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Freitag, 26. Juni 2026

Nachschlagzeile: Alternde Gesellschaft

 "Die alternde Gesellschaft ist keine Lustpartie"

3. Juni 1995, FAZ

18 Kommentare:

  1. Benjamin Franklin26. Juni 2026 um 11:31

    „Der unzufriedene Mensch findet keinen bequemen Stuhl“.

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  2. Es ist ein Zeichen des beginnenden Alters, wenn man auf einmal Lust kriegt, Bücher wieder zu lesen, die man schon kennt. Noch einen Schritt näher an das Grab, und man liest überhaupt nur noch Bücher, die man schon kennt.
    Hermann Bahr (1863 - 1934), österreichischer Schriftsteller, Dramatiker sowie Theater- und Literaturkritiker

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  3. Edgar Allan Poe26. Juni 2026 um 12:07

    Die Menschen pflegen von den Erlebnissen der frühen Jugend im reiferen Alter keine deutlichen Vorstellungen zu bewahren. Alles ist grauer Dunst, schwaches und flatterhaftes Erinnern, blindes Tasten nach entschwundenen Gefühlen, wenig Lust und viel eingebildete Schmerzen.

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  4. Ferdinand von Saar26. Juni 2026 um 12:11

    Alter

    Das aber ist des Alters Schöne,
    daß es die Saiten reiner stimmt,
    daß es der Lust die grellen Töne,
    dem Schmerz den herbsten Stachel nimmt.

    Ermessen läßt sich und verstehen
    die eigne mit der fremden Schuld,
    und wie auch rings die Dinge gehen,
    du lernst dich fassen in Geduld.

    Die Ruhe kommt erfüllten Strebens,
    es schwindet des verfehlten Pein -
    und also wird der Rest des Lebens
    ein sanftes Rückerinnern sein.

    Ferdinand von Saar (1833 - 1906), Ferdinand Ludwig Adam von Saar, österreichischer Schriftsteller, Novellist, Lyriker und Dramatiker

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  5. Rainer Maria Rilke26. Juni 2026 um 12:17

    Imaginärer Lebenslauf

    Erst eine Kindheit, grenzenlos und ohne
    Verzicht und Ziel. O unbewußte Lust.
    Auf einmal Schrecken, Schranken, Schule, Frohne
    und Absturz in Versuchung und Verlust.

    Trotz. Der Gebogene wird selber Bieger
    und rächt sich an anderen, daß er erlag.
    Geliebt, gefürchtet, Retter, Ringer, Sieger
    und Überwinder, Schlag auf Schlag.

    Und dann allein im Weiten, Leichten, Kalten.
    Doch tief in der errichteten Gestalt
    ein Atemholen nach dem Ersten, Alten …

    Da stürzte Gott aus seinem Hinterhalt.

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  6. Gebet eines älter werdenden Menschen
    (Old Nun's Prayer)

    O Gott, Du weißt besser als ich,
    daß ich von Tag zu Tag älter und eines Tages
    alt sein werde.
    Bewahre mich vor der Einbildung
    bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema
    etwas sagen zu müssen.

    Erlöse mich von der Leidenschaft,
    die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.
    Lehre mich, nachdenklich, aber nicht grüblerisch,
    Hilfreich, aber nicht diktatorisch zu sein.
    Bei meiner ungeheuren Ansammlung von
    Weisheit erscheint es mir ja schade,
    sie nicht weiterzugeben – aber Du verstehst
    o Gott,
    daß ich mir ein paar Freundinnen erhalten möchte.

    Bewahre mich vor Aufzählung endloser
    Einzelheiten und
    verleihe mir Schwingen, zur Pointe zu gelangen.

    Lehre mich schweigen über meine Krankheiten
    und Beschwerden.
    Sie nehmen zu – und die Lust, sie zu beschreiben,
    wächst von Jahr zu Jahr.

    Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir die
    Krankheitsschilderungen anderer mit Freuden
    anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu
    ertragen.
    Lehre mich die wunderbare Weisheit, daß
    ich mich irren kann.

    Erhalte mich so liebenswert wie möglich.
    Ich möchte keine Heilige sein – mit ihnen lebt
    es sich so schwer – aber eine alte Griesgrämin
    ist das Krönungswerk des Teufels.

    Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete
    Talente zu entdecken, und verleihe mir,
    o Gott, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.

    Das Gebet stammt vermutlich aus dem englischen Sprachraum des 17. Jahrhunderts, wird jedoch auch Teresa von Avila zugeschrieben.

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  7. Was man nicht einfach sagen darf, darf man auch nicht einfach verschweigen.
    Stanislav Lec
    polnischer Schriftsteller und Aphoristiker

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    1. Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen. 
      G. Orwell

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    2. Kühn ist das Mühen. Herrlich der Lohn.
      Berlioz
      Fausts Verdammnis

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    3. Doppelt gemoppelt hält besser – sowohl beim sagen als auch beim Schweigen

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    4. In Europa hassen alle die EU und die Deutschen. Es wäre gut, wenn die Deutschen das wüssten.
      Marie Rotkopf, Franz. Schriftstellerin

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    5. .... wie geht doppelt Schweigen?

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  8. Frau Rotkopf scheint etwas schräg zu denken, denn die Deutschen hassen sich nicht allesamt selbst. Ich jedenfalls nicht. Sie sollte – gerade als Schriftstellerin – ihre Worte sorgsamer wählen.

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  9. Johann Wolfgang von Goethe27. Juni 2026 um 11:48

    Der einzelne ist sich nicht hinreichend; Gesellschaft bleibt eines wackeren Mannes Gesellschaft.

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    1. Herr Goethe, hatten sie nicht gesagt: „Doch was der Mensch auch ergreife und handhabe, der einzelne ist sich nicht hinreichend. Gesellschaft bleibt eines wackeren Mannes höchstes Bedürfnis.“

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    2. Immer diese Lektoren und Journalisten: sie puschen den Dichtern und Denkern gnadenlos ins Handwerk!

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    3. Sorry! Es sollte natürlich nicht puschen heißen, sondern pfuschen…

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    4. Beim Pfuschen kommen heute alle schnell in die Puschen.

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