„Wer dem rechten Weg nicht folgt, wird rasch vergehen.“
Laotse (um 300 v.Chr.), chinesischer Weiser
„Wer dem rechten Weg nicht folgt, wird rasch vergehen.“
Laotse (um 300 v.Chr.), chinesischer Weiser
1999: „Eine Sprache scheint die andere zu unterstützen, das Französische sagt, was das Deutsche nicht sagt, und umgekehrt, denn was das Deutsche versenkt (erinnert), ruft das Französische wieder herauf (rapelle), als beginne die eine Sprache dort, wo die andere aufhört.“
Georges-Arthur Goldschmidt (*1928), französischer Schriftsteller deutscher Abstammung
„Das Gefühl von Gesundheit erwirbt man sich nur durch Krankheit“
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Philosoph
„Wartest Du auf eine Gelegenheit zum Philosophieren, so hast du sie schon verpasst.“
Platon (427-347 v.Chr.), athenischer Philosoph
Das Ewige regt sich fort in
allen:
Denn alles muss uin Nichts zerfallen,
Wenn es im Sein beharren will.
Johann Wolfgang von Goethe, 1821
Mein lieber Johann Wolfgang von Goethe, woher hast Du das alles gewusst? Schon vor 200 Jahren. Du bist – verzeih!, wir duzen uns heute alle – ein Visionär, Helmut Schmidt würde sagen, Du solltest zum Arzt gehen. Ach was, Du erkennst es selbst? In der Tat – was lese ich da?
„Diese Strophen enthalten und manifestieren vielleicht das Abstruseste der modernen Philosophie“, kommentiertest Du 1821 selbst Dein Gedicht. Abstrus, absurd – diese, wie Du es nanntest „Entselbstung“?
WOW.
Aber steht das Internet – in seinem ursprünglichen Anspruch – nicht für das genaue Gegenteil, für die „Verselbstung“? Werde ich im Internet nicht erst wirklich zu Ich?RV
„Das einmal gesprochene Wort entflieht – unwiderruflich“
Horaz (65-8), römischer Dichter
„Es gibt mehrere Arten sich gegen Versuchungen zu schützen, aber die sicherste ist Feigheit.“
Mark Twain (1835-1910), amerikanischer Schriftsteller
Es soll sich regen,
schaffend handeln,
Erst sich gestalten, dann verwandeln;
Nur scheinbar stehts Momente still.
Johann Wolfgang von Goethe, 1821
Der Cyberspace ist heute dieser Ort der Reinheit, der höchsten Moral, der höchsten Vernunft, in dem alles nichts ist, damit aus nichts alles entsteht – weit über das hinaus, was es im richtigen Leben gibt. Ja, das richtige Leben wird eliminiert. Der Schöpfer all dessen, der Mensch, „muss sich“, um mit dem Philosophen Jacobi zu sprechen, „dem Wesen nach vernichten.“RV
Und was nicht war, nun will
es werden
zu reinen Sonnen, farbigen Erden;
In keinem Falle darf es ruhn.
Johann Wolfgang von Goethe,
1821
„Die reine Vernunft vernimmt nur sich“, schrieb am 6. März 1799 der Philosoph und Wirtschaftsreformer Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819) an seinen Kollegen Johann Gottlieb Fichte (1762-1814). Sie ist für ihn noch ein „chemischer Prozess“, also kein digitaler, wie wir heute stattdessen sagen würden. Es ist ein Prozess, bei dem alles „in Nichts verwandelt wird“, wie Jacobi sagt. Nicht in Nichts, korrigieren wir ihn wohlwollend, sondern in Nullen und Eisen. Es entstünde dadurch ein so reiner Geist, „dass er, in dieser Reinheit, selbst überhaupt nicht sein, sondern alles nur hervorbringen kann…“ RV
Und umzuschaffen das
Geschaffne,
Damit sichs nicht zum Starren waffne,
Wirkt ewiges lebendiges Tun.
Johann Wolfgang von Goethe, 1821
Alles ist künstlich. Nichts ist mehr echt. Alles ist falsch. Vor allem die Moral.
Die Gedanken sind nicht mehr frei. Wir haben sie verraten. Die Gedanken sind reine Vernunft – und die ist ihre eigene Wahrheit. RV
Teilnehmend führen uns gute
Geister,
gelinde leitend höchste Meister
zu dem, der alles schafft und schuf.
