Dienstag, 3. Januar 2012

Silicon.com: Aus der Zitatensammlung 2011

»We do not have to build in more and more but rather to simplify. We saw this with Apple... who managed to change an entire industry - and that is what we want to do.«
SAP co-chairman Jim Hagemann Snabe, am 1. März 2011

Kommentar: Ach, wenn es doch so einfach wäre, alles einfacher zu machen

Silicon.com: Die schönsten Bilder aus der Welt der IT...

... hat die Website Silicon.com für ihre Leser zusammengestellt. Wenn Sie Lust & Laune haben, schauen Sie doch einmal rein. HIER.

Big Data über Big Data: 100 Milliarden Ersparnis

»In den entwickelten Ländern Europas könnten die Regierungsbehörden mehr als 100 Millionen Euro dadurch einsparen, dass sie Big Data besser nutzen, um ihre behördlichen Verfahren zu verbessern. Dabei ist nicht eingerechnet der Gewinn, der durch die Reduzierung von Betrug und Irrtum erzielt werden könnte oder durch die Steigerung der Steuereinnahmen.«
McKinsey in einem 2011 erschienenen Report über "Big Data"

Der Gewinner der schlimmsten Fußnote ist Lèo Apotheker...

... meint die Blog-Autorin Michelle Leder, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Fußnoten in den Eingaben von börsennotierten Firmen an die Börsenaufsicht auf Hinweise zu überprüfen, die die Unternehmen am liebsten verheimlichen möchten und deshalb in Fußnoten verstecken.
Lèo Apotheker wurde 2011 als "Gewinner der schlimmsten Fußnote" gebrandmarkt: Als Chef von HP erhielt er 36 Millionen Dollar an Vergütung für weniger als ein Jahr Arbeit, wobei in seiner kurzen Amtszeit der Kurs der Aktie um 40 Prozent fiel. Mehr hier.

Montag, 2. Januar 2012

Die Hierarchie der vernetzten Welt

Kommentar. Als Kommunismus pur hatte in den neunziger Jahren noch Bill Gates das Internet verteufelt. Dass es das "Netz der Netze" sei, war es in jener Zeit gefeiert worden. Mehr Hierarchie solle es nicht geben, kämpften die Apologeten des Internets für totale Freiheit und Demokratie im Netz. Keine zwei Jahrzehnte später ist das Internet "Kapitalismus pur" mit einer mehrstufigen Hierarchie, an deren Spitze Firmen wie Apple, Google, Facebook und Amazon stehen. Sie sind das heilige AGFA des Netzes. Und der Chef des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe, Peter Weibel, sorgt sich bereits um die Demokratie.
In der Tat - das Internet an sich ist nichts wert. Vinton Cerf, der Mann, der dem Netz sein egalitäres Kommunikationsprotokoll gab, hatte dereinst den Wert des Netzes über alles gestellt, indem er die exponentiell steigende Zahl der Verbindungen, die das Internet potentiell bietet, als Welt- und Wertformel definierte. Heute fragt niemand mehr danach. Heute wird der Wert nur noch Unternehmen zugeordnet. Firmen wie Facebook, die soviel umsetzen wie Daimler Gewinn macht, sind an der Börse doppelt soviel wert. Und Apple, die nun meint, dass ihr alles gehört (manche sagen, sie habe sich inzwischen sogar das Rechteck patentieren lassen), wird als das nach Exxon wertvollste Unternehmen der Welt gefeiert. Google und Amazon sind mit ihren Ansprüchen fast schon lahme Enten im Vergleich zu den beiden anderen Aggressoren.
Allen gemeinsam ist, dass sie eigentlich mit gar nichts schachern können außer mit der Verbindung zu uns, den Konsumenten. Sie meinen uns, die wir Millionen und demnächst Milliarden zählen, hinter sich zu haben. Mit unseren Adressen laufen sie zu uns und sagen, dass wir nun als Aktie (mit stetig steigendem Wert) das kaufen sollen, was uns eigentlich schon lange gehört: die Verbindung zum Netz. Wir, die Verbraucher, müssten an der Spitze der Hierarchie stehen - einer Hierarchie, die sonst niemanden mehr anerkennt.
Die Gegner einer solchen Philosophie sagen nun, dass unter diesen Bedingungen niemand mehr in das Internet investieren würde. Das ist Quatsch. Wenn Facebook demnächst an der Börse mit 100 Milliarden Dollar bewertet wird, dann wird niemand behaupten können, dass zwischen dem tatsächlichen Investment von Zuckerberg & Co. und dem Börsenwert ein in irgendeiner Form gerechtfertigter Zusammenhang besteht. Die wahren Investoren, die diese Summe rechtfertigen, sind die 800 Millionen Benutzer weltweit. Und diese haben in erster Linie in sich selbst und ihre Verbindungen investiert, nicht in Facebook.
Wir, die Journalisten und Analysten, sollten uns in den nächsten Monaten ganz genau überlegen, ob diese Unternehmen es wirklich wert sind, dass wir sie anhimmeln und vergöttern.
Der Kunde ist der König des 21. Jahrhunderts. Und sonst niemand. Wer das anerkennt, wird auch zu einer besseren Bewertung jener Firmen kommen, mit denen wir, die Verbraucher, seit Jahrzehnten im Geschäft sind und deren Produkte wir nach wie vor kaufen. Wenn diese Firmen noch nicht einmal mehr an der Börse das wert sind, was sie an realem, materiellem Vermögen in ihren Büchern haben, dann stimmt da einiges nicht mehr. Denn wir sollten daran danken, dass wir - die Könige des 21. Jahrhunderts - das Geld, das wir im Netz ausgeben, weitestgehend auch in diesen Unternehmen verdienen. Hier sind unsere Arbeitsplätze. Hier bringen wir unser Wissen und Können ein - und oftmals auch unsere Leidenschaft, unsere Emotionen.
Es wird Zeit, dass die Realwirtschaft wieder die Werte setzt. Denn es sind unsere Werte.

