Mittwoch, 15. April 2015

Die Klage gegen Google: Das ist Missbrauch der Antitrustgesetze...

(Kommentar) ... möchte man in erster Auflehnung gegen das heute von der EU-Kommission gegen das Suchmaschinenimperium vorgebrachte Verfahren ausrufen. Eine Strafe in Höhe von 6,6 Milliarden Euro droht dem Netzgiganten. Die soll Google für die Dummheit und Unfähigkeit ihrer (europäischen) Mitbewerber zahlen, die seit bald zwei Jahrzehnten die Chance haben, am Markt gegen Google aufzutreten und es ihr zu zeigen. Offensichtlich ist ihnen nie etwas eingefallen. Die einzigen, die es Google schwer machen am Markt, sind Amerikaner. Sie heißen Apple und Facebook und Amazon. Jetzt müssen Antitrust-Vorschriften her, die wahrscheinlich überhaupt nicht greifen werden. Aber das Verfahren an sich wird Google in den nächsten Jahren in deren Sturm und Drang behindern. Und darum geht es.
So wirkt das bevorstehende Verfahren ziemlich verlogen. Aber Heuchelei war schon immer die Stärke der Feiglinge...
Raimund Vollmer

Mittwoch, 1. April 2015

Ist das die Rache der IBM-Mitarbeiter?

Nach und nach wird IBM in den nächsten Monaten Kooperationen mit immer mehr Big-Data-Lieferanten eingehen. Milliarde für Milliarde wird Big Blue Data dafür ausgeben. Es fängt jetzt harmlos an mit einem Wetterdienst, irgendwann wird sie dann sogar eine Zeitung kaufen mitsamt ihrem Archiv, vielleicht noch einen Fernsehsender als Sahnehäubchen. In Deutschland würde sich da zum Beispiel der zu RTL gehörende Sender NTV anbieten. Bei den Verlagen sollte sie sich auf die angelsächsischen Blätter konzentrieren, von denen schreiben die deutschen sowieso schon ab. In England empfiehlt sich die Financial Times. Und Rupert Murdoch freut sich schon darauf, wenn er für das Wall Street Journal eine dicke Stange Geld bekommt. Eine Datenquelle nach der anderen wird angezapft und Watson einverleibt. Dessen Wissen um die Verhältnisse in der Welt wächst ins Unermessliche. Immer mehr Kunden vor allem aus den Großunternehmen wollen sich an Watson dranhängen, um ihre Entscheidungen mit der Datencloud abzustimmen.
Die entsprechende IBM-Entscheidungssoftware heißt übrigens THINK. Sie ist der Schrecken des gesamten Mittelmanagements, das in den kommenden Jahren immer stärker ausgedünnt wird. Ganze Stäbe werden aufgelöst. Auch bei der IBM. Wer braucht schon Manager, wenn er Watson hat? Und so erfüllt sich die Rache des kleinen Mannes. Denn diese Strategie wurde weder von Sam noch von Gini implementiert, sondern von den Mitarbeitern in den Labors, die zwanzig Jahre lang gequält wurden von einem Mittelmanagent, das derart dumme Entscheidungen vorbereitet und umgesetzt hat, dass man sie längst getrost einem Computer überlassen kann. Es sind übrigens auch keine guten Zeiten für Unternehmensberater...
Ein Aprilscherz? Warten wir's ab. Raimund Vollmer

Demnächst auf der Hannover Messe Industrie zu sehen:

Journalyse-Quelle: Raimund Vollmer

Montag, 30. März 2015

EXTRABLATT 1980: Rechner-Skandal in Bremen

Bei der Beschaffung eines Großrechners für die Universität Bremen Ende der siebziger Jahre ging es alles andere als korrekt zu - ein Beispiel dafür, dass "Industriepolitik" vor allem Lobby-Arbeit ist, um es mal neutral auszudrücken. Das Computer Magazin hat damals die Geschichte veröffentlicht. Es hatte damals selbst einen "Lobbyisten" in Bonn, den Korrespondenten Werner Gerdes. Er lieferte eine wunderbare Dokumentation...
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Donnerstag, 26. März 2015

Sind es die Amis, die die Antitrustler auf den Plan rufen, oder sind sie wirklich an Europa interessiert...

... fragt man sich nach der Lektüre eines Berichts im Wall Street Journal. Den Händlern und Playern im Internet wird von der EU-Kommission vorgeworfen, sie würden durch bestimmte Praktiken dem Verbraucher den grenzüberschreitenden Erwerb von Waren, die über das Internet bestellt werden, erschweren. Dabei scheinen die Wettbewerbshüter vor allem Amazon im Visier zu haben, obwohl die Untersuchung angeblich alle Anbieter betreffen soll.