Johann Wolfgang von Goethe, 1821
Aus Deiner, lieber Professor T.W.A, wie Du es nanntest, Minima Moralia von 1951 wurde – Dein Lebensalter, Deine 66 Jahre später – die Maxima Moralia. Sie beherrscht eine Welt, in der alles über alles wacht. Mit höchster Autorität: mit Moral. Diese wacht über ein Leben, das gar kein Leben mehr ist. Es ist nur noch die Simulation eines Lebens.R.V.
Weltseele, komm, uns zu
durchdringen!
Dann mit dem Weltgeist selbst zu ringen,
wurd unserer Kräfte Hochberuf.
Johann Wolfgang von Goethe, 1821
Wir haben – so verkünden wir uns selbst – jetzt die Instrumente, die Medien, dazu. Die Software. Das Internet. Die Künstliche Intelligenz. Und die Illusion.
Nicht der Klimawandel wird uns umbringen, meinte er, sondern diese Illusion – aus einem ganz einfachen Grund:
***
Es gibt kein richtiges Leben im falschen.
1951: Theodor W. Adorno (1903-1969), deutscher Philosoph und Soziologe
Lieber Theodor W. Adorno!
Es gibt längst nur noch falsches Leben im richtigen. Und bald gibt es nur noch falsches Leben. Es gibt nur noch Social Media.
Und deren Ober-User spielen sich, wo immer sie sich kommentierend und illustrierend niederlassen, auf, als seien sie eine Anstalt öffentlich-rechtlicher Moral, die unser aller Denken bestimmt. Sie sagen uns, was wir zu denken haben. Sie sind die Hüter der Weltseele.Und ich glaube, so definieren wir uns, die Journalisten, die Moralisten. R.V.
Gestern rief ich irgendeinen über einen Link auf meinem Browser beworbenen Online-Artikel aus der Süddeutschen Zeitung auf. Da hieß es gleich als Warnung, dass man den Bericht von dpa (deutsche presse agentur) übernommen habe, ohne dass er von der SZ bearbeitet worden sei. (Ich wollte mir heute morgen den Artikel bei der SZ nochmals ansehen, um den genauen Wortlaut zu übernehmen, aber das wurde mir sehr schnell zu umständlich, so dass ich jetzt aus dem Gedächtnis den Inhalt dieser Warnung wiedergebe.)
Ich war entsetzt – über diese Arroganz, schaute dann heute morgen in meiner Zeitung (FAZ) nach, ob die Redaktion bei Agenturmeldungen auch den Hinweis vorausschickt, der besagt, ob der Artikel bearbeitet wurde oder nicht. Natürlich steht da nichts, sondern nur das Kürzel wie dpa oder epd. Schwarz auf Weiß, auf Papier.
Für mich hört sich dieser Hinweis in der SZ so an, als ob man sich von dem distanziere, was man zugleich veröffentlicht. Die Kollegen bei dpa sind nicht besser oder schlechter als die der SZ. Der Unterschied ist nur, dass die dpa-Story nicht exklusiv ist. So aber wirkt dieser Hinweis diskriminierend und vermittelt den Eindruck, dass nur das, was die SZ bearbeitet und damit bewertet hat, den Kriterien des sogenannten Qualitätsjournalismus entspricht, der sich meines Erachtens mehr und mehr aus einem medialen Narzissmus nährt.
Man könnte dahinter aber auch fehlende Souveränität und einen massiven Minderwertigkeitskomplex vermuten. In diesem Falle hat die SZ ihn zu Recht.
PS: Es kann natürlich sein, dass es mir entgangen ist, dass irgendeine EU-Vorschrift diesen Vor-Vorspann neuerdings verlangt und sich die SZ daran hält. Dann erwarte ich in nächster Zeit einen Passus, der besagt, dass man vorher versichert, dass dieser oder jener Artikel ohne Einwirkung einer persönlichen Meinung verfasst wurde und deshalb zuvor von der KI überprüft wurde. Wie wäre es mit „KI zertifiziert“.
Ich versichere meinen Lesern, dass ich diesen KOMMENTAR im Zustand unbändiger Wut geschrieben habe und erwarte deshalb von ihnen nicht minder heftige KOMMENTARE, natürlich persönlich und ungeKIfft…
Raimund Vollmer
Johann Wolfgang von Goethe, 1821
Lanier nannte aber auch die Konsequenz aus dieser Transformation ins totale Anders – wenn aus einer realen Technologie ein Glaubenssystem entsteht. „Wir erleben die Geburt einer neuen Kirche“, sagte er im Jahr des Wechsels in das dritte Jahrtausend nach Christi Geburt. (R.V.)