Das sind ja mal Aussichten

»Bei 20 der 50 größten europäischen Konzerne liegt der aktuelle Börsenwert mittlerweile niedriger als das Eigenkapital - eine historisch seltene Konstellation. Auch Daimler, Volkswagen und der russische Energieriese Gazprom kosten derzeit weniger, als sie an Vermögen in ihrer Bilanz ausweisen.«
Handelsblatt, 2.1.2012

Zum Jahresauftakt: Dinner for Merkelle

Sonntag, 1. Januar 2012

Zum Jahreswechsel: Die Trends, die jeder kennt...

... und an denen man erkennt, mit wieviel Phantasie und Vorstellungskraft unsere IT-Unternehmen geführt werden, wer das wissen will, der schaue einmal in diese Prognosen hinein, die Ralph Haupter, Geschäftsführer Microsoft Deutschland, im SaaS-Magazin von seinem Ghostwriter hat schreiben lassen. Lesen Sie HIER (oder lassen Sie es bleiben).
Da ist das, was die Journalisten von Computerworld weltweit schreiben, schon sehr viel informativer... Lesen Sie HIER.

Samstag, 31. Dezember 2011

Börsen: 6.300.000.000.000 Dollar in 2011 vernichtet...

...berichtet heute die Financial Times (UK). Sie zitiert dabei die Finanzdatenagentur Bloomberg. Die Börsenkapitalisierung aller Unternehmen sank weltweit um 12,1 Prozent auf
45.700.000.000.000 Dollar.

Journalyse-Quelle: Financial Times, 31.12.2011: $6.3tn wiped off markets in 2011

Freitag, 30. Dezember 2011

Prognosen 2015: 25 Milliarden Geräte im Internet...

... und 50 Milliarden in 2010. So mutmaßt Cisco in einer Projektion für das "Internet der Dinge". Mal sehen, wer das mal nachzählen wird. Für 2010 galt jedenfalls die Zahl 6,9 Milliarden. Sagt Cisco.

Deutsche Telekom: Teure Schmiergelder...

