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Freitag, 21. August 2026

Ohne uns: Baby-Boomer und Baby-Doomer

Eine unzeitgemäße Betrachtung von Raimund Vollmer

In den nächsten dreihundert Jahren müsse sich die Erdbevölkerung auf eine Milliarde Menschen reduzieren, meinte 1995 der deutsche Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Franz Josef Radermacher (*1950). Nur so könnten alle Menschen auf der Welt dieselbe Lebensqualität genießen. So viele Menschen – rund eine Milliarde – lebten um 1800 auf der Erde, zu Beginn der Industriellen Revolution, seit dem Beginn der Moderne, wie es die Geschichte definiert. Inzwischen sind es allerdings deutlich mehr als 7,5 Milliarden Menschen, dreimal mehr als 1950, dem Geburtsjahr Rademachers, dem Beginn der Lebenszeit meiner Generation. Vielleich sind wir, die Baby Boomer, die noch der Babypille entkamen, die wirklich letzte Generation.

***

 „Mit der möglichen Ausnahme von Adam und Eva wurden bis 1978 alle menschlichen Wesen innerhalb des Körpers einer Frau empfangen“, schrieb 2023 das britische Wirtschaftsmagazin ‚The Econmist‘.Das galt in der Tat bis zum 25. Juli 1978. Da kam Louise Joy Brown in Manchester zur Welt. Sie war das erste Retortenbaby. Seitdem steht der Mensch als Species selbst in Frage. Wird der Mensch den Menschen auf Dauer durch eine andere Species ersetzen? Opfern wir uns selbst dem Fortschritt - ausgerechnet durch die „persönlichste Technologie“, wie der ‚Economist‘ titelt. 

Wird der Mensch den Menschen systematisch verhindern, bis wir auf eine Milliarde geschrumpft sind? Dank der Pille, die als erstes uns, die Baby Boomer, von allen zukünftigen Generationen trennte?

Herrschen fortan die unpersönlichsten Technologien, die der Big Data und der Algorithmen – mit dem Ziel, die Erde zu retten? Schaffen wir den programmierten Menschen? Wer wird das sein?

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Eine Milliarde Menschen – ist das wirklich die natürliche Betriebsgröße der Erde? Erleben wir, was die Zahl der Menschen anbelangt, momentan den Höhepunkt der Menschheitsentwicklung? Stehen wir an einem epochalen Wendepunkt?

Der Dichter Paul Celan (1920-1970) würde sagen, wir stehen an einer „Atemwende“, an einem Richtungswechsel. Nicht die Politik, nicht die Wirtschaft, nicht die Wissenschaft, nicht die Technologie, nicht die Kultur hat diesen Wechsel vollzogen. Das waren wir, das waren wir selbst. Jeder von uns. Jeder aus unserer Generation. Alles andere war nur Beiwerk. Wir die Babyboomer sind die Generation, die sich selbst als Zukunft abschaffte und die Zukunft des Menschen neu programmierte. Die Zeugung des Menschen verlässt den Mutterleib.

(Aus meinem Manuskript "Ohne uns - Gibt es ein Leben nach dem Jetzt?")

26 Kommentare:

  1. Es gab ein Leben vor dem Menschen - und natürlich gibt es auch viel Leben nach den Menschen!

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    1. Der erste Mensch – wie konnte der sich überhaupt vermehren? Mangels Partner oder Partnerin war das doch eigentlich gar nicht möglich. Vielleicht ist doch was dran an der Story von Adams Rippe.

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    2. Klar ist da was dran. Dem Mann fehlt bis heute ein Gen.

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    3. Wenn man über den Sündenfall nachdenkt, fragt man sich, warum Adam und Eva nicht Chinesen waren.
      Die hätten doch den Apfel links liegen lassen und die Schlange gegessen.
      Und wir wären heute alle noch im Paradies.

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  2. Radermachers Theorie ist Mumpitz.
    Solange es Menschen, solange es Lebewesen gibt, wird es niemals dieselbe Lebensqualität für jeden geben. Radermachers hat weder Natur noch Biologie verstanden - nur den theoretischen Marxismus.

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    1. Sorry! Theoretischen Sozialismus!
      Marx war differenzierter.

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  3. Ach Radermacher!21. August 2026 um 12:52

    Oi oinziche bleede Idee ko oim dr ganze Dag versaue!

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  4. Das was wir in der Welt nicht verstehen, ist immer der Mensch.

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  5. Die Wahrheit ist immer konkret.
    Lenin

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  6. Der Economist hat schlecht recherchiert.
    Maria hat auch außerhalb des Körpers empfangen.
    Oder war Jesus kein menschliches Wesen?