Im Grenzenlosen sich zu
finden,
Wird gern der einzelne verschwinden,
Da löst sich aller Überdruss;
Johann Wolfgang von Goethe, 1821
Ist das unsere große Hoffnung, unsere große Illusion – wieder eins zu werden mit allem? Durch KI? Nicht eins zu werden mit der Natur, sondern mit der Virtualität?
Niemand anders als der Amerikaner Jaron Lanier (*1960), der Mann, der den Begriff der virtuellen Realität in die Welt setzte, hoffte im Jahr 2000, „dass man Künstliche Intelligenz besser als Glaubenssystem versteht denn als reale Technologie.“[1] Vergeblich. Wir leben am Schnürchen dieser Technologie – und wir tun es gerne. Wir fühlen uns wohl. Wir genießen sogar unser Unbehagen an der Kultur der Künstlichen Intelligenz. .[1] Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Juli 2000, Jaron Lanier: „Das neue Package“
Übrigens: Als am 21. August 2026 das Skript "Ohne uns: Baby-Boomer und Baby-Doomer" erschien, gab es laut Blogspot-Statistik knapp 100.000 Zugriffe. Offensichtlich sind KI-Maschinen darauf trainiert, sich bestimmte Stories zu bestimmten Begriffen einzuverleiben. Wer steht also hinter der KI? Eine künstliche Blödheit? Es macht mich jedenfalls nachdenklich, auch wenn es zu keinem Ergebnis führt...
Dass die Sprache für uns dichte
Und denke – eine deutsche Legende.
Im Klartext heißt das doch: Verzichte
Auf deinen eigenen Kopf: Verwende
Die Phrasen unserer Geschichte
Fülle wieder Busch und Tal und Bände
Mit autonomen Wortgefüge.
Und vergiss, dass so am Ende
Nichts entsteht als pure Lüge.
Günter Kunert (1929-2019), deutscher Schriftsteller
Mein Kommentar: Ein ultrakleines Sprachmodell, dieses wunderbare Gedicht, ein David gegen die KI. R.V.
"Es ist geschafft: Service besteht
heute in Deutschland aus dem sturen Blick
auf den Bildschirm.
Da darf der Kunde lange warten."
Beobachtung von heute morgen
(Fragt mich nicht wo, sonst darf ich dort noch länger warten)
„Die Herrschenden müssen bewacht werden, nicht die Beherrschten.“
Friedrich Dürrenmatt (1921-1990), Schweizer Schriftsteller
1992: 59 Prozent der Befragten meinen, dass jene Leute, die in den Nachrichten- und Unterhaltungsmedien arbeiten, ihre Produkte verkaufen statt ihre Werte zu vertreten“
Newsweek-Umfrage vom September 1992„Erfindungsgabe ist der einzige Beweis von Genie.“
Luc de Vauvenrgues (1715-1747), französcher Moralist
Eine unzeitgemäße Betrachtung von Raimund Vollmer
In den nächsten dreihundert Jahren müsse sich die Erdbevölkerung auf eine Milliarde Menschen reduzieren, meinte 1995 der deutsche Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Franz Josef Radermacher (*1950). Nur so könnten alle Menschen auf der Welt dieselbe Lebensqualität genießen. So viele Menschen – rund eine Milliarde – lebten um 1800 auf der Erde, zu Beginn der Industriellen Revolution, seit dem Beginn der Moderne, wie es die Geschichte definiert. Inzwischen sind es allerdings deutlich mehr als 7,5 Milliarden Menschen, dreimal mehr als 1950, dem Geburtsjahr Rademachers, dem Beginn der Lebenszeit meiner Generation. Vielleich sind wir, die Baby Boomer, die noch der Babypille entkamen, die wirklich letzte Generation.
***
„Mit der möglichen
Ausnahme von Adam und Eva wurden bis 1978 alle menschlichen Wesen innerhalb des
Körpers einer Frau empfangen“, schrieb 2023 das britische Wirtschaftsmagazin
‚The Econmist‘.Das galt in der Tat bis zum 25. Juli 1978. Da kam Louise Joy
Brown in Manchester zur Welt. Sie war das erste Retortenbaby. Seitdem steht der
Mensch als Species selbst in Frage. Wird der Mensch den Menschen auf Dauer
durch eine andere Species ersetzen? Opfern wir uns selbst dem Fortschritt - ausgerechnet
durch die „persönlichste Technologie“, wie der ‚Economist‘ titelt.
