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Donnerstag, 16. April 2026

Zum Tage: Echt jetzt?

 1999: „Wer fälscht, braucht jemanden, der sich täuschen lässt. Die Fälschung, die oft den Tatbestand des Betruges erfüllt, erfordert die Verbindung zum Getäuschten, sie ist auf dessen ideelle Mitarbeit angewiesen.“

Alain Claude Sulzer (1953), Schweizer Schriftsteller

4 Kommentare:

  1. Christian Morgenstern16. April 2026 um 14:30

    Ich habe zuweilen einen abgründigen Haß auf die Zahl. Sie ist die absurdeste Fälschung der ›Wirklichkeit‹, die dem Menschen wohl je gelungen ist, und doch baut sich auf ihr ›unsere ganze heutige Welt‹ auf.

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  2. Seit unserer frühesten Jugend sind wir daran gewöhnt, verfälschte Berichte zu hören, und unser Geist ist seit Jahrhunderten so sehr von Vorurteilen durchtränkt, daß er die phantastischen Lügen wie einen Schatz hütet – so daß uns schließlich die Wahrheit unglaubwürdig und die Fälschung wahr erscheint.

    Sanchuniathon (etwa 1250 v. Chr.), phönizischer Geschichtsschreiber

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  3. Wenn dich hundert Menschen getäuscht haben – das heißt, du dich in ihnen getäuscht hast – so mißtraue dennoch nicht dem hundertersten. Denn seine Liebe kann dich für alles Leid reich entschädigen.

    Otto von Leixner (1847 - 1907), eigentlich Otto von Grünberg, deutscher Novellist, Dichter und Literaturgeschichtler

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  4. François de La Rochefoucauld16. April 2026 um 15:36

    Am sichersten wird man getäuscht, wenn man sich für schlauer hält als die anderen.

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