(Kommentar) ... lästert im Wall Street Journal ein Leser über das Apple-Argument, demzufolge es die Kalifornier waren, die die derzeitige Erscheinungsform des Smartphone innoviert haben. Und ein anderer Leser meint nicht minder sarkastisch: "In dem nächsten Fall werden wir von Bridgestone versus Yokohama hören, in dem es um das (runde) Profil der Reifen geht. Wissen wir, wie lange die Menschen gebraucht haben, um diese Erscheinungsform richtig hinzukriegen?"
Offensichtlich machen sich momentan beide Kontrahenten in dem Prozess um Patente und Design bei Smartphones lächerlich - und den Berufsstand der Juristen gleich mit. Ein anderer Leser berichtet, dass seine Firma (weder Apple noch Samsung) 150 Patentanwälte beschäftige, die nichts anderes täten als Klagen einzureichen und entgegenzunehmen. Sie würden inzwischen Patente untereinander austauschen wie Kinder die Bilder von Baseballspielern. Und die Richterin Lucy Koh, die Samsungs Sony-Apple-Vergleich nicht zuließ, wird von einem Leser bereits als "zukünftige Apple-Mitarbeiterin" vorgestellt, die sich ihren ersten Bonus verdient habe.
Kurzum: Allmählich bekommt hier jeder sein Fett weg - und am Ende hat sich die gesamte High Tech-Branche bis auf die Knochen blamiert.
Mittwoch, 1. August 2012
Samsung geht mit den (nicht zugelassenen) "Beweisen" an die Presse...
... und verägert damit wohl die Richterin, die seit Montag dem Prozess um die 2,5 Milliarden schwere Schadensersatzklage von Apple gegen Samsung vorsitzt. Sie hatte Samsung die Vorlage von Belegen untersagt hatte, die zeigen sollten, dass Gegner Apple das Design des iPhones bei Sony kopiert hatte. (Siehe hier)
UBS: Facebook IPO kostete 350 Millionen Dollar Gewinn...
...meldet die Bank und führt dies auf die chaotischen Zustände beim Börsengang an der Nasdaq zurück. Nun will die Schweizer Bank Schadensersatz.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 31.7.2012: Facebook Losses Slice UBS Profits
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 31.7.2012: Facebook Losses Slice UBS Profits
"Marissa Mayer vergoogelt Yahoo" titelt die FAZ...
... und berichtet, dass die neue Chefin ihren Mitarbeitern nicht nur kostenlos Kaffee vorsetzen lässt, sondern auch das Mittagessen spendieren lässt. Wie bei Google. Freitags gibt's ein lockeres Beisammensein von Chefs und Schaffern. Googlisieren nennt dies die FAZ, die ihre Informationen aus dem Blog All Things D bezogen hat.
Journalyse: FAZ, 1.8.2012: "Marissa Mayer vergoogelt Yahoo
Journalyse: FAZ, 1.8.2012: "Marissa Mayer vergoogelt Yahoo
Dienstag, 31. Juli 2012
Twitter statt TV: Z(w)eitversetztes Fernsehen während der Spiele...
... leistet sich der Twitter-Partner NBC. Damit die Aufmerksamkeit vor allem dem Internet gilt, wo die amerikanischen Zuschauer auf NBCOlympics.com alles sehen und davon sogar die Hälfte unkommentiert genießen können, werden die Spiele in London auf dem Fernseher mitunter erst dann gezeigt, wenn die Ergebnisse bereits bekannt sind. Die Idee dahinter: So können die Zuschauer im Netz alles gucken und sich gegenseitig die Ergebnisse zutwittern, bevor es dann auf dem Großen Bildschirm erscheint. Denn NBCs wichtigster Partner ist Twitter, das sich aus den Meldungen von 900 Millionen Usern weltweit werblich ernährt.
Wer also in den USA die Olympischen Spiele am Fernseher genießen will, ohne sich die Spannung durch Twitter-Nachrichten nehmen zu lassen, muss dem Internet fernbleiben. Für NBC scheint sich diese Strategie zu lohnen. Auf NBCOlympics.com wurden allein am Sonntag 11,4 Millionen Videos geschaut, von denen die Hälfte life über die Bühne gingen. Trotzdem schauen im Schnitt 35,8 Millionen Amerikaner täglich die Spiele im Fernsehen - mehr als 1996 in Atlanta oder 2008 in Peking.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 30.7.2012: Olympic Hurdle: Using Social Media
Wer also in den USA die Olympischen Spiele am Fernseher genießen will, ohne sich die Spannung durch Twitter-Nachrichten nehmen zu lassen, muss dem Internet fernbleiben. Für NBC scheint sich diese Strategie zu lohnen. Auf NBCOlympics.com wurden allein am Sonntag 11,4 Millionen Videos geschaut, von denen die Hälfte life über die Bühne gingen. Trotzdem schauen im Schnitt 35,8 Millionen Amerikaner täglich die Spiele im Fernsehen - mehr als 1996 in Atlanta oder 2008 in Peking.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 30.7.2012: Olympic Hurdle: Using Social Media
Oracle: Die Cloud wird zusammengeklaubt...