Wird der Mensch den Menschen systematisch verhindern, bis
wir auf eine Milliarde geschrumpft sind? Dank der Pille, die als erstes uns,
die Baby Boomer, von allen zukünftigen Generationen trennte?
Herrschen fortan die unpersönlichsten Technologien, die der Big Data und der Algorithmen – mit dem Ziel, die Erde zu retten? Schaffen wir den programmierten Menschen? Wer wird das sein?
***
Eine Milliarde Menschen – ist das wirklich die natürliche
Betriebsgröße der Erde? Erleben wir, was die Zahl der Menschen anbelangt,
momentan den Höhepunkt der Menschheitsentwicklung? Stehen wir an einem epochalen
Wendepunkt?
Der Dichter Paul Celan (1920-1970) würde sagen, wir stehen an einer „Atemwende“, an einem Richtungswechsel. Nicht die Politik, nicht die Wirtschaft, nicht die Wissenschaft, nicht die Technologie, nicht die Kultur hat diesen Wechsel vollzogen. Das waren wir, das waren wir selbst. Jeder von uns. Jeder aus unserer Generation. Alles andere war nur Beiwerk. Wir die Babyboomer sind die Generation, die sich selbst als Zukunft abschaffte und die Zukunft des Menschen neu programmierte. Die Zeugung des Menschen verlässt den Mutterleib.
(Aus meinem Manuskript "Ohne uns - Gibt es ein Leben nach dem Jetzt?")
Rechnen Sie damit, lebenslang
ein Verdächtiger zu sein
FAZ, 12. Juli 2013: Ein Gespräch mit dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar
„In Sachen des Gewissens ist die Mehrheit nicht zuständig.“
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Staatsmann
Wie weit sich der Journalismus inzwischen von sich selbst entfernt hat, ist inzwischen ausgerechnet bei dem Medium festzustellen, das sich einst als Hüter des Journalismus auftrat: Der Spiegel. Hier ein tagesaktuelles Beispiel für die Umwandlung des (ohnehin schon biederen) Nachrichtenstils in die komplette Inhaltslosigkeit. Das kann wahrscheinlich sogar die KI auf ihrer niedersten Stufe besser.
"Der Artikel beleuchtet aktuelle politische Debatten und Entwicklungen in Deutschland und international. Im Fokus stehen die Befugnisse des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) im Vergleich zu ausländischen Diensten und die Inszenierung eines AfD-Spitzenkandidaten. Weiterhin wird die herausfordernde Position eines britischen Politikers, der als "Mr. Brexit" bezeichnet wird, thematisiert.
Selbst die dann folgende Detaillierung ist absolut nichtssagend. Ich glaube, wenn "Der Spiegel" leere Seiten veröffentliche würde, wären diese inhaltsreicher als diese Nontexte... R.V.
Kommentar: Einer wie Heinrich Heine, der mit seinem „Buch der Lieder“ 1827, also vor bald 200 Jahren, einen Bestseller landete, ärgerte sich dereinst über die vielen Raubkopien, die davon gemacht wurden. Hätten die Verleger die Lizenz zum Nachdruck bezahlt, hätte er nie bei seinen reichen Verwandte betteln müssen. Raubdrucke waren damals üblich – und lassen das Verlagswesen nicht minder autorenverachtend dastehen wie heute die AI-Konzerne, die ihre Maschinen hemmungslos mit Werken füttern, deren Copyrights die Verlage für sich reklamieren. Die eigentlichen Urheber gehen ohnehin leer aus. Es war ein Gesetz notwendig, als Zeitungsverleger ihre Archive ins Netz stellten, ohne die Autoren zu fragen oder zu entlohnen. Erst nachdem die Jurisprudenz festgestellt hatte, dass das Internet erst nach 1994 als ein allgemeines Medium gesehen werden darf, für die sich die Verleger die Rechte gesichert hatten, war klar, dass sie ihre Autoren für alles, was davor war, bezahlen mussten. Freiwillig haben sie es nicht getan.
Es ist deshalb eine schäbige Diskussion, bei der sich die Verlage nicht schämen, sich nunmehr hinter den Rechten ihrer Autoren zu verstecken, die sie in den Jahrhunderte davor so oft im Stich gelassen haben. R.V.
"Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet."