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    1. Jesus war ein Astronaut - oder ein Alien

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  7. Wenn 6 Mio. von der Erde verschwinden sollen, wie Radermacher fabuliert, steht uns eine schlimme Zukunft bevor.
    Die allermeisten müssen sich so aufführen, dass sie in die Hölle kommen. Denn es steht geschrieben:
    144.000 Menschen passen ins Himmelreich.
    Offenbarung d. Johannes 14:1.3

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    1. Im April 2022 löste der Ulmer Professor Franz Josef Radermacher auf den 10. Königsbronner Gesprächen einen Eklat aus, als er sich in der Debatte um den Ukraine-Krieg und den russischen Präsidenten Wladimir Putin Verständnis für Russland sowie sofortige Verhandlungen mit Putin forderte.

      Mehr ist zu diesem Radebrecher nicht zu sagen.

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  8. Ach Radermacher!22. August 2026 um 15:22

    Allen diesen gelobten Weisen der Lehrstühle war Weisheit der Schlaf ohne Träume: sie kannten keinen besseren Sinn des Lebens.
    Auch noch heute wohl gibt es einige, wie diesen Prediger der Tugend, und nicht immer so ehrliche: aber ihre Zeit ist um. Und nicht mehr lange stehen sie noch: da liegen sie schon.
    Also sprach Zarathustra.
    Friedrich Nietzsche
    Von den Lehrstühlen der Tugend

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  9. "Herrschen fortan die unpersönlichsten Technologien, die der Big Data und der Algorithmen – mit dem Ziel, die Erde zu retten? Schaffen wir den programmierten Menschen? " (Vollmer)
    Die Menschheit wird tatsächlich nie wirklich die Welt retten wollen, sondern jeder oder einzelne Gruppen nur sich selbst. So ist das schon seit 3000 Jahren.
    Zu UN-Konferenzen werden weiterhin aus aller Welt Delegierte mit ihren
    Gruppen anfliegen, in einer Woche den CO² Jahresverbrauch einer Großstadt verbrauchen und appelliernde Abschlussdokumente für's Archiv beschließen. Zur gleichen Zeit geht die Frau des Delegierten Shopping und auf Beautytour in NY und lässt- by the way - dort ihre Eizellen sicher einfrieren.
    NGOs und andere Interessengruppen halten die Debatten am köcheln, solange sie selbst davon profitieren.
    Gemeinsame Interessen müssen persönlich erlebbar sein, um allgemeine Wirkung zu erzielen.
    Wo sind die bei einem darbenden Mongolen und der Influencerin auf Ibiza, einer Arbeitslosen am Amazonas und dem Besucher der Bootsmesse in Düsseldorf?
    Ich fürchte eher, dass Algorithmen den Abstand unter den Menschen in ihren Bedürfnissen vergrößern.
    Je mehr wir mit dem Internet von den existierenden Lebenswelten erfahren könnten, desto weniger interessieren wir uns dafür, denn in unseren Gruppen sind wir mit uns selbst schon genug beschäftigt. Wir können uns nicht um Radermachers Phantasien in 300 Jahren auch noch kümmern.

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    1. Wir leben in einer Welt der Scheinheiligen und der Scheinriesen

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    2. Es gibt nichts unpersönlicheres als die Menschheit!

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    3. Aber die Heiligen und Riesen haben heute auch ein fürchterliche Performance.

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  10. Babypille?
    Wusste gar nicht, dass es die schon gibt. Vielleicht sind wir deshalb heute alle so Anti?

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    1. Das ist eine kryptische Botschaft. Auch beim zweimaligen Draufblick verschließt sich der Einblick.

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  11. Eigentlich haben wir doch was gegen Babys - haben also eine Anti-Babypille. Die Babypille, die den Adam überflüssig macht, war mir noch nicht geläufig...

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  12. Zuerst verwirren sich die Werte, dann verwirrt sich das Denken. Und wenn sich das Denken verwirrt, dann gerät die Politik in Unordnung. Und wenn das passiert, stürzt der Himmel ein.       

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    1. Jeder aktuelle gesellschaftliche Treibsand und unsinnstiftender Gedanke wird uns erst angebiedert, aufgedrängt,
      beschäftigt Politik und soll im Grundgesetz verankert werden.
      Unsere Werte werden verwässert, umgedeutet, marginalisiert.
      Konfuzius lässt grüßen.

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  13. Koreanisches Sprichwort23. August 2026 um 09:36

    „Selbst wenn der Himmel einstürzt, gibt es ein Loch, durch das man entkommen kann“

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