... möchte man ausrufen, nachdem der Softwareriese nebst angeschlossener Hardwareabteilung schon wieder einen Cloud-Vasallen erworben hat. Xsigo Systems Inc. aus San José heißt die Firma, die Virtualisierungstechnologie für die Cloud anbietet und 300 Kunden unter Vertrag hat. Der Preis wurde nicht genannt. Zuvor hatte Oracle die RightNow Technologies Inc. für 1,43 Milliarden Dollar und den auf das Thema HumanResources spezialisierten Softwarehersteller Taleo Corp. für 1,9 Milliarden Dollar erworben.
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 30.7.2012: Oracle Continues Buying Spree
Journalyse-Quelle: Wall Street Journal, 30.7.2012: Oracle Continues Buying Spree
Montag, 30. Juli 2012
Microsoft: Am 26. Oktober ist Windows 8 da
Zitat des Tages:
"The next version of our operating system, Windows 8, will be generally available on October 26, 2012. At that time, we will begin selling the Surface, a series of Microsoft-designed and manufactured hardware devices." (Microsoft)
"The next version of our operating system, Windows 8, will be generally available on October 26, 2012. At that time, we will begin selling the Surface, a series of Microsoft-designed and manufactured hardware devices." (Microsoft)
Freitag, 27. Juli 2012
Mannheim: Motorola verletzt Microsoft-Patente..
... entschied heute morgen Richter Andreas Voß vom Landgericht Mannheim. Motorolas Android-Smartphones nutzen unerlaubterweise das FAT-Patent EP0618540 von Microsoft. Motorola weigert sich bislang, an Microsoft eine Lizenzgebühr für das Dateisystem zu zahlen. Gegen Hinterlegung von Sicherheiten in Höhe von zehn Millionen Euro kann Microsoft nun eine einstweilige Verfügung gegen den weiteren Verkauf von Motorolas Android-Smartphones erwirken, Schadensersatz verlangen und den Rückruf sämtlicher betroffener Produkte aus dem Handel fordern. Motorola hat die Möglichkeit, gegen das Urteil beim OLG Karlsruhe Berufung einzulegen.
Kommentar. Damit Speicherinhalte einen langen Adressnamen haben können, gibt es das Dateisystem FAT. Eigentlich sind lange Namen eine reine Selbstverständlichkeit. Wenn man dafür ein Patent bekommt, ist das eine Frechheit. Und wenn man dann Lizenzen dafür einstreichen will, ist es eine Unverschämtheit. Wir - die Benutzer - hatten dereinst unter der Achtstellenregelung, die wir nicht erfunden haben (und auch nie erfunden hätten), fürchterlich gelitten. Die IT schafft Probleme, zu deren Lösung man die IT braucht. Und wenn sie dann dafür Patentrechte erhält, lässt dies auf ein sehr fragwürdiges Geschäftsgebahren schließen. Branchenweit, nicht nur microsoftspezifisch.
Kommentar. Damit Speicherinhalte einen langen Adressnamen haben können, gibt es das Dateisystem FAT. Eigentlich sind lange Namen eine reine Selbstverständlichkeit. Wenn man dafür ein Patent bekommt, ist das eine Frechheit. Und wenn man dann Lizenzen dafür einstreichen will, ist es eine Unverschämtheit. Wir - die Benutzer - hatten dereinst unter der Achtstellenregelung, die wir nicht erfunden haben (und auch nie erfunden hätten), fürchterlich gelitten. Die IT schafft Probleme, zu deren Lösung man die IT braucht. Und wenn sie dann dafür Patentrechte erhält, lässt dies auf ein sehr fragwürdiges Geschäftsgebahren schließen. Branchenweit, nicht nur microsoftspezifisch.
Facebook-Aktie: Weiterhin auf Südkurs...
... ist das Papier des Social Networks und Börsenneulings. Mit einer Kapitalisierung von 65 Milliarden Dollar markierte gestern die Aktie ihren niedrigsten Stand seit Börseneinführung. Im nachbörslichen Handel gab die Aktie gestern um zehn Prozent nach. Der Grund: Der Umsatz war im 2. Quartal nur um 32 Prozent gestiegen, deutlich unter der Marke, die eine Börsenbewertung von ursprünglich 100 Milliarden Dollar rechtfertigen würden. 1,18 Milliarden Dollar setzte die Company der 901 Millionen weltweiten Nutzer um. Und die Firma musste ganz einfach zugeben, dass ihre Benutzer kaum Bock auf Werbung haben.
