Gestern rief ich irgendeinen über einen Link auf meinem Browser beworbenen Online-Artikel aus der Süddeutschen Zeitung auf. Da hieß es gleich als Warnung, dass man den Bericht von dpa (deutsche presse agentur) übernommen habe, ohne dass er von der SZ bearbeitet worden sei. (Ich wollte mir heute morgen den Artikel bei der SZ nochmals ansehen, um den genauen Wortlaut zu übernehmen, aber das wurde mir sehr schnell zu umständlich, so dass ich jetzt aus dem Gedächtnis den Inhalt dieser Warnung wiedergebe.)
Ich war entsetzt – über diese Arroganz, schaute dann heute morgen in meiner Zeitung (FAZ) nach, ob die Redaktion bei Agenturmeldungen auch den Hinweis vorausschickt, der besagt, ob der Artikel bearbeitet wurde oder nicht. Natürlich steht da nichts, sondern nur das Kürzel wie dpa oder epd. Schwarz auf Weiß, auf Papier.
Für mich hört sich dieser Hinweis in der SZ so an, als ob man sich von dem distanziere, was man zugleich veröffentlicht. Die Kollegen bei dpa sind nicht besser oder schlechter als die der SZ. Der Unterschied ist nur, dass die dpa-Story nicht exklusiv ist. So aber wirkt dieser Hinweis diskriminierend und vermittelt den Eindruck, dass nur das, was die SZ bearbeitet und damit bewertet hat, den Kriterien des sogenannten Qualitätsjournalismus entspricht, der sich meines Erachtens mehr und mehr aus einem medialen Narzissmus nährt.
Man könnte dahinter aber auch fehlende Souveränität und einen massiven Minderwertigkeitskomplex vermuten. In diesem Falle hat die SZ ihn zu Recht.
PS: Es kann natürlich sein, dass es mir entgangen ist, dass irgendeine EU-Vorschrift diesen Vor-Vorspann neuerdings verlangt und sich die SZ daran hält. Dann erwarte ich in nächster Zeit einen Passus, der besagt, dass man vorher versichert, dass dieser oder jener Artikel ohne Einwirkung einer persönlichen Meinung verfasst wurde und deshalb zuvor von der KI überprüft wurde. Wie wäre es mit „KI zertifiziert“.
Ich versichere meinen Lesern, dass ich diesen KOMMENTAR im Zustand unbändiger Wut geschrieben habe und erwarte deshalb von ihnen nicht minder heftige KOMMENTARE, natürlich persönlich und ungeKIfft…
Raimund Vollmer
Warum fragen Sie nicht mal die SZ wie sie das genau meint; warum manchmal dieser Hinweis kommt (eher selten) und meist nur dpa oder edp steht?
AntwortenLöschenIn jener Gegend reist man jetzt nicht gut;
AntwortenLöschenUnd hast du Geist, sei doppelt auf der Hut!
Man lockt und liebt dich, bis man dich zerreißt.
Schwarmgeister sind's - dafehltesstetsan Geist.
Friedrich Nietzsche
Man sieht: von der SZ nicht bearbeitet. Trotzdem aktuell und gut!
LöschenMan kann sich auch ohne Grund aufregen: Offenbar wird in der Redaktion der SZ noch (manchmal) gearbeitet, sprich Nachrichten und Beiträge redigiert, korrigiert und ausgewählt. Andere Lassen da direkt die KI ran…
AntwortenLöschenRichtig!
Löschen'Ich war entsetzt'
'unbändige Wut-
Was soll das?
Das ist billiger SM Kommentarstil.
'Ich weiß etwas nicht, also rege ich mich wahnsinnig auf.
Das amerikanische Republikaner- und Demokratengehabe schwappt immer mehr zu uns rüber.
LöschenOhne nieder machen, reinhauen, rotzlöffeln geht eben heute ein Diskurs nicht mehr.
LöschenIch gebe wenigstens zu, dass mich das aus meiner Sicht anmaßende Verhalten der SZ wütend gemacht hat. Einfach nur "dpa" hätte genügt. So aber klingt es nach Distanzierung. Als ich noch bei einer Tageszeitung gearbeitet habe, habe ich es immer wieder mit dpa-Material zu tun gehabt. Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, den Zusatz "haben wir nicht bearbeitet" darüber zu setzen. Dpa ist dpa ist dpa. Und nach 50 Jahren Journalismus darf man auch mal rotzlöffeln. Aber danke, dass gegengerotzlöffelt wurde.
LöschenDie Unbedingtheit ist eine gefährliche deutsche Eigenart.!
Löschen"Nicht spitzfindig sein, sondern klug, woran mehr gelegen. Wer mehr weiß, als erfordert ist, gleicht einer zu feinen Spitze, dergleichen gewöhnlich abbricht. Ausgemachte Wahrheit gibt mehr Sicherheit. Es ist gut, Verstand zu haben, aber nicht, aber nicht ein Schwätzer zu sein.... Besser ist ein guter solider Kopf, der nicht mehr denkt, als die Sache mit sich bringt.
AntwortenLöschenBaltasar Gracián
Handorakel und Kunst der Weltklugheit
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Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.
AntwortenLöschenDer höhere Mensch hat Seelenruhe und Gelassenheit,
AntwortenLöschender gewöhnliche ist stets voller Unruhe und Aufregung.
Übrigens und nebenbei: Meine Rotzlöffelei ist wenigstens nicht anonym.
AntwortenLöschenVöllig korrekt und auch nachvollziehbar. Manchmal kann einem schon die Hutschnur platzen 😉
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