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Mittwoch, 12. November 2025

Nachschlagzeile: Putin 2000 (5)

BRAUCHT RUSSLAND EINEN PINOCHET?

Die Welt, 1. April 2000 

2000: "Im Menschen steckt alles, von Santanischem bis zu Heiligem, aber indem wir 'Geist, Ehre und Gewissen' in Gesalt eines FSB-Vertreters an die Macht bringen, setzen wir keineswegs auf Cherubim mit sechs Flügeln."

Ljudmila  Ulitzkaja (*1943), russische Schriftstellerin, über Wladimir Putin

 

30 Kommentare:

  1. Nun ja, statt gleich 6 Flügeln hätte es wenigstens zu einem l mehr reichen können

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    1. Habe ich hiermit korrigiert. Es sind jetzt Flügel, wobei Cherume nur vier Flügel haben... aber zwei "l"...

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    2. Santanisch ist auch nicht schlecht - oder Gesalt😉

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    3. Das Wahrnehmungsvermögen dieser an sich lobenswerten Dame ist, was das Jenseits betrifft, etwas eingeschränkt.
      Ich hoffe, dass ihr Blick ins Diesseits etwas klarer ist.

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    4. Stimmt - die Dame verwechselt Cherubim mit Seraphim.

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  2. Da Journalisten natürlich Menschen sind, steckt auch alles in ihnen, wie Ulitzkaja schreibt.
    Ein Beispiel:
    Im November 1982 inszenierte ein Fersehteam des WDR für einen Beitrag über das Wiederaufleben des Nazismus in der Bundesrepublik eine Schauveranstaltung mit Rechtsradikalen. In Absprache mit den WDR-Journalisten verteilten rund 20 Neonazis an der Frankfurter Hauptwache Flugblätter gegen die Wiederholung der Fernsehserie "Holocaust".
    Der Frankfurter Polizeipräsident Gemmer warf dem WDR-Team daraufhin vor, rechtsextremistische Gruppen "publizistisch aufgewertet" zu haben. Der verantwortlicheRedakteur wies zunächst alle Vorwürfe einer Verabredung empört zurück. Später stellte sich jedoch heraus, dass der WDR den Frankfurter Neonazis 750 Mark Honorar gezahlt hatte, damit diese sich beim Verteilen der Flugblätter filmen ließen und sich anschließend für ein Interview zur Verfügung stellten.
    Zitat: Wolf Schneider Unsere tägliche Desinformation G+J Hamburg
    FAZ 16.2.83, Spiegel 7.3.83
    In Gaza wurden zuletzt Fotos gestellt mit Kindern und ihren leeren Schüsseln, die sich offensichtlich an einer Essensausgabe drängen.
    Obwohl an den Originalfotos zu sehen war, dass das inszeniert war, wurden später die Fotos beschnitten weltweit verbreitet, verkauft und sogar ausgezeichnet.

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    1. Berichten hieße, sich zum Handlanger einer Medienstrategie machen, seinem Publikum eine mediengerecht aufgeputzte Realität als Wirklichkeit ins Haus liefern und dramatisch agierenden Minderheiten den Bildschirm als Spielwiese freigeben. […] Nicht berichten aber hieße: Lesern und Hörern eine Information vorenthalten, die sie eben doch etwas angeht, und sie überdies verwirren, wenn man als einziger nicht das registriert, wovon auf dem Medienkarussell die Glocken klingeln.

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  3. Lügenpresse – Ich glaube nur meine eigenen Fake News

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  4. Russland braucht einen Pinocchio!

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  5. Friedrich Nietzsche12. November 2025 um 14:39

    Noch ein Jahrhundert Zeitungen und alle Worte stinken.
    1882

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  6. "Nachrichtengebung ist Agitation durch Tatsachen"
    Journalistisches Handbuch der DDR
    (Damit ist Maybritt Illner gestartet)

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  7. Nicht wenige Journalisten fallen aus der Rolle des neutralen Berichterstatters heraus und wollen die Politik aktiv mitgestalten. Diesen Drang verspüren besonders deutsche Journalisten, behauptet Wolfgang Donsbach, der an einer in Mainz, Allensbach und Leicester parallel durchgeführten Untersuchung teilgenommen hat:
    Während die englischen Journalisten es als ihre wichtigste Aufgabe ansehen, zu informieren, steht bei den deutschen an erster Stelle die Kritik, das Aufdecken von Missständen. Erst an zweiter Stelle folgt die Informationsfunktion. Bei den Engländern ist es umgekehrt.
    (Quelle: Medien-Kritik 6/1984)
    In einer Umfrage von 1976 bezeichneten sich die Journalisten:
    98 % als Kritiker von Missständen,
    80 % neutrale Berichterstatter,
    79 % als Vermittler neuer Ideen,
    72 % Vertreter unterprivilegierter
    Bevölkerungsteile,
    12 % Pädagogen, Erzieher,
    Politiker mit anderen Mitteln.
    (Donsbach: Aus eigenem Recht - Legitimationsbewusstsein und Legitimationsgründe von Journalisten. Freiburg 1979)