... waren das, was der einstige Monopolbetrieb nun in einem Vergleich mit der amerikanischen Börsenaufsicht SEC zahlen muss: 4,3 Millionen Dollar zahlt die Telekom direkt und weitere 90,8 Millionen Dollar über ihre Tochter Magyar Telekom an die SEC. In den Jahren 2005 und 2006 sollen Manager der Auslandstochter durch Bestechung den Eintritt von Wettbewerbern in den Markt von Mazedonien und Montenegro verhindert haben.

Kommentar: Nun schafft ein Vergleich diese offensichtliche Übeltat aus der Welt. So einfach ist das. Dass sich die Deutsche Telekom in den USA nit ihrer Mobiltochter in diesem wettbewerbsintensiven Markt nicht halten konnte, wissen wir spätestens, nachdem das Unternehmen sein Engagement an den Altmonopolisten AT&T verkaufen wollte - und dabei an den Wettbewerbsbehörden scheiterte. Dass man aber auch schon in so winzigen Märkten wie denen von Mazedonien oder Montenegro nur mit unlauteren Mitteln reussieren kann, lässt doch sehr tief blicken.

Zum Jahreswechsel: Versteht Watson wirklich unsere Fragen?

Was würde Watson wohl auf diese Frage antworten? Der Computer, der seit Februar 2011 für das Höchstmaß an künstlicher Intelligenz steht, ist nach wie vor weit davon entfernt, mit uns Menschen gleichzuziehen. Denn ihm fehlt das Bewusstsein seiner selbst. Es war der grandiose Trick von Alan Turing, dem Vater aller künstlichen Intelligenz, dass er das Thema "Bewusstsein" ausklammerte. Stattdessen hatte er in seinem heute als Turing-Test gefeierten Vergleich gefordert, dass dann die maschinelle Intelligenz mit der des Menschen gleichgezogen habe, wenn wir, die Mehrheit der Menschen, nicht mehr unterscheiden können, ob Antworten auf unsere Fragen aus einem Computer kommen oder aus dem menschlichen Gedächtnis und Denkvermögen. Bislang soll immer noch der Mensch gesiegt haben.
Turings Trick war trotzdem bislang äußerst erfolgreich. Denn hätten sich die Entwickler weiterhin mit der Frage herumgeplagt, ob ein eigenes Bewusstsein die Voraussetzung für die Anerkennung künstlicher Intelligenz sei, hätte es niemals diesen Fortschritt gegeben. Wir wären immer auf Position Null zurückgefallen. Es ist aber ein Trick, für den wir irgendwann einmal den Preis bezahlen müssen. Wie in den Naturwissenschaften, die in den letzten 300 Jahren einen gewaltigen Erfolg nach dem anderen hingelegt haben, nachdem sie alle erkenntnistheoretischen Fragen ausgeklammert hatten. Das große Problem, das die Philosphen seit Jahrhunderten beschäftigten, war die Frage gewesen, ob wir über unseren Verstand (und damit auch über unsere Intelligenz) objektiv Aussagen machen können, solange unser Verstand auch das Instrument ist, mit dem wir den Verstand beurteilen. Letztlich ist dies eine Frage, die eigentlich nur Außerirdische beantworten könnten - oder Computer mit künstlicher Intelligenz. Möchte man meinen. Das Problem ist nur, dass die Rechner dann auch bei Verstand (und damit bei Bewusstsein) sein müssten. Und diesen Verstand hätten sie ja letztlich von uns geerbt. Es sei denn diese Maschinen bauten sich selbst. Auch das war ein Traum dieses Alan Turings, des Briten, der den im 2. Weltkrieg von den Deutschen ersonnenen Verschlüsselungsapparat Enigma knackte. Und der an einer Computerserie namens Collossos mitwirkte, die bereits damals so intelligent war, dass nach dem Krieg die Amerikaner dessen Vernichtung von den Briten verlangte. Der Computer war ihren eigenen Systemen haushoch überlegen. Erst in den neunziger Jahren hatten die Amerikaner etwas Gleichwertiges. So sagt es die Legende.
Watson ist nur ein Besserwisser, ein Eierkopf. Er ist noch keiner, der uns wirklich versteht. Noch nicht einmal unsere einfachsten Fragen. Die Antworten hat er alle von uns.