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Freitag, 16. Januar 2026

Kommentar: Münkler und die Machtfrage

 Anlass: Dieses Interview bei T-Online

Ja, ganz am Schluss seines Gesprächs mit dem T-Online-Journalisten Marc von Lüpke fällt dann doch das Wort, das in seinen geostrategischen Überlegungen so selten vorkommt, dass man schon den Eindruck hat, dass ihn das Thema dahinter wenig interessiert: Demokratie.

Der Politologe und Historiker Herfried Münkler (*1951) mag weltpolitische Szenarien, in denen es um Macht geht, und nur um Macht, um pure Macht, nicht um deren Legitimation. Kein Wunder: Münkler wurde mit dem Thema Machiavelli groß – und dem war es egal, ob eine Regierung auf einer Diktatur, einer Oligarchie oder einer Demokratie basiert. Hauptsache „Macht“.

Münkler sieht sich auf den Kommandohöhen der Zeit und schaut den großen Machthabern zu, wie sie unter sich die Welt aufteilen. Da ist dann viel Kluges dabei, was er so erzählt – wie in diesem Interview. Ja, es sind – für einen Historiker – spannende  Themen, voller Faszination, man kann beobachten und beschreiben, ohne selbst besonders betroffen zu sein oder sich engagieren zu müssen. Zum Beispiel für Demokratie und Menschenrechte. Sie spielen in dem Interview keine Rolle, nur das Völkerrecht – und das ist etwas ganz anderes.

Mich macht das immer wieder traurig, wenn ein so gescheiter Mann wie Herfried Münkler seine Leser und Zuhörer mit dem Thema Macht berauscht. „Alle Macht ist unheilbar“, hat der Schriftsteller Reinhold Schneider mal gesagt. Unter diesem Aspekt wird dann der eigentliche Wahnsinn sichtbar, der beim Thema Macht immer wieder durchscheint. Und die einzige Möglichkeit, diesen Wahnsinn unter Kontrolle zu bekommen, ist die Demokratie mit ihrer Gewaltentrennung.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb lohnt sich die Lektüre dieses Gesprächs.

Raimund Vollmer

10 Kommentare:

  1. Demokratie kommt gegen Mächtige nicht an, insbesondere heute, wo die Demokratie keine starken und vor allem leidenschaftliche Verfechter mehr hat. Völkerrecht ist eine leere Worthülse geworden, der die steuergeldgeschminkte Annalena wie eine Statistin vorsitzt.

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  2. Vermisse hier die Plutokratie

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  3. Alles dreht sich um die Macht des Faktischen und die Ohnmacht der Vernunft.

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    1. Wofür ist dann die Vernunft gut?
      Als Quelle der Ärgernis oder des Schmollens?

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  4. Der Mensch ist vielerlei. Aber vernünftig ist er nicht.

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  5. Die Demokratie setzt die Vernunft im Volke voraus, die sie erst hervorbringen soll.

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  6. Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch.

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  7. Kein Mensch besitzt so viel Festigkeit, dass man ihm die absolute Macht zubilligen könnte.

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  8. Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

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  9. Wenn die Macht der Liebe über die Liebe zur Macht siegt, wird die Welt Frieden finden.

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