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    1. Wäre interessant, wie das heute aussieht. Vielleicht kann man ja die Blogger und Influencer rausrechnen…

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    2. Wolf Schneider: Ich habe 40 Jahre lang die angelsächsische Tagespresse geradezu genossen. (FT, WSJ) Und das meine ich auch so. Niemals hatte ich den Eindruck, dass Häme die Finger der Journalisten über die Tastatur leitet, sondern Fairness und Respekt. Ich habe dafür viel Geld ausgegeben, Ich habe es sehr bedauert, dass ich aus finanziellen Gründen die Abos habe auslaufen lassen müssen. Ich habe noch den "Economist". Ganz ehrlich: Ich vermisse diese Zeitungen sehr, weil sie mir alles gaben, um mir meine eigene Meinung bilden zu können in der Gewissheit, dass sie auf sicheren Füßen steht. Bei keiner deutschsprachigen Zeitung habe ich diese Gewissheit. Manchmal ekele ich mich sogar.

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    3. angelsächsische Journalisten wussten damals noch, was eine Nachricht ist und wie sie verfasst wird…

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  8. "Wenn Sie es mit Gewalt versuchen, stehen Sie auf Seite 1, und das Fernsehen ist mit Ihnen."
    Alfred Grosser
    Franz. Journalist und Publizist

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  9. Die Medien können alles geben, weil sie den Ehrgeiz der Philosophie, das Gegebene auch zu verstehen, restlos haben fallen lassen. Sie umfassen alles, weil sie nichts erfassen; sie bringen alles zur Sprache und sagen über alles nichts.
    Kritik der zynischen Vernunft

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  10. Gebet des Zeitungslesers
    Die westliche Ostsee ziemlich bewegt; / Pola Negri endlich trockengelegt; / Churchill gestürzt - die Kammer tobt; / Der Papst mit Mary Wigman verlobt; / Verfilmung des Dramas Ain und Kabels; / Prämierung des kleinsten Damennabels......
    1927

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  11. Wladimir Putin beendet die Gerüchte über den Verbleib seines Außenministers: Sergej Lawrow genieße seit zwei Wochen viel frische Luft und einen atemberaubenden Blick, so der Kreml-Chef.

    https://www.welt.de/satire/article69145d6d0407e2fef73ca10a/putin-gibt-entwarnung-lawrow-geniesst-bloss-blick-aus-offenem-fenster.html

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  12. Lieber ein stadtbekannter Chaot bei den Grünen als ein anonymer Alkoholiker bei der SPD.
    (Aus einem offenen Brief hessischer Mitglieder der Grünen an ihre Fraktion im Bundestag)

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  13. Junge Journalisten wollen nicht wahrhaben, dass es etwas gibt, was nicht faul ist.
    Rosann Doran zitiert von
    TIME

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  14. Apropos:
    War mal wieder ein guter Foren-Tag. Nach vorgestern.
    Kam ja in letzter Zeit nicht mehr so häufig vor.
    Dankeschön allerseits!

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  15. „Wenn ein Dutzend deutscher Korrespondenten in Washington die deutsche Sprache zum schlechteren verändert hat - warum sollten die 30.000 Journalisten der Bundesrepublik nicht imstande sein, sie zum besseren zu verändern, wenn sie nur wollten?“

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  16. Herbert Grönemeyer14. November 2025 um 11:41

    Und der mensch heißt mensch
    weil er vergisst,
    weil er verdrängt
    und weil er schwärmt und stählt
    weil er wärmt, wenn er erzählt.

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  17. Das Buch Kohelet, Kapitel 3, Vers 2214. November 2025 um 11:44

    So habe ich eingesehen: Es gibt kein Glück, es sei denn, der Mensch kann durch sein Tun Freude gewinnen. Das ist sein Anteil. Wer könnte es ihm ermöglichen, etwas zu genießen, das erst nach ihm sein wird?

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  18. George Bernard Shaw14. November 2025 um 12:15

    Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das von sich eine schlechte Meinung hat.

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