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Dichter
„Es ist nicht möglich, mit den Menschen zusammenzuleben, wenn man ihre Hintergedanken kennt.“
Albert Camus (1913-1960), französischer Literaturnobelpreisträger
1952: „Krieg bedeutet die Konzentrierung aller Kräfte auf ein einziges Ziel, für dessen Erreichung überhaupt kein Opfer zu groß ist; aber dieses Ziel ist negativ und illusorisch.“
Golo Mann (1909–1994), deutscher Historiker, in "Geschichte und Geschichten, Seite 158
Dieses Bild fand ich bei meinem Friseur in Großformat. R.V.
... und der Softwarebranche...
„Denen, die in dieselben Flüsse hineinsteigen, strömen andere und wieder andere Wasserfluten zu.“
Heraklit (520-480 v.Chr.), griechischer Philosoph
„Es ist der verborgene Geist, der an der Gegenwart pocht, der noch unterirdisch, der noch nicht zu einem gegenwärtigen Dasein gediehen ist und heraus will, dem die gegenwärtige Welt nur eine Schale ist, der einen anderen Kern in sich schließt, als der zur Schale gehörte.“
Hegel (1770-1831), deutscher Philosoph
1989: »Das ist nun mal das Wesen der Computer: Dienst nach Vorschrift.«
Gerhard Wohland, deutscher Industrieberater
Aus eignem Schoß ringt los
sich der Barbar,
Der,
wenn erst ohne Zügel, alles Große,
Die
Kunst, die Wissenschaft, den Staat, die Kirche
Herabstürzt von der Höhe, die sie schützt,
Zur
Oberfläche eigener Gemeinheit,
Bis alles gleich, ei ja, weil alles niedrig.
Franz Grillparzer
(1791-1872), österreichischer Dramatiker
„Nur der Betrug entehrt, der Irrtum nie.“
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799),
deutscher Philosoph und Physiker
Der Mensch denkt, das Auto lenkt
Die Zeit, 5. Juli 1996, über Vita, den "elektronischen Chauffeur" von "Daimler-Benz", an dessen Erprobung sich die EU zur Hälfte beteiligte
„Der
Mensch ist eine Übergangsgestalt, die nicht endgültig ist, denn im Menschen und
über ihn hinaus gibt es eine strahlende Stufenleiterdie zu einem göttlichen
Übermenschentum führt. Dort liegt unser Geschick und befindet sich der
befreiende Schlüssel zum Verständnis unserer von Sehnsucht erfüllten, aber
ständig von Schwierigkeiten erfüllten und höchst irdischen Existenz… Aus dem
materiellen Bewusstsein, in dem unser Denken und Fühlen wie ein angeketterter
Sklave arbeitet, erhebt sich langsam die Scheibe einer berbprgenen Sonne der
Kraft, Freude und Erkenntnis. Die leibliche Gestalt wird einst der ‚supermind‘,
der übermenschliche Menschengeist.“
Sri Aurobindo (1872-1950), indischer Philosoph und Yogi
„Die
Geschichte hat es mit alten Geschichten zu tun, und die Aufgabe des Historikers
ist es, auch und wieder, Geschichte zu erzählen.“
Thomas Nipperdey (1927-1992), deutscher Historiker
„Es fällt uns schwerer, die Gefühle, die wir empfinden, zu verbergen,
als Gefühle, die wir nicht empfinden, vorzuspiegeln.“
François de La Rochefoucauld (1613-1680),
französischer Moralist
„Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.“
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichterfürst
Was soll ich bloß von mir halten, der ich inzwischen viele Menschen in der Politik als lächerlich empfinde?
R.V.
„Das Beste an der Geschichte ist der Enthusiasmus, den sie erweckt.“
Sir Winston Churchill (1874-1965) britischer Staatsmann und
Nobelpreisträger
"Es gibt zu viele Programmierer,
genauso wie es zu viele Juristen gibt."
Bob Frankston, Schöpfer des ersten Spreadsheet-Programms Visicalc, das zuerst von Lotus und dann von Microsoft (Excel) grandios kopiert wurde
Es stand übrigens in der Journalyse vom 19. August 1992, die damals in Papierform erschien
"Wer kauft beim häßlichen Deutschen?"
Die Zeit, 16. Oktober 1992 mit den Dachzeilen:
Fremdenhaß und die Folgen:
Rechtsextremistische Krawalle schrecken das Ausland auf. Die Wirtschaft
befürchtet Schaden für den Industriestandort
Fotos: Raimund Vollmer
"Die Seele wird gleich mitgeliefert."