Mittwoch, 25. März 2015

Aus-Blick 2015: Google bekommt neue Finanzchefin

Ihr Name: Ruth Porat (57). Sie kommt von Morgan-Stanley, stammt aus Kalfornien und kehrt nun von der Wall Street zurück in ihre Heimat. Sie soll die Finanzen des Suchmedienimperiums auf Vordermann bringen und dafür sorgen, dass die 65 Milliarden Dollar an Cash, die das Unternehmen in den letzten Jahren aufgestaut hat, sinnvoll reinvestiert werden. Mit der Umsatzrendite, die von 26 auf 22 Prozent gesunken war, zeigte sich die Börse in letzter Zeit alles andere als zufrieden. Der Aktienkurs stagnierte im Vergleich zu der stürmischen Entwicklung am Nasdaq. So berichtet das Wall Street Journal.
Kommentar: Wird Google allmählich ein ganz normales Unternehmen? Wenn ja, können sich die Mitbewerber in nächster Zeit entspannt zurücklehnen. Normale Unternehmen enden meist als große Langweiler. Siehe IBM, siehe Hewlett-Packard, siehe Microsoft...

Rück-Click 1970: Als das Unbundling nach Deutschland kam...

... deutete sich dies am 24. März 1970 an. Damals verkündete IBM, die auf Druck der US-Regierung am 23. Juni 1969 für die USA die gesonderte Berechnung von Software und Services, also das sogenannte Unbundling, vermeldet hatte, dass sie wohl ähnliches auch in Deutschland im Sinne habe. Denn nun hatte sie damit begonnen, spezielle Dienstleistungen und Programme den Kunden in Extrarechnung zu stellen. In den USA war das Unbundling zum 1. Januar inkraft getreten. Für Deutschland wollte sich der Marktführer zwei Jahre des Übergangs gönnen. Dies verunsicherte aber die Kunden, denn sie schlossen aus alledem, dass IBM demnächst mit neuen Produkten, die dann von vornherein dem Unbundling unterworfen sein würden, auf den Markt kommen werde. Und tatsächlich: 1970 war das Jahr, in dem die IBM /370 vorgestellt werden sollte.
Das brachte die Mitbewerber in Bedrängnis. General Electric, Honeywell und Univac zeigten sich zuerst einmal unwillig, der neuen Marschrichtung zu folgen. CDC, NCR und RCA hingegen deuteten an, dass sie ihre Vertriebsstrategie entsprechend korrigieren würden.

Rück-Click 1970: Das größte Softwarehaus in den USA...

... beschäftigte damals 3600 Mitarbeiter und setzte umgerechnet 300 Millionen DM um. Im Vergleich dazu setzte das größte deutsche Softwarehaus zwei Prozent um. Das erfolgreichste Softwarepaket aus den USA wurde insgesamt 700mal verkauft. Das erfolgreichst Produkt aus Deutschland wurde nicht mehr als zehnmal installiert. In den USA gab es damals 70.000 Computer, in Deutschland waren es 6000.
Journalyse-Quelle: Die Computer Zeitung, 21. April 1970: Deutschland kontra USA

Montag, 23. März 2015

Wearables: Nicht jeder Mensch ist ein Big Data

Von 3,73 auf 9,16 Milliarden Euro steigt zwischen 2014 und 2018 der Markt für Wearables in Europa, berichtet heute die FAZ. Und sie erzählt uns auch, dass 54 Prozent der User die von Uhren, Sportarmbändern und Brustgurten sowie vernetzte Sportkleidung erfassten Daten nicht mit anderen - wie zum Versicherungen oder Ärzten - teilen wollen. Nicht jeder Mensch will ein Big Data sein. Bei entsprechenden Anreizen wären die anderen unter Umständen aber schon dazu bereit. Jetzt müsste man nur noch wissen, wieviele Daten da durch die Luft schwirren oder abgerufen werden...

Donnerstag, 19. März 2015

Ist ein automatisches Auto automatisch sicher...

... wenn der Hersteller selbst es automatisch dazu erklärt? Das ist eine der Fragen, die momentan die Juristen in den USA zu bewerten haben, bevor der Gesetzgeber dort selbststeuernde Autos in ein entsprechendes Gesetzeswerk fassen kann. Die Hersteller scheinen zu Selbsttest zu neigen, während andere meinen, dass die Software von Dritten auf Fehler überprüft werden müsse. Dagegen spricht, dass die Hersteller selbst ihre Software, die zum Teil über einen Zeitraum von zehn Jahren entwickelt worden sei, am besten kennen, während Außenstehende sich erst in die gesamte Thematik hineindenken müssten. So berichtet heute das Wall Street Journal.

Mittwoch, 18. März 2015

Proteste wegen EZB

So berichtet die Tageszeitung Die Welt

Was uns an der IT nervt, wollte das Wall Street Journal wissen...

... und bekam Hunderte von Antworten wie zum Beispiel:
"Warten auf Windows. Ob es nun ein Neustart ist oder eine Aktualisierung, Windows läßt Dich warten. Meine Zeit kostet auch Geld, aber Microsoft scheint das nicht zu verstehen." (Stimmt)
"Warum hat mein Laptop einen Extraziegel namens Ladegerät? Ich muss es immer mit mir schleppen. Warum ist es nicht in den Laptop integriert..."
"Ich war bis heute nicht in der Lage, mein drahtloses Heimnetzwerk ohne mehrfache technische Unterstützung vom Hersteller des Routers oder des Internet-Providers zu installieren."