Kommentar: Da clickt wohl einiges nicht ganz richtig.
Kommentar: Da clickt wohl einiges nicht ganz richtig.
Donnerstag, 26. Juli 2012
IBM Österreich legt Arbeitmarktservice lahm...
... berichtete am 6. Juli der Wiener Kurier. Es geht um einen über acht Jahre laufenden, insgesamt 173 Millionen Euro schweren Outsourcing-Vertrag, bei dem IBM alle IT-Dienstleistungen des AMS übernimmt und rund 7600 Computerarbeitsplätze an 160 Standorten österreichweit verantwortet. Einsparungen in Höhe von 15 bis 20 Prozent der IT-Kosten erhofft sich der Dienstleister. Nachdem die Umstellung von Juni auf Juli schon verschoben war, erlebten die Österreicher Anfang des Monats ein komplettes Desaster. "Die Homepage war außer Betrieb und in der Telefonzentrale lief lediglich ein Tonband mit Verweis auf kommenden Montag. Der Großteil der Mitarbeiter durfte sich über zwei Tage Betriebsurlaub freuen. Die Internetangebote sind sogar bis 10. Juli nicht verfügbar. Das sei halt so bei einer Umstellung, erklärt man in der AMS-Pressestelle. Wird die U-Bahn renoviert, 'fährt sie ja auch nicht'", schrieb der Kurier.
Nun ist ein Ende von Pleiten, Pech und Pannen wohl immer noch nicht in Sicht. Der Standard berichtet nun, dass der Vorstand des AMS - eine Einrichtung des öffentlichen Rechts, wie man nach einigen Suchoperationen erfahren kann - Herbert Buchinger in einem Email gestehen muss: "Tatsächlich sind unsere Befürchtungen nicht nur eingetroffen, sondern wurden, was die Fortdauer der Probleme anbelangt, sogar noch übertroffen". Es hakt also nach wie vor. AMS-Mitarbeiter klagen über verschwundene Daten und Emails. Sie melden Computer-Abstürze und schleppendes Antwortzeitverhalten. Es dauere ewig, bis Anwendungen geöffnet und bearbeitet werden können, heißt es bei den Oberösterreichischen Nachrichten.
Berichtet Der Standard: "Schließlich geht es nicht 'nur' um die Vermittlung von Jobs, Arbeitslose auf Jobsuche bekommen via AMS-IT auch ihre monatlichen Vorauszahlungen auf die Arbeitslosenunterstützung. Funktioniert das nicht, wird es eng - umso mehr, als der Vertrag mit dem bisherigen IT-Dienstleister am 30. September ausläuft."
Übrigens: In den Kommentaren bekommt weniger IBM als vielmehr das AMS harsche Kritik zu lesen.
Im September 2011 hatte übrigens der redaktionsblog "profil online" die Hintergründe bei der Auftragsvergabe veröffentlicht. Es lohnt sich, da mal hineinzuschauen.
LESEN SIE HIER.
Nun ist ein Ende von Pleiten, Pech und Pannen wohl immer noch nicht in Sicht. Der Standard berichtet nun, dass der Vorstand des AMS - eine Einrichtung des öffentlichen Rechts, wie man nach einigen Suchoperationen erfahren kann - Herbert Buchinger in einem Email gestehen muss: "Tatsächlich sind unsere Befürchtungen nicht nur eingetroffen, sondern wurden, was die Fortdauer der Probleme anbelangt, sogar noch übertroffen". Es hakt also nach wie vor. AMS-Mitarbeiter klagen über verschwundene Daten und Emails. Sie melden Computer-Abstürze und schleppendes Antwortzeitverhalten. Es dauere ewig, bis Anwendungen geöffnet und bearbeitet werden können, heißt es bei den Oberösterreichischen Nachrichten.
Berichtet Der Standard: "Schließlich geht es nicht 'nur' um die Vermittlung von Jobs, Arbeitslose auf Jobsuche bekommen via AMS-IT auch ihre monatlichen Vorauszahlungen auf die Arbeitslosenunterstützung. Funktioniert das nicht, wird es eng - umso mehr, als der Vertrag mit dem bisherigen IT-Dienstleister am 30. September ausläuft."
Übrigens: In den Kommentaren bekommt weniger IBM als vielmehr das AMS harsche Kritik zu lesen.
Im September 2011 hatte übrigens der redaktionsblog "profil online" die Hintergründe bei der Auftragsvergabe veröffentlicht. Es lohnt sich, da mal hineinzuschauen.
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