Helmut Schelsky (1912-1984), deutscher Soziologe
Ein Versuch, die Welt assoziativ zu verstehen - Von Raimund Vollmer
Gestern nachmittag:
"Was ist dein Tipp?" -
"2:0" -
"Für Deutschland?" -
"Ja." -
"Glaubst du das auch?" -
"Nein."
Dieser kleine Dialog sagte alles. Wir glauben schon lange nicht mehr das, was wir wetten. Vor uns selbst wissen wir sehr genau, was die Stunde geschlagen hat. Aber wenn wir es zugeben würden, müssten wir ja auch die Konsequenzen daraus ziehen und unsere Komfortzone verlassen. In eine Kombatzone einsteigen. So tippt man lieber 2:0 gegen sich selbst, als das Lügengebäude zu verlassen, in dem wir alle uns längst niedergelassen haben. Wenn es heute in der Reaktion auf das Spiel der Deutschen gegen Paraguay heißt: "Deutschland ist nicht mehr Deutschland", dann wurden wir in der Auslandspresse mit genau diesem Lügengebäude konfrontiert, in dem wir uns ja nicht nur im Fußball, vielleicht sogar da am wenigsten, aufhalten. Dass die Automobilindustrie, um nur ein sehr bekanntes Beispiel zu nennen, in seine eigene "Kohle- und Stahl-Krise" hineinschliddert, ist bestimmt seit zehn Jahren bekannt, aber statt die Herausforderungen anzugehen, hat man sich die Taschen vollgestopft. Heute lamentiert in der FAZ der scheidende Präsident des Medienverbands der Freien Presse (MVFP), Philipp Welte, über die Nöte seiner Zunft mit den "Digitalmonopolisten und KI-Konzerne" (FAZ), die den Journalismus und die Demokratie zerstören. "Ohne freie Presse keine freie Gesellschaft") Es ist die alte Leier, die trotzdem falsch klingt, obwohl sie gut gestimmt zu sein scheint. Er verschweigt das komplette Versagen dieser Verlegen, die einen angestammten Markt nach dem anderen haben kampflos an diese Bösewichter und Bösewichtinnen übergeben haben. Es wundert einen ja auch nicht, wenn Beraungsfirmen feststellen, dass in Deutschland nur noch in den Bestand investiert wird. Wir haben schlichtweg vor lauter Fremdsparern (man spart immer nur bei anderen, diese Berufsgruppe nennen sich Betriebswirte) die Unternehmer hinausgespart.
Ach, das ließe sich ja alles beliebig fortsetzen und hier in der Journalyse haben wir inklusive der Kommentatoren schon seit Jahren versucht, gegen die Wetteinsätze (auch der selbstbezüglichen Presse) zu wettern. Aber natürlich kommen wir nicht gegen die Mainstream-Illusionen nicht an. Wer sind wir überhaupt, was erlauben? Vielleicht genau dort, wo Eleanor Roosevelt, jeden von uns sah, als sie 1948 als Vorsitzende der Menschenrechtskommission war und die "Erklärung der Menschenrechte" verkündete:
"Wo beginnen die universellen Menschenrechte? An den kleinen Orten, nahe dem eigenen Zuhause. So nah und so klein, dass diese Orte auf keiner Weltkarte zu finden sind. (...) Die Nachbarschaft, in der wir leben, die Schule oder die Universität, die wir besuchen, die Fabrik, der Bauernhof, das Büro, in dem wir arbeiten. Das sind die Orte, wo jeder Mann, jede Frau, jedes Kind gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Würde ohne Diskriminierung sucht. Wenn diese Rechte hier nicht gelten, gelten sie nirgendwo."
Dieser kleine Ort, dieses Zuhause, ist immer noch nicht trotz aller Tracking-Software auf keiner Weltkarte zu finden. Aber es ist der Ort, wo alles begann - die Familie, und wo sich alles entwickelte, die Gesellschaft. Aber was wir in der Familie sagen ist nicht mehr das, was wir in der Gesellschaft sagen. Wir können sicher sein, dass Philip Welte sehr genau um die Versäumnisse seiner Zunft weiß, aber in "Gesellschaft", in der Öffentlichkeit, nach staatlicher Unterstützung schreit. Und der stürzt sich gerne auf jede Notsituation - denn die Rettung ist ja sein Geschäft.
Sagt er. Wetten? Aber glaubt er es auch? Er tut nur noch so.
Wir sind im Elfmeterschießen. Im Elfmeterpunkt liegt die Wahrheit.
Punkt.