten noch Mitglieder von Wikikeaks angezeigt worden, obwohl dem Vernehmen nach eine Grand Jury gebildet worden sei, die darüber zu urteilen hat, ob eine Strafverfolgung aufgenommen werden soll oder nicht.
Jouranlyse-Quelle: Computerworld, 19.8.2012: From embassy refuge, Assange calls for end to WikiLeaks 'witch hunt'